Winsen an der Luhe

Eine Kreisstadt mit einem Landkreisnamen aus einem anderen Bundesland!

Niedersachsen hat aktuell 37 Landkreise und neun kreisfreie Städte. Die Landkreise tragen in 28 Fällen den Namen ihrer Kreisstadt und in sieben Fällen den Namen ihrer Region. Neben dem Landkreis Oldenburg mit der Kreisstadt Wildeshausen fällt noch ein Landkreis „aus der Rolle“.

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Winsen/Luhe ist die Kreisstadt vom Landkreis Harburg. Harburg ist ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg.

Warum heißt der Landkreis nicht wie seine Kreisstadt?

Der Autor Günter Könke stellt die Entwicklungen im Buch „Der Landkreis 1918-1949“ zusammen (auszugsweise zitiert):

„Pläne einer umfassenden preußischen Verwaltungsreform wurden Ende der 1920er Jahre diskutiert. Ziel der Reformpläne war die Kostenbegrenzung bei den Kreisverwaltungen, die durch die Zusammenlegung nicht leitungsfähiger kleiner Kreise erreicht werden sollte. Betroffen war in erster Linie die Provinz Hannover, die innerhalb des preußischen Staatsgebietes die weitaus größte Anzahl sogenannter Zwergkreise umfasste. Im Regierungsbezirk Lüneburg wurde der Bevölkerungsschnitt der preußischen Landkreise von ca. 53.000 Einwohnern als gewisser Richtwert für eine entsprechende Größe eines Landkreises angenommen.

Der Kreis Winsen (31.000 Einwohner) und der Kreis Harburg (36.500 Einwohner) lagen mit ihren Werten deutlich darunter. Die Notwendigkeit einer Reform war weitgehend unumstritten.

Der Vollzug der Reform mit dem Zusammenschluss der beiden Landkreise Winsen und Harburg zum Landkreis Harburg per Verordnung der kommissarischen preußischen Regierung am 1. August 1932 kam für alle Beteiligten überraschend. Die autoritäre Durchführung der Neugliederung betraf insgesamt 46 Landkreise.

Der Kreis Winsen wurde gemeinsam mit Orten aus dem aufgelösten Kreis Jork zum 1. Oktober 1932 in den Kreis Harburg eingegliedert. Die Kreisverwaltung blieb auch für den Neukreis in der Eißendorfer Straße in Harburg.

Die nächsten Veränderungen erfolgten durch das Groß-Hamburg-Gesetz vom 26. Januar 1937. Der Kreis Harburg verlor seine Kreisstadt Harburg und diverse Gemeinden mit über 23 % seiner Bevölkerung an die neugebildete Hansestadt Hamburg.“

Zum 1. Januar 1939 wurde durch Vereinheitlichung der Verwaltungseinheiten im Deutschen Reich aus der Bezeichnung Kreis Harburg auch offiziell, die schon landläufig verwendete Form Landkreis Harburg.

Harburg blieb jedoch zunächst Sitz des Landkreises Harburg. Nachdem das Gebäude der Kreisverwaltung in Harburg im Krieg zerstört worden war, siedelte diese 1944 ins Schloss nach Winsen (Luhe) um. 1958 wurde Winsen (Luhe) endgültig als Kreissitz festgelegt. 1961 zog die Kreisverwaltung in einen modernen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses.

Interessanterweise ist Winsen als Kreisstadt nicht die größte Gemeinde in diesem Landkreis. Buchholz in der Nordheide und Seevetal haben durch Eingemeindungen und die Wohnortnähe zu Hamburg mehr Einwohner.

Historische Gründe sprechen für Winsen.

Die Einschreibzettel von Winsen an der Luhe:

R-Brief von Winsen (Luhe) nach Hannover, 2.5.1894

geschnittener R-Zettel, R rechtsstehend, vom obigen Beleg, R-Zettel Typ 2164 der Norddeutschen Gruppe

R-Brief Winsen (Luhe) nach Borstel, 30.7.1914, Frei lt. Aversf. No. 21 Kgl. Pr. Amtsgericht., daher ohne Briefmarken. Borstel ist heute ein Stadtteil von Winsen.

R-Zettel Winsen (Luhe) vom obigen Beleg, an vier Seiten gezähnt, R-Zettel Typ 2165 der Norddeutschen Gruppe

R-Zettel Winsen (Luhe), Einheitsausgabe der Deutschen Reichspost, Typ 33, Schrifttyp normal, Verwendung ab 1910

R-Zettel Winsen (Luhe), Einheitsausgabe der Deutschen Reichspost, Schrifttyp fett

R-Zettel Winsen (Luhe), Einheitsausgabe der Deutschen Reichspost, zweizeilig

R-Zettel Winsen (Luhe), Einheitsausgabe der Deutschen Reichspost, zweizeilig, Numerator veränderter Schrifttyp

R-Zettel Winsen (Luhe), Einheitsausgabe der Deutschen Reichspost, zweizeilig, kleinere Schrift, schmaler Rahmen

Blanko R-Zettel mit Stempel Winsen (Luhe) mit Kreis zum Eintragen der Postleitgebietszahl (PLGZ), R-Zettel Typ 342, Verwendung ab 1942

R-Brief 24a Winsen (Luhe) nach 24a Ehestorf, 27.4.1948

R-Zettel vom obigen Beleg, an vier Seiten gezähnter Blanko R-Zettel aus einem Bogen, Stempel 24a Winsen (Luhe), R-Zettel Typ 762, zweite Ausgabe für das Vereinigte Wirtschaftgebiet der amerikanischen und britischen Zone

R-Zettel 24a Winsen (Luhe), 1948, Postleitgebietszahl 24 a im Kreis, R-Zettel auf grauem Papier

R-Brief von Winsen (Luhe) nach Berlin an den Magistrat von Groß-Berlin, 2.2.1949, Luftpost, Absender Wassermühle Winsen (Luhe), Briefmarken Kölner Dom in drei Farben.

Die Wassermühle ist ein Stromerzeuger.

