Domhof Osnabrück

In Osnabrück wurde vom 17. bis 24.10. 1948 ein Sonderpostamt anläßlich der 300-Jahrfeier zum Westfälischen Friedens eingerichtet.

R-Belege wurden mit einem Blanko R-Zettel mit einem Gummistempel abgefertigt.

R-Brief von diesem Sonderpostamt nach Leipzig, Sonderstempel

R-Zettel vom obigen Beleg

Der R-Zettel aus der Druckerei Wegener, Alfeld wurde in Bogen zu 40 Stück hergestellt und für Sonderpostämter oder als normaler R-Zettel für Postämter bereitgestellt. Den Postämtern war es überlassen, diese Blanko R-Zettel entsprechend zu stempeln oder händisch zu beschriften. Daher ist dieses Normalität und kein Not R-Zettel. R-Zettel Beschreibung.

Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, 14.9.1948

Im Amtsblatt wird das Sonderpostamt angekündigt und Anlaß, Veranstalter, Dauer, Aufgabenkreis und Sonderstempel beschrieben

Der Handstempel (23) Osnabrück 1 zu dieser Veranstaltung zeigt eine Friedenstaube mit Zweig im Schnabel, Text Westfälischer Friede 1648-1948

Ein Sonderpostamt mit einer Öffnungszeit von acht Tagen. Wie viele Einschreibbelege sind bei diesem Sonderpostamt abgefertigt worden?

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist dom_000144.jpg

Ein „plusbrief-individuell“ dokumentiert diesen Sonder-R-Zettel mit dem Numerator 60.

Alle mir bekannten Belege aus Sammlungen oder Auktionslosen sind hier aufgeführt:

Numerator

Datum

Ziel des Beleges

30

18.10.48

München

60

(Abb. „plusbrief-individuell“)

101

22.10.48

Berlin

122

23.10.48

Alsheim

133

24.10.48

Osnabrück

135

24.10.48

Marienberg

139

24.10.48

Marienberg

203

26.10.48

Rödernhof

295

30.10.48

Osnabrück

304

31.10.48

Leipzig

305

?

Osnabrück

 

Die Verwendungen vom 26. und 31.10.48 lassen die Frage aufkommen, wie diese Belege nach Schließung des Sonderpostamtes zu Stande gekommen sind. Hat hier das Postamt Osnabrück 1 für das ZwPA – Zweigpostamt Domhof aus „Kulanz“ weitergearbeitet? Oder waren die Daten im Amtsblatt überholt?

Vermutlich sind über 300 Einschreiben bei diesem Sonderpostamt aufgegeben worden. Bitte helfen Sie mit, diese Aussage zu bestätigen und die Aufstellung zu ergänzen. Gern nehme ich Ihren Scan entgegen und baue ihn in die Übersicht mit ein. (Kontaktformular)

Quellen:

  • Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, Frankfurt 14.9.1948
  • Ausstellungskatalog Landesverband Postwertzeichen Ausstellung 10.-14.5.1978
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.

Bahnhof

R-Zettel mit dem Zusatz Bahnhof

Das Thema Bahnhof ist allen mobilen Menschen präsent. Bis zur Einführung der Brief- und Paketzentren durch die Deutsche Post, waren die Postämter in relevanten Orten in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof eingerichtet. Eine Vielzahl der Sendungen würde mit der Bahn und nicht auf der Straße transportiert. Auch kleinere Poststellen (Poststellen II) waren aus logistischen Gründen in der Nähe untergebracht. Viele Belege, Postkarten, Poststempel und Bahnpoststempel dokumentieren das Thema Bahn, Bahnhofsgebäude oder den Transport mit der Bahn.

In diesem Artikel geht es um R-Briefe oder R- Zettel mit dem Zusatz Bahnhof.

Sortierung nach Ortsalphabet:

Bentheim, später Bad Bentheim, unterhielt über einen längeren Zeitpunkt ein Postamt an der Bahn:

R-Zettel Reichsausgabe Bentheim Bhf

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist bentheim.jpg

R-Zettel 23 Bentheim Bhf

R-Zettel 23 Bentheim Bhf, einzeilig

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist bahnhof_000148.jpg

R-Zettel 23 Bentheim Bhf, zweizeilig, Bhf kleinerer Schrift

R-Zettel Amtskennzeichen (AKZ) Bentheim Bhf, 9 A 8, einzeilig

R-Zettel Amtskennzeichen (AKZ) Bentheim Bhf, 9 A 8, zweizeilig

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R-Zettel Frellstedt 1 (Bahnhof), Frellstedt liegt im Landkreis Helmstedt, Kopie von einem Auktionslos

