Borkum, die größte ostfriesische Insel in der Nordsee

Borkum ist die westlichste aller ostfriesischen Inseln und gleichzeitig die flächenmäßig größte dieser sieben bewohnten Inseln.

Durch die preußische Kreisreform wurde Borkum am 1. Oktober 1932 aus dem aufgelösten Kreis Emden ausgegliedert und gehört seitdem zum Landkreis Leer.

Im Nordseeheilbad Borkum leben über 5.000 (Stand: 2021) Einwohnerinnen und Einwohner und temporär viele, viele Urlauber. Die Zahl der Gästebetten ist im Laufe der Heilbadgeschichte auf 19.000 (Stand: 2023) angestiegen. Über 300.000 Gäste besuchten (Stand: 2017) die Insel und trugen auch mit ihren Postkarten und Briefen zu einer umfangreichen Postdokumentation bei. Natürlich gibt es auch viele Einschreiben, der Nachwelt durch einzelne R-Zettel und R-Briefe erhalten.

Die Besucherzahlen haben sich seit 1850 rasant entwickelt:

  • 1850: 252 Besucher
  • 1865: 1.024 (erstmals vierstellig)
  • 1893: 10.603 (erstmals fünfstellig)
  • 1900: 16.474 (und 2114 Personen mit festem Wohnsitz, 70 Pferde, 388 Rindvieh, 354 Schafe, 97 Schweine, 46 Ziegen und 2328 Federvieh)
  • 1975: 102.388 (erstmals sechsstellig)

Wer nicht mit dem Flugzeug anreist, startet mit einem Schiff ab Emden Außenhafen. 20 km vom Festland entfernt erreichen die Reisenden je nach gewählter Schiffsverbindung in 60 bis 130 Minuten die Insel. Nach einer Fahrt mit der Inselbahn ist das Zentrum erreicht, den Bahnhof und man steht mittendrin in der Borkumer Postgeschichte.

Aber der Reihe nach.

Am 2. Juli 1867 gab die Oberpostdirektion Hannover bekannt:

„Auf der Nordseeinsel Borkum ist für die Dauer der diesjährigen Badesaison eine Post-Expedition eingerichtet worden.“

1876 wurde für die Sommersaison ein Postamt III. Klasse eingerichtet.

Aufzeichnungen aus dem Jahr 1879 im Archiv für Post- und Telegraphie halten die Postaktivitäten fest (Auszug):

„Die Postanstalt in Borkum ist während des diesjährigen Sommers 106 Tage in Thätigkeit gewesen. Der Gesamtverkehr bei der Postanstalt in Borkum beziffert sich auf 97 722 Postsendungen; davon sind abgegangen 40 510 Stück Brief-, 1328 Stück Packet- und Geldsendungen, eingegangen 40 510 Stück Brief-, 2815 Stück Packet und Geldsendungen…“

Thätigkeit und Packet wurde damals so geschrieben.

Drei Jahre später, 1882, verewigte sich der Herr Postpraktikant G. Kubath aus Osnabrück mit einer Inselbeschreibung und Beobachtungen zur Post im Archiv für Post- und Telegraphie:

Die Verbindung mit dem Festlande wird durch die in der Woche durchschnittlich sechs Mal verkehrenden Dampfer der Ems-Dampfschifffahrts-Gesellschaft und durch das Segelfährschiff hergestellt. Die Fahrten des letzten sind völlig unbestimmt, da sie zu sehr von Wind und Wetter abhängen… Die Dampfer können nur bei Hochwasser in Emden einlaufen bz. von Emden abfahren…Unter einer derartigen Unregelmäßigkeit…hat natürlich der Postbetrieb sehr zu leiden. Die Erwartung des Badepublikums bei Ankunft einer Post und der Zudrang zum Schalter ist deshalb auch um so größer. Die Postdienstgeschäfte werden von einem Beamten und zwei Unterbeamten, die Telegrafengeschäfte von einem Privat-Telegrafenbeamten versehen…“

„Außerhalb der Badesaison gehörte Borkum zum Landbestellbezirk des Postamtes Emden. Die Landbriefbestellung erfolgte einmal wöchentlich durch den Führer des Segelbootes (Fährschiffer), soweit Wind und Wetter die Verbindung mit dem Festlande gestatten.“ (Auszug)

R-Zettel Borkum, R rechtsstehend, Einsatz dieser R-Zettel ab 1883

Die während der Sommermonate bestehende Post-Expedition war bis 1884 im Köhlers Dorfhotel untergebracht. Für die Badesaison wurde ein Postbote nach Borkum abgeordnet.

Im Jahre 1884 übernahm der Apotheker und spätere Badedirektor Willhelm Bakker (Dienstzeit von 1885 bis 1913), Neue Straße 58, die Postagentur für die Wintermonate.

(Von 1880 bis 1882 war Wilhelm Bakker Verwalter, von 1883 bis 1907 Eigentümer der selbstständigen Apotheke.)

Die Nordsee Apotheke heute, Neue Str. 2, Ecke Wilhelm-Bakker-Straße

(Zum 1. Oktober 1961 wurden die Hausnummern auf Borkum neu „benummert“. So erklärt sich die Veränderung der Hausnummer in der Neuen Straße von 58 zu 2)

Ab 1888 organisierte die Firma Habich & Goth ganzjährig die Postbeförderung mit ihren Dampfern zwischen Emden und Borkum und nahm die Borkumer Kleinbahn in Betrieb. Im Bahnhofsgebäude wurden Räume für eine ganzjährig betriebene Postagentur eingerichtet. Die Postagentur wurde für die Dauer der Saison in ein Postamt III umgewandelt.

1894, zum 1. April wurde die Postagentur endgültig ein Postamt III.

Ein Postamt III. Klasse hieß vorher Postexpeditionen und wurde von einem Postverwalter geführt. Im Gegensatz zu den Postämtern der I. (Postdirektor) und II. Klasse (Postmeister) wurde nach Größe und Aufgaben unterschieden.

Das Postamt wurde im Jahr 1900 im Bahnhofshotel Johann Dabelstein eingerichtet.

Das Bahnhofshotel Dabelstein stand als erstes und einziges Hotel ganzjährig den Gästen zur Verfügung. Noch bis 1922 war beispielsweise im heutigen Restaurant (jetzt: Inselhotel Vier Jahreszeiten) das Telegraphen- und Postamt untergebracht. Dieses Hotel wurde wegen seiner direkten Lage am Bahnhof gern von Notaren zum Beurkunden oder von Beamten, die vom Festland auf die Insel kamen, genutzt.

Die Mitarbeiter der Deutsches Reichspost vor dem Kaiserlichen Postamt beim Gruppenbild 1906 vor dem Bahnhofs-Hotel, J. Dabelstein, Urlaubsgäste über dem Haupteingang verfolgen die Aktivität. Der Neue Leuchtturm (Baujahr 1879) im Hintergrund rechts.

frühes, undatiertes Foto vom Bahnhofshotel, Inselhotel Vier Jahreszeiten

R-Zettel Borkum (Nordseebad), vierseitig gezähnt aus Bogen, R-Zettel Typ 2176, Verwendung ab 1904, mageres No mit zwei Strichen unter 0 in kursiv, hier in der Papiervariante dickeres gelbliches Papier.

R-Zettel Borkum (Nordseebad), Text zweizeilig, vierseitig gezähnt aus Bogen

R-Zettel Borkum, ohne Zusatz Nordseebad, vierseitig gezähnt aus Bogen

Borkum, Zeichnung, um 1910

R-Zettel Borkum (Nordseebad), zweizeilig, Zusatz in Klammern, ca. 1923

1925 kaufte die Deutsche Reichspost das Hotel „Hof van Holland“. Nach Umbau und Einrichtung eines Wählamtes wurde das neue Postamtsgebäude am 1. April 1926 bezogen.

Außenansicht des Postamtes in der Bismarckstraße, ca. 1928, vormals Hotel Deutsches Haus

Blick in Schalterhalle 1927

Borkum erhält den Titel „Nordseebad“ meldet die Ostfriesische Landeszeitung, 26. Januar 1937

R-Brief innerorts Borkum, Poststempel Nordseebad Borkum 24. Februar 1938

R-Zettel vom obigen Beleg, Text einzeilig

R-Zettel Borkum (Nordseebad), Einheitsausgabe Deutsches Reich, schmaler Rahmen

R-Zettel Borkum (Nordseebad), Einheitsausgabe Deutsches Reich, breiter Rahmen

R-Brief aus Borkum nach 1 Berlin-Tempelhof, Poststempel vom 15. August 1946

R-Zettel vom obigen Beleg, Text Nordseebad Borkum zweizeilig

Ab 1946 wurden R-Zettel der ersten Ausgabe für die britische Besatzungszone in Bögen zu 20 Stück hergestellt. Hierbei kamen zwei verschiedene gleichgroße Lettern für das R zum Einsatz, die im Overmann Katalog als Typen 7221 und 7222 erfasst wurden.

Der Unterschied ist der rechte Fuß des Buchstaben R, Typ 7224 linke Abbildung mit geschwungenem Fuß, Typ 7223, rechts. Nordseebad Borkum, R-Zettel mit dickem grauem Papier und der Postleitgebietszahl 23 im Kreis

Einlieferungsschein für einen R-Brief nach Köln, Poststempel Nordseebad Borkum vom 15. September 1947. Postformular der Deutschen Reichspost aus dem Jahr 1943

Poststempel vom obigen Einlieferungsschein

R-Brief aus 23 Nordseebad Borkum nach 22 Bad Godesberg, Poststempel vom 30. Dezember 1947. R-Zettel mit Stempel und mit Postleitzahl 23. Der Briefumschlag wurde von der Zensurstelle geöffnet, geprüft und anschließend mit einer Banderole verschlossen.

Vom 1. September 1947 bis April 1948 existierte eine britische Zensurstelle in Bremen, die dort Postsendungen aus dem Bereich der Oberpostdirektion Bremen prüfte. Schrift auf der Banderole: OPENED BY EXAMINER 4180 und Abbildung Krone, Stempel auf der Vorderseite in Teilen auf der Banderole: BRITISH CENSORSHIP 3613 GERMANY. (vom Prüfer geöffnet – Britische Zensur)

überklebter R-Zettel vom obigen Beleg, Stempel 23 Nordseebad Borkum auf Blanko R-Zettel, R-Zettel aus Bogen, daher an vier Seiten perforiert.

Verleihung der Bezeichnung „Stadt“ für die Gemeinde Borkum

Zum 1. Mai 1950 wurde Borkum vom Niedersächsischen Innenministerium die Stadtrechte verliehen.

Ab 1951 kamen diese R-Zettel 23 Nordseebad Borkum zum Einsatz. Typ 7244 auf dünnem weißem Papier mit Ortsnamen und Postleitgebietszahl im Kreis

Zu dem R-Zettel Typ 7244 finden Sie hier weitere Informationen.

Ab 1. Oktober 1953 übernimmt die Postsachenbeförderung von Emden nach Borkum und umgekehrt wieder die Borkumer Dampfschiffahrts AG. Der Vertrag mit dem Unternehmer Teerling wird gleichzeitig gegenstandslos.

1956 lösten die Rautenausgaben mit Amtskennzeichen (AKZ) für die Bundesrepublik Deutschland die zweistelligen Postleitgebietszahlen ab. Mit Amtsblattverfügung 274/1956 galten die Amtskennzahlen am 30. Juli 1956 auch für die Rautenausgabe der Einschreibezettel.