R-Zettel vom obigen Beleg, Blanko R-Zettel, geschnitten mit Stempel, Druckerei Wegener, R-Zettel Typ 7611

R-Zettel (24a) Winsen (Luhe), 1949, R-Zettel Typ 7653

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R-Zettel 24a Winsen (Luhe), kleineres Format, weißes Papier, R-Zettel Typ 7663, Druckerei Sontag, Nieder-Olm, Verwendungszeit ab 1952

Die folgenden R-Zettel, Rautenausgabe mit Amtskennzeichen (AKZ) wurden zwischen 1956 und 1964 eingesetzt, R-Zettel Typ 771:

R- Zettel mit AKZ 6 E 7, zweizeilig, Freistempler (24a) Winsen (Luhe) Firma Winsenia 18.8.62

R-Zettel vom obigen Beleg

R- Zettel mit AKZ 6 E 7, einzeilig

R- Zettel mit AKZ 6 E 7, einzeilig, fette Schrift

Einschreibzettel unterschiedlicher Typen ab 1.4.1964 mit der noch dreistelligen Postleitzahl 209:

R-Zettel 209 Winsen, Luhe 1

R-Zettel 209 Winsen, Luhe 1, fetter Schrifttyp

R-Zettel 209 Winsen, Luhe 1, zweizeilig

R-Zettel 209 Winsen, (Luhe), zweizeilig, Luhe in Klammern

R-Zettel 209 Winsen, (Luhe), einzeilig, Luhe in Klammern

R-Zettel 209 Winsen, (Luhe), einzeilig, Luhe in Klammern, fetter Schrifttyp

R-Zettel 209 Winsen, (Luhe), einzeilig, Luhe in Klammern

Unterschiedlicher Typen mit der um eine „0“ ergänzte, jetzt vierstelligen, Postleitzahl 2090:

Die fünfstelligen Postleitzahlen kamen ab dem 1. Juli 1993 bis zu der Einführung der R-Labels 1997 auf Einschreibzetteln zum Einsatz:

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21423 Winsen, Luhe 1, RZ naßklebend , zweizeilig

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21423 Winsen, Luhe 1, RZ naßklebend, Unterscheidungsbuchstabe „a“ nicht fett, fehlende Leerstelle hinter Komma, einzeilig

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21423 Winsen, Luhe 1, RZ naßklebend, Unterscheidungsbuchstabe „a“ fett, fehlende Leerstelle hinter Komma.

R-Brief 21423 Winsen, Luhe 1, mit Poststempel 21423 Drage, Elbe 28.9.2005 nach Stockelsdorf. Drage verwendete keine eigene Einschreibezettel. Dieser wurde beim übergeordneten Postamt Winsen 1 aufgeklebt. Ein Landpostbrief, der durch den Poststempel erkannt wird. Üblicherweise würde der R-Zettel den Zusatz „Land“ tragen. Drage gehört zur Samtgemeinde Elbmarsch und nicht zu Winsen.

R-Zettel vom obigen Beleg, fehlende Leerstelle hinter Komma.

R-Brief mit Freistempler vom 10.5.1996, 21423 Winsen, Luhe 1 und Unterscheidungsbuchstabe a.

R-Zettel vom obigen Beleg, fehlende Leerstelle hinter Komma.

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21423 Winsen, Luhe 1, R-Zettel kleineres Format, selbstklebend, fehlende Leerstelle hinter Komma

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21423 Winsen, Luhe 1, R-Zettel größeres Format, selbstklebend, fehlende Leerstelle hinter Komma, Postamtsbezeichnung in zweiter Zeile „verhungert“

Damals:

Das Kaiserliche Postamt in Winsen, Baubeginn 1895 und Nutzung bis 1972

Heute:

Das ehemalige Kaiserliche Postamt in Winsen. Über dem Eingang ist der Schriftzug Postamt in vergoldeter Schrift zu sehen, früher Bahnhofsstraße, jetzt Rathausstraße

Am 1. Juli 1972 wurden die nachfolgen Gemeinden im Zuge der Gebiets- bzw. Gemeindereform eingegliedert. Die Einwohnerzahl stieg dadurch von ca. 12.000 Personen in Winsen im Jahr 1970 auf rund 22.000 Einwohner nach den Eingemeindungen.

Die Poststellen I und II aus dem Stadtgebiet Winsen, die bisher mit der Postleitzahl 2091 gearbeitet haben, wurden zum 1. November 1972 in 2090 Winsen, Luhe 1 bis 13 umbenannt.

Die eingemeindeten Orte und ihre Einschreibzettel:

Die aufgeführte Einwohnerzahl der Ortsteile ergibt eine Einschätzung zum Postaufkommen und der möglichen Einschreibbelege.

  • Bahlburg, ca. 750 Einwohner, AKZ 6 E 7, 2091, 2090 Winsen 11,

R-Zettel Bahlburg über Winsen (Luhe) AKZ 6 E 7

Poststellen II Stempel aus den Jahren 1941, 1944 und 1947 sind bekannt. 1947 mit der Bezeichnung 24 Bahlburg über Winsen (Luhe).

  • Borstel, ca. 2500 Einwohner, 2091, 2090 Winsen (Luhe) 6

Ein Poststellen II Stempel von Borstel über Winsen (Luhe) aus dem Jahr 1940.

Poststellen II führten keine eigenen R-Zettel. Einschreiben wurden beim übergeordneten Postamt entsprechend bearbeitet und mit einem R-Zettel versehen.

In Borstel wurde am 24.7.1895 eine Posthilfsstelle eingerichtet. 1929 erfolgte eine Umwandlung ist eine Poststelle II und 1948 in eine Poststelle I. 1975 wurde die Post wieder eine Poststelle II und am 31.12.1976 dann geschlossen.

Poststempel 2090 Winsen, Luhe 6 vom 13.12.1976

  • Gehrden, ca. 250 Einwohner

Von Gehrden liegt bisher kein Einschreibzettel vor.

In Gehrden wurde am 1.4.1948 eine Posthilfsstelle eingerichtet. Nach 1961 wurde die Post geschlossen.