R-Brief Hesepe-Bahnhof über Bramsche nach Hannover, 12.3.1960

Amtskennzeichen 9 T (AKZ) R-Zettel vom obigen Beleg

R-Brief Hildesheim 2 (Bahnhof) nach Hannover, 7.3.1893

R-Zettel vom obigen Beleg, R rechtsstehend

R-Brief Jerxheim (Bhf) über Schöningen (Braunschw) nach Demmin, 24.4.1947

R-Zettel vom obigen Beleg

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist bahnhof_000034.jpg

R-Zettel 3339 Jerxheim Bahnhof, Verwendung 1975, später Jerxheim 2

R-Brief Rieste Bhf über Bramsche nach Schönebeck (Elbe), 7.9.1946

R-Zettel vom obigen Beleg

Poststempel Rieste Bahnhof vom obigen Beleg

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Wunstorf-1-Bahnhof-R-rechtsstehend.jpg

R-Zettel Wunstorf 1 (Bahnhof), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von SF Neumann

R-Brief violetter Not-Stempel Vechta Reichspost, R-Zettel 23 Vechta mit Unterscheidungsbuchstabe W, Landpoststempel 23 Rechterfeld Bahnhof über Vechta, nach Schönebeck (Elbe), Rückseite Ankunftsstempel 31.5.1947

Landpoststempel 23 Rechterfeld Bahnhof über Vechta vom obigen Beleg

Das Thema dieses Artikels ist hiermit beschrieben. Bei der Frage nach weiteren, mir bisher unbekannten R-Zetteln mit dem Zusatz Bahnhof bin ich auf die Idee gekommen über Poststempel, Landpoststempel und über ein Ortsverzeichnis mögliche weitere Poststellen in den Fokus zu bekommen, denn nicht immer war die Poststelle oder das Postamt mit eigenen R-Zetteln ausgestattet.

Poststellen II Stempel (auch gern Landpoststempel genannt) dokumentieren die Poststelle im oder am Bahnhof:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Goldenstedt-Bahnhof-über-Vechta-Poststellen-II-Stempel-31.10.1958.jpg

ca. 1958 wurde der Poststellen II Stempel 23 Goldenstedt Bahnhof über Vechta eingesetzt

ca. 1956 wurde der Landpoststempel 23 Hesepe Bahnhof über Bramsche verwendet. R-Zettel Hesepe Bahnhof s.o.

Landpoststempel 23 Schwichteler Bahnhof über Vechta

2.6.1960, Landpoststempel 20b Tettenborn Bahnhof über Bad Sachsa (Südharz)

13.6.1962 Landpoststempel 3421 Tettenborn Bahnhof Gem. Tettenb. (Gemeinde Tettenborn)

ca. 1932 wurde der Landpoststempel Weste Bahnhof Bevensen (Lüneburger Heide) Land verwendet.

1960 wurde der Landpoststempel Weste Bahnhof über Bevensen (Kr Uelzen) eingesetzt.

  • Poststempel mit dem Zusatz Bahnhof sind bekannt von Braunschweig (beispielhaft 1870-74), Celle (1873), Elze, Hannover, Osnabrück (1922) und Wunstorf.

Eine weitere hilfreiche Quelle für die Recherche ist das Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Reichspostzentralamt, Berlin 1936:

Viele Orte mit dem Zusatz Bahnhof oder Bhf sind in diesem Verzeichnis aufgeführt. Und Orte die möglicherweise später erst einen Zusatz erhalten haben natürlich auch. Ein Stichtagsbetrachtung von 1936:

  • Arpke Bhf/über Lehrte, Poststelle
  • Barenburg Bhf/über Sulingen, Poststelle
  • Bentheim, Telegraphenamt, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Brockhöfe Bhf/über Ebstorf (Kr Uelzen), Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2500m – (Ein Landpoststempel aus 1962 Brockhöfe Bhf über Uelzen ist bekannt)
  • Daerstorf BhF/über Harburg-Wilhelmsburg 1, Poststelle
  • Hesepe kein Zusatz Bahnhof, Posthilfstelle
  • Hittfeld Bhf/über Harburg-Wilhelmsburg 1, Poststelle
  • Horst-Wipshausen Bhf/über Peine, Poststelle
  • Jerxheim (Bhf) über Schöningen (Braunschw), Postagentur, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2528m
  • Mehle Bahnhof/über Elze (Hann), Poststelle
  • Meinersen Bhf-Ohof über Gifhorn, Poststelle
  • Kreiensen Reichsbhf
  • Langwarden Bahnhof/über Nordenham-Eckwarderhörne, Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2700m
  • Oldenbrok Bahnhof, Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 3500m
  • Osterlinde Bhf/über Wolfenbüttel, Poststelle
  • Rechterfeld Bahnhof/über Vechta, Poststelle
  • Rieste kein Zusatz Bahnhof, Poststelle
  • Schwichteler Bahnhof/über Vechta, Poststelle
  • Tettenborn, kein Zusatz Bahnhof, Postagentur
  • Weste Bahnhof/über Bevensen, Poststelle

