Wesermünde – Die vergessene Großstadt

Wo liegt Wesermünde?

Aus dem Zusammenschluss der preußischen Städte Geestemünde und Lehe entstand im Oktober 1924 an der Unterweser die Stadt Wesermünde. Über 100 Jahre später ist die preußische Stadt nahezu vergessen.

R-Zettel aus Wesermünde

Eine Zeitreise:

1827, auf Initiative von Bremens Bürgermeister Johann Smidt (1773 – 1857) wird an der Geestemündung ein Stück Land vom Königreich Hannover gekauft. Auf dem Gelände, rund 60 Kilometer von der Stadt Bremen entfernt, wird ein Vorhafen angelegt, da die Weser versandet. Bremerhaven entsteht, mit 19 Einwohnern.

1832 und weitere Jahre, Menschen verlassen über den Hafen Deutschland und Europa, um in Übersee ein neues, besseres Leben zu finden. Bremerhaven entwickelt sich zum größten Auswandererhafen Europas.

1845, das Königreich Hannover gründet Geestemünde.

1851, Bremerhaven erhält Stadtrechte.

1889, Geestendorf wird mit Geestemünde vereinigt.

An der Unterweser gab es drei voneinander unabhängige Orte. Im Norden der Flecken Lehe, der 1920 die Stadtrechte bekam, im Süden Geestemünde und im Westen Bremerhaven. Lehe und Geestemünde waren preußisch, Bremerhaven war bremisch. Dazu kamen zwei Dörfer: Im Norden Weddewarden und im Süden Wulsdorf.

Poststempel Wulsdorf, 24. Juni 1899

Am 1. April 1920 wurde Wulsdorf in die Stadt Geestemünde eingemeindet.

Das bremische Bremerhaven und das preußische Wesermünde

Als kleine Lösung beschlossen die preußischen Orte Lehe und Geestemünde am 10. März 1924 den Zusammenschluss beider Städte zur kreisfreien Stadt Wesermünde. Am 2. Oktober nahm der Preußische Landtag in Berlin das Gesetz über die Vereinigung von Lehe und Geestemünde an. Am 18. Oktober trat dieses in Kraft. (ca. 73.000 Einwohner)

Anfang der 1920er Jahre, zwei Einschreibzettel

 …von Geestemünde 1 und 2

Siegelmarke vom Kaiserlichen Deutschen Postamt Geestemünde

Bremerhaven war daher landseitig vollständig von Wesermünde umgeben.

Die Flüsse Geeste (Geestemünde) und Weser (Wesermünde) waren die Namengeber der Orte.

Am 1. April 1927 wurden als konsequente Entwicklung die Ortschaft Weddewarden, der Güterbahnhof Speckenbüttel und die Ortschaft Schiffdorferdamm in die Stadt Wesermünde eingemeindet. Es wurde angestrebt, auch Bremerhaven in Wesermünde einzugliedern, was aber von Bremer Seite abgelehnt wurde.

1927 war Wesermünde ein bedeutender Werftenstandort und entwickelte sich zum größten Fischereihafen des europäischen Kontinents.

Karte von 1942 mit eingezeichneter Grenze von Wesermünde

Die Karte dokumentiert die Umschließung des bremischen Bremerhavens durch das preußische Wesermünde im Jahr 1927, Historisches Museum Bremerhaven

Am 30. März 1938 wurde das heutige stadtbremische Überseehafengebiet verwaltungsmäßig von der Stadt Bremerhaven abgetrennt und als Exklave in die Stadtgemeinde Bremen eingegliedert. Das ist bis heute so geblieben. Bremen sicherte sich so seinen Seehafen.

Die vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reiches, die am 1. November 1939 in Kraft trat, brachte die Einverleibung des bremischen Ortes Bremerhaven in das preußische Wesermünde. Das alte Bremerhaven hieß nun „Wesermünde-Mitte“. Das Bremen zustehende Hafengebiet hieß „Bremerhaven“.

Poststempel Wesermünde vom 27. Dezember 1940, 16.00 Uhr

Wesermünde wuchs durch die Zunahme von Bremerhaven zu einer Großstadt und zur zweitgrößten Stadt nach Hannover in der Provinz Hannover.

1945, Wesermünde und Bremen werden als norddeutsche Exklaven in die amerikanische Besatzungszone einbezogen. Bremerhaven war Versorgungshafen der US Army.

Die Enklave Bremen war amerikanisch, lag aber im britischen Hoheitsgebiet. Wesermünde gehörte zur Provinz Hannover, während der Überseehafen zu Bremen gehörte. Wesermünde wollte anfänglich zum neu zu gründenden Niedersachsen, zu dem auch Bremen gehören sollte. Bremen verteidigte aber seine Eigenständigkeit. Da Wesermünde vom bremischen Überseehafen abhängig war, wollte es schließlich in das neu zu gründende Land Bremen.

Durch die Gründung des Landes Niedersachsen am 1. November 1946 bis zur Eingliederung von Wesermünde nach Bremen zum 31.12.1946 gehörte Wesermünde formal zu Niedersachsen.

Nach einer Vereinbarung der britischen und amerikanischen Besatzungsmächte schied zum 31. Dezember 1946 der Stadtkreis Wesermünde aus dem neugebildeten Land Niedersachsen aus.

Zum 1. Januar 1947 wurden Bremen, Bremerhaven und Wesermünde als Staat im amerikanischen Kontrollgebiet ausgerufen. Der Bremer Senat fungierte als provisorische Staatsregierung.

Die Bremische Landesverfassung trat am 21. Oktober 1947 in Kraft. Die Proklamation des neuen Landes wurde mit Datum vom 21. Januar am 22. Januar 1947 veröffentlicht, rückwirkend zum 1. Januar 1947.

Am 7.2.1947 beschloss die Stadtvertretung den bisherigen Stadtnamen Wesermünde in Bremerhaven umzutaufen.

Im Amtsblatt der Hauptverwaltung für Post- und Fernmeldewesen des Amerikanischen und Britischen Besatzungsgebietes wird am 24. April 1947 die Umbenennung von Wesermünde zu Bremerhaven verkündet

Noch heute entspricht das Stadtgebiet Bremerhavens im Wesentlichen dem einstigen Wesermünde.

Doch der Name und die Geschichte der Stadt Wesermünde, in der einst die Unterweserorte zu Bremerhaven vereint wurden, geriet in Vergessenheit.

Zu den Einschreibzetteln von Wesermünde und seinen Stadtteilen

Die Einheitsausgaben für das Reichspostgebiet brachte auch für Wesermünde verschiedene Typen, mit und ohne Unterscheidungsbuchstaben (UB), an die Postschalter:

R-Zettel Wesermünde

R-Zettel Wesermünde mit UB d

R-Zettel Wesermünde mit UB e

Einschreibbrief von Wesermünde-Altgeestemünde nach Hannover-Herrenhausen, Poststempel 21. April 1943 (Absender und Empfänger sind selbsterklärend)

R-Zettel vom obigen Beleg

R-Zettel Wesermünde Fischereihafen (1927)

R-Zettel Wesermünde-Geestemünde, ohne UB, kleinerer Schrifttyp

R-Zettel Wesermünde-Geestemünde mit UB a, kleinerer Schrifttyp

R-Zettel Wesermünde-Geestemünde mit UB a, größerer Schrifttyp

R-Zettel Wesermünde-Geestemünde mit UB b, größerer Schrifttyp

Einschreibbrief von Wesermünde-Lehe nach Hannover-Herrenhausen, Poststempel 1. November 1943 (Absender und Empfänger sind selbsterklärend)

R-Zettel vom obigen Beleg, zwei Zeilen

R-Zettel Wesermünde-Lehe mit UB b, zwei Zeilen (1946)

R-Zettel Wesermünde-Lehe, einzeilig (1938)

R-Zettel Wesermünde-Mitte mit UB a (1946)

Einschreibbrief von Wesermünde-Mitte nach Hannover-Herrenhausen, Poststempel 15. Januar 1942 (Absender und Empfänger sind selbsterklärend)

R-Zettel vom obigen Beleg mit UB b

R-Zettel Wesermünde-Mitte mit UB c (1944)

R-Zettel Wesermünde-Speckenbüttel über Wesermünde-Geestemünde

Dieser R-Zettel ist ein Meisterwerk eines Schriftsetzers! 50 Stellen oberhalb der Nummer 311, getrennt durch die waagerichte Linie.

Briefstück mit Blanko R-Zettel und Stempel Wesermünde-Speckenbüttel

Die R-Zettel des Typs Wegener wurden nach Kriegsende 1945 als erste Ausgabe für das vereinigte Wirtschaftsgebiet bzw. für die Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Da die Einschreibzettel von der Druckerei Wegener geplant ohne Ortseindruck an die Postämter ausgeliefert wurden, wurde planmäßig ein Stempel Wesermünde-Speckenbüttel benutzt.

R-Zettel Wesermünde-Wulsdorf (1933)

R-Zettel Bremerhaven mit UB b

Alle Einschreibzettel aus den Zeiten des Deutsches Reiches wurden auch nach Einführung der Postleitgebietskennzahlen 1944 in Ermangelung neuer Postformulare in einzelnen Postämtern weiterverwendet und aufgebraucht.