  • Hoopte, ca. 800 Einwohner, 2091, 2090 Winsen 3

R-Zettel 2091 Hoopte

  • Laßrönne, ca. 780 Einwohner, 2091 Lassrönne, 2090 Winsen 4

Poststempel 2019 Lassrönne vom 19.19.1977, das zweite 19 ist sicherlich ein Einstellungsfehler

Poststempel 209 Winsen, Luhe 4 vom 22.7.1987

Die Poststempel als Nachweis für die Poststelle, leider liegt bisher kein Einschreibzettel vor.

Ein Poststellen II Stempel von 24 Lassrönne über Winsen (Luhe) von ca. 1947.

Ein weiterer Poststellen II Stempel Lassrönne aus dem Jahr 1935 ist bekannt.

In Lassrönne wurde am 20.11.1891 eine Posthilfsstelle eingerichtet. 1929 erfolgte eine Umwandlung ist eine Poststelle II und 1948 in eine Poststelle I. Bereits 1957 erfolgte eine Rückstufung in eine Poststelle II.

  • Luhdorf, ca. 2.300 Einwohner, AKZ 9 E 7, 2091, 2090 Winsen 9, 21434 Winsen 9

R-Zettel Luhdorf über Winsen (Luhe) AKZ 6 E 7

R-Zettel 2091 Luhdorf

R-Zettel 209 Winsen, Luhe 9, Postleitzahl dreistellig

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R-Zettel mit fünfstelliger Postleitzahl, 21423 Winsen, Luhe 9, naßklebend, zweizeilig

21423 Winsen, Luhe 9, selbstklebend, fehlende Leerstelle hinter Komma

  • Pattensen, ca. 1.900 Einwohner, AKZ 6 E 7, 2091, 2090 Winsen 12, 21423 Winsen 12

R-Brief Pattensen i. Lüneburgischen nach Lüneburg, 25.1.1941

R-Zettel vom obigen Beleg

Einheitsausgabe des Deutschen Reiches, Weiterverwendung, Aufbrauch der Einschreibzettel auch nach 1945

R-Zettel Pattensen über Winsen (Luhe) AKZ 6 E 7

R-Zettel 209 Winsen, Luhe 12, Postleitzahl dreistellig

R-Zettel 2090 Winsen, Luhe 12, Postleitzahl vierstellig

21423 Winsen, Luhe 12, naßklebend, einzeilig, Filialnr. 12 „verhungert“

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21423 Winsen, Luhe 12, naßklebend, zweizeilig

  • Rottorf, ca. 1.200 Einwohner, 2091, 2090 Winsen 8, 21423 Winsen 8

R-Zettel 209 Winsen, Luhe 8, Postleitzahl dreistellig

R-Zettel 2090 Winsen, Luhe 8, Postleitzahl vierstellig

R-Zettel mit fünfstelliger Postleitzahl, 21423 Winsen, Luhe 8, naßklebend, einzeilig, fehlende Leerstelle hinter Komma

Selbstklebender R-Zettel der Postagentur in Rottorf, Unterscheidungsbuchstaben ZG

Poststempel Winsen auf Einlieferungsschein (Ausschnitt) zu obigem R-Zettel vom 7.1.1997

  • Roydorf, ca. 1.200 Einwohner, 2091

Ein Poststellen II Stempel von 24a Roydorf über Winsen (Luhe) aus dem Jahr 1957

Poststellen II führten keine eigenen R-Zettel. Einschreiben wurden beim übergeordneten Postamt entsprechend bearbeitet und mit einem R-Zettel versehen.

In Roydorf wurde am 15.10.1947 eine Poststelle II eingerichtet und zum 31.12.1972 aufgehoben.

  • Sangenstedt, ca. 500 Einwohner, 2091, 2090 Winsen 7

Ein Poststellen II Stempel von 24a Sangenstedt über Winsen (Luhe) aus dem Jahr 1960

Poststempel 2091 Sangenstedt vom 19.16.1980, die Monatsbezeichnung 16 ist sicherlich ein Einstellungsfehler.

Der Poststellen II- und der Poststempel als Nachweis für die Poststelle, leider liegt bisher kein Einschreibzettel vor.

In Sangenstedt wurde am 1.8.1929 eine Poststelle II eingerichtet. 1948 erfolgte eine Umwandlung ist eine Poststelle I. Bereits 1959 erfolgte eine „Rückstufung“ in eine Poststelle II.

  • Scharmbeck, ca. 1.600 Einwohner, 21423 Winsen, 2090 Winsen 2, 2091 Scharmbeck, AKZ 6 E 7
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R-Zettel 2091 Scharmbeck

R-Zettel Scharmbeck über Winsen (Luhe) AKZ 6 E 7

R-Zettel Scharmbeck Winsen Luhe, handschriftlich auf Blankozettel, Wegener Druck

Selbstklebender R-Zettel der Postagentur in Scharmbeck, Unterscheidungsbuchstaben ZW

Agenturstempel der Postagentur in Scharmbeck

Poststempel Winsen Luhe auf Einlieferungsschein (Ausschnitt) zu obigem RZ vom 24.1.1997

Die Postagentur in Scharmbeck wurde am 4.10.1995 eröffnet.

  • Stöckte, ca. 1.800 Einwohner, 2091, 2090 Winsen 13

R-Zettel 2091 Stöckte

In Stöckte wurde am 1.8.1929 eine Poststelle II eingerichtet und 1948 erfolgte eine Umwandlung ist eine Poststelle I. Die Poststelle II „2090 Winsen (Luhe) 13“ in Stöckte wurde am 31.3.1976 geschlossen.

  • Tönnhausen, ca. 700 Einwohner, 2091, 2090 Winsen 5

Ein Poststellen II Stempel von (24a) Tönnhausen über Winsen (Luhe) aus dem Jahr 1961

Der Poststellen II Stempel als Nachweis für die Poststelle, leider liegt bisher kein Einschreibzettel vor.

In Tönnhausen wurde am 1.5.1902 eine Posthilfsstelle eingerichtet und 1929 erfolgte eine Umwandlung ist eine Poststelle II.