Aus dem Anhang 1, Orte mit mehreren durch Zahlen oder Buchstaben unterschiedene Postanstalten, mit Hinweisen auf Bahnhof:

  • Braunschweig 2 (Hauptbhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Celle 2 (Im Staatsbhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Göttingen 2 (Bahnhofstr. 20), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Hannover 1 (Ernst August Platz 2), Brief- und Geldzustellung, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Hannover 2 (Am Bahnhof 4) (Paketpostamt), Paketzustellung
  • Hildesheim 2 (Bahnhofsplatz 2), Zweigpostamt des Amtes 1, Paketzustellung, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Kichweyhe (Bz Bremen) (Bahnhofsstr. 270), Postamt, vereinigte Zustellung (Brief-, Geld-, Paketzustellung)
  • Leer (Ostfriesl) 1 (Bahnhofstr. 2), Postagentur, vereinigte Zustellung (Brief-, Geld-, Paketzustellung)
  • Lüneburg 2 (Bahnhofstr. 2), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Oldenburg (Oldb) 3 (Bahnhofsplatz 11), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen, Paketzustellung
  • Osnabrück 5 (Hbhf), Zweigpostamt des Amtes 1
  • Uelzen (Bz Han) 2 (Bhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen

In einem späteren Artikel wird es um das Bahnpostamt 16 gehen. Hier nur eine erste Auflistung aus dem Ortsverzeichnis:

Aus dem Anhang 2, Bahnpostämter mit Angabe der ihnen zugeteilten Bahnstrecken:

Bahnpostamt 16 in Hannover: (Raschplatz 1, Eingang Tivolistr.)

  • Hannover-Kassel (-Frankfurt (Main)
  • Göttingen-Bebra (-Frankfurt (Main)-Würzburg)
  • Hannover Hamburg
  • Hannover-Wesermünde-Lehe
  • Bremen-Oldenburg-Wilhelmshaven (Oldenburg-Leer-Norddeich)
  • Hannover-Altenbeken
  • Hannover-Soltau (Han)
  • Walsrode-Visselhövede
  • Hannover-Weetzen-Haste (Bz Minden)
  • (Hannover-Braunschweig)

An Sie gerichtet, meine herzliche Bitte, für diesen oder alle anderen Artikel dieses Blogs, mir fehlende Belege oder R-Zettel zu den Themen anzubieten. Vielen Dank!

Beobachtungen an der Strecke, für Freunde der Bahn:

Die „NordWestBahn“ organisiert die Verbindung einiger der oben beschriebenen Orte.

Bad Bentheim, (bis zum 5. Juni 1979 Bentheim) Stadt im Landkreis Grafschaft Bentheim, ca. 15.400 Einwohner:

Der Bahnhof Bad Bentheim ist im Mai 2018 eine Baustelle

Hesepe, seit 1.7.72 in die Stadt Bramsche eingegliedert, ca. 2.600 Einwohner:

Am Bahnhof Hesepe muss man sich Richtung Norden entscheiden: Oldenburg links oder Bremen rechts

Jerxheim, ca. 1.200 Einwohner:

Bahnhofsgebäude Rückseite, Beschriftung gut erkennbar, keine Fenster mehr im Gebäude

Über diese Gleise in Jerxheim fährt seit Dezember 2007 kein Zug mehr

Die Bezeichnung Bahnhof für diesen Ort dient auch zur Unterscheidung zu anderen Teilen der Gemeinde

Rechterfeld, Gemeinde Visbek im Landkreis Vechta, ca. 1.100 Einwohner:

Eingleisiger Bahnhof Rechterfeld

Auf dem Ortsplan wird der Bahnhof als Bahnhaltestelle bezeichnet

Rieste, im Landkreis Osnabrück, ca. 3.400 Einwohner:

Der eingleisige Bahnhof Rieste liegt direkt neben dem Rathaus

Schwichteler, Gemeinde Cappeln im Landkreis Cloppenburg, ca. 280 Einwohner:

Die verlassene? Bahnhofgaststätte ist der letzte Zeuge der ehemaligen Bahnstation. Alle Gleisanlagen sind entfernt.

Die Bushaltestelle trägt die Bezeichnung  „ehem. Bahnhof“

Literatur und Quellen:

  • Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Reichspostzentralamt, Berlin 1936
  • aktuelle Fotos vom Autor, April 2017 und August 2018
  • mit freundlicher Unterstützung von J. Messerschmidt, Gifhorn

Wintermoor Krankenhaus

Mit Interesse verfolge ich Namenszusätze auf Einschreibzetteln. Sie geben Hinweise auf Besonderheiten oder auf verlorene Orte, sogenannte lost places.

