Die „Braune Messe“ in Oldenburg (Oldb.)

Sonderstempel und Sonderpostämter in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 sind unter dem Einfluss der Nationalsozialisten zu sehen.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel Abbildungen und Propaganda aus dem Dritten Reich enthält.

Und bitte beachten Sie §86 und §86a Strafgesetzbuch. Sie versichern die Abbildungen aus der Zeit des III. Reiches nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken zu lesen oder weiter zu verarbeiten.

Was war eine Braune Messe?

Der Nationalsozialistische Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand, der im August 1933 in die Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbeorganisation (NS-HAGO) überführt wurde, hatte das offizielle Ziel den Mittelstand zu stärken.

Zu diesem Zweck organisierte die Organisation Boykottaktionen gegen jüdische Warenhäuser und Großunternehmen.

Die Braunen Messen waren propagandistisch vorbereitete Leistungsschauen der regionalen nichtjüdischen Wirtschaft auf Gau-Ebene. Sie dienten nicht nur dem Aufschwung des wirtschaftlichen Handels, sondern auch dem organisierten Kampf gegen jüdische Geschäfte und Händler, die von einer Teilnahme ausgeschlossen waren und die im Rahmen dieser vielerorts stattfindenden Braunen Messen diffamiert wurden, indem behauptet wurde, dass Juden ihre Kunden betrügen würden und wer bei einem Juden kaufe, dem deutschen Händler und damit Deutschland schade.

Wundern Sie sich, warum die Stadt die amtliche Bezeichnung „Oldenburg (Oldb)“ als Abkürzung für „Oldenburg in Oldenburg“ führt? Als ehemalige Hauptstadt des Landes Oldenburg soll so eine Unterscheidung zu Oldenburg in Schleswig-Holstein erfolgen.

In Oldenburg (Oldb) wurde die Braune Messe vom 15. bis 23. September 1934 veranstaltet:

R-Brief vom 20. September 1934, R-Zettel Oldenburg (Oldb.) 2 mit Stempel Oldenburg (Oldb) Braune Messe. Poststempel mit Zusatz Braune Messe, Brief nach Görlitz mit Luftpost Par Avion

R-Zettel vom obigen Beleg

Das Amtsblatt des Reichpostministeriums gibt bekannt:

Im Amtsblatt des Reichspostministeriums, den Bekanntmachungen der Deutsches Reichspost, Ausgabe 77 vom 31. August 1934 wird u.a. die Einrichtung einer Sonderpostanstalt in Oldenburg bekanntgegeben.

Bekanntmachung Nr. 1386/1934. Einrichtung einer Sonderpostanstalt in Oldenburg (Oldb). Aus Anlaß der Braunen Messe 1934 in Oldenburg (Oldb) wird auf dem Messegelände daselbst für die Zeit vom 15. bis 23. September eine PAnst als ZwPA (Zweigpostamt) eingerichtet, die einen Aufgabestempel mit der Inschrift „Oldenburg (Oldb) Braune Messe“ verwendet. Sie befaßt sich mit dem Verkauf von Postwertzeichen, der Annahme von Briefsendungen aller Art, Zahlkarten, Postanweisungen und Telegrammen, der Vermittlung von Gesprächen, der Ausgabe von postlagernden Briefsendungen und Telegrammen, die an die PAnst (Postanstalt) gerichtet sind, und der Auszahlung von Postreiseschecken und postlagernden Postanweisungen.

Welche Aussteller waren auf der Braunen Messe in Oldenburg auf dem Pferdemarkt vertreten?