Einige der vorgestellten Einschreibezettel gibt es auch mit unterschiedlichen Unterscheidungsbuchstaben. Der Übersichtlichkeit wegen wurde jeweils ein R-Zettel je Typ ausgesucht.

Weitere R-Zettel und Poststellen II Stempel von Orten mit dem Zusatz „über Winsen/Luhe“ gehören zu Orten, die nicht zum Stadtgebiet gehören.

In Niedersachsen gibt es einen zweiten Ort mit dem Namen Winsen: Winsen an der Aller im Landkreis Celle, etwa 90 km südlich von Winsen an der Luhe.

Quellen:

  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Auszüge aus der Postgeschichte Winsens im Katalog Winsen ’92: Rang 3 Briefmarkenausstellung 26./27. September 1992 in Winsen/Luhe, Dieter Fullrich
  • Der Landkreis Harburg 1918-1949, Dirk Stegmann, Christians Verlag Hamburg, 1994
  • Foto vom Autor, März 2020
  • Ein besonders herzlicher Dank geht an Herrn Dieter Fullrich, Winsen/Luhe für die tatkräftige Unterstützung!

Selbstbucher R-Zettel – vierstellige Postleitzahlen

Selbstbucher R-Zettel für Einschreibsendungen mit vierstelligen Postleitzahlen

Bereits im Jahre 2004 haben die Autoren F.J. Opaterny und Dr. F.W. Schembra über die Arbeitsgemeinschaft der R- und V-Zettel Sammler eine Arbeit zu Selbstbuchern vorgelegt. Die bemerkenswerte Arbeit beschränkt sich leider auf eine ausführliche Auflistung ohne Abbildungen. Für den niedersächsischen Teil soll das in diesem Artikel durch entsprechende Scans ergänzt werden.

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei (selten auch drei oder mehr) Unterscheidungsbuchstaben mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 5)

2900 Oldenburg, Oldb 1 UB: ihk, Industrie- und Handelskammer, nassklebend, Datum unbekannt

–liegt nicht vor —

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei Unterscheidungsbuchstaben mit Zusatzeindruck „Selbstbucher“ unterhalb des Ortsnamens mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 7)

214   Bremervörde 1 Selbstbucher 10 (Postleitzahl dreistellig)

2140 Bremervörde 1 Selbstbucher 10 (Postleitzahl vierstellig)

214   Bremervörde 1 Selbstbucher 11 (Postleitzahl dreistellig)

2740 Bremervörde 1 Selbstbucher 10, Belegdatum 15.3.82

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R-Zettel vom obigen Beleg

2740 Bremervörde Selbstbucher 11

Nutzer dieser R-Zettel ist der Landkreis Rotenburg (Wümme), Nebenstelle Bremervörde, Postfach 111, Bremervörde.

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei Unterscheidungsbuchstaben mit postamtlichen Zusatzeindruck ohne Postbank, Postscheckamt und Postgiroamt unterhalb des Ortsnamens mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 37)

3000 Hannover 1 Datenzentrum, nassklebend

R-Zettel mit einstelliger Postleitzahl, 3 Hannover 1 Datenzentrum

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Beleg vom 8.7.71, Poststempel Hannover OPD (Oberpostdirektion)

R-Zettel vom obigen Beleg, mit vierstelliger Postleitzahl, 3000 Hannover 1 Datenzentrum

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei Unterscheidungsbuchstaben mit Zusatzeindruck Postbank, Postscheckamt und Postgiroamt unterhalb des Ortsnamens mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 41)

3000 Hannover Postgiroamt, nassklebend

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Postsache, daher ohne Datum, Postscheckamt

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R-Zettel vom obigen Beleg, Unterscheidungsbuchstaben „Dr“ = Druckerei

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Postsache, daher ohne Datum, Postgiroamt

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R-Zettel vom obigen Beleg, Unterscheidungsbuchstaben „Fv“ = Formblattversand

Ab 1.1.1984 wurde das bisherige Postscheckamt Hannover in Postgiroamt Hannover umbenannt. Es erfolgte ein Aufbrauch der vorliegenden Zettel Postscheckamt. R-Zettel mit dem Zusatz Postbank sind an diesem Standort bisher nicht bekannt.

Die R-Zettel vom Postscheckamt und Postgiroamt Hannover werden in einem späteren Artikel ausführlich behandelt.

R-Zettel, Aufkleber oder Umschläge mit fortlaufender Einlieferungsnummer, Numeratordruck oder EDV-Eintrag (S. 45, 46, 48)

Umschlag mit RZ – Aufdruck links oberhalb des Fensters, sowie teilweise hineinreichend wegen der aufgedruckten Briefnummer:

3000 Hannover 1 UB: mg, Nutzer: Magdeburger Versicherungen frühestes Datum: 16.11.90

–liegt nicht vor —

3000 Hannover 51 UB: mg, Nutzer: Magdeburger Versicherungen frühestes Datum: 14.05.92

–liegt nicht vor —

Aufkleber mit RZ-Aufdruck außerhalb des Fensters, mit durch EDV eingedruckter Briefnummer:

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Beleg vom 10.6.88, der Numerator erscheint auf dem innenliegenden Brief im Adressfeld.

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R-Kennzeichnung vom obigen Beleg, ohne

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… und mit hinterlegtem Blatt.

3300 Braunschweig 1 UB: RB: MDM Münzhandelsgesellschaft

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3300 Braunschweig, Domplatz, Adressaufkleber, Belegdatum 08.91

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R-Zettel vom obigen Beleg

Umschlag/Aufkleber mit R-Zettel-Aufdruck mit eingedruckter fortlaufender Briefnummer:

3400 Göttingen UB: ee, Phila-Club Göttingen

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Umschlag mit aufgedrucktem R-Zettel, vierstelliger Numerator, Datum 5.5.78 (10 Jahre später wurde gleicher Beleg mit aufgeklebter Vignette zur Göttinga 1988 erneut vertrieben.)