Am 8. Februar 1943 wurde das Gesundungshaus Wintermoor in der heutige Gemeinde Schneverdingen, Heidekreis (früher Landkreis Soltau-Fallingbostel) eröffnet. In der Spitze mit über 800 Betten, war die Einrichtung ein Ausweichkrankenhaus aus Hamburg. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in dem heutigen Naturschutzgebiet ein Bereich für Tuberkulose Patienten eingerichtet. Später gab es einen Kindergarten, ein Hallenbad und ein Postamt.

Zum Jahresende 1997 wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt und die ausreichenden Kapazitäten in Hamburg genutzt.

(20a) Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Blanko R-Zettel, Typ Wegener, mit Stempel 20a Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Amtskennzeichen, AKZ, 12 M Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

R-Brief von 3041 Wintermoor-Krankenhaus nach Hamburg, 6.11.69

R-Zettel von obigen Beleg mit vierstelliger Postleitzahl 3041 Wintermoor-Krankenhaus

Andere postalische Beobachtungen:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist soltau-beleg_000682-1024x725.jpg

Ein R-Brief abgestempelt in Soltau (Han) am 11.12.1947. Der R-Zettel verrät einen Einsatz außerhalb von Soltau mit dem Stempel (20a) Soltau (Hann. Ld.). LD. als Abkürzung für eine Land Verwendung. Aber wo versteckt sich der Poststellen II Stempel?

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist soltau-rz_000683.jpg

R-Zettel vom obigen Beleg

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist soltau-rück_000684-1024x771.jpg

Ein ungewöhlicher Poststellen II Stempel 20a Wintermoor Krankenhaus über Soltau Hannover wegen Platzmangel nicht auf der Vorderseite, sondern auf der Rückseite aufgebracht. Daneben der Ankunftsstempel aus (24a) Hamburg vom 12.12.1947.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist soltau-postsellen-II_000685-1024x266.jpg

Der zweizeilige Poststellen II Stempel vom obigen Beleg. „Bandagen-Magazin“ als Hinweis auf das Krankenhaus…

1947 kam ein dreizeiliger Landpoststempel „20 Wintermoor Krankenhaus über Soltau (Han)“ zum Einsatz.

Ein Poststempel von 1972 mit vierstelliger Postleitzahl „3041 Wintermoor, Krankenhaus“ wird bei einer Auktion angeboten.

Ein Blick in die Ortsverzeichnisse und Postleitzahlenbücher zeigt die Veränderungen dieser Poststelle aus Sicht der Post an. Und dadurch auch erkennbar, wann der Zusatz Krankenhaus von R-Zettel und Stempel verschwunden ist:

  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Poststelle I, 1952 (*1, siehe Quellenangabe am Ende des Artikels)
  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Zweigpostamt des Amtes Soltau, 1956 (*2)
  • 3041 Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (*3)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus ü. Soltau, Poststelle I, OPD Hannover, AFeB5 = Amtliches Fernsprechbuch 5, 1965 bis 1975  (*4)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus, Poststelle I, OPD Hannover/Braunschweig, zuständiges Postamt mit Verwaltungsdienst 3040 Soltau, AFeB43 = Amtliches Fernsprechbuch 43,  1976 und 1978 (*5)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 3043 Schneverdingen, 1980 bis 1987 (*6)
  • Wintermoor, Krankenhaus = W-3043 Schneverdingen, 1991, (*7)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 29640 Schneverdingen, 1993, (*8)

Auf einer Postverkehrskarte von 1954 ist Wintermoor-Krankenhaus nördlich von Schneverdingen eingezeichnet. Die eingezeichnete dicke Linie zeigt den nördlichen Zipfel des Postleitgebietes 20 a

Auf dem heutigen Gelände hat sich ein Waldpädagogikzentrum niedergelassen. Einige Gebäude aus der früheren Nutzung sind auf dem Gelände zu erkennen.

Eine letzte erhaltene Baracke des Wintermoores Krankenhaus

Offene Liegehalle für Tuberkulose Patienten, Betten sind gut zu erkennen, Ausschnitt aus einer Postkarte

offene Liegehalle, heutige Nutzung als Lager

Offene Frage:

  • Welche anderen Einrichtungen mit Krankenhaus oder ähnlichen Bezeichnungen sind auf R-Zetteln dokumentiert?