R-Zettel Wesermünde mit der neuen Postleitgebietszahl 23 (ab 1944)

Blanko Einschreibzettel mit Stempel Wesermünde und Unterscheidungsbuchstaben a, Verwendung Januar 1947 kurz vor der Umbenennung zu Bremerhaven

R-Zettel Wesermünde mit Postleitgebietszahl 23, ohne Unterscheidungsbuchstaben, Aufbrauch des Einschreibzettels nach der Umbenennung zu Bremerhaven im Mai 1947, R-Zettel Typ 7223, rechter Fuß vom Buchstaben „R“

R-Zettel Wesermünde mit Postleitgebietszahl 23, handschriftlich Unterscheidungsbuchstabe a, Aufbrauch des Einschreibzettels nach der Umbenennung zu Bremerhaven im Juni 1947, R-Zettel Typ 7224, rechter Fuß geschwungen vom Buchstaben „R“

Postämter in Wesermünde

Mit Hilfe der Literatur und Stadtplänen aus der Vorkriegszeit lassen sich einzelne Postämter in Wesermünde beschreiben. Können Sie bitte weitere Angaben machen und diesen Beitrag komplettieren?

1876, im Bauernort Wulsdorf wird eine Postagentur eingerichtet.

1877, in Lehe bezieht das Postamt 3. Klasse Räume in der Langen Str. 127.

November 1896, Eröffnung des Fischereihafens in Geestemünde und dort Einrichtung einer Post- und Telegraphenstelle.

1899 wurde das neue Dienstgebäude in Geestemünde von 40 Beamten des Postamts und der Telegraphen-Betriebstelle bezogen. Hier eine Abbildung dieses Kaiserlichen Postamts:

Ein Gruss aus Geestemünde, Poststempel Geestemünde 14. September 1909, Abbildung des kaiserlichen Postamtes, Klußmannstr. 7, Postkarte nach Hohensalza. (Heutige Bezeichnung Inowrocław in Polen)

Zum Vergleich, ca. 116 Jahre später, das damalige Kaiserliche Postamt, heute Polizeirevier Geestemünde und Polizeikommissariat Süd, Klußmannstr. 7

28. September 1903, Umzug des Postamtes vom bisherigen Standort Am Alten Hafen in das neue eigenes Posthaus zur Schifferstraße.

1. Oktober 1906, die Zweigstelle des Postamtes Geestemünde wurde in Wulfsdorf in ein selbständiges Postamt 3. Klasse umgewandelt.

Wulfsdorf, Weserstr. 75, auf der rechten Bildseite, ein Briefkasten an der Hauswand markiert die Post, Aufnahme aus den Jahren ab 1907

Juli 1908, in Speckenbüttel wir eine Postagentur eingerichtet.

ehemaliges Bahnpostamt Geestemünde-Geestendorf

Das Bahnpostamt Geestemünde-Geestendorf, Friedrich-Ebert-Str. 75, entstand 1913-1914 in direkter Nachbarschaft im Zusammenhang mit dem Neubau des Personenbahnhofs Geestemünde-Bremerhaven. Das Gebäude diente als Durchgangspackkammer mit einen kleinen Posthof und einer Rampe für die Anlieferung. Im Inneren war eine Schalterhalle und die Dienstzimmer der Postangestellten und der Paketraum.

Ende 1916 zog das Postamt Lehe in seine neuen Diensträume im neuerstellten Doppelbau Sparkasse/Post in der Hafenstraße (vorher Hafenstr. 55).

Das Postamt in Lehe eingezeichnet mit der städtischen Sparkasse Hafenstraße/Ecke Kaiser Wilhelm Straße. Fundstück auf der Karte am Bildausschnitt unten rechts: Schup0-Badeanstalt

Am 8. Oktober 1933 wurde das neue Reichspostamt Geestemünde direkt neben dem neuen Hauptbahnhof eröffnet.

Bahnhof Wesermünde-Bremerhaven, Lage der Post am Bahnhofsplatz auf einem Kartenausschnitt…

…und in Realität in 2025, Bremerhaven, Straßburger Platz/Ecke Friedrich-Ebert-Straße, unweit des Hauptbahnhofs

Während der Recherche zu diesem Beitrag meldete Radio Bremen (buten un binnen): sPostfiliale am Bremerhavener Hauptbahnhof, geschlossen.

1939, Postamt-Anbau an einen der Bischoffschen Schuppen, Marcusstraße, Nahe Rotersand, Postamt Schifferstraße jetzt Wesermünde 2 (Wesermünde-Mitte).

Ein amerikanisches Feldpostamt (Army Postal Office 69) belegte vom 7. Juni 1945 bis März 1948 die Räume des Postamtes Wesermünde-Lehe, Hafenstraße. Anschließend wurde die amerikanische Postversorgung zum Flugplatz Weddewarden verlegt, von wo bis zum Ende der 1960er Jahre die Postversorgung der US-Truppen in Europa gelenkt wurde.

Ehemaliges Kaiserliches Postamt Bremerhaven, Schifferstr. 10-12, erbaut 1901

Seit 6. Dezember 1954 wurde das Gebäude Schifferstr. 10-12 vom Fernmeldedienst genutzt. Nach der Aufgabe des zuletzt von der Telekom genutzten Gebäudes im Jahr 1992 übernahm die städtische Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS) das Haus und baute es 2002 zum Technologie- und Gründerzentrum „t.i.m.e.Port I“ um.

Das Postamt Bremerhaven 12 befand sich seit dieser Zeit im Gebäude Schifferstr. 15, gegenüber dem alten Amtshause.

Der Namen Wesermünde verschwand 1947 nicht ganz. Von 1932 bis 1977 gab es um Bremerhaven herum den Landkreis Wesermünde.

Ich verzichte in diesem Artikel auf die Auflistung der Postämter in Bremerhaven nach der Umbenennung.

Offene Fragen:

  • Gibt es Einschreibbelege aus dem Zeitraum vom 1. November 1946 bis zum 31. Dezember 1946, an denen Wesermünde formal zu Niedersachsen gehörte (61 Tage)?
  • Zur Stadt gehören auch Leherheide, Schiffdorferdamm, Surheide und Weddewarden. Welche postalischen Spuren und R-Zettel/Einschreiben können Sie hier ergänzen?
  • Bremerhaven, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Wittmundhaven: warum werden diese Hafenorte (…haven) mit „v“ und nicht mit „f“   geschrieben? Eine Idee für einen späteren Artikel.

Quellen:

  • Amtsblatt der Militärregierung für Deutschland, Amerikanische Zone, Ausgabe vom 1. April 1940
  • Amtsblatt der Hauptverwaltung für Post- und Fernmeldewesen des Amerikanischen und Britischen Besatzungsgebietes, 24. April 1947
  • Streifzug durch die Geschichte der Unterweserorte, Günter Anders, Festschrift zum 30. Bundestag vom Bund deutscher Philatelisten, 1976
  • Weser Kurier, 10. März 2015
  • Weser Kurier, Ulf Buschman,
  • Historisches Museum Bremerhaven, April 2025
  • Zur Geschichte der Post in Alt-Bremerhaven, Günter Anders
  • http://www.chronik-horn-lehe.de/, abgerufen am 15.8.2025
  • Fotos vom Autor, April 2025
  • Heiko Lochmann
  • Bremerhaven und seine Vorgängergemeinden, H. und I. Schwarzwälder

Die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost – OPD Gruppendrucke, Typ 2192

In einem Artikel habe ich eine Einführung zu diesem Thema geschrieben. Hier können Sie ihn lesen.

Dieser Beitrag zeigt Beispiele vom Typ 2192 aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen.

Nº und Numerator in schwarz. Im Einsatz ab 1877:

Hessisch-Braunschweigisch-Württembergische Gruppe mit den OPD Braunschweig, Darmstadt, Frankfurt, Kassel und Stuttgart. Herstellung in der Druckerei Osterrieth in Frankfurt/Main in Halbbogen zu 50 Stück:

  • Braunschweig

Einschreibbrief von Braunschweig nach Destedt bei Schandelah, Poststempel vom 13. Dezember 1881

Zettel vom obigen Beleg

  • Braunschweig 1

Einschreibbrief von Braunschweig 1 nach Cöln (Köln), Poststempel vom 22. Mai 1879

Zettel vom obigen Beleg

  • Braunschweig 2

Einschreibbrief von Braunschweig 2 nach Hannover an die Hannoversche Staatsbahn, Poststempel vom 13. Januar 1881

Inhalt des obigen Faltbriefes: eine Benachrichtigung über Ablieferungs-Hindernisse bei Frachtgut.

Zettel vom obigen Beleg

  • Clausthal

Einschreibbrief von Clausthal nach Hamburg, Poststempel vom 27. Januar 1880

Das Standesamt Clausthal im Kr. Zellerfeld schreibt an das Standesamt in Hamburg.

Zettel vom obigen Beleg

Clausthal war bis 1924 eine selbstständige Stadt, anschließend Fusion mit Zellerfeld zu Clausthal-Zellerfeld im Landkreis Goslar.

  • Destedt

Einschreibbrief von Destedt nach Braunschweig, Poststempel vom 17. Mai 1882

Zettel vom obigen Beleg

Destedt ist heute Teil der Gemeinde Cremlingen im Landkreis Wolfenbüttel.

  • Gieboldehausen

Einschreibbrief von Gieboldehausen nach Bühren, Poststempel vom 18. Januar 1882. Irrläufer und zurück an Absender mit Stempeln auf der Rückseite von Dransfeld 19. Januar 1882, Noerten 19. Januar 1882, Neustadt am Rübenberge 21. Januar 1882 und Gieboldehausen 28. Januar 1882

Zettel vom obigen Beleg

Gieboldehausen ist Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde im Landkreis Göttingen.

  • Goslar

Einschreibbrief von Goslar nach Peine, Poststempel vom 18. Juli 1878

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Goslar ist Sitz des gleichnamigen Landkreises.

  • Göttingen 2

Einschreibbrief von Göttingen 2 nach Quedlingburg, Poststempel vom 15. Januar 1881

Absender ist die Reichsbanknebenstelle Göttingen mit einem Formular No 38 a III.

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Göttingen ist Sitz des gleichnamigen Landkreises.