Aufgedruckter R-Zettel vom obigen Beleg

4500 Osnabrück 1 UB: dl, Dieter Lüwer

Briefumschlag mit aufgedrucktem R-Zettel, Belegdatum: 26.1.87 (Mit Datum 3.10.1992 wurden im gleichen Verfahren Postkarten hergestellt und vertrieben, teilweise mit zweistelligem Numerator)

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Aufgedruckter R-Zettel vom obigen Beleg

Feste Numeratoren, vierstellige Postleitzahl (S. 53, 54, 55):

100  UB: lb, 3000 Hannover 114, Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Postfach 209

C 5 Umschlag blanko, Vergleichsbeleg vom 3.7.91

R-Zettel vom obigen Beleg,

107  UB: ex, 3012 Langenhagen 7, Nutzer Expert, ohne Belegdatum

–liegt nicht vor —

110  UB: vg, 3000 Hannover 1, VGH Versicherungsgruppe Brandkasse und Provinzial

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Beleg vom 20.3.85

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R-Vermerk vom obigen Beleg

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Beleg vom 10.11.86, fetter Schrifttyp

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R-Vermerk vom obigen Beleg, fetter Schrifttyp

260  UB: bb, 3300 Braunschweig 1, Briefmarken Borek, Theodor Heuss Straße

Beleg Stempel schlecht lesbar, vermutlich 1988, R-Zettel selbstklebend, 48 mm breit, 19 mm hoch

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R-Zettel vom obigen Beleg

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zum Vergleich: eine Trägerfolie mit zwei selbstklebenden R-Zetteln aus Februar 1987.

270  UB: me, 3000 Hannover 1, Nutzer: Mecklenburgische Versicherung,

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Belegdatum: 21.03.86

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R-Vermerk vom obigen Beleg

280  UB: rh, 3302 Cremlingen, Sir Rowland Hill Gesellschaft mbh & Co., Buchhorstblick 7

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lose nassklebend, R-Zettel Pärchen mit gleichbleibendem Numerator, Belegdatum: 31.10.91

500  UB: bw, verschiedene Orte, Bundeswehr

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4470 Meppen, Beleg vom 26.6.92

Zum Thema Bundeswehr in Niedersachsen, mit gleichbleibenden Numerator, lesen Sie hier bitte weiter.

Quellen:

F.J. Opaterny und Dr. F.W. Schembra, Selbstbucherzettel für Einschreib- und Wertsendungen, 1966 bis 1997, Heft 29 der Arbeitsgemeinschaft „R+V-Zettel e.V.“, Oktober 2004

Wintermoor Krankenhaus

Mit Interesse verfolge ich Namenszusätze auf Einschreibzetteln. Sie geben Hinweise auf Besonderheiten oder auf verlorene Orte, sogenannte lost places.

Am 8. Februar 1943 wurde das Gesundungshaus Wintermoor in der heutige Gemeinde Schneverdingen, Heidekreis (früher Landkreis Soltau-Fallingbostel) eröffnet. In der Spitze mit über 800 Betten, war die Einrichtung ein Ausweichkrankenhaus aus Hamburg. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in dem heutigen Naturschutzgebiet ein Bereich für Tuberkulose Patienten eingerichtet. Später gab es einen Kindergarten, ein Hallenbad und ein Postamt.

Zum Jahresende 1997 wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt und die ausreichenden Kapazitäten in Hamburg genutzt.

(20a) Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Blanko R-Zettel, Typ Wegener, mit Stempel 20a Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Amtskennzeichen, AKZ, 12 M Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

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Einschreibbrief vom 7.8.1961, mit AKZ nach Lüneburg und Poststempel (20 a) Wintermoor-Krankenhaus

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Obiger Beleg vom 7.8.1961 mit dem aufschlussreichen Absender vom Hamburgischen Krankenhaus Wintermoor

R-Brief von 3041 Wintermoor-Krankenhaus nach Hamburg, 6.11.69

R-Zettel von obigen Beleg mit vierstelliger Postleitzahl 3041 Wintermoor-Krankenhaus

Andere postalische Beobachtungen:

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Ein R-Brief abgestempelt in Soltau (Han) am 11.12.1947. Der R-Zettel verrät einen Einsatz außerhalb von Soltau mit dem Stempel (20a) Soltau (Hann. Ld.). LD. als Abkürzung für eine Land Verwendung. Aber wo versteckt sich der Poststellen II Stempel?

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R-Zettel vom obigen Beleg

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Ein ungewöhlicher Poststellen II Stempel 20a Wintermoor Krankenhaus über Soltau Hannover wegen Platzmangel nicht auf der Vorderseite, sondern auf der Rückseite aufgebracht. Daneben der Ankunftsstempel aus (24a) Hamburg vom 12.12.1947.

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Der zweizeilige Poststellen II Stempel vom obigen Beleg. „Bandagen-Magazin“ als Hinweis auf das Krankenhaus…

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Ein interessanter Zeitzeugenbeleg vom 3. September 1946. Die Freude über die neu eingerichtete Poststelle II wurde auf der Rückseite des Beleges – intern – zum Ausdruck gebracht.

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1946 kam ein dreizeiliger Landpoststempel „20 Wintermoor Krankenhaus über Soltau (Han)“ zum Einsatz.

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Text von obiger Karte: „Sehr geehrter Herr Boehm, heute möchte ich Ihnen mitteilen, daß wir seit dem 1. August d.J. eine Poststelle II geworden sind. Wir haben nun zusätzlich zu unserem Arbeitsbereich auch noch die Zustellung für den Ort Ehrhorn übernommen. Für Ihre Briefmarken- und Postkartensammlung möchte ich Ihnen daher diese Karte höchstpersönlich überreichen. Mit vielen Grüßen verbleibe ich Ihre Lotti Hannemann.“

Ein Poststempel von 1972 mit vierstelliger Postleitzahl „3041 Wintermoor, Krankenhaus“ wird bei einer Auktion angeboten.