Quellen:

  • https://archiv-wintermoor.de
  • *1 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postämter und Poststellen im Bereich der deutschen Postverwaltung, Posttechnisches Zentralamt, 1952
  • *2 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1956 und 1959
  • *3 = Postleitzahlen, Herausgegeben und bearbeitet vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 1961, 1966 und 1971
  • *4 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, einschließlich der Gemeinden ohne Postanstalt im Verwaltungsbereich der Deutschen Bundespost, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1965, 1968, 1970, 1972, 1974 und 1975
  • *5 = Ortsverzeichnis I, (OV I) Verzeichnis der Orte mit Postanstalt und der Gemeinden ohne Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltung, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 5300 Bonn 1, Posttechnisches Zentralamt, 6100 Darmstadt 1, 1976 und 1978
  • *6 = Ortsverzeichnis Post, Verzeichnis der Orte im Bereich der deutschen Postverwaltung, Deutsche Bundespost 1980, 1982, 1983 und 1987
  • *7 = Ortsverzeichnis Post (OV Post), Herausgeber Deutsche Bundespost Postdienst, Generaldirektion, W-5300 Bonn 1, 1991
  • *8 = Das Postleitzahlenbuch, Postdienst, Deutsche Bundespost, 1993
  • aktuelle Fotos vom Autor, Oktober 2018

Helmstedt-Zonengrenze und Helmstedt-Autobahn

Die Stadt Helmstedt wurde nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zur Grenzstadt.

Postkarte Allied Check Point Helmstedt

Bei Kriegsende 1945 wurde von den Alliierten u.a. die ehemalige Landesgrenze zwischen dem Herzogtum Braunschweig und dem Königreich Preußen als Demarkationslinie zwischen der britischen und sowjetischen Besatzungszone festgelegt. Diese Linie verlief nahe östlich von Helmstedt in nordsüdlicher Richtung und durchschnitt vorhandene Verkehrswege.

Erst ab 1. 7. 1946 nahm die eingerichtete Kontrollstelle an der Autobahn Hannover-Berlin bei Helmstedt ihre Arbeit auf. Die Grenze wurde auf beiden Seiten bewacht und die Kontrollen an dieser Stelle zwischen den westlichen Besatzungszonen und der sowjetischen Besatzungszone verstärkt.

Ein Kartenausschnitt aus der Vorwendezeit zeigt die Einzeichnung der Post auf dem Rastplatz. Das die B 1 nach Magdeburg führen soll, ist kaum zu glauben…

Die Deutschen Bundespost richtete am 1. 12. 1949 auf der westlichen Seite ein provisorisches Postamt ein. Beginnend mit einem umgebauten LKW-Anhänger, ab 19.1. 1950 in einem Holzhaus, war die Post rund um die Uhr einsatzbereit.

Auf dem rechten Gebäude ist die Aufschrift Post zu erkennen

Damit konnten Reisende, gleich nach der Kontrolle aus Richtung Berlin kommend, Postdienstleistungen aller Art erledigen. In einer Zeit vor Handy und Internet wurden hier nach einer mindestens vierstündigen Fahrt über die sogenannte Interzonenautobahn erste Kontakte getätigt.

Vom 1.2.1949 bis zum 28.2.1966 wurden von diesem Postamt Briefsendungen mit dem Stempel Helmstedt-Zonengrenze abgefertigt. Die R-Zettel enthielten ebenfalls den Zusatz Zonengrenze.

Foto eines R-Zettels Helmstedt-Zonengrenze (Druckerei Wegener). Aus einer unbekannten Sammlung, vermutlich H. Mocha, Helmstedt.

R-Zettel (20b) Helmstedt-Zonengrenze, 23.7.52, Abbildung aus Alfred Meschenmoser – Die Zonengrenze, 1999, S. 40.

Bis zum 4.4.1962 galt die Postleitzahl (20b)

R-Zettel 20b Helmstedt-Zonengrenze

Poststempel (20b) Helmstedt Zonengrenze vom 20.7.55

Amtskennzeichen (AKZ) Helmstedt Zonengrenze 16 F, Typ 7721, schlanke Schrift, Druckerei Schlüter – Hannover

R-Brief mit AKZ Helmstedt Zonengrenze 16 F, nach Dedelstorf-Lager, weitergeleitet nach 2 Hamburg- Harburg, Scharnhorst Kaserne

AKZ Helmstedt Zonengrenze 16 F, Typ 776, sehr fette Schrift, Druckerei Bruns – Minden

Ab dem 5.4.1962 lautete die Postleitzahl 3331

Stempel von diesem Beleg 3331 Helmstedt Zonengrenze

Ab dem 1.3.1966 erhielten Stempel und R-Zettel einen neuen Namen. Aus dem bisherigen Namenszusatz Zonengrenze wurde neben den Ortsnamen Helmstedt jetzt der Zusatz Autobahn verwendet.

R-Brief 3331 Helmstedt Autobahn, Poststempel Helmstedt Autobahn 22.4.72, Brief nach Kaliningrad, UDSSR.