  • Königslutter

Einschreibbrief von Königslutter nach Leipzig, Poststempel vom 9. November 1882

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Königslutter liegt im Landkreis Helmstedt.

  • Lauterberg am Harz

Einschreibbrief von Lauterberg a Harz nach Herzberg a Harz, Poststempel vom 16. März 1878

Zettel vom obigen Beleg

Lauterberg, seit 1906 Bad Lauterberg liegt im Landkreis Göttingen.

  • Northeim i. Hannov.

Einschreibzettel Northeim in Hannover

Die Stadt Northeim ist Sitz des gleichnamigen Landkreises.

  • Scharzfeld

Einschreibbrief von Scharzfeld nach Herzberg am Harz, Poststempel vom 16. Mai 1881

Zettel vom obigen Beleg

Vignette Kaiserl. Deutsches Postamt auf der Rückseite des Beleges aus Scharzfeld. Der Absender war die Post, also eine Postsache ohne Briefmarken

Scharzfeld ist ein Ortsteil von Herzberg am Harz im Landkreis Göttingen.

  • Süpplingen

Einschreibbrief von Süpplingen nach Königslutter, Poststempel vom 16. Februar 1891

Zettel vom obigen Beleg

Die Gemeinde Süpplingen ist Sitz der der Samtgemeinde Nord-Elm im Landkreis Helmstedt.

  • Wolfenbüttel

Einschreibbrief von Wolfenbüttel nach Wien, Poststempel vom 14. April 1881

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Wolfenbüttel ist Sitz des gleichnamigen Landkreises.

  • Zellerfeld

Einschreibbrief von Zellerfeld nach Andreasberg, Poststempel vom 20. Oktober 1880, Portopflichtige Dienstsache mit Nachgebühr

Zettel vom obigen Beleg

Zellerfeld war bis 1924 eine selbstständige Stadt, anschließend Fusion mit Clausthal zu Clausthal-Zellerfeld im Landkreis Goslar.

Mit diesem Beitrag ist die Artikelserie über die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost abgeschlossen.

Die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost – OPD Gruppendrucke, Typ 2191

In einem Artikel habe ich eine Einführung zu diesem Thema geschrieben. Hier können Sie ihn lesen.

Dieser Beitrag zeigt Beispiele aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen vom Typ 2191: Nº und Numerator in rot ohne Punkt

Hessisch-Braunschweigisch-Württembergische Gruppe mit den OPD Braunschweig, Darmstadt, Frankfurt, Kassel und Stuttgart. Herstellung in der Druckerei Osterrieth in Frankfurt/Main in Halbbogen zu 50 Stück:

Zettel Typ 2191, im Einsatz ab 1.9.1875:

  • Braunschweig 1

Einschreibbrief von Braunschweig 1 an das Kaiserliche Postamt in Goslar, Poststempel 2. November 1877, Postauftrag

Zettel vom obigen Beleg

  • Braunschweig 2

ein loser Zettel von Braunschweig 2

  • Calvörde

Einschreibbrief von Calvörde nach Braunschweig, Poststempel vom 17. September 1876

Zettel vom obigen Beleg

Ja, was macht denn Calvörde in einem Artikel von Niedersachsen? In einem Beitrag über diesen Ort aus dem heutigen Sachsen-Anhalt habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

  • Ebergötzen

Rückschein von Ebergötzen nach Hannover, Poststempel vom 27. März 1879, Kastenstempel Hannover Stadtpostexpedition No. 2

Zettel vom obigen Beleg

Die Gemeinde Ebergötzen liegt im Landkreis Göttingen.

  • Einbeck

Einschreibbrief von Einbeck an das Kaiserliche Postamt in Stadtoldendorf, Poststempel 13. Juni 1877, Postauftrag

Zettel vom obigen Beleg

Die Gemeinde Einbeck liegt im Landkreis Northeim.

  • Göttingen 1

Einschreiben mit Ganzsachenumschlag und zwei zusätzlichen Briefmarken von Göttingen 1 nach Mainz, Poststempel 4. Dezember 1880

Zettel vom obigen Beleg

  • Göttingen 2:

Einschreiben mit Ganzsachenumschlag und einer zusätzlichen Briefmarke von Göttingen 2 nach Zittau, Oberlausitz, Poststempel 5. Juni 1876

Zettel vom obigen Beleg

Göttingen ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

  • Königslutter:

ein loser Zettel aus Königslutter

Die Stadt Königslutter liegt im Landkreis Helmstedt.

  • Lauterberg am Harz:

Einschreibbrief von Lauterberg am Harz nach Cassel, Poststempel 28. November 1877

Cassel wird seit 4. Dezember 1926 mit „K“ – Kassel geschrieben.

Zettel vom obigen Beleg

Lauterberg im Harz, seit 1906 mit dem Zusatz Bad, jetzt Bad Lauterberg liegt heute im Landkreis Göttingen.

  • Lerbach:

Postkarte mit einer eingedruckten Marke und zwei weiteren Briefmarke von Lerbach nach Clausthal, Poststempel vom 6. Oktober 1879

Zettel von obiger Postkarte

Lerbach ist heute ein Ortsteil der ehemaligen Kreisstadt Osterode am Harz im Landkreis Göttingen.

  • Reinhausen:

Eingeschriebener Rückschein von Reinhausen nach Göttingen, Poststempel vom 17. Februar 1877

Zettel vom obigen Beleg

Reinhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Gleichen im Landkreis Göttingen.

  • Salder:

Einschreibbrief vom Amtsgericht in Salder nach Braunschweig, Poststempel vom 13. August 1879

Zettel vom obigen Beleg

Salder ist heute ein Stadtteil von Salzgitter.

  • Wolfenbüttel:

Einschreibbrief von Wolfenbüttel nach Göttingen, Poststempel 26. November 1875

Zettel vom obigen Beleg

Wolfenbüttel ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Die Reihe mit OPD-Gruppendrucken wird fortgesetzt mit dem Typ 2192.

Die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost – OPD Gruppendrucke, Typ 2172

In einem Artikel habe ich eine Einführung zu diesem Thema geschrieben. Hier können Sie ihn lesen.

Dieser Beitrag zeigt Beispiele vom Typ 2172 aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen, im Einsatz ab 1877.

Westfälisch-Oldenburgisch-Bremische Gruppe mit den OPD Arnsberg/Dortmund, Bremen, Minden, Münster und Oldenburg. Herstellung in der Druckerei Bruns in Minden in Halbbogen zu 50 Stück:

Der Typ 2172 wird beschrieben mit zwei Strichen unter dem 0, No und Numerator in schwarz:

  • Bückeburg

Einschreibbrief von Bückeburg nach Stadthagen, Poststempel vom 16. März 1882

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Bückeburg liegt im Landkreis Schaumburg.

  • Grossefehn

Einschreibbrief von Grossefehn nach Emden, Poststempel vom 12. April 1882

Zettel vom obigen Beleg

Grossefehn, heute Großefehn geschrieben, liegt im Landkreis Aurich.

  • Haren a. d. Ems

Einschreibbrief von Haren an der Ems nach Meppen, Poststempel vom 18. August 1882

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Haren liegt im Landkreis Emsland.

  • Hoya

Einschreibbrief von Hoya nach Nienburg, Poststempel vom 25. Oktober 1878

Zettel vom obigen Beleg

  • Leer i. Hann. 2

Einschreibbrief von Leer in Hannover 2 in die Niederlande, Poststempel vom 9. Juni 1881

Zettel vom obigen Beleg

  • Leer i. Hann. 3

Einschreibbrief von Leer in Hannover 3 nach England, Poststempel vom 19. Juli 1879

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Leer in Ostfriesland ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

  • Oldenburg i. Gr.

Einschreibbrief aus Oldenburg im Grossherzogthum ohne Briefmarken und mit Nachporto „50“, handschriftlich in blau. Poststempel 6. Oktober 1879, Brief an die Königliche Landdrostei in Stade. 

Zettel vom obigen Beleg

  • Osnabrück 2

Einschreibbrief aus Osnabrück 2 nach Vechta, Poststempel vom 14. Juni 1882

Zettel vom obigen Beleg

Die kreisfreie Stadt Osnabrück ist Sitz des Landkreises Osnabrück.

  • Rinteln

Einschreibbrief aus Rinteln nach Wetter, Poststempel vom 9. Dezember 1882

Zettel vom obigen Beleg

  • Twistringen

Einschreibbrief aus Twistringen nach Ratzeburg, Poststempel vom 24. Juli 1879

Zettel vom obigen Beleg

  • Verden i. H.

Einschreibbrief aus Verden in Hannover nach Winzlar via Wunstorf Amt Stolzenau, Poststempel vom 11. April 1881

Zettel vom obigen Beleg

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit dem Typ 2191 der OPD Gruppendrucke.

Die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost – OPD Gruppendrucke, Typ 2171

In einem Artikel habe ich eine Einführung zu diesem Thema geschrieben. Hier können Sie ihn lesen.

Dieser Beitrag zeigt Beispiele vom Typ 2171 aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen.

No mit zwei Strichen und Numerator in rot mit Punkt. Im Einsatz ab 1.9.1875:

Westfälisch-Oldenburgisch-Bremische Gruppe mit den OPD Arnsberg/Dortmund, Bremen, Minden, Münster und Oldenburg. Herstellung in der Druckerei Bruns in Minden in Halbbogen zu 50 Stück:

  • Buer

Einschreibbrief und Postauftrag von Buer i Osnabr., Poststempel vom 27. Oktober 1875

Zettel vom obigen Beleg

Buer ist heute ein Stadtteil von Melle im Landkreis Osnabrück.