Ein Blick in die Ortsverzeichnisse und Postleitzahlenbücher zeigt die Veränderungen dieser Poststelle aus Sicht der Post an. Und dadurch auch erkennbar, wann der Zusatz Krankenhaus von R-Zettel und Stempel verschwunden ist:

  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Poststelle I, 1952 (*1, siehe Quellenangabe am Ende des Artikels)
  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Zweigpostamt des Amtes Soltau, 1956 (*2)
  • 3041 Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (*3)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus ü. Soltau, Poststelle I, OPD Hannover, AFeB5 = Amtliches Fernsprechbuch 5, 1965 bis 1975  (*4)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus, Poststelle I, OPD Hannover/Braunschweig, zuständiges Postamt mit Verwaltungsdienst 3040 Soltau, AFeB43 = Amtliches Fernsprechbuch 43,  1976 und 1978 (*5)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 3043 Schneverdingen, 1980 bis 1987 (*6)
  • Wintermoor, Krankenhaus = W-3043 Schneverdingen, 1991, (*7)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 29640 Schneverdingen, 1993, (*8)

Auf einer Postverkehrskarte von 1954 ist Wintermoor-Krankenhaus nördlich von Schneverdingen eingezeichnet. Die eingezeichnete dicke Linie zeigt den nördlichen Zipfel des Postleitgebietes 20 a

Auf dem heutigen Gelände hat sich ein Waldpädagogikzentrum niedergelassen. Einige Gebäude aus der früheren Nutzung sind auf dem Gelände zu erkennen.

Eine letzte erhaltene Baracke des Wintermoores Krankenhaus

Offene Liegehalle für Tuberkulose Patienten, Betten sind gut zu erkennen, Ausschnitt aus einer Postkarte

offene Liegehalle, heutige Nutzung als Lager

Offene Frage:

  • Welche anderen Einrichtungen mit Krankenhaus oder ähnlichen Bezeichnungen sind auf R-Zetteln dokumentiert?

Quellen:

  • https://archiv-wintermoor.de
  • *1 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postämter und Poststellen im Bereich der deutschen Postverwaltung, Posttechnisches Zentralamt, 1952
  • *2 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1956 und 1959
  • *3 = Postleitzahlen, Herausgegeben und bearbeitet vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 1961, 1966 und 1971
  • *4 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, einschließlich der Gemeinden ohne Postanstalt im Verwaltungsbereich der Deutschen Bundespost, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1965, 1968, 1970, 1972, 1974 und 1975
  • *5 = Ortsverzeichnis I, (OV I) Verzeichnis der Orte mit Postanstalt und der Gemeinden ohne Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltung, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 5300 Bonn 1, Posttechnisches Zentralamt, 6100 Darmstadt 1, 1976 und 1978
  • *6 = Ortsverzeichnis Post, Verzeichnis der Orte im Bereich der deutschen Postverwaltung, Deutsche Bundespost 1980, 1982, 1983 und 1987
  • *7 = Ortsverzeichnis Post (OV Post), Herausgeber Deutsche Bundespost Postdienst, Generaldirektion, W-5300 Bonn 1, 1991
  • *8 = Das Postleitzahlenbuch, Postdienst, Deutsche Bundespost, 1993
  • aktuelle Fotos vom Autor, Oktober 2018

Kreiswehrersatzamt

Kreiswehrersatzamt

Bekam ein junger volljähriger Mann ein Einschreiben per Post, war es in den meisten Fällen die Aufforderung sich bei dem zuständigen Kreiswehrersatzamt zur Musterung einzufinden oder die Einberufung zum Wehrdienst.

Das Kreiswehrersatzamt (KWEA) war eine untere Bundesbehörde der Territorialen Wehrverwaltung auf Ortsebene (Ortsbehörde) mit der Hauptaufgabe, den Personalersatz für die Bundeswehr sicherzustellen.

Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht und der Neuausrichtung der Bundeswehr wurden die Kreiswehrersatzämter mit Wirkung vom 30. November 2012 aufgelöst.

Der Name Kreiswehrersatzamt setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: Kreis als Einteilung der Republik durch die Bundeswehr in Kreise. Diese entsprechen nicht den Landkreisen. Wehr stellt den Bezug zur Bundeswehr, also der Landesverteidigung (Gefahrenabwehr) Deutschlands her. Ersatz bezeichnet im deutschen Wehrsprachgebrauch die Ergänzung des Personalbedarfs der Streitkräfte. Amt ist die schlichte Bezeichnung für eine öffentliche Verwaltung.

Die Kreiswehrersatzämter hatten folgende Hauptaufgaben:

  • Musterung der Wehrpflichtigen und freiwilligen Bewerber/Bewerberinnen zur Feststellung der Wehrtauglichkeit und Verwendungsfähigkeit,
  • Durchführung einer psychologischen Untersuchung zur Ermittlung der Eignung der tauglich Gemusterten,
  • Einplanung der Bewerber für den Freiwilligen Wehrdienst,
  • Einberufung der Bewerber für den Freiwilligen Wehrdienst zum Dienstantritt und der Reservisten zu Dienstleistungen.

Die Kreiswehrersatzämter nutzen vorbereitete Umschläge mit einem eingedruckten R-Zettel und gleichbleibenden Numerator. Außerdem wurden die Unterscheidungsbuchstaben bw = Bundeswehr verwendet.

KWEA Lüneburg, Theodor Körner Kaserne, Geb. 9 (Fuchsweg), 2120 Lüneburg, 26.06.1992

KWEA Stade, Albert Schweitzer Str. 16, 2160 Stade, 08.10.1991, kleines Schriftbild – 500 bw rechtsstehend

KWEA Stade, Albert Schweitzer Str. 16, 2160 Stade, 08.10.1991, großes Schriftbild – 500 bw mittig

KWEA Oldenburg, Bremer Str. 71, 2900 Oldenburg, kein Datum, (Beleg mit losem R-Zettel KWEA Oldenburg siehe unten)

KWEA Aurich, Skagerrakstr. 12, 2960 Aurich 1, 26.06,1992, Absender Aurich 1, R-Zettel Aurich Ostfriesland 7

KWEA Hannover, Alter Flughafen 2 a, 3000 Hannover 1, 26.06.1992, Absender Hannover 1, R-Zettel Hannover 112, (Beleg mit naßklebendem R-Zettel KWEA Hannover siehe unten)

KWEA Nienburg, Berliner Ring 98, 3070 Nienburg, 02.01.1989, Freistempler Bundeswehr, Hinweis: Nur in der Bundesrepublik Deutschland, nicht jedoch nach Berlin (West) nachsenden. Dieser Hinweis wurde nach der Wende auf den vorgedruckten Umschlägen durchgestrichen.