Mit „9 B 2“ und „9 V“ kamen auf Borkum zwei verschiedene Amtskennzeichen zum Einsatz:

Zwei fast gleiche AKZ „9 B 2“ vom Nordseebad Borkum. Der Spezialist achtet bei Postformularen auch auf die ausgewählten Drucktypen und Varianten. Hier der Unterscheidungsbuchstabe „b“ in zwei verschiedenen Größen

Bei der größeren Variante sind die Unterscheidungsbuchstaben (UB) a, b, c, d und e belegt. Bei der kleineren Variante sind die UB a, b und c bekannt.

Amtskennzeichen „9 V“ Nordseebad Borkum mit UB a.

Neben diesem UB sind auch R-Zettel „9 V“ mit den UB c und e bekannt.

Am 1. April 1959 wird das Postamt Borkum dem Postamt Emden unterstellt. Auch wird an diesem Tage die Postbeförderung nach Borkum auf den Behälterverkehr umgestellt. Die Pakete mussten bis dahin einzeln auf die Dampfer verladen und dann gezählt werden.

Postamt Borkum im neuen Gewand, beschreibt die Ostfriesische Rundschau die Umbauten, 4. Juni 1959

Die Postschalterstunden der Post auf Borkum 1961

Die Öffnungszeiten wurden während der Saison erweitert. Ganzjährig war das Postamt sonntags von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr geöffnet. In Vergessenheit dürfte die Dienstbereitschaft außerhalb der Schalterstunden geraten sein. Beispielhaft wurde für die Annahme von Einschreibsendungen eine zusätzliche Gebühr von 40 Pfennig erhoben.

19. Mai 1961: das Postamt verwendet intern den Stempel mit der Postleitgebietszahl: 23 Nordseebad Borkum

Der Amtsstempel, nicht der Poststempel, vom Postamt Nordseebad Borkum, Unterscheidungsbuchstabe „a“, 1961

Eine Besonderheit auf dieser Insel: zweimal tägliche Postzustellung, Borkumer Zeitung vom 29. Mai 1962:

„Zweimal tägliche Postzustellung. Die Saison ist da, an der zweimal täglich die Post ausgetragen wird. Das trifft zwar nicht für montags und sonnabends zu. An diesen Tagen ist in der ganzen Bundesrepublik nur einmalige Zustellung. Für die Briefträger beginnt jetzt die schwere Zeit. Wenn sie in der Saison auch Unterstützung durch auswärtige Postkräfte haben, müssen sie doch von dienstags bis freitags auch zweimal nach Eingang des Dampferzuges die Post sortieren und verteilen.“

Ein Stummes Postamt wird eingerichtet:

Neben dem Postamt wird gebaut“, meldet die Borkumer Zeitung am 11. Dezember 1962

Die Ostfriesen Zeitung vom 14. Juni 1963 meldet die Fertigstellung des Stummen Postamtes

„…Das stumme Postamt soll durch einen Münzwechsler, der auf ein 1-DM-Stück ein 50-Pfennig-Stück und fünf Groschen herausgibt, einen Postkartengeber und einen Doppelwertzeichengeber ergänzt werden“

Am 5. Juli 1963 informiert die Oberpostdirektion Bremen: „Der Niedersächsische Minister des Innern und das BPM (Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen) haben zugestimmt, daß der Zusatz „Nordseebad“ in der postamtlichen Bezeichnung beibehalten wird.“

16. August 1963: das Postamt verwendet intern den Stempel mit der neuen vierstelligen Postleitzahl: 2972 Nordseebad Borkum, der Zeit etwas voraus

Zum 1. Januar 1965 wurden in der Bundesrepublik Deutschland Postleitzahlen mit vier Ziffern eingeführt. In den 28 Jahren bis zur nächsten Veränderung wurden durch viele Nachbestellungen eine Vielzahl von Schriftarten und Schriftgrößen eingesetzt:

R-Zettel 2972 Nordseebad Borkum, „fetter“ Numerator und verschiedene Schalterbuchstaben

R-Zettel 2972 Nordseebad Borkum, Numerator „dünn“ und verschiedene Schalterbuchstaben

Ab 27. Juni 1968 stellt die Reederei AG Ems ein neues Fährschiff, eine Autofähre mit Namen Rheinland, in Dienst. Mit Lkw wird jetzt die Post nach und von Borkum befördert. Es entfällt das bisherige Beladen und Entladen der Postbehälter.

1976 wurde in Borkum die Fußgängerzone in der Bismarckstraße (Postamt, Bismarckstr. 9) eingerichtet.

Ausschnitt von einem Stadtplan von Borkum aus dem Jahr 1992. Die Post ist in der Bismarckstr. 9, in der Nähe zum Bahnhof/Borkumer Kleinbahn eingetragen.

R-Zettel 2972 Borkum, „fetter“ Numerator und verschiedene Schalterbuchstaben. Der Zusatz Nordseebad ist verschwunden…

2972 Borkum mit unterschiedlichen Unterscheidungsbuchstaben

Eine letzte Drucktypveränderung für die R-Zettel mit vierstelliger Postleitzahl von 2972 Borkum

Seit dem 1. Juli 1993 lautet die fünfstellige Postleitzahl von Borkum 26757:

R-Zettel mit 5-stelliger Postleitzahl 26757 Borkum mit unterschiedlichen Unterscheidungsbuchstaben

26757 Borkum mit unterschiedlichen „fetten“ Unterscheidungsbuchstaben

Diese nassklebenden R-Zettel sind belegt. Vermutlich gibt es weitere R-Zettel, wie bei allen anderen abgebildeten Typen bisher, mit weiteren Unterscheidungsbuchstaben. Ob es auch selbstklebende R-Zettel mit fünfstelliger Postleitzahl gibt, ist mir im Moment nicht bekannt.

Am Abend des 19. Februar 2007 war die Postfiliale für Postkunden in der Bismarckstraße Geschichte. Der Postbetrieb (Sortierung, Zustellung, Verwaltung) wurde weiter von dort organisiert. Für Kunden wurde eine Postagentur im City Center, Edeka, Strandstr. 5 eingerichtet.

Standort der neuen Postagentur im city center, Inselmärkte, Strandstr. 5

Die Borkumer Zeitung meldet am 10. November 2020 (Auszug):

„Borkum – In den 1920er Jahren zog die Post- und Paketverteilung für die Insel vom heutigen Gebäude des Hotels Vier Jahreszeiten am Bahnhof in das Gebäude in der Bismarckstraße, welches einen erkennbaren neoklassizistischen Baustil aufweist. Jetzt wird nach 95 Jahren das Licht für die Post ausgeschaltet, denn der bestehende Pachtvertrag wurde nicht weiter verlängert…Was nun aus dem Gebäude wird, konnte bislang nicht in Erfahrung gebracht werden…Im Gegensatz zu den Jahren zuvor kommt die Briefpost schon in Kisten aus dem Verteilerzentrum aus Oldenburg auf die Insel. Somit müssen die entsprechenden Zusteller ihre vorsortierten Kisten verladen… Die Hallen und Räume in der Bismarckstraße leeren sich zunehmend und der Wechsel in die neuen Räumlichkeiten in der Speckschniederstraße 7 wird in Eigenregie durchgeführt…“

Was der Autor der Borkumer Zeitung 2020 noch nicht wusste (aber ahnte), war vermutlich keine Überraschung. In dem alten Postgebäude wurden Appartements für Urlauber eingerichtet:

Die Appartements stellen mit dem Wort „Posthus“ eine Verbindung zur Geschichte her. Auch der Posthof findet, wie die Abbildung des früheren Postamtes einen Platz in der Werbung.

Im Februar 2021 gab es einen neuen Standort für die Postagentur auf Borkum. Die Agentur (Deutsche Post Filiale 577) ist jetzt im Kaufhaus Domus, Wilhelm-Bakker-Str. 14 zu finden.

Poststempel der Agentur auf Borkum vom 12. Juni 2023, 11.00 Uhr und mit den Unterscheidungsbuchstaben „zz“

Außenansicht, Domus – Das Kaufhaus, mit Postschild

Innenansicht, die Postagentur

Für die Postversorgung der Insel wurde von der Deutschen Post AG im September 2021 ein neuer Zustellstützpunkt in der Specksniederstrate 7 eröffnet.

Deutsche Post AG, Zustellstützpunkt (ZSP) Borkum, Specksniederstrate 7

In Borkum ist der Street Scooter für die Zustellung im Einsatz

Bildpostkarte Borkum, Insel im Hochseeklima, größte der ostfriesischen Inseln, Luftbildaufnahme, 1989

Die Deutsche Post AG verausgabte ab dem 12. Juli 2012 in der Serie Leuchttürme auch eine Briefmarke zu Borkum: Kleiner Leuchtturm erbaut 1888/89, Michel Nr. 2942

Die Privatisierung der Deutschen Post AG macht es möglich. Auf Borkum gibt es seit 2007 einen privaten Postdienst, die Borkumpost, ohne eigene Briefmarken.

Briefkasten der Borkumpost, „Bitte keine Sendung der Deutschen Post AG“, 2023

Werbeaufsteller der Borkumpost in der Fußgängerzone, 2023

Gab es am Flughafen Borkum eine Poststelle?

Außenansicht Flughafen Insel Borkum

Flugplatz Borkum, Lage auf der Insel mit Kontrollturm, Start- und Landebahn, Grasbahn, Hubschrauber Start- und Landeplatz

Der Flughafen auf Borkum wurde 1925 zwischen West- und Ostland auf der Insel errichtet. Ein erster Post-Flug fand am 15. Juni 1926 statt. Poststempel von „Borkum Nordseebad Flughafen“ vom 12. August 1927, 16. Juli 1928, 27. Februar 1929, 19. Juli 1930 und 15. August 1934 belegen die Existenz einer Poststelle am Flughafen. Im Ortsverzeichnis des Reichspostministeriums von Juli 1928 wird Borkum aufgeführt, leider ohne einen Hinweis auf eine zweite Poststelle auf der Insel zu geben:

Ausschnitt aus dem Ortsverzeichnis: Borkum Nordseebad, Symbol „Flugzeug“ für: Luftverkehr, Symbol „Schiff“ für: Dampferverbindung. „Oldb“ Abkürzung für Oberpostdirektions-Bezirk Oldenburg

Im März 1897 wagte der Autor im Archiv für Post- und Telegraphie einen Ausblick: „Es wird nicht ausbleiben, daß Borkum dereinst zu den betuchten Seebädern gehört.“

Ich bitte um Nachsicht, aber die sehr interessante Geschichte der Telegrafie und die besondere Rolle Borkums hierbei und die Rolle des Militärs auf der Insel würden diesen Artikel sprengen.

Offene Fragen:

  • Von wann bis wann gab es eine Poststelle am Inselflughafen Borkum?
  • Nach dem Auszug der Schalter aus dem Postamt in der Bismarckstr. wurde für Kunden 2007 eine Agentur im „city center“ eingerichtet. Bis wann war diese Agentur dort platziert, bevor sie zum Kaufhaus Domus weitergezogen ist?

Lesetipps: als Ergänzung zu diesem Artikel in diesem Blog: Außenhafen von Emden und einer ostfriesischen Nachbarinsel: Insel Norderney.