  • Der Einzelhandel in den Hallen 1, 2 und 3 (Textilwaren, Reichsluftschutzbund, Automobile, Motorräder, Fahrräder, Lebensmittel- und Kolonialwarengeschäfte, Öfen, Bilder, Bücher, Puddings, Haushaltsgegenstände, Nähmaschinen, Büromöbel, Schreibmaschinen, Kaffee, Zigarren, lebende und tote Fische, Edelmost, Alkohol, Teppiche, Gardinen und Juwelierwaren – Anmerkung des Autors: Aufzählung in dieser ReihenfolgeDie Hallen waren Zelte) Zeichnungen von der Höheren Technischen Lehranstalt
  • Der Großhandel in einem besonderen Zelt
  • Deutsche Reichsbahn mit elektrischer Modellbahn, Model des modernen Verschiebebahnhofes in Osterburg (Stadtteil von Oldenburg), Fahrkartendrucker, Fahrzeug zur Beförderung eines vollen Güterwagens

Das fahrbare Anschlußgleis, das auf der anderen Seite des Pferdemarktes steht. Es ist ein technisches Wunder. Am Nachmittag wurde dieses Fahrzeug mit Musik durch Straßen Oldenburgs gefahren und man war erstaunt, wie wendig es sich durch die engen Straßen schlängelte, wie sicher und ruhig es fuhr, ohne jede Erschütterung.“ Zitat und Foto aus dem Jeversches Wochenblatt vom 18. September 1934:

  • Deutsche Reichspost mit Messe-Postamt und einem Stand in Zelt 5, als kleines Postamt im Hause. Mit Frankotyp Maschine, Briefwaagen und dem Telegraphie- und Fernsprechwesen
  • Zelt 6 die N.S. Frauenschaft, N.S. Volkswohlfahrt
  • weiteres Zelt u.a. mit Reichsnährstand, der Bauer als Lebensquell des Volkes, Haushaltsschule Schloß Neuenburg, Landwirtschaftliche Haushaltungsschule Marienhain, Schau der Oldenburger Imkerschule
  • Zelt des Oldenburger Handwerks, u.a. mit einem Stand des Arbeitsamts
  • und viel Propaganda…. für wohl über 50.000 Besucher

Nicht nur in Oldenburg, sondern auch in anderen Städten im Deutschen Reich wurden Messen mit dem Namen „Braune Messe“ veranstaltet.

Einige dieser Veranstaltungen sind durch eine Sonderpostanstalt, einen Sonderstempel, einige nur durch Plakate, Abzeichen oder Vignetten dokumentiert:

  • Aalen (Württemberg), 10. bis 19. August 1934 NS-Verbraucherausstellung Braune Messe – Deutsche Woche
  • Alfeld, 17. bis 25. Juni 1934, Braune Messe – Deutsche Woche, Alfelder Festwoche verbunden mit Bezirkstierschau, Reit- und Fahrturnier
  • Bad Freienwalde, 3. bis 6. Dezember 1933, Braune Messe, organisiert von der Ortsgruppe der NS-HAGO
  • Bamberg, 28. Juli bis 12. August 1934, Oberfränkische Braune Messe und 3. bis 19. August 1935
  • Bremen, 9. bis 24. Juni 1934, Braune Hansa Messe
  • Breslau, 14. bis 22. Oktober 1933, Große Braune Landes-Messe Schlesien und 15. bis 23. September 1934 und 5. bis 13. Oktober 1935, Braune Herbstmesse – Deutsche Woche (Breslau heute Wrocław, Polen)
  • Beuthen OS, Oberschlesien, 9. bis 17. Mai 1936, Veranstalter Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda, Berlin (Beuthen, heute Bytom, Polen)
  • Danzig, 1934, Braune Messe, 2. BMD, „Ich gab Arbeit“, Industrie, Handwerk, Handel, Gewerbe (Danzig, heute Gdańsk, Polen)
  • Dresden, 1933, Braune Messe, im Zeichen der Verbundenheit von Stadt und Land, Ausstellungspalast, unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden sowie der NSDAP
  • Duisburg-Hamborn, 15. bis 23. Oktober 1933, Besucht die 1. Braune Messe am Niederrhein
  • Essen, 15. September bis 7. Oktober 1934, Braune Messe Essen, Deutsche Arbeit im Deutschen Westen
  • Frankfurt, 1933 und 1934, Braune Messe, organisiert von NS-Hago mit entsprechendem Propagandaaufwand, Handwerk und andere mittelständische Branchen
  • Freiburg, 23. Juni bis 4. Juli 1934, 1. Oberbadische Braune Messe
  • Forst (Lausitz), 29. April bis 6. Mai 1934, Braune Landes- und Industrie-Messe – Deutsche Woche, Schützenplatz
  • Geislingen Stg., 1934 Braune Messe – Deutsche Woche (Stg. = Stuttgart)
  • Gera 16. bis 25. September 1934, Ostthüringer Braune Messe
  • Halle (Saale), 18. Mai bis 4. Juni 1935, Mitteldeutsche Braune Messe
  • Hamburg, 8. bis 25. September 1933, (300.000 Besucher) Braune Messe der NS-HAGO auf der Cap Polonio als Messeschiff, Kreuzfahrtschiff – wegen Weltwirtschaftskrise von 1931 bis 1933 nicht in Betrieb