  • Harpstedt

Einschreibbrief von Harpstedt nach Hannover, Poststempel vom 11. April 1880

Zettel vom obigen Beleg

Harpstedt liegt im Landkreis Oldenburg.

  • Hude

Einschreibbrief von Hude nach Sierße, Poststempel vom 15. Februar

Zettel vom obigen Beleg

Hude liegt im Landkreis Oldenburg.

  • Ihrhove

Telegraphische Depesche mit Vordruckumschlag als Einschreiben von Ihrhove nach Collinghorst, Poststempel vom 10. November 1876

Zettel vom obigen Beleg

Ihrhove ist heute Teil der Gemeinde Westoverledingen im Landkreis Leer.

  • Jever

Briefstück, Einschreiben von Jever nach Berlin, Poststempel 1878

Zettel vom obigen Beleg

Jever ist die Kreisstadt des Landkreises Friesland.

  • Lauenförde

Einschreibbrief von Lauenförde nach Uslar, Poststempel vom 1. Dezember 1878

Zettel vom obigen Beleg

Lauenförde gehört zur Samtgemeinde Boffzen im Landkreis Holzminden.

  • Meppen

Einschreibbrief von Meppen nach Emden, Poststempel vom 22. Mai 1878

Zettel vom obigen Beleg

Meppen ist die Kreisstadt des Landkreises Emsland.

  • Nordhorn

Einschreibbrief von Nordhorn nach Neuenhaus, zurück an Absender, Poststempel vom 24. März 1877

Zettel vom obigen Beleg

Nordhorn ist die Kreisstadt des Landkreises Grafschaft Bentheim.

  • Osnabrück 1

Einschreibbrief von Osnabrück 1 nach Bramsche, Poststempel vom 31. März 1877

Zettel vom obigen Beleg

  • Osnabrück 2

Einschreibbrief von Osnabrück 2 nach Borgwedde bei Venne, Poststempel vom 20. April 1877

Zettel vom obigen Beleg

Osnabrück ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

  • Stadthagen

Einschreibbrief auf Vordruckumschlag von Stadthagen nach Erfurt (Preussen-Provinz Sachsen), Poststempel vom 29. Mai 1877

Zettel vom obigen Beleg

Stadthagen ist die Kreisstadt des Landkreises Schaumburg.

  • Stubben

Einschreibbrief von Stubben nach Hannover, Poststempel vom 6. Mai 1879

Zettel vom obigen Beleg

Stubben ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven.

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit dem Typ 2172 der OPD-Gruppendrucke.

Die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost – OPD Gruppendrucke, Typ 2162

In einem Artikel habe ich eine Einführung zu diesem Thema geschrieben. Hier können Sie ihn lesen.

Dieser Beitrag zeigt Beispiele aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen vom Typ 2162. No. und Numerator in schwarz mit Punkt. Im Einsatz ab 1877:

Norddeutsche Gruppe mit den OPD Hamburg, Hannover, Kiel, Schwerin und Lübeck. Herstellung in der Druckerei Schlüter in Hannover in Bogen zu 100 Stück:

Gleich zu Beginn gibt es drei unterschiedliche Belege aus Alfeld (in Hnvr., i. Hann. und i. Hnvr.) Da haben die Schriftsetzer frei entschieden…

  • Alfeld in Hannover:

Einschreibbrief von Alfeld in Hnvr. nach Everode bei Freden, Poststempel 13. August 1878

Zettel vom obigen Beleg, mit unterem Rand vom Bogen

  • Alfeld in Hannover:

Einschreibbrief von Alfeld i. Hann. nach Hannover, Poststempel 18. November 1879

Zettel vom obigen Beleg

  •  Alfeld in Hannover:

Einschreibbrief von Alfeld i. Hnvr. nach Eschershausen, Poststempel 10. Februar 1882

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Alfeld liegt im Landkreis Hildesheim.

  • Celle:

Postkarte Deutsche Reichspost, Eingeschrieben von Celle 1 nach Leipzig, Poststempel 20. März 1880

Zettel vom obigen Beleg

  • Coppenbrügge:

Einschreibbrief von Coppenbrügge nach Beedenbostel bei Celle, Poststempel 28. Oktober 1879

Zettel vom obigen Beleg

Coppenbrügge liegt im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Und auch in Elze gibt es drei (i. Hnvr., i. Hann. und in Hannover) verschiedene Formulierungen nach der Ortsbezeichnung:

  • Elze in Hannover:

Einschreibbrief von Elze i. Hnvr nach Hannover, Poststempel 24. April 1874

Zettel vom obigen Beleg

  • Elze in Hannover:

Einschreibbrief von Elze i. Hann. nach Domäne Möllenbeck bei Rinteln, Poststempel 4. April 1878

Zettel vom obigen Beleg

  • Elze in Hannover:

Telegramm als Einschreibbrief von Elze in Hannover, 2. April 1879

Zettel vom obigen Beleg

 

Die Nachricht des Telegramms: „Gustav außer Gefahr“

Das Siegel vom obigen Beleg der Kaiserlich Deutsche Telegraphie

Die Stadt Elze liegt im Landkreis Hildesheim.

  • Hannover 1:

Einschreibbrief von Hannover 1 nach Göttingen, Poststempel 14. Dezember 1882

Zettel vom obigen Beleg

  • Hannover 2:

Einschreibbrief von Hannover 2 nach New York, Poststempel 9. September 1880

16 Tage später war der Brief in New York.

Zettel vom obigen Beleg

  • Hannover 3:

Einschreibbrief von Hannover 3 als Postauftrag an das „Kaiserliches Post Amt“ nach Stadtoldendorf, Poststempel 30. April 1877

Zettel vom obigen Beleg

  • Hannover 4:

Einschreibbrief von Hannover 4, Poststempel 1. Dezember 1879

Zettel vom obigen Beleg

Alfeld und Elze boten drei verschiedene Bezeichnungen nach dem Ortsnamen. Hildesheim bietet drei verschiedene Varianten (ohne, i. Hann. und i. Hnvr.) an:

  • Hildesheim:

Einschreibzettel Hildesheim, lose, ohne Bezeichnung hinter Ortsnamen

  • Hildesheim in Hannover:

Einschreibbrief von Hildesheim i. Hann. nach Cöln, Poststempel 25. Juli 1878

Zettel vom obigen Beleg

Einschreibbrief von Hildesheim i. Hnvr. nach Holzhausen bei Pyrmont, Poststempel 22. September 1879

Zettel vom obigen Beleg

  • Hoheneggelsen:

Einschreibbrief von Hoheneggelsen nach Hildesheim, Poststempel 23. November 1878

Zettel vom obigen Beleg

Hoheneggelsen ist ein Ortsteil der Gemeinde Söhlde im Landkreis Hildesheim.

  • Jork:

Einschreibbrief von Jork nach Neuenfelde, Poststempel 13. Oktober 1882

Zettel vom obigen Beleg

Die Gemeinde Jork liegt im Landkreis Stade.

  • Neustadt am Rübenberge:

Einschreibbrief von Neustadt a. Rbge. nach Berlin, Poststempel 29. Juli 1878

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Neustadt am Rübenberge liegt in der Region Hannover.

  • Peine:

Postkarte, Eingeschrieben von Peine nach Coburg, Poststempel 27. Februar 1878

Zettel vom obigen Beleg

  • Soltau:

Postauftrag, Einschreibbrief von Soltau i. Hann. nach Plau, Poststempel 28. November 1877

Zettel vom obigen Beleg

Die Stadt Soltau gehört zum Landkreis Heidekreis.

  • Trebel:

Trebel, Zettel von einem Briefstück 1879

Die Gemeinde Trebel liegt im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

  • Uelzen:

Einschreibbrief von Uelzen nach Wieren bei Ülzen, Poststempel 11. August 1880

Die beiden linken Briefmarken in der Währung Pfennig, die rechte Marke mit dem Wort Pfennige.

Zettel vom obigen Beleg

Uelzen ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Die Reihe mit OPD-Gruppendrucken wird fortgesetzt mit dem Typ 2171.

Die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost – OPD Gruppendrucke, Typ 2161

In einem Artikel habe ich eine Einführung zu diesem Thema geschrieben. Hier können Sie ihn lesen.

Dieser Beitrag zeigt Beispiele vom Typ 2161 aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen. No. und Numerator in rot mit Punkt. Im Einsatz ab 1.9.1875:

Norddeutsche Gruppe mit den OPD Hamburg, Hannover, Kiel, Schwerin und Lübeck. Herstellung in der Druckerei Schlüter in Hannover in Bogen zu 100 Stück:

  • Cuxhaven

Einschreibbrief von Cuxhaven nach Lübeck, Poststempel 20. Mai 1877

Zettel vom obigen Beleg

  • Hameln

Einschreibbrief von Hameln nach Hannover, Poststempel 10. Februar

Zettel vom obigen Beleg

  • Hannover 2

Einschreibbrief von Hannover 2 nach Amsterdam, Poststempel 22. September 1875

Zettel vom obigen Beleg

  • Linden vor Hannover

Einschreibbrief von Linden vor Hann. nach Leipzig, Poststempel 22. Oktober 1875

Zettel vom obigen Beleg

Linden ist heute ein Stadtteil der Landeshauptstadt Hannover.

  • Oberndorf in Hannover

Einschreibbrief von Oberndorf i. Hann. nach Neuhaus Oste, Poststempel 16. Mai 1877

Zettel vom obigen Beleg

Oberndorf ist heute eine Gemeinde in der Samtgemeinde Land Hadeln im Landkreis Cuxhaven.

  • Rethen an der Leine

Einschreibbrief von Rethen a. d. Leine nach Groß Lobke, Algermissen, Poststempel 22. April 1878

Zettel vom obigen Beleg

Rethen ist heute ein Ortsteil der Stadt Laatzen in der Region Hannover.