Quellen:

  • Archiv für Post- und Telegraphie, Amtsblatt der Deutschen Reichspost- und Telegrafenverwaltung, Nr. 6, März 1876, Nr. 22, November 1879 und Nr. 19, Oktober 1882
  • Deutsches Reichpostministerium, Ortsverzeichnis, Verzeichnis der Postanstalten Eisenbahn-, Kraftwagen-, Luftverkehr- und Dampfschiffsstationen in Deutschland, Juli 1928
  • Geschichte des Postamtes in Emden, Erich Schlehufer, 1953
  • Ostfriesische Rundschau, 4. Juni 1959
  • Ostfriesische Landeszeitung, 26. Januar 1937
  • Postgeschichtliche Blätter Weser Ems 1994, Die Borkumer Post und ihre Vorgeschichte
  • Deutsche Postorte 1490 bis 1920, Autor: Günther Hass
  • Alte Apotheken in Ostfriesland, Heinrich Buurmann, Leer 2010 ISBN: 978-3-9814038-0-0
  • Borkumer Zeitung vom 29. Mai 1962, 11. Dezember 1962, 10. November 2020, 22. und 23. September 2021
  • Ostfriesen Zeitung, 14. Juni 1963
  • Inselhotel Vier Jahreszeiten, https://www.inselhotel.de/das-hotel/historie/, abgerufen am 18. Mai 2023
  • Borkumer Inselgeschichte, private Internetseiten von Karsten Schönbeck und Sören Schönbeck, https://www.schoenbeck-borkum.de/index.html, abgerufen am 18. Mai 2023
  • Borkum-Aktuell, Das Inselmagazin, https://www.borkum-aktuell.de, Ausgaben vom März 2007, Dezember 2020, Oktober 2021 und Januar 2022
  • Private Post auf Borkum: www.borkumpost.de
  • Heimatmuseum Borkum Dykhus, Museum für Lokalgeschichte auf Borkum, Roelof-Gerritz-Meyer-Straße 8, 26757 Borkum
  • Fotos vom Autor Juni 2023
  • Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Aurich
  • Ein besonders herzlicher Dank gilt Herrn Rudolf Erdwiens, Borkum, für die Unterstützung bei diesem Artikel

Fehlliste: R-Zettel mit dem Zusatz „Land“

Welche Bedeutung haben R-Zettel mit dem Zusatz Land?

Gelegentlich fragt sich der Sammler, warum er von einem bestimmten Ort mit Poststelle keinen entsprechenden R-Zettel findet.

Die Antwort ist banal. Es gab keinen R-Zettel für diese Poststelle!

Am Beispiel des nachfolgen Beleges ist die Verfahrensweise einfach zu erklären. Der Brief wurde bei der Poststelle in Seinstedt aufgegeben und frankiert. Neben den Briefmarken wurde ein Poststellenstempel abgeschlagen, hier Seinstedt Börssum Land. Beim übergeordneten Postamt in Börßum wurde der R-Zettel dazu geklebt und die Briefmarken abgestempelt. Zur Unterscheidung mit anderen Briefen aus Börßum hatte dieser den Zusatz Land aufzuweisen.

Seinstedt nach Braunschweig, R-Zettel Börßum mit Zusatz Land, Stempel mit doppeltem Rahmen der Poststelle II „Seinstedt Börssum Land“, Poststempel „Börssum Land“ 18. Juni 1928

Die Verwendung von Einschreibbriefen mit R-Zettel und dem Zusatz Land ist für Orte aus Niedersachsen durchgehend dokumentiert von 1928 bis 1968. Weitere Verwendungen in den Jahren 1973, 1976 bis 1982, 1984 bis 1986, 1991 bis 1993 und 1997 mit fünfstelliger Postleitzahl sind ebenfalls belegt.

Und jetzt zu dieser Fehlliste:

Folgende R-Zettel, lose oder auf Beleg werden von mir gesucht. Bitte senden Sie mir gern einen Scan (mit Verkaufsangebot).

Herzlichen Dank!

Stand: 29. November 2025

  • 322 Alfeld (Leine) Land
  • 328 Bad Pyrmont Land (ohne Bezeichnung 1)
  • (23) Bersenbrück Land
  • Bevensen, ca. 1940
  • Bisperode Hameln Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • …über Bockenem, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • 288 Brake (Unterweser) 1 Land
  • Bramsche Ld, Ld für Land, handschriftlich, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Brockau Land, Deutsches Reich ohne PLGZ, ehemals Reichspostdirektion Braunschweig
  • Buchholz Kr. Harburg Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Buxtehude mit Stempel (Buxtehude Land) in Klammern, ca. 1930

  • 24a Buxtehude (Land), ca. 1947
  • Dahlenburg Land, einzeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Damme (Oldb) Land, einzeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Dannenberg (Elbe) Land, zweizeilig, (Elbe) in 2. Zeile, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Damme (Oldb) Land, zweizeilig, (Oldb) in 2. Zeile, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • (23) Damme (Oldb) Land
  • Elstorf Harburg-Wilhelmsburg 1 Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Elze, Stempel auf blanko Amtskennzeichen (AKZ) mit Postleitzahl, 321 Elze Landpoststelle
  • Fürstenau (Kr Bersenbrück) Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Grasleben Helmstedt Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Goslar Land, Land gestempelt, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • 20a Hameln Land, dreizeilig
  • … über Hannover, 12 A, Amtskennzeichen (AKZ), mit Querstrich
  • Harburg-Wilhelmsburg 1 Land, dieser Typ – schmaler Rahmen, zweizeilig, im Zusammenhang mit Poststellen II Stempel auf Beleg, ca. 1930
  • Harburg-Wilhelmsburg 1 Land, dieser Typ – breiter Rahmen, dreizeilig, im Zusammenhang mit Poststellen II Stempel auf Beleg, ca. 1933
  • Haste (Bz. Minden) Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • 20a Haste (Han) Land, einzeilig
  • Haste (Han) Land – 12 B 9, Amtskennzeichen (AKZ)
  • Herzberg (Harz) Land, zweizeilig, Land handschriftlich ergänzt, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • 20a Hildesheim Landpoststelle, (Landpoststelle Stempel Lps)

  • Jesteburg Harburg-Wilhelmsburg 1 Land
  • Jever Land, allseitig gezähnter Blanko R-Zettel mit Kreis, ca. 1947
  • Kreis Leer Ostfr, 9 L, Amtskennzeichen (AKZ), Blanko Stempel
  • Lingen (Ems) mit Unterscheidungsbuchstabe l = Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Lohne (Oldb.) Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Lüthorst Kreiensen Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • 447 Meppen 1 Land, (ohne Stempel)
  • Münder Deister Land, Deister und Land in 2. Zeile, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Neustadt a. Rübenberge Land, Blanko R-Zettel mit Kreis und mit Stempel
  • Neustadt a Rübenberge, Land, zweizeilig, Wegener, Typ 761
  • Nordenham L, vierseitig gezähnter R-Zettel, L = Land
  • Nordenham L, L = Land, Wegener, Typ 761
  • Oederquart Stade Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Oldendorf Himmelpforten (Niederelbe Land), zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Querum (Braunschw.) Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Rotenburg (Han) 1 Land, ab Han in 2. Zeile, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Salzgitter 1 Land, einzeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Salzgitter 1 Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • 20b Salzgitter-Bad 1 Land, dreizeilig
  • 20b Salzgitter-Lebenstedt 1 Land, dreizeilig
  • Salzgitter Ringelheim Land – 16 T, Amtskennzeichen AKZ
  • Salzgitter Ringelheim Land – 16 V, Amtskennzeichen AKZ
  • Schöningen (Bschwg.) Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Stade 2 mit Unterscheidungsbuchstabe l = Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • über Stade, hier das Beispiel handschriftlich Bützfleth 24a über Stade, ca. 1948
  • Süpplingen Helmstedt Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Uelzen (Bz. Hannover) Land, dreizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Uelzen (Bz. Han) Land, allseitig gezähnter Blanko R-Zettel mit Kreis, mit Kastenstempel, ca. 1946
  • Unterlüß Land, einzeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Vechta Land, einzeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Verden (Aller) Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • (23) Westerstede Lkp, Unterscheidungsbuchstaben für Landkraftpost
  • Westerstede Lkp – 9 F 2, Unterscheidungsbuchstaben für Landkraftpost, Amtskennzeichen AKZ
  • Wilhelmshafen – Rüstringen Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Winsen (Luhe) Land, zweizeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Wirdum Norden Land, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • Wittmund Land, einzeilig, Deutsches Reich ohne PLGZ
  • (20b) Wolfenbüttel mit Unterscheidungsbuchstaben Ldkp = Landkraftpost
  • Wolfenbüttel mit Unterscheidungsbuchstaben LA = Land, allseitig gezähnter Blanko R-Zettel mit Kreis, ca. 1948

Quelle:

  • Die Einschreibzettel der Landpostämter im Deutschen Reich und seiner Nachfolgestaaten, Herr Friedrich J. Opaterny, Nürnberg, Januar 1993

Zu meinem Sammelgebiet Einschreiben aus Niedersachsen habe ich weitere Fehllisten erstellt:

Fehlliste

Fehlliste – Amtskennzeichen (AKZ)

Fehlliste – fünfstellige Postleitzahl

Fehlliste – vierstellige Postleitzahl

Fehlliste – Zweisteller (zweistellige Numeratoren)

Ich freue mich sehr auf Ihre Nachricht!

Handschriftliche Einschreib-Vermerke (R-Provisorien) Bundesrepublik

Not macht erfinderisch!

In Auktionsangeboten wird von Notmaßnahmen geschrieben, wenn die übliche postalische Bearbeitung von der Norm abweicht.

Gemeint sind häufig Provisorien, beispielhaft: Stempel auf Blanko R-Zetteln, handschriftliche Veränderungen auf einem vorliegenden Zettel, Nachverwendung von Feldpost-Einschreibzetteln im anlaufenden Postbetrieb nach dem Krieg, Nachbarschaftshilfe zwischen zwei Postämtern bei Formularmangel oder Einschreibzettel als Portoersatz.

Wenn am Postschalter nicht die zu der Zeit typischen R-Zettel vorhanden waren, war persönliche Kreativität des Postangestellten angesagt:

  • R-Vermerke in Form von handschriftlichen Zeichnungen auf einem Beleg, überwiegend mit einem gezeichneten roten Rand.
  • R-Provisorien, der Einschreibvermerk wurde individuell hergestellt/gebastelt und auf einem Beleg angebracht.

In fünf Artikeln werden diese Besonderheiten mit Abbildungen vorgestellt:

R-Provisorien Bundesrepublik:

R-Brief von Hattorf Harz mach Hannover, Poststempel vom 11. Juli 1955. Roter Kasten mit händischem rotem R. Gezähntes Etikett mit doppeltem blauem Rand von einem Einmachglas? mit handschriftlichem Eintrag in blauer Farbe 20b Hattorf Harz No 2.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Hattorf am Harz lag 1955 im Landkreis Osterode. Dieser Landkreis ging durch Fusion zum 1. November 2016 im Landkreis Göttingen auf.

Eine zusätzliche Variante sind Einschreibstempel (R-Stempel), die in einigen Postämtern im heutigen Niedersachsen zum Einsatz gekommen sind. Bei Interesse lesen Sie mehr zu diesem Thema durch Klicken auf die folgenden Links:

Eine Bitte. Senden Sie mir gern Nachträge und weitere Informationen zu diesem Thema. Herzlichen Dank!

Handschriftliche Einschreib-Vermerke (R-Provisorien) Britische Zone

Not macht erfinderisch!

In Auktionsangeboten wird von Notmaßnahmen geschrieben, wenn die übliche postalische Bearbeitung von der Norm abweicht.

Gemeint sind häufig Provisorien, beispielhaft: Stempel auf Blanko R-Zetteln, handschriftliche Veränderungen auf einem vorliegenden Zettel, Nachverwendung von Feldpost-Einschreibzetteln im anlaufenden Postbetrieb nach dem Krieg, Nachbarschaftshilfe zwischen zwei Postämtern bei Formularmangel oder Einschreibzettel als Portoersatz.

Wenn am Postschalter nicht die zu der Zeit typischen R-Zettel vorhanden waren, war persönliche Kreativität des Postangestellten angesagt:

  • R-Vermerke in Form von handschriftlichen Zeichnungen auf einem Beleg, überwiegend mit einem gezeichneten roten Rand.
  • R-Provisorien, der Einschreibvermerk wurde individuell hergestellt/gebastelt und auf einem Beleg angebracht.