R-Zettel von obigen Beleg, 500 bw rechtsstehend (Beleg mit fünfstelliger Postleitzahl KWEA Nienburg am Ende des Artikels)

KWEA, Anschrift wie oben, R-Zettel ohne Zusatz Weser, 500 bw mittig

KWEA Celle, Spörkenstr. 63, 3100 Celle, Oktober 1991

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Ein Briefausschnitt einer s/w Variante vom KWEA 3100 Celle 1

KWEA Hildesheim, Waterloostr. 25, 3200 Hildesheim, 01.07.1992 , Freistempler Bundeswehr Kreiswehrersatzamt Hildesheim, Hinweis: … mit Ausnahme Berlin (West) … durchgestrichen.

R-Zettel von obigen Beleg, 500 bw rechtsstehend

KWEA Hannover, Außenstelle Hameln, Sandstr. 21, 3250 Hameln 1, 26.06.1992, 500 bw rechtsstehend

KWEA Braunschweig, Grünewaldstr. 12, 3300 Braunschweig, 26.06.1992, (Beleg mit fünfstelliger Postleitzahl KWEA Braunschweig am Ende des Artikels)

KWEA Goslar, Oberer Triftweg 16-17, 3380 Goslar, 26.06.1992, 500 bw rechtsstehend (Beleg mit losem R-Zettel KWEA Goslar siehe unten)

KWEA Göttingen, Breslauer Str. 2, 3400 Göttingen, 26.06.1992, 500 bw mittig

KWEA Göttingen, Briefumschlag nicht mit blauem, sondern weißem Papier, 500 bw rechtsstehend

KWEA Meppen, Herzog Arenberg Str. 12, 4470 Meppen, R-Zettel Meppen 1, 26.06.1992, 500 bw mittig

KWEA Meppen, Adresse wie oben, 26.06.1992, Briefumschlag nicht mit blauem, sondern weißem Papier, 500 bw rechtsstehend und kleinerer Schrifttyp, R-Zettel gedruckt, aber Abriss links und rechts nachempfunden…

KWEA Osnabrück, Postfach 2848, 4500 Osnabrück, Freistempel und R-Zettel Osnabrück 12, 29.06.1992, waagerechter roter Strich in der Abbildung stammt vom Freistempler

Bis hier wurden Belege und R-Zettel mit eingedrucktem R-Zettel und gleichbleibendem Numerator vorgestellt. Aber natürlich keine Regel ohne Abweichung:

KWEA Goslar, Oberer Triftweg 16/17, 338 Goslar, vermutlich 01.12.1977, mit naßklebendem R-Zettel 338 Goslar und Unterscheidungsbuchstaben „fa“

R-Zettel vom obigen Beleg

KWEA Hannover, Alter Flughafen 2 A, 3000 Hannover 1, 16.10.1986, mit losem R-Zettel 3000 Hannover 112 und Unterscheidungsbuchstaben „ad“

R-Zettel vom obigen Beleg

Die folgende Variante ist erst auf dem zweiten Blick zu erkennen:

KWEA Oldenburg, Bremer Str. 71, 2900 Oldenburg, 29.06.1992, ein naßklebender R-Zettel klebt auf dem eingedruckten R-Zettel

R-Zettel von obigem Beleg, der aufgeklebte R-Zettel 2900 Oldenburg, Oldb 13 deckt den vorgedruckten R-Zettel links und rechts nicht komplett ab

Und zum Schluss zwei Bundeswehr Einschreibzettel mit 5-stelliger Postleitzahl:

KWEA Nienburg, Berliner Ring 98, 3070 Nienburg, leider nur ein Briefstück, ohne Datum. Auf einen alten Bundeswehr Umschlag, wird das Einschreiben mit einem selbstklebenden schmalen R-Zettel verschickt: 31582 Nienburg, Weser 3, UB m

KWEA Braunschweig, Grünewaldstr. 12, 38104 Braunschweig, 19.02.1996

Die Einlieferung der R-Briefe mit feststehendem und gleichem Numerator erfolgte mit einer begleitenden Computerliste. Freistempler waren der Normalfall, die Verwendung von Briefmarken war nicht vorgesehen.

Offene Fragen:

  • Von welchen nicht aufgeführten Kreiswehrersatzämtern aus Niedersachsen gibt es weitere Belege?
  • Gibt es weitere Belege mit 5-stelliger Postleitzahl?

Quelle:

wikipedia.org/wiki/Kreiswehrersatzamt, auszugsweise, Abruf am 16.10.2018

Zweisteller

R-Zettel mit zweistelligen Numeratoren – Zweisteller

Ein geschätztes Sammelgebiet im Bereich der Einschreibzettel sind Zettel von Orten mit geringem Postaufkommen. Also häufig von einer Poststelle II oder Poststelle I in kleineren Ortschaften.

Insbesondere Heimat-Sammler können hier fündig werden, weil die Ortbezeichnungen im Rahmen von kommunalen Gebietsreformen  in den Jahren 1972 bis 1978 schrittweise von der postalischen Landkarte verschwunden sind.

Die Deutsche Bundespost belieferte die Poststellen auch mit R-Zetteln. Aber im Gegensatz zu größeren Postämtern erhielten diese nur Rollen mit 100 R-Zetteln je Einheit. Eine übliche Rolle umfasste 999 bzw. 1000 Einschreibzettel.

Im Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, Nr. 105, vom 27. Juli 1971 wird die Einführung der Zweisteller „versteckt“ als Nummernzettel für eingeschriebene Sendungen (Nr. 001 bis 100) angekündigt.

Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen 27.7.1971

 Verfügung Nr. 623/1971

Die Besonderheit der kleinen Rollen ergab sich durch den aufgedruckten Numerator.