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit dem Typ 2162 der OPD Gruppendrucke.

Die zweiten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost – OPD Gruppendrucke

In einem früheren Artikel hatte ich mich mit den ersten Einschreibzetteln der Deutschen Reichspost beschäftigt. Diesen Beitrag können Sie zur Einstimmung gern hier nachlesen.

Wir begeben uns jetzt in das Jahr 1875. Mit dem Amtsblatt der Deutschen Reichspostverwaltung Nummer 63 vom 7. August 1875 wird in der Verordnung 161 geregelt:

„Einführung neuer Zettel zur Bezeichnung der Einschreibbriefsendungen“ ab 1. September 1875:

Auszug aus Amtsblatt Deutschen Reichspostverwaltung, Nummer 63, Verordnung 161, 7. August 1875

Der wesentliche Unterschied zu den ersten Ausgaben ist die Nennung des Ortes auf dem Zettel. Und die Zettel erscheinen noch ohne den Buchstaben „R“. Dieses erfolgt erst im Jahre 1883.

Ein feines, kleines, abgeschlossenes Sammelgebiet von 1875 bis 1883.

Der Aufbrauch dieser Zettel dauerte wie alle Einschreibzettel der folgenden Postperioden über die Einführung der folgenden Einschreibzettel hinaus. Der jüngste mir vorliegende Beleg stammt aus dem Jahr 1892.

Dieses ist die Einleitung in diesen Zeitabschnitt. Sechs weitere Artikel werden folgen, da durch die Zuständigkeiten der Oberpostdirektionen (OPD) und der Auswahl unterschiedlicher Druckereien verschiedene Zettelvarianten produziert worden sind.

In diesem und den folgenden Beiträgen werden die Gebiete der OPD mit den Gruppendrucken der Norddeutschen, der Westfälisch-Oldenburgisch-Bremische und der Hessisch-Braunschweigisch-Württembergische Gruppe vorgestellt, soweit in diesen Gebieten Orte aus dem heutigen Niedersachsen liegen.

Gleich bei allen Zetteln sind die in schwarz geschriebenen Ortsnamen, das Wort Eingeschrieben in rot und die roten Rahmen. Alle Zettel sind aus einem Bogen ausgeschnitten und daher ungezähnt.

Die Unterschiede der Varianten ergeben sich durch die Schreibweise der Nummer (No.No mit zwei Strichen unter 0, – o hochgestellt) und der Farbwahl der dritten Zeile.

1. Norddeutsche Gruppe mit den OPD Hamburg, Hannover, Kiel, Schwerin und Lübeck. Herstellung in der Druckerei Schlüter in Hannover in Bogen zu 100 Stück:

Zettel Typ 2161, im Einsatz ab 1.9.1875:

Cuxhaven. No. und Numerator in rot mit Punkt

Zettel Typ 2162, im Einsatz ab 1877:

Alfeld i. Hnvr. No. und Numerator mit Punkt in schwarz

2. Westfälisch-Oldenburgisch-Bremische Gruppe mit den OPD Arnsberg/Dortmund, Bremen, Minden, Münster und Oldenburg. Herstellung in der Druckerei Bruns in Minden in Halbbogen zu 50 Stück:

Zettel Typ 2171, im Einsatz ab 1.9.1875:

Harpstedt. No mit zwei Strichen und Numerator mit Punkt in rot

Zettel Typ 2172, im Einsatz ab 1877:

Grossefehn. No mit zwei Strichen und Numerator mit Punkt in schwarz

3. Hessisch-Braunschweigisch-Württembergische Gruppe mit den OPD Braunschweig, Darmstadt, Frankfurt, Kassel und Stuttgart. Herstellung in der Druckerei Osterrieth in Frankfurt/Main in Halbbogen zu 50 Stück:

Zettel Typ 2191, im Einsatz ab 1.9.1875:

Salder. Nº und Numerator in rot ohne Punkt

Zettel Typ 2192, im Einsatz ab 1877:

Königslutter. Nº und Numerator in schwarz ohne Punkt

Es ist eine Freude, die über 100 Jahre alten Belege zu betrachten.

In den nachfolgen Beiträgen in den kommenden Monaten stelle ich die verschiedenen Typen mit Belegen und losen Zetteln vor:

Von einigen Orten sind bisher zwei verschiedene Typen bekannt:

  • Braunschweig 2191 und 2192
  • Göttingen 2191 und 2192
  • Hannover 2161 und 2162
  • Königslutter 2191 und 2192
  • Lauterberg 2191 und 2192
  • Osnabrück 2171 und 2172
  • Wolfenbüttel 2191 und 2192

Quellen:

  • Amtsblatt Deutschen Reichspostverwaltung, Nummer 63, Verordnung 161, 7. August 1875
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Typenaufstellung und Bewertung der deutschen R-Zettel-Gruppendrucke von 1875 bis 1934, Rolf Neckermann, 2011, morgana edition, Moderne Postgeschichte Band 14

Emden, kaiserliches Post- und Telegraphenamt

Ein unscheinbarer Beleg von Emden nach Lübeck. Aber die zwei Buchstaben hinter dem Ortsnamen auf dem Einschreibzettel machen mich neugierig:

TA

Die Abkürzung steht für Telegraphenamt und beinhaltet in voller Länge das kaiserliche Post- und Telegraphenamt in Emden

Das Wort Telegraphie, wurde aus dem Griechischen entlehnt (telos = fern, Graphen = schreiben)

Das im 19. Jahrhundert erfundene Telegramm war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine der schnellsten Möglichkeiten, wichtige Informationen zu übermitteln. Persönlich oder telefonisch beim Post- oder Telegraphenamt diktierter Text wurde in der Regel per Fernschreiber an ein Post- oder Telegrafenamt in der Nähe des Empfängers übermittelt und dann per Bote zugestellt.

Poststempel Emden vom 8. September 1943 mit R-Zettel der Einheitsausgabe des Deutschen Reiches. Brief nach Lübeck

Einschreibzettel vom obigen Beleg

Wo stand in Emden das kaiserliche Post- und Telegraphenamt?

Kartenausschnitt eines Stadtplans von Emden, ca. 1908

Über der Bezeichnung „Delft“ auf dem Gewässer liegt eingerahmt zwischen der Großen Osterstraße und der Großen Brückstraße die Post, das kaiserliche Post- und Telegraphenamt.

Die Geschichte begann am 1. Januar 1855 mit der Eröffnung der Königlich Hannoverschen Telegraphenstation in Emden mit dem Betrieb von Seekabeltelegraphie.

Die Post war beim Bahnhof untergebracht. Die Telegraphenstation war Mieter im Kappelhoffschen Haus am Delft 25/26.

Der ständig zunehmende Postverkehr, die Zusammenlegung der Post mit dem Telegraphenwesen, erforderte einen Neubau. In Emden (bzw. im Reichspostamt in Berlin) entschloss man sich, die Post und Telegraphie) an einem neuen Standort unter einem Dach zu vereinen.

Das Kaiserliche Postamt wurde im Stile der italienischen Neorenaissance von 1877 bis 1879 zur Zeit des Postministers Heinrich von Stephan an der Brückstraße, Ecke Grauferdstraße erbaut.

Am 1. April 1879 fand die feierliche Einweihung statt.

Das Erdgeschoß wurde ausschließlich für den Postbetrieb eingerichtet. Im ersten Stock befanden sich die Diensträume vom Telegraphenamt und die Dienstwohnung des Telegraphenamt-Vorstehers. Das zweite Stockwerk enthielt die Räume für den Betrieb der Vereinigten deutschen Telegraphengesellschaft und für die Abteilung der Indo-European-Telegraph-Company, sowie die Dienstwohnungsräume für den Postamtsvorsteher.

Für den Telegrapfenbetrieb wurde 1879 in Emden 28 einmündende Leitungen, davon 15 für den internationalen und 13 für den inländischen Verkehr genutzt.

1894 bis 1896 wurde das Gebäude erstmalig ergänzt.

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr, Postkarte mit Stempel vom 2. Januar 1901

Die Abbildungen zeigen im Jahr 1900 die Verbindungen der Kabel von und nach Emden. Rechte Bildseite die Darstellung des Kaiserlichen Post- und Telegraphenamtes. Bildmitte die namentliche Auflistung von Malmoe, Wien, Amsterdam und Rotterdam. Links die Namen der Verbindungen nach Bacton (England), Lowestoft (östlichste Stadt Großbritanniens), Hamburg-Bremen-Berlin, Azoren (in Horta auf der Insel Fayal), New York, Vigo (Spanien) und Valentia (Irland).

Ergänzt werden können die Verbindungen nach Santa Cruiz auf Teneriffa (Spanien), Monrovia (Liberia), Recife di Parnambuco (Brasilien), Lome (Togo), Duala (Kamerun), Brest (Frankreich).

Das Telegraphenamt war das größte Kabelamt der Welt mit weltweiten Verbindungen.

Am 30. Juli 1902 besichtigte Se. Majestät der Kaiser das Telegraphenamt in Emden. Neben den üblichen Ritualen einer Besichtigung wurde aus Vorführungsgründen zwei Telegramme nach New York und Horta gesendet. Kurze Zeit später kamen die Antworten:

nach New York: Seine Majestät der Deutsche Kaiser besichtigen soeben die Anlagen des hiesigen Telegraphenamts. Empfangsbestätigung erbeten. aus New York: Wir würden glücklich sein, wenn Seine Majestät der Deutsche Kaiser mit den Leistungen der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft zufrieden wären.

nach Horta: Seine Majestät der Kaiser besichtigen soeben das Telegraphenamt in Emden und wünschen den Beamten der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft in Horta ferneres gedeihliches Wirken. Antwort aus Horta: Die Beamten der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft in Horta, hochbeglückt durch das gnädige Gedenken, bitten Seiner Majestät allerunterthänigsten Dank darbringen zu dürfen.