Abschrift des Klebezettels: „Die Sdg ist von Postdienststellen der UDSSR ohne Angaben von Gründen zurückgesandt worden. Der nicht von Dienststellen der DBP angebrachte Pfeil läßt vermuten, daß es sich um eine rechtswidrige Rücksendung aufgrund von Beanstandungen gültiger deutscher Postwertzeichen handelt, Postamt Hannover 3“

Stempel Autobahn vom obigem Beleg

Rückseite des Briefumschlages mit Klebezettel und rotem Stempel Oberpostdirektion Braunschweig „Zur Ermittlung des Absenders amtlich geöffnet“. Schwacher Stempel mit folgendem Text: Während der Zustellzeit nicht anzutreffen Benachrichtigungszettel hinterlassen. Weiterer Stempel: Nicht abgefordert – Lagerfrist abgelaufen. Lagerfriststempel mit Datum 9.5.72.

Die nächste Änderung erfolgte am 14.11.1974. Der Zusatz Autobahn wurde gestrichen, die Postleitzahl auf 333 Helmstedt 7 verkürzt.

Fast vierzehn Jahre später, ab dem 1.3.1988 erfolgte die letzte Änderung, wieder mit einer vierstelligen Postleitzahl: 3330 Helmstedt 7.

Drei verschiedene R-Zettel sind bekannt. Ohne Unterscheidungsbuchstaben (UB) und mit UB a und b. Mehrere UB sind ein Hinweis auf mehrere Postschalter.

R-Beleg mit Einlieferungsschein und Stempel vom 25.4.90

Stempel vom Einlieferungsschein

Das Postamt wurde im Laufe der Jahre umgebaut und erweitert. Neben den für Philatelisten interessanten Aspekten der sich wandelnden Poststempel und R-Zettel, bekam dieses Postamt wegen der hohen Kundenfrequenzen eine herausragende Stellung im Geldwechselgeschäft. Nach den Flughafenpostämtern Frankfurt/Main und München war das Helmstedter Postamt an der Autobahn das drittstärkste beim Wechseln von Währungen im Verantwortungsbereich der Deutschen Bundespost.

Am 31. 12. 1991, knapp 15 Monate nach der Deutschen Einheit, wurde dieses Postamt geschlossen.

Nachsatz:

Die Kölner Rockgruppe BAP hat sich 2015 mit Helmstedt beschäftigt. In dem Song „Dä Herrjott meint et joot met mir“ gibt es die Textzeilen:

„Schloofende Städte. Ich denk drövver noh,
ob Helmstedt domohls schon Ostzone woor.
Veedeljohrhundert. Wat hatt dä jesaat?“

Ei‘ntlich kann ich nix dofür,
dä Herrjott meint et joot met mir.

Philatelisten kennen sich aus…

Quellen:

  • Herbert Mocha, Helmstedt, Verkehr und Post am innerdeutschen Grenzübergang Helmstedt, 1999
  • Alfred Meschenmoser, Die Zonengrenze, Studien zur Philatelie und Postgeschichte, 1999, Phil Creativ GmbH Verlag und Agentur

Westharzer Papierhaus Croenitz

Selbstbucher (und Selbstdarsteller) Westharzer Papierhaus Croenitz

Brief 21.1.23 von Gandersheim nach Dresden. Selbstbucher R-Zettel Gandersheim Westharzer Papierhaus Croenitz, Nr. 974, Numerator in fett. Auf der Rückseite weitere zehn Briefmarken.

Selbstbucher sind bekannt von Postkunden mit einem im Regelfall hohen Aufkommen an Einschreiben, üblicherweise Firmen und Behörden, im Einzelfall Philatelisten.

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Was verbirgt sich hinter „Gandersheim Westharzer Papierhaus Croenitz“? Seit 1910 hatte der aus Thüringen stammende Fritz Croenitz (1881-1966),

croenitz

Abbildung oben, eine Papierhandlung in Gandersheim, Moritzstr. 43. Aufgrund seines Sinns für Selbstdarstellung war Croenitz stadtbekannt. Seinem unscheinbaren Geschäft gab es den blumigen Namen „Westharzer Papierhaus Croenitz“.

croenitz

Obiges Foto zeigt das Westharzer Papierhaus Croenitz. Das winzige holzverkleidete Gebäude am oberen Teil der Marktstraße wurde 1891 als Lagerhaus erbaut. Das Foto ist ca. 1925 entstanden. Von einer Bahnböschung aus, wurde das Gebäude wegen Festumzügen von der Innenstadt zum Schützenhaus häufig fotografiert.

gandersheim

Das Gebäude im Januar 2016. Es wird heute als Gaststätte genutzt.

bad-gandersheim

Brief 20.7.46 von Bad Gandersheim nach Hannover. Selbstbucher R-Zettel überstempelt mit (20) Bad Gandersheim. Rückseite zwei Stempel: (20) Hannover 21.7.46 und Hannover-Buchholz 22.7.46.