In fünf Artikeln werden diese Besonderheiten mit Abbildungen vorgestellt:

R-Provisorien Britische Zone:

R-Brief aus Cloppenburg nach Duisburg. Selbstgefertigter R-Zettel, roter Rahmen mit senkrechtem Strich hinter rotem geschwungenem R. Numerator und Ortsbezeichnung handschriftlich in schwarz ergänzt. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel vom 22. Februar 1946.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Cloppenburg ist Kreisstadt im nach ihr benannten Landkreis Cloppenburg.

R-Brief aus Coppenbrügge nach Glems. Selbstgefertigter R-Zettel, quadratischer perforierter Zettel, kein roter Rahmen, rotes geschwungenem R. Numerator handschriftlich in blau ergänzt. Ortsbezeichnung mit Stempel in Großbuchstaben in schwarz. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel nicht lesbar.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Coppenbrügge liegt bereits seit 1922 im Landkreis Hameln-Pyrmont.

R-Brief aus Groß Ilsede nach Magdeburg. Selbstgefertigter R-Zettel aus braunem Packpapier, kein roter Rahmen, rotes R. Numerator handschriftlich in schwarz ergänzt. Ortsbezeichnung mit Stempel in blauer Farbe. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel 13. März 1946.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Groß Ilsede, heute Teil der Gemeinde Ilsede, lag bereits 1946 im Landkreis Peine.

R-Brief aus Holle (Bz. Han) nach Hildesheim. Selbstgefertigter R-Zettel, roter Rahmen, rotes R. Numerator handschriftlich in schwarz ergänzt. Ortsbezeichnung mit Stempel in schwarzer Farbe. Schließenden Klammer hinter Han fehlt. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel 11. März 1946.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Ein weiterer Beleg aus Holle, etwa drei Wochen später. R-Brief aus Holle (Bz. Hannover) nach Leipzig. Selbstgefertigter R-Zettel, roter Rahmen, rotes R. Numerator handschriftlich in blau ergänzt. Ortsbezeichnung mit Stempel in blauer Farbe. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel 1. April 1946.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Holle gehörte 1946 zum Landkreis Hildesheim-Marienburg, der erst zum 1. November 1944 entstand. Seit 1. März 1974 hieß der Landkreis nach einer weiteren Kreisreform Landkreis Hildesheim.

R-Brief aus Peine nach Heiligenstadt. Selbstgefertigter R-Zettel aus braunem Packpapier, kein roter Rahmen, rotes R. Numerator handschriftlich in schwarz ergänzt. Ortsbezeichnung mit Stempel in blauer Farbe. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel nicht lesbar.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Peine ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

R-Brief aus Vöhrum im Fensterumschlag mit Ankunftsstempel Leipzig. Selbstgefertigter R-Zettel aus braunem Packpapier, kein roter Rahmen, geschwungenes rotes R. Numerator handschriftlich mit blauer Tinte ergänzt. Ortsbezeichnung mit Stempel in violetter Farbe. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel 26. März 1946.

R-Provisorium vom obigen Beleg

Vöhrum gehörte 1946 zum Landkreis Peine und seit der Gebietsreform vom 1. März 1974 als Ortsteil zur Kreisstadt Peine.

R-Brief aus Weener (Ems) nach (23) Leer. Selbstgefertigter R-Zettel, kein roter Rahmen, rotes R.,  Numerator handschriftlich in blau ergänzt. Ortsbezeichnung mit Stempel in blauer Farbe. Selbstgefertigter R-Zettel aufgeklebt auf Umschlag. Poststempel vom 29. Dezember 1945

Provisorischer R-Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Weener liegt im Landkreis Leer.

Eine zusätzliche Variante sind Einschreibstempel (R-Stempel), die in einigen Postämtern im heutigen Niedersachsen zum Einsatz gekommen sind. Bei Interesse lesen Sie mehr zu diesem Thema durch Klicken auf die folgenden Links:

Eine Bitte. Senden Sie mir gern Nachträge und weitere Informationen zu diesem Thema. Herzlichen Dank!

Handschriftliche Einschreib-Vermerke (R-Vermerke) Bundesrepublik

Not macht erfinderisch!

In Auktionsangeboten wird von Notmaßnahmen geschrieben, wenn die übliche postalische Bearbeitung von der Norm abweicht.

Gemeint sind häufig Provisorien, beispielhaft: Stempel auf Blanko R-Zetteln, handschriftliche Veränderungen auf einem vorliegenden Zettel, Nachverwendung von Feldpost-Einschreibzetteln im anlaufenden Postbetrieb nach dem Krieg, Nachbarschaftshilfe zwischen zwei Postämtern bei Formularmangel oder Einschreibzettel als Portoersatz.

Wenn am Postschalter nicht die zu der Zeit typischen R-Zettel vorhanden waren, war persönliche Kreativität des Postangestellten angesagt:

  • R-Vermerke in Form von handschriftlichen Zeichnungen auf einem Beleg, überwiegend mit einem gezeichneten roten Rand.
  • R-Provisorien, der Einschreibvermerk wurde individuell hergestellt/gebastelt und auf einem Beleg angebracht.

In fünf Artikeln werden diese Besonderheiten mit Abbildungen vorgestellt:

R-Vermerke Bundesrepublik:

R-Brief mit Rückschein aus 3101 Eldingen. Handschriftlicher R-Vermerk, schwarzes R und schwarz gemalter Kasten. Ortsbezeichnung mit Postleitzahl durch blauen Stempel, Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 1. Dezember 1985.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Eldingen liegt im Landkreis Celle.

R-Brief Hannover innerorts mit Rückschein. Poststempel 3000 Hannover 112 vom 22. November 1990, handschriftlich in schwarz „R“ und Numerator

R-Vermerk vom obigen Beleg

R-Brief Hemmingen 4 nach Hamburg. Poststempel 3005 Hemmingen, Han 4 vom 14. März 1988. Handschriftlicher roter Rahmen mit senkrechtem Strich hinter „R“ und Numerator

R-Vermerk vom obigen Beleg

Hemmingen lag früher im Landkreis Hannover, seit dem 1. November 2001 in der Region Hannover. Hinter Hemmingen 4 verbirgt sich der Stadtteil Arnum.

R-Brief aus Stade, innerorts. Handschriftlicher R-Vermerk, blaues R, blauer gemalter Kasten mit senkrechtem blauem Strich, einem R-Zettel nachempfunden. Keine Ortsbezeichnung, Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 29. Juni 1955. Mit 2 Pfennig Notopfer Berlin Steuermarke.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Eine zusätzliche Variante sind Einschreibstempel (R-Stempel), die in einigen Postämtern im heutigen Niedersachsen zum Einsatz gekommen sind. Bei Interesse lesen Sie mehr zu diesem Thema durch Klicken auf die folgenden Links:

Eine Bitte. Senden Sie mir gern Nachträge und weitere Informationen zu diesem Thema. Herzlichen Dank!

Handschriftliche Einschreib-Vermerke (R-Vermerke) Britische Zone

Not macht erfinderisch!

In Auktionsangeboten wird von Notmaßnahmen geschrieben, wenn die übliche postalische Bearbeitung von der Norm abweicht.

Gemeint sind häufig Provisorien, beispielhaft: Stempel auf Blanko R-Zetteln, handschriftliche Veränderungen auf einem vorliegenden Zettel, Nachverwendung von Feldpost-Einschreibzetteln im anlaufenden Postbetrieb nach dem Krieg, Nachbarschaftshilfe zwischen zwei Postämtern bei Formularmangel oder Einschreibzettel als Portoersatz.

Wenn am Postschalter nicht die zu der Zeit typischen R-Zettel vorhanden waren, war persönliche Kreativität des Postangestellten angesagt:

  • R-Vermerke in Form von handschriftlichen Zeichnungen auf einem Beleg, überwiegend mit einem gezeichneten roten Rand.
  • R-Provisorien, der Einschreibvermerk wurde individuell hergestellt/gebastelt und auf einem Beleg angebracht.

In fünf Artikeln werden diese Besonderheiten mit Abbildungen vorgestellt:

R-Vermerke Britische Zone (letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2023):

R-Brief aus Bodenteich nach Oldenstadt, Kr. Ülzen. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, roter gemalter Kasten. Numerator und Ortsbezeichnung handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 3. Mai 1946. Frühere Schreibweise Ülzen, statt heute Uelzen.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Bodenteich (seit 1.10.1998 Bad Bodenteich) liegt im Landkreis Uelzen.

R-Brief aus Börger nach Lindenberg. Handschriftlicher R-Vermerk, blaues R, roter gemalter Kasten. Numerator und Ortsbezeichnung handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 7. Februar 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Ein Vergleichsbeleg aus Börger, dreizehn Tage später. R-Brief aus Börger nach Hannover. Handschriftlicher R-Vermerk, blaues R, roter gemalter Kasten. Numerator und Ortsbezeichnung handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 20. Februar 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Börger lag 1946 im Landkreis Aschendorf-Hümmling. Am 1. August 1977 ging der alte Landkreis in den Landkreis Emsland auf.

R-Brief aus Brome nach Kronberg. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, roter gemalter Kasten mit senkrechtem rotem Strich, einem R-Zettel nachempfunden. Ortsbezeichnung gestempelt, Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 9. März 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Brome liegt im Landkreis Gifhorn.

R-Brief aus Dorfmark nach Fallingbostel. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, roter gemalter Kasten, Ortsbezeichnung gestempelt, Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 25. Februar 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Dorfmark gehörte 1946 zum Landkreis Fallingbostel. Am 1. März 1974 wurde Dorfmark in die Kreisstadt Fallingbostel eingemeindet. Anfang August 1977 fusionierten die Landkreise Fallingbostel und Soltau zum Landkreis Soltau-Fallingbostel. Dieser Landkreis wurde zum 1. August 2011 in Landkreis Heidekreis umbenannt.

R-Brief aus Fallersleben nach Schönebeck. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, roter gemalter Kasten mit senkrechtem rotem Strich, einem R-Zettel nachempfunden. Ortsbezeichnung gestempelt, Numerator handschriftlich ergänzt. Postwerbestempel vom 18. Februar 1946, Fallersleben Schwefelbad Geburtsstadt Hoffmanns von Fallersleben.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Ein Vergleichsbeleg aus Fallersleben, neun Tage später. R-Brief aus Fallersleben nach Leipzig. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, roter gemalter Kasten ohne senkrechten roten Strich. Ortsbezeichnung gestempelt, Numerator handschriftlich ergänzt. Postwerbestempel vom 27. Februar 1946, Fallersleben Schwefelbad Geburtsstadt Hoffmanns von Fallersleben.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Fallersleben gehörte 1946 zum Landkreis Gifhorn. Am 1. Juli 1972 wurde die Stadt Fallersleben in die kreisfreie Stadt Wolfsburg eingegliedert.

R-Brief aus Gehlenberg nach Hannover. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, roter gemalter Kasten, Ortsbezeichnung und Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 24. April 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Gehlenberg gehörte 1946 zum Landkreis Aschendorf-Hümmling. Am 1. März 1974 wurde Gehlenberg zur Stadt Friesoythe eingemeindet und zum gleichen Termin Teil des Landkreises Cloppenburg.

R-Brief aus Groß Oesingen über Wittingen/Hann. nach Halle/Saale. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, roter gemalter Kasten, Ortsbezeichnung gestempelt und Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 29. April 1946. Eine Briefmarke ist leider abgefallen.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Groß Oesingen liegt im Landkreis Gifhorn.