Am 6. Februar 1903 ging diese Postkarte auf die Reise, linke Bildseite das Post- und Telegrapfenamt. Interessant der Blick in die Grosse Brückstraße und die Bebauung gegenüber dem Amt.

Der Turm war 75 Meter hoch, trug vier Uhren und eine Glocke und hatte auf der Spitze einen Drachen als Windzeiger!

Von 1908 bis 1910 gab es eine weitere bauliche Erweiterung.

Die Straßennamen in Emden haben sich, wie in anderen Orten auch, geändert. Die Große Osterstraße heißt jetzt Osterstraße. Und die Große Brückstraße hat ebenfalls den Zusatz eingebüßt. Die Grauferdstraße wurde in Stephanstraße umbenannt.

Für Emden war die Erfindung der Telegrafie ein Glücksfall. Und die exponierte Lage von Emden im Nordwesten des Landes an der Nordsee war Voraussetzung für die vielen zu verlegende Seekabel.

Kaiserliches Telegraphenamt, Inschrift über der obersten Fensterreihe, linker Anbau noch nicht vorhanden

Porträtbüste Heinrich von Stephan in Emden, auf einer Grünfläche zwischen Am Brauersgraben und Stephansstraße

„Am 15. April 1896 wurde das Stephans Denkmal in Emden feierlich enthüllt. Es steht auf dem Stephansplatz gegenüber dem Reichspostgebäude. Stifter des Denkmals sind Bürger der Stadt Emden und andere Verehrer des Staatssecretairs. Das Denkmal soll ein Zeichen der Dankbarkeit für die hohen Verdienste sein, welche sich der Begründer des Weltpostvereins besonders um das Aufblühen der Stadt Emden erworben hat, die es dem Staatssecretairs verdankt, daß sich durch ihre unterseeische Telegraphenverbindung eine an Bedeutung stetig wachsende Vermittlungsstelle des telegraphischen Weltverkehrs geworden ist.“

Im Erdgeschoß des Gebäudes befand sich das Postamt. In der 1. und 2. Etage war das Telegrafenamt untergebracht.

Der Erweiterungsbau des Post- und Telegraphenamtes in Emden, Ansicht Große Osterstraße, Postkarte mit Stempel vom 20. September 1911

Von Lambert Anneken, Quelle siehe unten, stammen die Beobachtungen aus den beginnenden 1930er Jahren. „Arbeitskittel und die zum Aufkleben der Telegramme benötigte Schere mußte sich jeder selbst kaufen. Nur die Farbstifte zur Markierung der verschiedenen Telegrammarten wurden geliefert, gegen schriftliches Anerkenntnis und mit der Mahnung sparsam mit dem Reichseigentum umzugehen. Die Arbeit im Betrieb erfolgte im Schichtdienst. In den Tagesstunden wurden der europäische Verkehr und der Verkehr von Europa nach Übersee abgewickelt. Gegen Abend setzte dann der Hauptverkehr aus Amerika ein, der erst gegen 4.00 Uhr morgens abebbte. Emden hatte den Ruf, das Telegraphenamt mit den kürzesten Laufzeiten und mit der geringsten Fehlerquote zu sein.“

Das Kaiserliche Post- und Telegraphenamt auf einer Postkarte vom 12. Februar 1912, über der obersten Fensterreihe Inschrift Kaiserliches Telegraphenamt, der linke Anbau steht

Der 2. Weltkrieg beeinflusste auch hier das Geschehen. Eine Luftmine traf im März 1941 den östlichen Teil des Gebäudes. Der Turm wurde im April 1941 abgebrochen, um feindlichen Flugzeugen kein Anflugziel zu bieten. Am 6. September 1944 brannte ein großer Teil des Gebäudes nach einem Bombenangriff aus und wurde zerstört.

Zerstörtes Post- und Telegraphenamt, Stephanstraße

Der Wiederaufbau der Gebäude, 1952

Das Fernmeldeamt Emden wurde am 9. März 1964 nach Leer verlegt. Damit hat das alte TA Emden, das erst seit 1952 die Bezeichnung Fernmeldeamt trug, nach 109 Jahren sein Ende gefunden.

Das Amt hatte erhebliche Bedeutung für die deutsche, europäische und die Weltwirtschaft. Viele Millionen Telegramme des Überseeverkehrs hatten in ihrer Leitwegangabe die Bezeichnung „via Emden“.

Mit der Privatisierung der Deutschen Bundespost im Rahmen der Postreform zum 1. Januar 1995 wurden die Fernmeldeämter aufgelöst.

Die Deutsche Post hat den Telegrammdienst zum Jahresende 2022 einstellt. 2018 hatte die Post bereits den Versand von Telegrammen ins Ausland eingestellt. Mit der Verbreitung des Telefons und mehr noch mit dem Aufkommen von Internet und Smartphones verlor das Telegramm an Bedeutung.

Im Mai 2024 werden die vorhandenen Gebäude von verschiedenen Firmen genutzt:

Straßenansicht Osterstraße

Rückseite Innenhof, über Brückstraße, ehemaliger Posthof

Ein Fernmeldeturm auf dem Gelände erinnert eher zufällig an die lange Geschichte des Telegraphenamts in Emden

Quellen:

  • Archiv für Post und Telegraphie, Nr. 9, 1879, Das neue Reichs-Post- und Telegraphengebäude in Emden
  • Archiv für Post und Telegraphie, Nr. 16 und 17, 1886, Emden und seine Telegraphenanstalten, Hofmeister
  • Archiv für Post und Telegraphie, Nr. 8, April 1896, Das Stephans Denkmal in Emden
  • Archiv für Post und Telegraphie, Nr. 9, Mai 1896, Das Stephans Denkmal in Emden, Nachtrag
  • Archiv für Post und Telegraphie, Nr. 19, 1902, S. 591-593, Die Besichtigung des Telegraphenamts Emden durch Se. Majestät den Kaiser
  • Bunkermuseum Emden, Aus den Aufzeichnungen des Telegraphenamtes Emden vom 6. September 1944 von Internetseite https://bunkermuseum.de/pdf/angriffe_emden/telegrafenamt_emden_6_september_1944.pdf, abgerufen am 11. Juni 2024
  • Geschichte des Telegraphenamtes Emden, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen am 1. Januar 1955, Fritz Thole, Oberpostdirektion Bremen
  • Postgeschichtliche Blätter Weser-Ems, Das Telegraphenamt Emden 1855 – 1964, Hefte 10 und 12
  • Heiteres und Besinnliches aus meiner Zeit beim TA Emden, Lambert Anneken, Postgeschichtliche Blätter Weser-Ems, 1986
  • Fotos vom Autor, Mai 2024

Und ich danke Herrn Hans-Jürgen Hinrichs, Emden herzlich für die Unterstützung bei der Literatursuche und den Postkartenabbildungen.

Die technischen Besonderheiten des Telegraphendienstes sollten in diesem Artikel nicht beschrieben werden. Es würde den Ansatz dieses Blog sprengen. Wer sich für Überseekabel, telegraphische Depeschen, Morse Apparate, Streifensender, Dreitastenlocher oder Multiplex Verteiler interessiert, wird auch auf die obigen Quellen hingewiesen.

Ein Lesetipp zu einem anderen Emden Artikel: Emden-Außenhafen

Offene Fragen:

Läßt sich nachfolgender s/w Scan auch in Farbe belegen?

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist emden_000687.jpg

R-Zettel Emden Tel, Unterscheidungsbuchstabe a

Lassen sich andere Fernmeldeämter oder Telegraphenämter im heutigen Niedersachsen mit Einschreibbriefen belegen? Beispielhaft in:

  • Braunschweig
  • Cuxhaven
  • Göttingen
  • Hannover
  • Hildesheim
  • Leer
  • Oldenburg
  • Osnabrück
  • Uelzen

Ich freue mich auf Ihre Zuschriften!

Siegel Kaiserliches Deutsches Telegraphenamt Emden

 

 

Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben

Eine Stadt, die unter diesem Namen nicht einmal sieben Jahre existierte.

Um diesen Käfer ging es. Auf der Tür die Abkürzung KdF.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel Abbildungen aus dem Dritten Reich enthält.

Und bitte beachten Sie §86 und §86a Strafgesetzbuch. Sie versichern die Abbildungen aus der Zeit des III. Reiches nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken zu lesen oder weiter zu verarbeiten.

Bitte respektieren Sie diese Aufforderung!

Die Geschichte der Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben, von Wolfsburg und von Volkswagen ist dermaßen umfangreich, dass sie viele Meter Literatur in Bibliotheken füllt und einen Blog zur Postgeschichte von Niedersachsen sprengen würde.

Am 4. Oktober 1937 erließ die damalige Reichsregierung das Gesetz zur Neugestaltung deutscher Städte. Dieses Gesetz zielte auf den repräsentativen Umbau von zunächst vier Städten, die im Blick Hitlers lagen – die sog. Führerstädte München, Nürnberg, Berlin, Hamburg, sowie Linz nach der Annektion Österreichs. Auf Druck der Gauleiter wurden die meisten Gauhauptstädte einbezogen, als erste Stadt Weimar; schließlich das zukünftige Wolfsburg als neuer Industriestandort.

Am 26. Mai 1938 fand die feierliche Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes statt. Mit Wirkung vom 1. Juli wird durch Erlass des Oberpräsidenten der Provinz Hannover die „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ gegründet.