Für die weitere Erfassung erbitte ich Kopien oder Scans von Einschreibebelegen oder einzelnen R-Zetteln dieser Art. Gern über das Kontaktformular.

Bekannte R-Briefe und R-Zettel vom Westharzer Papierhaus Croenitz:

Datum Numerator Bemerkungen Zielort
24.08.1920 433 RZ vierseitig gezähnt, mit Nr., Numerator fett Wartburg
18.09.1920 509 RZ mit Nr., Numerator fett Erfurt
10.08.1921 472 RZ vierseitig gezähnt, mit Nr., Numerator fett Erfurt
18.06.1922 339 RZ vierseitig gezähnt, mit Nr., Numerator fett Dresden
13.10.1922 701 RZ vierseitig gezähnt, mit Nr., Numerator fett Buttstaedt in Thüringen
13.01.1923 947 RZ vierseitig gezähnt, mit Nr., Numerator fett CSR und Gandersheim zurück
21.01.1923 974 RZ vierseitig gezähnt, mit Nr., Numerator fett Dresden
07.04.1923 183 RZ gezähnt, mit Nr., Numerator fett Erfurt
01.09.1923 548 RZ ohne Zusatz Nr., Numerator linksseitig Clifton, USA
19.09.1923 615 RZ vierseitig gezähnt, mit Nr., Numerator fett, Massenporto Erfurt
30.07.1925 581 RZ ohne Zusatz Nr., Ganzsache Luftpost Rückschein Dresden
22.04.1926 288 RZ gezähnt, ohne Zusatz Nr. Buttstädt bei Weimar
11.12.1934 142 RZ Numerator linksseitig, ohne Zusatz Nr., Eilboten ?
28.12.1939 945 RZ Numerator linksseitig, ohne Zusatz Nr. Dresden
26.03.1941 030 RZ Numerator linksseitig, ohne Zusatz Nr., RZ überstempelt mit Bad Gandersheim Harz Hannover
06.02.1946 172 RZ überstempelt mit (20) Gandersheim, Numerator linksseitig Hannover (Geha)
20.07.1946 326 überstempelt mit (20) Gandersheim, Numerator linksseitig Hannover (Geha)
03.10.1946 383 RZ überstempelt mit (20) Gandersheim Hannover (Geha)
22.04.1947 598 RZ ohne Zusatz Nr., Numerator linksseitig Hannover (Geha)

Stand 21. November 2018

Der Sinn für die Selbstdarstellung kommt auch auf einem Briefumschlag zum Ausdruck.

Ein großer Adler über den Buchstaben FAC.

Was bedeutet FAC? Friedrich Alfred Crönitz…

Auch als Verleger von „Notgeld“ machte er sich einen Namen:

Der Notgeld Scheine Massenzahl ist jedermann schon eine Qual!

Keine Notgeld soll dies darum sein Es ist kein Notgeld nur Gutschein….

aus dem Jahr 1921

Quellen:

  • Rolf Göbel, Alfeld
  • Franz-Josef Koensler, Velbert
  • Rolf Neckermann, Stuttgart
  • Anne-Katrin Race, „Bad Gandersheim in alten Ansichten“ Verlag Europäische Bibliothek, Zaltbommen/Niederlande, 2. Auflage 1994, mit freundlicher Genehmigung!

Hannover Messe Transit Camp Bothfeld

Messe Transit Camp Bothfeld

Dieser Beitrag baut auf einen sehr ausführlichen Artikel von Herrn Dittmar Wilden im Rundbrief 24/2006 der Arbeitsgemeinschaft Alliierter Kontrollrat auf.

Im Amtsblatt, der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes Nummer 25 vom 14. Mai 1948 werden unter Nr. 1053/1948 drei Sonderpostämter angekündigt:

Neben einem Sonderpostamt in Bad Sachsa, das in diesem Beitrag keine Verwendung findet, werden zwei Sonderpostämter in Hannover angekündigt. Die Deutsche Messe- und Ausstellungs A.G. beantragt ein Sonderpostamt als Zweigpostamt des Postamtes Hannover 1 auf dem Ausstellungsgelände in Laatzen. Vom 15. Mai 1948 bis zum 16. Juni 1948 kommt hier ein Sonderstempel „(20a) Hannoversche Export-Messe 22.5. bis 6.6.1948 und bildliche Darstellung eines Merkurkopfes“ zum Einsatz.