Erklärung für Numerator: das Zählwerk, die Zählvorrichtung, der Zähler.

Bisherige R-Zettel Rollen bestanden aus 999 bzw. 1000 Zetteln, der Numerator war durchgehend dreistellig mit den Nummern 001 bis 999. Die im Amtsblatt angekündigten kleinen Rollen mit 100 Zetteln wurden mit 001 bis 100 angekündigt, aber zweistellig von 01 bis 99 und der letzte Zettel der Rolle mit der Nr. 100 ausgeliefert.

zweisteller

Ein Vergleich: der linke R-Zettel wird als Zweisteller bezeichnet. Ein R-Zettel mit nur zwei, statt sonst üblichen drei Zahlen als Numerator.

Drei zusammenhängende blank0 Zweisteller von einer R-Rolle, ohne Postleitzahl und Ortsangabe

Entsprechend rar sind diese sogenannten Zweisteller (zweistellige Numeratoren). Besonders interessant sind eingeschriebene Briefe mit R-Zettel-Zweistellern und dem entsprechenden Poststempel. Viele Sammler haben sich in den 70er Jahren aus Dokumentationsgründen mit Eigenbelegen beschäftigt. Unabhängig von einer sicher kritischen Einschätzung zu diesen „selbstgemachten“ Belegen, sind auf diesem Weg eine Vielzahl von Zweistellern dokumentiert worden.

Nach Einschätzung der Autoren Dr. Klaus Fischer und Hans-Peter König, die einen Katalog  „Einschreibzettel mit zweistelligem Numerator“ über die Arbeitsgemeinschaft R- und V-Zettel vorgelegt haben, gibt es nachweislich im alten Bundesgebiet ca. 3.000 verschiedene Zweisteller.

Beispiele aus den drei niedersächsischen Leitbereichen (LB):

Brief 2855 Beverstedt 3 nach Hannover, 12.4.78

R-Zettel aus obigem Beleg, als Beispiel für den LB 2

Brief 3221 Meimerhausen nach München, Poststempel 3222 Freden Leine, 1.10.7?

R-Zettel aus obigem Beleg, als Beispiel für den LB 3

Brief 4451 Schepsdorf nach Bremen, 21.1.74, Freistempler

R-Zettel aus obigem Beleg, als Beispiel für den LB 4

Eine Mengenanalyse der bekannten Zweisteller nach den damals gültigen Leitbereichen ergibt folgenden Überblick:

Leitbereich 2 ca. 690
Leitbereich 3 ca. 710
Leitbereich 4 ca. 280
Leitbereich 5 ca. 130
Leitbereich 6 ca. 340
Leitbereich 7 ca. 450
Leitbereich 8 ca. 390

In der Tabelle ist deutlich abzulesen, dass im bevölkerungsstarken Nordrhein-Westfalen (u.a. Leitbereiche 4 und 5) die kleine Postämter folgerichtig nicht stark vertreten waren. Der Leitbereich 1, das ehemalige West-Berlin, ist nicht vertreten.

Aus dem Flächenland Niedersachsen sind ca. 1.300 Zweisteller (anteilig  in den Leitbereichen 2, 3 und 4) bekannt.

Ende der 70er Jahre wurden die kleinen Rollen mit den Zweistellern durch die üblichen R-Zettel Rollen mit 1.000 Exemplaren abgelöst. Das Sammelgebiet schien in diesem Moment abgeschlossen zu sein…

Verschiedentlich gab es im Zweisteller-Postalltag einige abweichende Verwendungen:

Blanko R-Zettel mit Stempel 2876 Berne, Kr. Wesermarsch

Blanko R-Zettel mit handschriftlichem Eintrag der Postleitzahl 2149 und Stempel von Wense

R-Zettel von 2852 Lintig 3 handschriftlich geändert in Elmlohe

R-Zettel 2891 Kleinensiel überstempelt mit 2883 Stadland 4

Postsache: R-Zettel von 2990 Papenburg 1 und  Unterscheidungsbuchstabe „e“

Zweisteller von obigem Beleg

R-Zettel mit Setzfehler 3261 Friedrchswald statt Friedrichswald

R-Zettel mit Setzfehler 4591 Stalförder statt Stallförden

Und zum Vergleich der Zweisteller… 

…und der Poststempel in der richtigem Schreibweise

Vermutlich ist der Zweisteller mit dem Setzfehler 4591 Stalförder häufiger verwendet worden, als der R-Zettel mit der korrekten Schreibweise.

Nach dem obigen Amtsblatt könnte ab dem  31.7.1972 der erste Zweisteller verklebt worden sein.

Der folgende Beleg ist der früheste in der Sammlung des Autors:

Zweisteller 288 Süderfeld vom 1.6.1973 nach Oldenburg

R-Zettel von obigem Beleg

Später tauchten dann Zweisteller im Postverkehr auf, die vermutlich wegen vorhandener Vorräte aufgebraucht wurden.

Und es gibt Zweisteller die wegen eines erkennbar anderen Drucktyps der Zahlen oder der Ortsbezeichnung Anfang der 90er Jahre für wenige Orte neu hergestellt wurden.
Spätester Beleg mit einem zweistelligen Numerator aus der Sammlung:

Zweisteller 2974 Krummhörn 14 vom 29.9.1991

R-Zettel von obigem Beleg…

…und der passende Einlieferungsschein

Die Zweisteller sind ein in knapp 19 Jahren abgeschlossenes Sammelgebiet.

Literatur:

  • Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, 27. Juli 1971, Nr. 105, Verfügungen 623
  • Katalog der Einschreibzettel mit zweistelligem Numerator, Arge R-und V-Zettel e.V., Heft 14, September 1989, Autoren: Dr. Klaus Fischer und Hans-Peter König
  • Junge Sammler, Heft 6, 1. Dezember 1989, Seiten 21 bis 25, Hans-Peter König

Nachsatz:

Keine Sammlung ist komplett. Bitte klicken Sie auf den folgenden Link meiner Fehlliste und bieten mir gern fehlende Zweisteller und andere gesuchte R-Zettel an. Vielen Dank!