R-Brief aus Himmelsthür über Hildesheim nach Osnabrück. Handschriftlicher R-Vermerk, blaues R, rot und blau gemalter Kasten, Ortsbezeichnung mit Stempel und Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 19. September 1945.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Himmelsthür liegt im Landkreis Hildesheim und ist seit Anfang März 1974 Teil der Kreisstadt.

R-Brief aus Iburg nach Bochum. Handschriftlicher R-Vermerk, schwarzes R, rot gemalter Kasten, Ortsbezeichnung mit Stempel und Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 19. Juni 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Iburg (seit 1968 Bad Iburg) lag bereit 1946 im Landkreis Osnabrück.

R-Brief aus Pyrmont II nach Hannover. Handschriftlicher R-Vermerk, Beleg auf der linken Seite abgeschnitten, vermutlich rotes R, rot gemalter Kasten, Ortsbezeichnung und Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 8. Juli 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Bad Pyrmont war bereits 1946 Teil des Landkreises Hameln-Pyrmont.

R- Brief aus Salzbergen, Poststempel 4. Juni 1946, Poststellen II Stempel 23 Bexten über Salzbergen, R-Zeichnung handschriftlich mit roten Vermerken: Rahmen, senkrechter Strich, „R“ und Numerator 059. Und einem blauem Stempel mit Ortsnamen Salzbergen. Der Vermerk ist einem Einschreibzettel nachempfunden.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Salzbergen gehörte 1946 zum Landkreis Lingen (seit 1. Ausgust 1977 Landkreis Emsland).

R-Brief aus Soltau (Han) 2 nach Hamburg-Volksdorf. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, rot gemalter Kasten, Ortsbezeichnung mit Stempel und Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 5. März 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Soltau war 1946 Kreisstadt im Landkreis Soltau. Anfang August 1977 fusionierten die Landkreise Fallingbostel und Soltau zum Landkreis Soltau-Fallingbostel. Dieser Landkreis wurde zum 1. August 2011 in Landkreis Heidekreis umbenannt.

Es folgen fünf Vergleichsbelege aus Wittingen aus dem kurzen Zeitraum zwischen dem 14. Februar und dem 8. Mai 1946:

R-Brief aus Wittingen nach Berlin. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, rot gemalter Kasten, Ortsbezeichnung Wittingen (Han) mit Stempel, Unterscheidungsbuchstabe a, Poststempel 14.2.1946

R-Vermerk vom obigen Beleg

R-Brief aus Wittingen nach Nordhausen. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, rot gemalter Kasten, ohne Ortsbezeichnung, Numerator handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 26. Februar 1946. Poststellen II Stempel Repke über Wittingen (Han).

R-Vermerk vom obigen Beleg

R-Brief aus Wittingen nach Berlin. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, rot gemalter Kasten, Ortsbezeichnung Wittingen Hannover mit Stempel, Numerator mit Unterscheidungsbuchstaben (UB) „a“ handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 19. März 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

R-Brief aus Wittingen nach Bamberg. Handschriftlicher R-Vermerk, blaues R, rot gemalter Kasten, Ortsbezeichnung Wittingen (Han) mit Stempel, Numerator in blau handschriftlich ergänzt. Poststempel vom 23. April 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

R-Brief aus Wittingen nach Leipzig. Handschriftlicher R-Vermerk, blaues R, blau gemalter Kasten, Ortsbezeichnung Wittingen (Hannover) mit Stempel, Numerator handschriftlich mit Unterscheidungsbuchstaben (UB) „a“ ergänzt. Poststempel vom 24. April 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

R-Brief aus Wittingen nach Rendsburg. Handschriftlicher Einschreibvermerk, ohne R, rot gemalter Kasten, Ortsbezeichnung Wittingen (Hannover) mit Stempel, Numerator handschriftlich mit Unterscheidungsbuchstaben (UB) „c“ ergänzt. Poststempel vom 8. Mai 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Wittingen und Repke gehören seit 1932 zum Landkreis Gifhorn.

R-Brief aus Wolfsburg nach Bitterfeld. Handschriftlicher R-Vermerk, rotes R, rot gemalter angedeuteter Kasten, Ortsbezeichnung 20 Wolfsburg mit Stempel, Numerator handschriftlich ergänzt. Not-Stempel Wolfsburg und Datumsstempel vom 18. März 1946.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Wolfsburg trägt seinen Namen erst seit Mai 1945. Zum damaligen Zeitpunkt gehörte die Stadt zum Landkreis Gifhorn, seit 1951 ist Wolfsburg eine kreisfreie Stadt. Mehr Information zur Vorgeschichte von Wolfsburg finden Sie in diesem Artikel.

Die britische Besatzungszone gab es nach Kriegsende im Mai 1945 bis September 1949.

Die hier vorgestellten Belege stammen aus dem Zeitraum September 1945 bis Juli 1946 mit einem Schwerpunkt im 1. Quartal 1946.

Eine zusätzliche Variante für Hilfsmaßnahmen sind nicht genormte Einschreibstempel (R-Stempel), die in einigen Postämtern im heutigen Niedersachsen zum Einsatz gekommen sind. Bei Interesse lesen Sie mehr zu diesem Thema durch Klicken auf die folgenden Links:

Eine Bitte. Senden Sie mir gern Nachträge und weitere Informationen zu diesem Thema. Herzlichen Dank!

Handschriftliche Einschreib-Vermerke (R-Vermerke) Deutsches Reich

Not macht erfinderisch!

In Auktionsangeboten wird von Notmaßnahmen geschrieben, wenn die übliche postalische Bearbeitung von der Norm abweicht.

Gemeint sind häufig Provisorien, beispielhaft: Stempel auf Blanko R-Zetteln, handschriftliche Veränderungen auf einem vorliegenden Zettel, Nachverwendung von Feldpost-Einschreibzetteln im anlaufenden Postbetrieb nach dem Krieg, Nachbarschaftshilfe zwischen zwei Postämtern bei Formularmangel oder Einschreibzettel als Portoersatz.

Wenn am Postschalter nicht die zu der Zeit typischen R-Zettel vorhanden waren, war persönliche Kreativität des Postangestellten angesagt:

  • R-Vermerke in Form von handschriftlichen Zeichnungen auf einem Beleg, überwiegend mit einem gezeichneten roten Rand.
  • R-Provisorien, der Einschreibvermerk wurde individuell hergestellt/gebastelt und auf einem Beleg angebracht.

In fünf Artikeln werden diese Besonderheiten mit Abbildungen vorgestellt:

R-Vermerke Deutsches Reich:

R-Brief aus Hannover an eine Schuhfabrik in Rosswein. Handschriftlicher R-Vermerk, großes geschwungenes R, roter gemalter Kasten. Bahnpoststempel vom 5. November 1924. Bahnpoststempel Hannover – Leipzig, Zug 137

R-Vermerk vom obigen Beleg

R-Brief aus Osnabrück nach Wilhelmshaven. Handschriftlicher R-Vermerk, großes geschwungenes R, roter windschiefer gemalter Kasten. Poststempel vom 21. Oktober 1944. Empfänger nicht angetroffen, Stempel „Benachrichtigt“ oben links auf dem Beleg. Handschriftlicher Benachrichtungsvermerk auf der Rückseite.

R-Vermerk vom obigen Beleg

Eine zusätzliche Variante sind Einschreibstempel (R-Stempel), die in einigen Postämtern im heutigen Niedersachsen zum Einsatz gekommen sind. Bei Interesse lesen Sie mehr zu diesem Thema durch Klicken auf die folgenden Links:

Eine Bitte. Senden Sie mir gern Nachträge und weitere Informationen zu diesem Thema. Herzlichen Dank!

Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Braunschweig

Auffällig bei diesem Selbstbucher R-Zettel ist die zeitweise fehlende Ortsangabe. Die Postleitzahlen lassen erahnen, an welchem Ort diese Anstalt angesiedelt war.

Die Forschungsanstalt wurde zum 1. November 1947 durch den Wirtschaftsrat der Bizone im Agrarland Niedersachsen gegründet. Ziel der Anstalt war die für den Wiederaufbau der deutschen Landwirtschaft vordringlichen Forschungsinstitute in einem wissenschaftlichen Zentrum zusammenzufassen.

Zu diesen gehörten die Institute für:

  • Biochemie des Bodens
  • Humuswirtschaft
  • Bodenbearbeitung
  • Grünlandwirtschaft und Futterbau
  • Pflanzenbau und Saatguterzeugung
  • Tierernährung
  • Konstitutionsforschung
  • Landtechnische Grundlagenforschung
  • Schlepperforschung
  • Landmaschinenforschung
  • Landwirtschaftliche Marktforschung
  • Angewandte Betriebswirtschaft

Standort war das Gelände der 1938 gegründeten Luftfahrtforschungsanstalt in Braunschweig, Bundesallee 50.

Blanko R-Zettel mit Poststellen II Stempel 20b Forschungsanstalt für Landwirtschaft Braunschweig

R-Zettel Typ 7242, auf dünnem durchsichtigen Pergaminpapier mit Postleitgebietszahl (PLGZ) 20b im Kreis und Braunschweig Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Ausgabe für die britische Besatzungszone

R-Zettel Amtskennzeichen (AKZ), Braunschweig Forschungsanstalt für Landwirtschaft, 16 A, ca. 1964

1965 wurde ein dreizeiliger R-Zettel verwendet: 3301 Forschungs- / anstalt für / Landwirtschaft.

Belegvorderseite vom 24. Oktober 1967, Poststempel und R-Zettel 3301 Forschungsanstalt für Landwirtschaft, nach Hannover

R-Zettel vom obigen Beleg

Belege mit diesem R-Zettel Typ sind auch aus 1968 bekannt.

Ca. 1971 wurde ein ähnlicher R-Zettel mit fettem Numerator eingesetzt:

Vom 5. Mai 1949 bis 15. März 1952 war vor Ort eine Poststelle II eingerichtet. Ab dem 16. März 1952 bis zum 31. Dezember 1971 folgte eine Aufwertung zur Poststelle I.

Zeitlich überlappend, vermutlich ab dem 15. November 1971, gab es eine wesentliche Änderung. Ein fahrbarer Postschalter (mAst = mobile Annahmestelle) hielt werktags von 14.55 Uhr bis 15.25 Uhr vor der Tür an der Bundesallee 50 und hat die Selbstbucher-Poststelle abgelöst. Dieser Postkurs 402 führte den Tagesstempel 3300 Braunschweig 1 mit den Unterscheidungsbuchstaben „bo“ und verwendete einen R-Zettel 3300 Braunschweig 1 und Unterscheidungsbuchstabe „f“.

Der Kurs startete um 11.00 Uhr in Braunschweig Mastbruch, über Tostmannplatz, zur Lagesbütteler Straße in Harxbüttel, weiter zur Neuen Reihe 8 in Neubrück, über die Bundesallee 50 und beendete um 17.00 Uhr den Kurs in der Siedlung Kanzlerfeld, Paracelsiusstr. 68.

Durch den Einsatz dieses fahrbaren Postschalters mit festen, verlässlich Zeiten, konnte die Postversorgung an diesen Stellen sichergestellt werden.

Das Einsatzende dieses fahrbaren Postschalters ist mir leider nicht bekannt.

Der Eingangsbereich der Forschungsanstalt, ca. 1950

Der ehemalige Eingangsbereich der Forschungsanstalt, 2023

Ein Gesamtblick auf das große Grundstück

(Punkte zum obigen Übersichtsplan: 1 Haupteingang, 2 Hauptverwaltung, 3 Landwirtschaftliche Administration, 4 Marktforschung, Betriebswirtschaft, Zentralbücherei, 5 Werkstätten, 6 Bodenbearbeitung Bildstelle, 7 Schlepperforschung, 8 Gästehaus, 8a Kantine, 9 Grünlandwirtschaft Humuswirtschaft, 10 Chemische Untersuchungslaboratorium, 11 Tierernährung, 12 Landtechnische Grundlagenforschung, 13 Biochemie des Bodens, 14 Pflanzenbau und Saatguterzeugung, 15 und 16 Versuchsfelder, 17 Landwirtschaftsbetrieb, 18 Nordausgang)

Die Poststelle war vermutlich bei 2 Hauptverwaltung untergebracht.