Sonderstempel, Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes, 26. Mai 1938, Rothenfelde über Vorsfelde, Abbildung Volkswagen, DAF-Rad (Abzeichen der Deutschen Arbeitsfront)

Aus diesem Anlass wurden zwei fahrbare Postämter vor Ort eingesetzt.

Das Sonderpostamt und der oben abgebildete Sonderstempel wurden im Amtsblatt des Reichspostministeriums, Bekanntmachungen der Deutschen Reichspost, Nr. 60 am 24. Mai 1938 angekündigt

Text der Ankündigung: Rothenfelde über Vorsfelde: 2 Fahrbare Postämter, Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes durch den Führer und Reichskanzler, 26. Mai 1938, Fußnote. Auch nehmen die Sonder-PÄ Telegramme an und vermitteln Ferngespräche. Es werden auch die Sonderwertzeichen zum 30. Januar 1938 (6+4 Rpf, 12+ 8 Rpf, Postkarten 6 + 4 Rpf) abgegeben. Schriftliche Anträge auf Gefälligkeitsstempelungen – jedoch nur für die angegebenen Sondermarken – sind bis zum 31. Mai an die Versandstelle für Sammlermarken in Berlin W 30 zu richten. Beschreibung des Stempels: Rothenfelde über Vorsfelde, Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes 26.5.1938 und das Bild des Volkswagens mit dem Zahnrad der Deutschen Arbeitsfront im Hintergrund.

Der KdF Wagen, der spätere VW Käfer von 1938…

mit dem typischen Brezelfenster (Rückfenster), unverkäuflicher Prototyp

Im Amtsblatt der Regierung zu Lüneburg wird am 9. Juli 1938 die Stadtgründung bekannt gemacht.

Das heute Wolfsburg wurde als Stadt des KdF.-Wagens bei Fallersleben 1938 gegründet. Gründungsanlass war die Entscheidung ein Automobilwerk und die dazu gehörende Stadt zu bauen. Dieses sollte strategisch gelegen auf der grünen Wiese passieren. Vordergründig ging es um den Bau von KdF.-Wagen für fleißige Sparer zum festgesetzten Preis von 990 Reichsmark. In Wahrheit diente das Werk als Rüstungsbetrieb.

Was bedeutet KdF? Die nationalsozialistische Gemeinschaft Kraft durch Freude (KdF) wurde am 27. November 1933 als Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront (DAF) gegründet.

Poststempel Stadt des KdF.-Wagens bei Fallersleben, 6. September 1938, Unterscheidungsbuchstabe C

Die Aller-Zeitung berichtet am 4. November 1938 vom „Der Postdienst in der Stadt des KdF.-Wagens“:

Auszüge aus dem abgebildeten Zeitungsartikel:

„Der ständige Berichterstatter des NS-Gaudienstes Ost-Hannover beim Volkswagenwerk gibt uns folgenden Bericht: …Äußerlich unterscheidet sich das Postamt der Stadt des KdF.-Wagens im Gemeinschaftslager nur durch das Schild „Deutsche Reichspost“, den Briefkasten, den Marken- und Wertzeichengeber und den Postkraftwagen von den anderen Baracken…Das Postamt liegt im Mittelpunkt des Lagers…Das Postamt ist zuständig für das gesamte Stadtgebiet der Stadt des KdF.-Wagens, einschl. der Ortsteile Wolfsburg, Rothenfelde, Rothenhof und Heßlingen…Sechs Schalter liegen hier nebeneinander…Postamt gehört seit 1. September 1938 zur RPD (Reichspostdirektion) Hannover…eigene Verzollungsstelle für Auslandspakete…33700 Briefsendungen und Postkarten ins Inland und 25100 Sendungen ins Ausland, monatlich…

Die R-Zettel der Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben unterscheiden sich durch die Schriftart, Schriftgröße, Unterscheidungsbuchstaben, Postamtsbezeichnung und durch die Anzahl der Zeilen:

R-Zettel zweizeilig, ohne Postamtsbezeichnung

R-Zettel dreizeilig, ohne Postamtsbezeichnung

R-Zettel zweizeilig, ohne Postamtsbezeichnung, Unterscheidungsbuchstabe a

R-Zettel zweizeilig, ohne Postamtsbezeichnung, Unterscheidungsbuchstabe b

R-Brief Stadt des KdF.-Wagens bei Fallersleben, Poststempel vom 15. August 1938, nach Münster

R-Zettel vom obigen Beleg, dreizeilig, ohne Postamtsbezeichnung

Am Montag, 18. Juli 1938 erhielt die damals gerade knapp drei Wochen alte Stadt ihr eigenes Postamt im Bereich der alten Dorfstelle Wellekamp, Rothehofer Straße / Ecke Clausewitzstraße.

In der neugegründeten „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ war die Stellung des Postamtes besonders bedeutsam. Denn die Bevölkerung der neugegründeten Stadt setzte sich aus vielen Teilen Deutschlands zusammen. Der Briefverkehr war für die neuen Einwohner zumeist die einzige Möglichkeit, Kontakt zur Familie in der Heimat zu halten. Nachdem im September 1938 die ersten italienischen Arbeitskräfte in der Stadt angekommen waren und im Laufe des Krieges vermehrt ausländische Zwangsarbeiter in der Stadt und im Werk eingesetzt wurden, begann die Post als Kommunikationsmittel weiter an Bedeutung zu gewinnen. 

Das neue Postamt, 1939, Aufnahme von Fritz Heidrich

Das neue Postamt verfügte über sechs Schalter und befand sich in einer Baracke am Appellplatz des Gemeinschaftslagers. Der Aller-Zeitung zufolge unterschied es sich lediglich durch das Schild „Deutsche Reichspost“, den Briefkasten, den Marken- und Wertzeichengeber sowie den Postkraftwagen von den anderen Baracken, die das Erscheinungsbild der Stadt bis weit in die Nachkriegszeit prägen sollten.

Zuvor war der Postverkehr durch eine Zweigstelle des Postamtes Vorsfelde in Heßlingen abgewickelt worden.

Die Aller-Zeitung berichtet am 12. Juli 1939 über „Das neue Postamt eröffnet“:

„Das neue Postamt eröffnet. Das ansprechende Gebäude des neuen Postamtes, das gegenüber der Tullio-Cianetti-Halle liegt, hat am Montag seinen Betrieb eröffnet. Der gesamte Postbetrieb erfolgt jetzt hier und nicht mehr in der alten Postbaracke, die einem anderen Zweck zugeführt wird. Der große Schalterraum läßt eine reibungslose und schnelle Abfertigung zu. Die eine Seite dieses Raumes ist nur für Paketausgabe und -annahme eingerichtet. Die hinter dem Schalterraum liegenden großen freien Räume sind für den nötigen Postverwaltungsbetrieb eingerichtet. Nett und freundlich liegt der hell und bunt geputzte langgestreckte Bau neben der riesigen Halle. Einladend wirken die beiden am Eingang angebrachten Kandelaber.“

Die Stadt des KdF-Wagens war eine einzige Großbaustelle und bestand in ihren Anfängen im Wesentlichen aus Baracken:

Postkarte, Das deutsche Volkswagenwerk, Gemeinschaftslager

Die Postkarte ist im Juli 1942 abgestempelt worden, die Aufnahme also aus dem Jahr oder früher. Das Gemeinschaftslager ist als Barackenlager eingerichtet. Die Cianetti-Halle ist als höchstes Gebäude zu erkennen.

Tullio-Cianetti-Halle, Postkartenmotiv

Die Cianetti-Halle, eine Holzkonstruktion, wurde auch „Halle der Fünftausend“ genannt, was eine ungefähre Vorstellung von der Größe dieses Veranstaltungsortes mitten im Gemeinschaftslager geben mag. Sie war Veranstaltungsort für Konzerte, Theater, Kabarett, Kino, Sport und politische Kundgebungen.

(Anmerkung zu Tullio Cianetti: Italiener, 1899 bis 1976, Gewerkschaftsvertreter verhandelte 1937 als Präsident des italienischen Industriearbeiterverbandes mit Robert Ley, Leiter Deutsche Arbeitsfront DAF, über eine Entsendung von italienischen Facharbeitern in das Deutsche Reichsgebiet.)

Die Absenderangaben einzelner Belege sind ein eigenes Forschungsgebiet, beispielhaft: Gemeinschaftslager 8/6, Hafenlager Stuben 95 Barraque 7, Gemeinschaftslager Volkswagenwerk, (nur) 7/42, Gemeinschaftslager 21/56 oder Gemeinschaftslager 9/58.

R-Zettel zweizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1, größere Schrift

R-Zettel zweizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1, kleinere Schrift

R-Brief Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben 1, Poststempel vom 14. August 1944, Brief nach Wittingen, Nachnahme, Absender Gemeinschaft Deutscher Sammler e.V., Gau Ost-Hannover, Kreis Gifhorn, Ortsgruppe Stadt des KdF.-Wagens

R-Zettel vom obigen Beleg

R-Zettel zweizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1, Unterscheidungsbuchstabe a

R-Zettel zweizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1, Unterscheidungsbuchstabe b, Verwendung ca. 1942

R-Zettel zweizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1, Unterscheidungsbuchstaben VW, Selbstbucher Volkswagenwerk

R-Brief Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben 1, Unterscheidungsbuchstaben VWW (Volks Wagen Werk), Absenderfreistempel vom 25. April 1944 Volkswagen-Werk GmbH, Selbstbucher

R-Zettel vom obigen Beleg

Absenderfreistempel vom obigen Beleg

Das Postaufkommen lag im November 1938 bereits bei etwa 2.000 Sendungen pro Tag – und dies obgleich die Stadt in jenen Tagen gerade einmal rund 5.500 Einwohner hatte, davon etwa 2.500 Italiener. Zum gleichen Zeitpunkt hatte die Post bereits mehr als 25.000 Auslandssendungen abgefertigt. Der Presseberichterstattung zufolge hätten die Postbeamten aus diesem Grund gar italienisch gelernt. Die Zustellung im Lager selbst erfolgte direkt an die Empfänger, und zwar zweimal am Vormittag und einmal in den Abendstunden. Pakete mussten jedoch direkt im Postamt, das über eine eigene Verzollungsstelle verfügte, abgeholt werden. Zudem existierten gesonderte Briefumschläge für deutsche und italienische Arbeiter. Auch den im Laufe des Krieges in die Siedlung am Mittellandkanal verschleppten Zwangsarbeitern war der Postverkehr mit ihren Angehörigen in der Heimat gestattet, solange Postverbindungen in die besetzten Gebiete bestanden. Allerdings unterlagen die Briefe der Zensur. 