Die Hannover Messe startete nach dem Zweiten Weltkrieg wenig glamourös. Zum zweiten Mal eröffnete die Export-Messe nach 1947 ihre Tore. Nachdem im ersten Jahr überwiegend deutsche Besucher zu den Gästen gehörten, sollte 1948 auch internationales Publikum zur Messe kommen. Im Gegensatz zu heute mangelte es an Übernachtungskapazitäten. Daher wurde für ca. 1000 Gäste in Kasernen auf dem ehemaligen Wehrmachts-Gelände im Hannoverschen Stadtteil Bothfeld Quartier geschaffen.

Ein paar Kilometer von dem Ausstellungsgelände in Laatzen entfernt wird ein weiteres Sonderpostamt auf diesem Kasernengelände eingerichtet:

Hannover, Transit Camp Bothfeld; Zweigpostamt Postamt Hannover 1

Anlass: Export-Messe Hannover 1948

Veranstalter:  Control Commission for Germany, Local Administration Unit Transit Camp Dillblock (Erklärung: Die Control Commission for Germany war die Militärregierung der britischen Besatzungszone im besetzten Deutschland von 1945 bis 1949.)

Dauer: 20. Mai bis 9. Juni 1948

Aufgabenkreis: Wahrnehmung aller Postdienstzweige, jedoch keine Zustellung; Annahme von Telegrammen; Vermittlung von Ferngesprächen; Gefälligkeitsstempelungen

Inschrift des Sonderstempels und bildliche Darstellung:  (20a) Hannoversche Export-Messe 22.5.-6.6.1948 und bildliche Darstellung eines Merkurkopfes.

bothfeld

Brief vom 31.5.48 vom Sonderpostamt Messe Transit Camp Bothfeld nach Westerfeld, R-Zettel 20 a Hannover 1 überstempelt, Unterscheidungsbuchstabe „f“, Numerator 159.

both

R-Zettel 20 a Hannover 1 überstempelt mit Messe Transit Camp Bothfeld, Unterscheidungsbuchstabe f, Numerator 169.

Die R-Zettel der ersten Ausgabe für die britische Besatzungszone wurden in Bögen zu 20 Stück hergestellt. Hierbei kamen zwei verschiedene gleichgroße Lettern für das R zum Einsatz, die im Overmann Katalog als Typen 7221 und 7222 erfasst wurden.

Der Unterschied ist der rechte Fuß des Buchstaben R, Typ 7223 linke Abbildung, Typ 7224, rechts, mit geschwungenem Fuß.

Durch Kenntnis der Herstellung ist klar, dass beide R-Zettel Typen zum Einsatz gekommen sind.

Numerator Typ Datum
Nicht lesbar ? 24.5.48
031 7223 24.5.48
035 7223 24.5.48
050 7224 25.5.48
071 7223 26.5.48
072 7223 25.5.48
073 7223 26.5.48
091 7223 27.5.48
106 7223 28.5.48
129 7223 30.5.48
159 7223 31.5.48
169 7223 31.5.48
171 7223 31.5.48
180 7224 31.5.48
197 7223 31.5.48
285 7223 3.6.48
311 7223 5.6.48
326 7223 6.6.48

Bisher sind 18 Belege durch Original, Auktionslose, Ausstellungen oder Kopien dem Autor bekannt. Sie sind herzlich eingeladen weitere Belege vorzulegen.

 

Das Postamt Messe-Transit Camp Bothfeld wurde bereits zwei Tage früher als angekündigt am 7.6.48 aufgelöst:

 bothfeld

Telegramm Deutsche Post, Auflösung des Messe Postamt Transit-Camp Bothfeld. Aus Ausstellungskatalog Habria ´86, 100 Jahre Briefmarken-Club Hannover.

Dieser Artikel vernachlässigt alle Besonderheiten der damaligen Zeit, u.a. die Briefmarkenemission anlässlich der Messe am 22.5.48 und die Währungsreform am 21. Juni 48. Er beschränkt sich auf die R-Zettel des Sonderpostamtes in Bothfeld.

Nach Berechnungen von Herrn Dittmar Wilden kann es 380 Einschreiben von diesem Sonderpostamt gegeben haben.

Stand: 18.7.2017

Ergänzungen:

  • Transit Camp = Durchgangslager
  • Camp = Lager oder Massenquartier, militärisch = das Heerlager

Literatur:

  • Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes Nummer 25 vom 14. Mai 1948, Seiten 69 und 71, Ausgabe A
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Habria ´86, 100 Jahre Briefmarken-Club Hannover, Katalog S. 163
  • Hanphila 87, Briefmarkenausstellung zum 40jährigen Bestehen der Hannover-Messe, 1. bis 8. April 1987, Katalog
  • Dietmar Wilden, Mühlingen in Arbeitsgemeinschaft Alliierter Kontrollrat 1946/48 e.V., Rundbrief 24/ 2006, Seiten 1549-1556
  • und freundlicher Unterstützung von Herrn Ehlen, Herrn Kruse, Herrn Dr. Noll und Herrn Rolke