Als Einrichtung des Landes Niedersachsen gegründet, wurde es ab 1977 eine Bundesforschungsanstalt mit verschiedenen Einrichtungen, überwiegend in Braunschweig-Völkenrode, Bundesallee 50.

2008 erfolgte durch eine neue Aufteilung der bisherigen Institute auf andere Forschungseinrichtungen die Auflösung der bisherigen Organisation.

Quelle:

  • Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Braunschweig Völkenrode, Eigendarstellung 1950
  • Deutsche Briefmarken-Revue, Nr. 9, September 1997 und Nr. 10, Oktober 1997, Hans Paikert
  • Foto vom Autor, Juli 2023

Offene Fragen:

  • Wann wurde der Kurs 402 eingestellt?

Moore in Niedersachsen

Niedersachsen ist mit einem Mooranteil von 14 Prozent der Landesfläche (und über 38 % der deutschen Moorflächen) Moorland Nummer eins in Deutschland.

Übersichtskarte der Niedersächsischen Moore (braun: Hochmoor und grün: Niedermoor)

Die Moore stehen aktuell wieder im Fokus der Umweltdebatte. Viele Moore wurden in der Vergangenheit für eine landwirtschaftliche Nutzung entwässert. Weil die entwässerten Moore extreme Mengen an Treibhausgasen freisetzen, sollen sie in den nächsten Jahren aber wieder vernässt werden, um vereinbarte Klimaziele zu erreichen.

Viele Fragen sind dabei aber noch ungeklärt. Die Herausforderungen der geplante Wiedervernässungen sind zu vergleichen mit den Anstrengungen beim Kohleausstieg. Davon sind nicht nur landwirtschaftliche Flächen betroffen. Ehemalige Moore sind auch bebaut. In Niedersachsen werden Moore zu 70 Prozent landwirtschaftlich genutzt, überwiegend als Grünland.

12 Prozent der niedersächsischen Hochmoorfläche wird derzeit für die industrielle Torfgewinnung genutzt. Auf diesen Flächen findet bereits seit langem nach der Torfgewinnung eine Wiedervernässung statt. Torf ist der Hauptbestandteil von Blumenerden und Kultursubstraten für den Gartenbau.

Der Weg von der Natur zur Postgeschichte geht über die Frage: Welche Orte führen die Silbe „Moor“ in ihrem Namen?

Für eine regionale Übersicht bietet sich eine Vorgehensweise nach Landkreisen bzw. kreisfreien Städten an. Nicht in jedem „Moor“-Ort gab es ein Postamt oder eine Poststelle I oder II.

Die ergänzten vierstelligen Postleitzahlen sollen bei der Orientierung helfen.

Gelegentlich hilft ein Poststellen-II-Stempel (wegen der besseren Lesbarkeit im Artikel: PIIS) in der Dokumentation aus. Poststellen II waren nicht mit eigenen R-Zettel ausgestattet. Sie waren in kleineren Ortschaften gelegentlich in Gasthäusern oder bei anderen Gewerbetreibenden im Nebenerwerb untergebracht. Der Unterschied zwischen Poststellen II Stempeln und Landpoststempeln wird in einem anderen Artikel erklärt.

Letzte Aktualisierung: 17. November 2025

Landkreis Ammerland:

  • Moorburg

Abbildung eines dreier Streifens 2911 Moorburg, später 2910 Westerstede 5

  • Lehmdermoor ist ein Ortsteil der Gemeinde Rastede und wird 1938 belegt über einen PIIS „Lehmdermoor über Oldenburg (Oldb.)“.

Landkreis Aurich:

  • Moordorf

Moordorf (Kr Aurich), später 2963 Südbrookmerland 1

  • Wiesmoor

(23) Wiesmoor über Wittmund, später 2964 Wiesmoor 1

  • Marcardsmoor

R-Brief Marcardsmoor (Ostfriesland) nach Weener an der Ems, 22. Juni 1920, Retourbrief

R-Zettel vom obigen Beleg, Marcardsmoor (Ostfriesland), später 2964 Wiesmoor 2

  • Moorhusen ist neben Moordorf (siehe oben) ein weiterer Ortsteil von Südbrookmerland, hier leider ohne Nachweis.
  • Westermoordorf, später 2981 Großheide 4, ist belegt mit einen PIIS „23 Westermoordorf über Norden“.

Landkreis Celle:

  • Großmoor

3101 Großmoor, später 3101 Adelheidsdorf

PIIS in unterschiedlichen Schreibweisen für diesen Ortes sind belegt: Großmoor Celle Land ca. 1932, 20 Groß-Moor über Celle 1946, 20a Groß-Moor über Celle ca. 1959

Landkreis Cuxhaven:

  • Hemmoor

24 Hemmoor (Oste), später 2170 Hemmoor 3

  • Das Dorf Langendammsmoor, später 2851 Stotel, nachfolgend 2854 Loxstedt 3, ist 1933 mit einem PIIS „Langendammsmoor über Wesermünde-Wulfdorf“ und 1946 mit einem PIIS „23 Langendammsmoor über Wesermünde“ belegt.
  • Das Dorf Moorausmoor, später 2171 Stinstedt 2, ist 1951 mit einem PIIS „24a Moorausmoor über Lahmstedt (Niederelbe) dokumentiert worden. Welch ein super Ortsname passend zu diesem Artikel!
  • Ein interessanter Beleg aus 24a Ahlen-Falkenberg über Otterndorf NE (Niederelbe). Leider kein Einschreiben, aber zweifach mit dem Wort Moor versehen:

Poststempel vom 9. Januar 1962 (24a) Otterndorf (Niederelbe), Poststellen II Stempel 24a Ahlen-Falkenberg über Otterndorf (NE)

Absender: Staatliche Mooradministration Ahlenfalkenberg, Post: 24a Wester-Wanna N.-E. und einem eigenen Rundstempel: Stattl. Mooradministration Ahlenfalkenberg und Abbildung einen Niedersachsenross. Das Postamt erhielt zu einem späteren Zeitpunkt eigene Einschreibzettel und firmierte unter 2179 Wanna 2.

Landkreis Diepholz:

  • Hohenmoor

Hohenmoor über Sulingen, später 2811 Asendorf bei Bruchhausen-Vilsen 4, Blanko R-Zettel mit Stempel, vierseitig gezähnt

  • Moordeich

2801 Moordeich, später 2805 Stuhr 8

Bei nachfolgen Moorbezeichnungen kann postalisch nichts belegt werden:

  • Moorhusen bei Scharringhausen, zu (2839) Kirchdorf gehörend
  • Zu St. Georg, einem Ortsteil von Lilienthal (später 2804), gehören u.a. die Ortsteile Kleinmoor und Moorhausen.
  • Lilienthal selbst verzeichnet u.a. die eigenen Ortsteile Moorhausen und Trupermoor.

Landkreis Emsland:

  • Sustrumermoor

Hinter 4471 Sustrum 1, verbirgt sich der Ortsteil Sustrumermoor, später 4474 Sustrum 1, R-Zettel mit zweistelligem Numerator (Zweisteller)

PIIS von „23 Sustrumer Moor über Lathen (Ems)“ sind aus den Jahren 1956 bis 1962 bekannt. Außerdem kam der Stempel „4471 Sustrumer Moor“ 1962 zum Einsatz.

  • Niederlangen gehört zu der gleichen Samtgemeinde Lathen wie Sustrum (später 4471) mit dem Niederlangener Moor:

Poststellen II Stempel 23 Niederlanger Moor über Lathen (Ems)

  • Börgermoor

(23) Börgermoor über Papenburg (Ems) 1, später 2991 Surwold 2

  • Walchumer Moor

„23 Walchumer Moor über Lathen (Ems)“ lautet ca. von 1955 bis 1958 die Inschrift des PIIS. Darauf folgte der Stempel 4471 Walchumer Moor, ca. 1962. (Walchum hatte nach der Einführung der Postleitzahlen unterschiedliche Nummern, früher 4471, später 2999).

Landkreis Friesland:

  • Moorwarfen

Hinter 2942 Jever 2 verbirgt sich der Stadtteil Moorwarfen Siedlung. Jever ist die Kreisstadt vom Landkreis Friesland

„23 Moorwarfen über Jever“ lautet 1955 die Bezeichnung eines PIIS.

Ebenfalls im Landkreis Friesland liegt die Stadt Varel, die in 21 Stadtteile aufgeteilt ist, u.a. Dangastermoor, Moorhausen, Jethausermoor und Logemoor.

„Moorhausen über Jever“ lautet 1939 die Bezeichnung eines PIIS.

Moorhusen, zu (später 2948) Schortens gehörend, kann postalisch nicht nachgewiesen werden.

Landkreis Gifhorn:

  • Hahnenhorn, ein Ortsteil der Gemeinde Müden (Aller), hieß bis 1933 Hahnenmoor. Durch die Umbenennung sollten Verwechselungen mit dem Hahnenmoor in der Gemeinde Menslage im Landkreis Osnabrück vermieden werden. Hahnenhorn gehörte bis 1954 zur Gemeinde Hohne. Seit 1974 ist der Landkreis Gifhorn zuständig.

Landkreis Harburg:

  • Königsmoor

2111 Königsmoor, später 2117 Königsmoor, zugehörig zur Samtgemeinde Tostedt

Von Königsmoor sind die PSST „24a Königsmoor über Buchholz (Kr Harburg)“ aus dem Jahr 1961 und „2111 Königsmoor“ bekannt.

  • In der Gemeinde Seevetal im Landkreis Harburg gibt es den Ort Groß-Moor und das Gehöft Friesenwerdermoor. „Friesenwerdermoor Harburg-Wilhelmsburg 1 Land“ lautet 1932 die Bezeichnung eines PIIS.

Heidekreis:

  • Wintermoor

3041 Wintermoor an der Chaussee, später 3043 Schneverdingen 4, R-Zettel mit zweistelligem Numerator (Zweisteller)

Einen ausführlichen Artikel über Wintermoor-Krankenhaus finden Sie hier.

R-Brief Soltau 1 Land, Poststellen II Stempel 3041 Wintermoor-Geversdorf, Brief nach Hamburg, Poststempel vom 2. Dezember 1963

Poststellen II Stempel vom obigen Beleg

R-Zettel vom obigen Beleg, Amtskennzeichen (AKZ) 12 M, fetter Schrifttyp mit Zusatz Land

Landkreis Leer:

  • Nortmoor

Nortmoor (Ostfriesl), Amtskennzeichen (AKZ) 9 L, später 2951 Nortmoor, zugehörig zur Samtgemeinde Jümme

  • Moormerland

2956 Moormerland 1

Der Name Moormerland ist ein geschichtlicher Name für eine größere Einheitsgemeinde. Hinter Moormerland 1 verbirgt sich Warsingsfehn.

  • Neermoor

Neermoor (Ostfriesland), später 2956 Moormerland 2, R-Zettel vierseitig gezähnt

  • Klostermoor

2951 Klostermoor, später 2953 Rhauderfehn 4, R-Zettel mit zweistelligem Numerator (Zweisteller)

  • Backemoor

2951 Backemoor, später 2953 Rhauderfehn 6, R-Zettel mit zweistelligem Numerator (Zweisteller)

  • Stapelmoor

2951 Stapelmoor, später 2952 Weener 3

Ein PIIS von 23 Stapelmoor über Leer (Ostfriesl) aus dem Jahr 1961 ist belegt.