Die Aller-Zeitung berichtet am 18. November 1939 vom „Dienst am Kunden“ in der Stadt des KdF.-Wagens:

„Stadt des KdF.-Wagens – Das Postamt übt Dienst am Kunden. Nachdem wir erst kürzlich davon berichtet hatten, daß im Vorraum des Postamtes Schließfächer eingerichtet worden sein, hat man jetzt auch zwei Telefonzellen dort geschaffen, in denen Münzfernsprecher angebracht sind. Die Fernsprecher sind auch während der Mittagsstunden zu benutzen. Es sei schließlich noch darauf hingewiesen, daß sich dort auch Markenautomaten befinden. Man sieht, daß unsere Reichspost vorbildlich bemüht ist, Dienst am Kunden zu üben.“

R-Zettel dreizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1

R-Zettel dreizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1, Unterscheidungsbuchstabe a

R-Brief Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben 1, Unterscheidungsbuchstaben a, Poststempel vom 23. April 1943 nach Laußig

R-Zettel vom obigen Beleg, dreizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1

R-Zettel dreizeilig, mit Postamtsbezeichnung 1, Unterscheidungsbuchstabe a, Wort „des“ nicht ausgeschrieben

Die Aller-Zeitung berichtet am 5. September 1940 von der Eröffnung des Zweigpostamtes im Stadtteil Steimker Berg:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Aller-Zeitung-5.9.40-Das-erste-Zweigpostamt-errichtet-Ausschnitt-1024x489.png

„Stadt des KdF.-Wagens. Das erste Zweigpostamt errichtet. Mit Wirkung zum 3. September wurde in der Stadt des KdF-Wagens ein neues Postamt als erstes Zweigpostamt am Steimker Berg, Alte Landstr. (Hausnr. 25), errichtet, das als Zweigpostamt der Stadt unterstellt ist. Im Zuge des Ausbaus wurde ein neuer Münzfernsprecher aufgestellt, und neue Briefkästen wurden in den einzelnen Stadtteilen angebracht. Das Personal wurde weiterhin insbesondere für die Zustellung vermehrt, so daß in der Brief- und Paketzustellung eine wesentliche Beschleunigung erreicht worden ist.“

R-Zettel zweizeilig, mit Postamtsbezeichnung 2, größere Schrift

R-Zettel zweizeilig, mit Postamtsbezeichnung 2, kleinere Schrift

Ein R-Zettel mit dem Unterscheidungsbuchstaben „a“ ist belegt (ohne Abbildung).

Angesichts des kriegsbedingten Mangels an Arbeitskräften stellte die Post im März 1943 erstmals auch vier Frauen als Postbotinnen ein und setzte sie im Zustell- und Bahnhofsdienst ein. Obwohl der Aufbau der als NS-Musterstadt geplanten „Stadt des KdF-Wagens“ voranschritt, erhielt das Postamt damit erneut einen provisorischen Bau. 

Stadtplanausschnitt Stadt des KdF.-Wagens, Stand Oktober 1941. Die Stadt ist südlich des Mittelkanals gebaut. (Das Werk nördlich des Kanals, nicht eingezeichnet) Die beiden Postämter sind eingetragen. Die Hauptpost oben links gegenüber der Cianetti-Halle Rothehofer Straße / Ecke Clausewitzstraße. Das Zweigpostamt im Stadtteil Steimkerberg, unten rechts auf der Karte, Alte Landstraße.

Paketkarten von Stadt des KdF.-Wagens bei Fallersleben mit dem Taxquadrat 1049 sind bekannt von den Postämter 1 und 2, und ohne Postamtsbezeichnung.

Das wahre Gesicht des KdF-Programms veranschaulicht folgendes: Ab 1938 sollte die Massenmotorisierung der deutschen Bevölkerung eingeleitet werden. Dazu wurden Sparkarten für den eigens entwickelten sehr günstigen Volkswagen ausgegeben. Keiner der 336.000 Besteller erhielt jedoch seinen Wagen, die Menschen finanzierten stattdessen mit ihren Spargroschen den Bau des „Kübelwagens“ für den Kriegseinsatz.

Die Stadtverordnetenversammlung von „Wolfsburg“ trat am 25. Mai 1945 zum ersten Mal zusammen und beschloss auf Drängen der Besatzungsmacht die Änderung des bisherigen Stadtnamens „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ in „Wolfsburg“. Damit erhielt die Stadt ihren endgültigen Namen nach dem bereits 1302 urkundlich erwähnten Schloss Wolfsburg an der Aller.

Zum 1. Oktober 1951 wurde Wolfsburg kreisfreie Stadt und aus dem Landkreis Gifhorn „ausgekreist“.

Das Volkswagen Werk Wolfsburg, hinter den Bahngleisen und am Mittellandkanal, 2023

„Wolfsburgs Entwicklungsgeschichte ist vielleicht das bewegendste Beispiel dafür, das aus einem überaus fragwürdigen Beginn dennoch eine gute Sache werden kann. Der Volkswagen, ersonnen in der Zeit des bösen Deutschlands, wurde zum Symbol des guten.“ Zitat von Christoph Stölzl

Lesetipp:

In Niedersachsen gibt es zwei Städte mit vergleichsweise jungen Gründungsdaten. Neben Wolfsburg (1945) ist das die ca. 55 km entfernte, südlich gelegene Stadt Salzgitter (1942).

Etwas Buntes zum Abschluss des Artikels. Nicht nur viele Meter Literatur in Bibliotheken füllt das Thema KDF und VW. Auch in den unterschiedlichsten Ecken dieser Welt ist das Thema auf Briefmarken oder Belegen präsent:

Deutsches Reich, 17. Februar 1939, Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung, Berlin, Volkswagen (KDF-Wagen), Michel Nr. 688

Der komplette Briefmarkensatz (Michel Nr. 686-688) mit 6+4 Pf., 12+8 Pf. und obiger 25+10 Pf. wurde in Berlin auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung, in Mengen von bis zu zwei ganzen Sätzen beschränkt auf eine Eintrittskarte zur Ausstellung (zu 1,- M) abgegeben. Abgabe nur beim Sonderpostamt vom 17. Februar bis 5. März und von besonderen Markenabgebern innerhalb der Ausstellung, sowie an den Kassen zur Ausstellung. Der Wert für das Auslandsporto zeigt den KdF-Wagen.

Bundesrepublik Deutschland, 5. Dezember 2002, Wohlfahrt, Oldtimer Mobile, VW Käfer 1949, Michel Nr. 2292, mit Bogenrand und Abbildung Käfer

Die folgenden Exemplare aus der Serie Laeders of the World sind angeblich auf Karibik Inseln herausgegeben worden. Vermutlich sind diese Marken nie auf den Inseln verwendet worden, sondern von einer Agentur für den Philamarkt geschaffen worden…, aber halt schöne Zeichnungen.

Nevis, 23. Oktober 1984, Volkswagen/Beetle 1947, Michel Nr. 198 und 199 (Nevis ist eine Insel in der Karibik mit ca. 11.500 Einwohnern)

Saint Lucia, 29. März 1985, KdF 1937, Michel Nr. 742 und 743 (Saint Lucia ist eine Insel in der Karibik mit etwa 184.000 Bewohnern)

Quellen:

  • Die Wolfsburg Saga, Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart, 2008
  • „Der Postdienst in der Stadt des KdF-Wagens“, Aller Zeitung vom 4. November 1938
  • „Das neue Postamt eröffnet“, Aller-Zeitung vom 12. Juli 1939
  • „Das Postamt übt Dienst am Kunden“, Aller-Zeitung vom 19. November 1939
  • „Das erste Zweigpostamt errichtet“, Aller-Zeitung vom 5. September 1940
  • Stadt Wolfsburg, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, Goethestr. 10a, 38440 Wolfsburg, https://www.wolfsburg.de/newsroom/2018/04/25/08/22/gemeinschaftslager-postamt und Zeitschrift „Das Archiv“, Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte
  • Arbeitskreis Zukunft braucht Erinnerung, Choriner Str. 23, 10435 Berlin, https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de – abgerufen am 7.2.2022
  • Katalog 1. Ost-Niedersächsische Briefmarkenausstellung in der Volkswagenstadt Wolfsburg, 5. bis 7. November 1966, Kulturzentrum
  • Katalog Wolfsburger Postwertzeichenausstellung, 20. bis 27. Mai 1973, Bürgerhalle im Wolfsburger Rathaus, Die Entwicklung des Postwesens im Raum der Volkswagenstadt, Herbert Engelmann
  • Katalog Landesausstellung Rang 2, Jubiläumsaustellung in der Stadthalle Wolfsburg, 28. und 29. März 1987, Einschreibezettel deutscher Automobilwerke, Wilhelm Bergmann und die Geschichte des Postwesens im heutigen Wolfsburger Raum, Ursula Rumpf
  • Fotos vom Autor September 2017, Juli 2023