  • Stapelmoorerheide

2951 Stapelmoorerheide, später 2952 Weener 6 (?)

  • Weenermoor

2951 Weenermoor, ein Ortsteil von Weener. Für diesen Ort liegt aus dem Jahr 1948 ein PIIS „23 Weenermoor üb. Leer/Ostfr.“ vor.

  • Breenermoor und Moorhusen gehören u.a. zu den Ortsteilen von (2957) Westoverledingen.

Landkreis Oldenburg:

Schönemoor gehört zu einer der 25 Bauerschaften von Ganderkesee. Und Altmoorhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Hude. Beide Orte sind leider bisher ohne „Postspuren“.

Landkreis Osnabrück:

  • Hahnenmoor

4571 Hahnenmoor, später 4575 Menslage 2, R-Zettel mit zweistelligem Numerator (Zweisteller)

  • In der Nähe von Venne (4501, später 4512 Ostercappeln 2) liegt das Vennermoor, 1950 belegt durch „23 Vennermoor über Bohmte“ mit einem PIIS.

Landkreis Osterholz:

  • Teufelsmoor

Hinter 2860 Osterholz-Scharmbeck 11 verbirgt sich der Ortsteil Teufelsmoor. Osterholz-Scharmbeck ist die Kreisstadt vom Landkreis Osterholz. R-Zettel mit zweistelligem Numerator (Zweisteller)

  • Trupermoor

Hinter 2804 Lilienthal bei Bremen 4 verbirgt sich der Ortsteil Trupermoor

  • Moorende, 1932 wird in dem Ort ein PIIS „Moorende Lilienthal (Bz. Bremen) Land“ benutzt. Moorende ist ein Ortsteil der Gemeinde Lilienthal.

Landkreis Stade:

  • Dösemoor

Dösemoor gehört zur Gemeinde Wischhafen. Ein PIIS beschreibt 1954 „24a Dösemoor über Stade“.

  • Drochtersermoor

Hinter 2168 Drochtersen 8 verbirgt sich der Ortsteil Drochtersermoor

  • Wolfsbruchermoor

Wolfsbruchermoor gehört zur Gemeinde Wischhafen. Ein PIIS beschreibt 1935 „Wolfsbruchermoor über Stade“.

  • Bützflethermoor und Umgebung

Das Straßendorf Bützflethermoorf ist ein Teil der Stadt Stade. Der Ortsname Bützflethermoor ist eine topographische Lagebezeichnung.

Die benachbarten bewohnten Moorgemeinden liegen alle östlich des ehemals großen Kehdinger Moores an der K 27 (Moorstraße): Stadermoor, Götzdorfermoor, Bützflethermoor, Asselermoor, Ritschermoor, Gauensiekermoor, Drochtersenermoor, Aschhornermoor und Dornbuschermoor.

Herr Peter Griese bildet in seinem Buch „Poststellen-Stempel“ auf Seite 262 einen Poststellen II Stempel von Ritschermoor ab:

24 Ritschermoor über Stade, ca. 1949

Ein PIIS von „Ritschermoor über Stade“ aus dem Jahr 1934 ist belegt.

  • Für Hamelwördenermoor, später 2161 Wischhafen, ist zwei PIIS aus den Jahren 1937 und 1941 mit Zusatz „über Stade“ belegt.
  • Moorende ist ein Ortsteil der Gemeinde Jork, später 2155, im Alten Land, Westmoorende, „Westmoorende über Buxtehude“ und „Westmoorende Buxtehude-Land“ beide im Jahre 1933 und „24a Westmoorende über Buxtehude“ 1952 sind als PIIS belegt.
  • Ostmoor ist Teil der Gemarkung von Buxtehude. Ein PIIS von 1939 belegt die Poststelle im Ort, „Ostmoor über Buxtehude“, später 2150.

Landkreis Vechta:

  • Campemoor, ein Ortsteil der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden, ist bisher posttalisch noch nicht in Erscheinnung getreten (268 Einwohnern im Jahr 2024).

Der NDR meldete am 30.Oktober 2024: Das Unternehmen „Gramoflor“ aus Vechta darf für 25 Jahre Torf im Campemoor in Neuenkirchen-Vörden abbauen.

Landkreis Verden:

  • Verdener-Moor

Poststellen II Stempel 23 Verdener-Moor über Verden (Aller), ca. 1946

Landkreis Wesermarsch:

  • Norder Frieschenmoor

R-Brief aus Norder-Frieschenmoor II über Brake (Oldenburg) nach Leipzig, Poststempel 7. Januar 1935. Wie bei den kleinen Poststellen üblich, wurde der Einschreibevermerk, ein R-Zettel, beim übergeordneten Postamt in Brake angebracht

R-Zettel Brake (Oldenburg) Land vom obigen Beleg

Poststellen II Stempel „Norder-Frieschenmoor II über Brake (Oldenburg)“ vom obigen Beleg

Bekannt sind die Stempel Varianten „Norder-Frieschenmoor I über Brake (Oldenburg)“ und „2881 Norder Frieschenmoor“.

  • Zu Nordenham zählen 35 Ortsteile, u.a. Moorseersand. Mit dem Namen „23 Moorsee über Nordenham“ wurde 1961 ein PIIS genutzt.
  • Rönnelmoor ist eine Bauerschaft der Gemeinde Jade. Ein PIIS beschreibt 1934 „Rönnelmoor über Brake (Oldenburg)“.
  • In der neugegründeten Gemeinde Stadtland gibt es u.a. die Ortsteile Schwei und Seefeld. Zu Schwei gehört Kötermoor, belegt mit einem PIIS „23 Kötermoor über Brake (Unterweser)“ aus dem Jahr 1948. Zu Seefeld gehört der Teil Seefeldermoor.
  • Ohne Beleg bleibt Moorriem (ehem. Moorhausen) als eine Moormarschsiedlung, die jetzt zur Stadt Elsfleth gehört.

Landkreis Wittmund:

  • Moorweg

1972 wurde die Gemeinde als Teil der Samtgemeinde Esens gegründet. Leider kann ich bisher hier keinen postalischen Beleg zeigen.

Region Hannover/Landkreis Schaumburg:

  • Niengraben, Idensermoor-Post Niengraben

Kopie eines gesuchten R-Zettels mit zweistelligem Numerator=Zweisteller aus dem Ort 3051 Niengraben, Idensermoor-Post Neingraben

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Idensen und Idensermoor-Niengraben in die Stadt Wunstorf (Region Hannover) eingegliedert und bilden seitdem eine Ortschaft. Bis zu diesem Wechsel gehörte der Ort zum Landkreis Schaumburg. 

Damit sich die geneigten Leserinnen und Leser (und der Verfasser) nicht im Moor verlaufen folgt eine alphabetische Auflistung aller im Artikel erwähnten Orte. Hinter dem Ort ergänzte Abkürzungen verweisen auf bekannte R-Zettel (RZ) und Poststellen II Stempel (PIIS):

  • Altmoorhusen
  • Aschhornermoor
  • Asselermoor
  • Backemoor (RZ)
  • Börgermoor (RZ)
  • Breenermoor
  • Bützflethermoor
  • Campemoor
  • Dangastermoor
  • Dösemoor (PIIS)
  • Dornbuschermoor
  • Drochtersermoor
  • Friesenwerdermoor (PIIS)
  • Gauensiekermoor
  • Götzdorfermoor
  • Großmoor (RZ + PIIS)
  • Groß-Moor.
  • Hahnenmoor (RZ), mehrfach genannt
  • Hamelwördenermoor (PIIS)
  • Hemmoor (RZ)
  • Hohenmoor (RZ)
  • Idensermoor (RZ-gesucht)
  • Jethausermoor
  • Kleinmoor
  • Klostermoor (RZ)
  • Königsmoor (RZ + PIIS)
  • Kötermoor (PIIS)
  • Langendammsmoor (PIIS)
  • Lehmdermoor (PIIS)
  • Logemoor
  • Marcardsmoor (RZ)
  • Moorausmoor (PIIS)
  • Moorburg (RZ)
  • Moordeich (RZ)
  • Moordorf (RZ)
  • Moorende (PIIS)
  • Moorhausen, mehrfach genannt (PIIS)
  • Moorhusen, mehrfach genannt
  • Moormerland (RZ)
  • Moorriem (ehem. Moorhausen)
  • Moorsee (PIIS).
  • Moorwarfen
  • Moorweg
  • Neermoor (RZ)
  • Niederlanger Moor (PIIS)
  • Norder Frieschenmoor (PIIS)
  • Norder-Frieschenmoor I (PIIS)
  • Norder Frieschenmoor II (PIIS)
  • Ritschermoor (PIIS)
  • Nortmoor (RZ)
  • Ostmoor (PIIS)
  • Rönnelmoor (PIIS)
  • Schönemoor
  • Seefeldermoor
  • Stadermoor
  • Stapelmoor (RZ)
  • Stapelmoorerheide (RZ)
  • Teufelsmoor
  • Trupermoor
  • Sustrumermoor (PIIS)
  • Vennermoor (PIIS)
  • Verdener-Moor (PIIS)
  • Walchumer Moor (PIIS)
  • Weenermoor (RZ)
  • Westermoordorf
  • Westmoorende (PIIS)
  • Wintermoor an der Chaussee (RZ)
  • Wintermoor-Geversdorf (PIIS)
  • Wiesmoor (RZ)
  • Wolfsbruchermoor (PIIS)

Ohne postgeschichtlichen „Moor“-Hinweise sind bisher die:

  • Landkreise: Cloppenburg, Goslar, Göttingen, Grafschaft Bentheim, Hameln-Pyrmont, Helmstedt, Hildesheim, Holzminden, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Nienburg, Northeim, Peine, Rotenburg, Uelzen, Vechta, Wolfenbüttel und
  • die kreisfreien Städte: Braunschweig, Delmenhorst, Emden, Salzgitter und Wilhelmshaven.

Sie sind herzlich aufgerufen fehlende Post-Orte nachzumelden, gern über diesen Kontakt. Vielen Dank!

In verschiedenen Stempeln wurde das Thema Moor aufgegriffen. Moor nicht als Bezeichnung für einen Ort, sonders als einen Hinweis auf Heilbäder, Anwendungen oder Reiseziele.

  • Kreissegmentstempel 23 Aschhausen über Oldenburg (Oldb), Moor-Heilbad Bad Zwischenahn mit Motiv drei Schilfkolben vor Horizont, Verwendung ca. 1959
  • Bad Grund – Das Moorbad des Harzes, in einem Sonderstempel, ca. 1961
  • Bad Pyrmont – Kohlensäure, Stahl-, Sol- und Moorbäder, ca. 1930
  • Bad Zwischenahn – Moorheilbad, Absenderfreistempel der Gemeinde, ca. 1978
  • Lüneburg – Sol- und Moorbad, Bildpostkarte „Lernt Deutschland kennen“, 10 Pfennig Heuß
  • Zeven – Die Stadt am Walde in einer reizvollen Geest- und Moorlandschaft zwischen Bremen und Hamburg, Bildpostkarte 1990, Deutsche Bundespost 60 Pfennig Bavaria

Die Post stellte am 28. August 1997 in der Serie Bilder aus Deutschland die Norddeutsche Moorlandschaft vor:

Kleinbogen der Michel Nr. 1945, Wert 110 Pfennig

Es gibt eine große Anzahl von Mooren in Niedersachsen. Diese Naturschutzgebiete sind einen Besuch wert. Wer mehr Information zum Thema Moor, zur Geschichte, Umwelt, Natur und Zukunft haben möchte, dem wird u.a. ein Besuch im Emsland Moormuseum in Geeste empfohlen.

Quellen:

  • NDR 1 Niedersachsen, Aktuell, 28.03.2022
  • NABU-Naturschutzbund Deutschland, https://niedersachsen.nabu.de/natur-und-landschaft/moor/index.html, abgerufen am 8.9.2022
  • Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Hannover, Übersichtskarte
  • Die Torfindustrie in Niedersachsen, Heinrich Schneekloth, 1983
  • Der Weg der weißen Klappbrücken, Bernd F. Meier, Hamburger Abendblatt, 12.10.2019
  • Kleine Fläche, große Wirkung, Christoph von Eichhorn, Süddeutsche Zeitung 12.11.2019
  • Moore, Interview mit Franziska Tanneberger, von Vera Schroeder, Süddeutsche Zeitung 6.11.2021
  • Poststellen-Stempel 1928-1988, Neue Schriftreihe der Poststempelgilde, Band 175, Peter Griese

Offene Frage:

Die Stadt Moringen im Landkreis Northeim könnte etwas mit dem Thema Moor zu tun haben, auch wenn ein „o“ fehlt. In der Stadt ist an vielen Stellen der Untergrund sehr feucht und einige Gebäude, z.B. die Kirche stehen auf Holzpfählen. Möglicherweise könnte man davon ausgehen, dass da eine gewisse Beziehung besteht, oder? Wer etwas dazu beitragen kann, schreibt mir bitte.

Herzlichen Dank!

Wahn, ein ehemaliges Dorf im Emsland

Zwischen Lathen und Sögel im Landkreis Emsland erinnert ein Heimatstein an das Dorf Wahn.

Wahn im Emsland, nicht zu verwechseln mit: Wahn (Rheinland) Schießplatz oder dem Flughafen Köln-Bonn, der früher Köln-Wahn hieß.

Gemeint ist Wahn im Naturpark Hümmling, im ehemaligen Landkreis Aschendorf-Hümmling.

Was ist das Besondere an Wahn? Warum gibt es den Ort heute nicht mehr? Wann wurde das Dorf abgerissen? Warum wurden die Menschen aus Wahn ausgesiedelt?

Wahn ca. 1940

Ein Blick zurück:

Seit dem 5. September 1877 ließen der Rüstungsbetrieb Krupp und seine wechselnden politischen Auftraggeber in der Nähe des Dorfes Wahn im Emsland scharf schießen. Besucher waren um die Jahrhundertwende Kaiser Wilhelm II. und eine Delegation aus China. Die Schießversuche waren zunächst auf 10 km, später auf 24 km begrenzt. Die wachsende Reichweite der Kruppschen Kanonen, die dort erprobt worden sind, brachten die Menschen von Wahn zunehmend in Bedrängnis. 1917 gab es einen ersten Enteignungsantrag der Krupp AG beim Königlichen Staatsministerium. Die Verhandlungen über die Durchführung der Enteignungsmaßnahmen standen kurz vor dem Abschluss. Durch den verlorenen 1. Weltkrieg wurden alle Planungen 1918 eingestellt.

Ab 1932/1933 wurden die Planungen zum „Schießplatz Meppen“ erneut aufgenommen.

Ab 1937 musste Wahn dann endgültig weichen, weil das Deutsche Reich Vorbereitungen für den 2. Weltkrieg begonnen hatte.

Ems-Zeitung 19. April 1941

Auszüge aus der obigen Anzeige: „Der Oberpräsident der Provinz Hannover, Hannover, den 18. März 1941. Entscheidung über die Auflösung der Gemeinde Wahn und die Eingliederung des Gebietes derselben in die Gemeinden Sögel, Lathen und Renkenberge, sowie Umgliederung von Flächen aus der Gemeinde Werpeloh in die Gemeinde Sögel

Die Gemeinde Wahn im Kreis Aschendorf-Hümmling wird mit dem 1. April 1941 aufgelöst.

Das Ortsrecht dieser Gemeinde wird mit dem gleichen Zeitpunkt aufgehoben. Die Amtszeit der ehrenamtlichen Amtsträger von Wahn endet mit dem 1. April 1941.“

Ems-Zeitung 17. Juli 1942

Text der obigen Anzeige: „Achtung! Abbruch in Wahn! Bis zum 31.7.1942 müssen in der früheren Ortschaft Wahn die Abbruchsarbeiten abgeschlossen und die Materialien abgefahren sein. Nach dem 31.7.1942 ist das Betreten des Geländes verboten. Die bis zum obigen Termin nicht abgebrochenen Gebäude bezw. nicht abgefahrenen Materialien dürfen dann nicht mehr entfernt werden. Eine Erstattung des Kaufpreises findet nicht statt. Reichsumsiedlungs-Gesellschaft mbH., Berlin. Bauleitung Sögel.“

Der Ort Wahn war über 1000 Jahre alt. Etwa 186 Wahner Familien und insgesamt 1000 Menschen verloren ihre Heimat.

Der ehemals kleine Ort war kein direktes Opfer des 2. Weltkrieges. Schon im Vorfeld wurden die Menschen für die Erprobung von Waffen aus ihrer Heimat vertrieben.

Der alte Ortseingang von Wahn liegt an der Landesstraße L 53 zwischen Lathen und Sögel.

Das Gelände des alten Dorfes ist heute zu besichtigen. Das Kopfsteinpflaster der alten Dorfstraße ist neben Spuren von Bundeswehrfahrzeugen gut zu erkennen,

Die Menschen von Wahn waren durch das Überschießen des Ortes ständig bedroht. Durch Drohungen mit Haft und durch verlockende Angebote der Reichsumsiedlungsgesellschaft (RUGES) wurde der Widerstand gegen die Umsiedlung gebrochen. Auf über 50 verschiedenen Orte, vom westfälischen Münsterland bis nach Mecklenburg, wurde die Dorfgemeinschaft zersiedelt.

Das Schicksal von Wahn wurde am 10. Juni 1936 bei einem Besuch des Schießplatzes durch die Herren Krupp und Hitler besiegelt.

Die Post in Wahn

Dieser Abschnitt ist dem Buch „Use Olde Waohn“, Autor Herrmann Röttgers aus Sögel, entnommen:

Wahn war für den Hümmling bis zum Jahr 1841 Mittelpunkt der Postbeförderung. Fürstbischof Bernhard von Galen, Münster, ordnete 1651 an, eine zweimal wöchentlich verkehrende Botenpost von Münster über Lingen, Haselünne, Wahn, Kluse, Aschendorf nach Ostfriesland einzurichten. In der Franzosenzeit (1807) wurde im Hause Grüter in Wahn eine Postspedition eingerichtet und dem Postamt Lingen unterstellt. Die Postspedition Wahn wurde später nach Lathen verlegt. Ab 1841 leitete man die Post von Meppen über Haselünne, Berßen, Sögel, Wahn, Kluse nach Aschendorf. Mit Inbetriebnahme der Eisenbahn Emden-Rheine im Jahre 1856 wurde eine Pferdepost eingerichtet, die von Lathen über Sögel nach Werlte führte, ohne den Ort Wahn zu berühren. Mit dem Bau einer festen Straße von Lathen nach Wahn im Jahre 1862 wurde der Ort wieder von der Post angefahren. Ab 1898 übernahm die Hümmlinger Kreisbahn den Transport der Postgüter.

Die Postagentur Wahn war zuletzt an der Hauptstraße im Hause des Kaufmanns und Gastwirts Bernh. Holtmann-Oldiges.

R-Brief von Wahn (Bz. Osnabrück) an die Fa. Bünting in Leer, Poststempel vom 22. August 1923, Portohöhe 2000,- Deutsche Reichsmark.

R-Zettel vom obigen Beleg, ganzseitig gezähnt und Zusatz No auf zwei Strichen

Hermann Winkler war ein Geschäftsmann in der alten Ortschaft Wahn. Er hatte eine Bäckerei und einen Gemischtwarenhandel. Die Umsiedlung erfolgte nach Sögel. Hermann Winkler hatte die Hofstelle 132.

Das der Brief an die Firma Bünting in Leer ohne Angaben von Straßenbezeichnung oder Postfach angekommen ist, ist keine Überraschung. Bünting ist ein (großes) Handelsunternehmen mit über 200 Jahren Firmengeschichte und bekannt für seinen Ostfriesentee.

Ein loser R-Zettel als Zeuge für ein verschwundenes Dorf, Wahn (Bz. Osnabrück)

Im Ortsverzeichnis des Reichspostzentralamtes vom Juli 1930 ist Wahn als reichsdeutscher Postort im Oberpostdirektionsbezirk Oldenburg gelistet.

Wie sieht es heute auf dem ehemaligen Gelände des Dorfes Wahn aus?

Die Grundmauern der Kirche sind zu sehen und ehemalige Hofstellen sind durch Schilder markiert. Informationstafeln beschreiben die Situation vor Ort.

Heute nutzt die Bundeswehr (WTD 91) den ehemaligen Kruppschen Schießplatz als Erprobungsgelände. Durch verfeinerte Messmethoden ist heute weniger Raum nötig. Der Ort hätte nach heutigen Erkenntnissen vermutlich stehen bleiben können.

Der Erinnerungsstein an Wahn, WAHN USE OLDE HEIMAT

Am 3. September 2018 lösten Schießübungen bei extremer Trockenheit einen Moorbrand auf dem Gelände der Bundeswehr aus. Der größtenteils unterirdische Brand verbrauchte eine Fläche von etwas mehr als 1000 Fußballfeldern. Erst am 10. Oktober 2018 wurde dieser Moorbrand gelöscht. Der Brandgeruch wurde auch im über 200 km entfernten Hamburg wahrgenommen.

Auslöser des Brandes waren Raketenschießtests der Bundeswehr. Die Rauchfahne des verheerenden Feuers war sogar aus dem All sichtbar. Eine Satellitenaufnahme aus 824 Kilometern Höhe. © Deutscher Wetterdienst

Das Luftbild lässt das Ausmaß des Moorbrandes erahnen. © Bundeswehr / WTD 91

Quellen:

  • Ems-Zeitung 19. April 1941 und 17. Juli 1942
  • Buch „Use Olde Waohn“, Emil Goldschmidt, Juni 1981
  • Deutsche Wochenschau 1939, Umsiedlung von Bauern im Emsland
  • NDR, Hallo Niedersachsen, Peter Kliemann, Dezember 1987
  • Jahrbuch des emsländischen Heimatbundes, Band 39, 1993
  • https://www.erinnerungsort-wahn-huemmling.de/, abgerufen, 23.8.2022, Heimatverein Lathen-Wahn e.V., Wahner Str. 30, 49762 Lathen-Wahn
  • https://www.youtube.com/watch?v=2dpysb48WEs, Wahn – Der vergessene Ort, abgerufen 23.8.2022
  • https://www.ndr.de/geschichte/Wie-die-Nazis-fuer-Krupp-ein-Dorf-raeumen-liessen,wahn166.html, abgerufen 23.8.2022
  • Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91), Am Schießplatz, 49716 Meppen, https://www.bundeswehr.de/de/organisation/ausruestung-baainbw/organisation/wtd-91, abgerufen am 23.8.2022
  • Hamburger Abendblatt, 21. September 2018
  • Deutscher Wetterdienst, September 2018
  • Ortsverzeichnis Reichspostzentralamt Berlin, Juli 1930
  • Topografische Karte Wahn und Umgebung, Quelle: ZVAB Ausgabe: Karte: Um Anfang 1940 Autor: unbekannt, zur Verfügung gestellt von H. Sievering, von https://www.erinnerungsort-wahn-huemmling.de/presseberichte
  • Foto vom Autor Mai 1997