Luxus-Passagierschiff Cap Polonio, 1914-1935

  • Hannover, 23. November bis 3. Dezember 1933, Braune Messe, Stadthalle, mit Ehrenhof des Deutschen Handwerks, Wertvolle Trachtenschau, SA-Konzerte
  • Hof, 19. bis 27. September 1936, Oberfränkische Braune Messe
  • Karlsruhe, 15. September bis 1. Oktober 1934, 2. N.S. Grenzland Werbemesse, Braune Messe – Deutsche Woche
  • Kiel, 27. September bis 8. Oktober 1934, Braune Messe – Deutsche Woche Kiel
  • Köln, 1. bis 10. Juli 1934, Ausstellung Braune Messe – Deutsche Woche, (Sonderpostamt 29. Juni bis 11. Juli 1934), Schwimmende Braune Messe am Rhein (vermutlich Köln)
  • Kolberg, 16. bis 27. Mai 1934?, Besucht die Braune Messe an der Ostsee (Kolberg, heute Kołobrzeg, Polen)
  • Köthen Anh., 8. bis 15. April 1934, Braune Messe
  • Landau Pfalz, 19. bis 28. Oktober 1935, 2. Südpfälzische Braune Herbst-Messe, wann fand die 1. Messe statt?
  • Leer Ostfriesland, 24. August bis 1. September 1935, Braune Messe
  • Leipzig, Herbst 1933, Braune Großmesse
  • Limburg an der Lahn, 11. bis 19. Mai 1935, Braune Messe
  • Lörrach, 10. bis 18. Ausgust 1935, 2. Braune Grenzland Messe, wann fand die 1. Messe statt?
  • Luckenwalde, 11. bis 15. Oktober 1934 oder 1935?, Besucht die Braune Werbe-Messe für Luckenwalde
  • Magdeburg, 1. bis 31. Mai 1934, Besucht die Braune Messe Deutsche Woche Revolutionsschau
  • Mannheim, Ausstellung Braune Messe, 8. April bis 13. Mai 1934
  • Meppen, 3. bis 10. Juni 1934, Braune Messe, Emslandmesse
  • Minden, 1934, Braune Messe
  • Neubrandenburg, 1933, Braune Messe – Große mecklenburgische Landesmesse

Sonderstempel Oldenburg (Oldb) Braune Messe vom 21. September 1934

  • Oldenburg, 15. bis 23. September 1934, Ausstellung Braune Messe
  • Osnabrück, 1933 Gebietsaufmarsch Braune Messe (94.000 Besucher) und 21. September bis 3. Oktober 1935 Braune Messe
  • Siegen, 1933, Jahrhundertfeier, Braune Messe, Deutsche Woche, 5. Ausstellung des Kultur- und Gewerbevereins des Kreises Siegen 1833 -1933 und 2. Braune Messe des Siegerlandes, 26. September bis 6. Oktober 1935 in Siegen-Eintracht
  • Stettin, 29. September bis 8. Oktober 1933, Besucht und beschickt die große Braune Messe (Stettin, heute Szczecin, Polen)
  • Straubing, Jahr bisher unbekannt, Volksfest Straubing, Fest der Ostmark, Verbraucherausstellung (das Volksfest wurde zu Propagandazwecken missbraucht, wie wohl alle andere Messeplätze auch)
  • Stuttgart, 1934, II. Braune Messe – Deutsche Woche
  • Torgau, 23. bis 30. Juni 1935, Veranstalter Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda, Berlin
  • Waldenburg, 30. März bis 7. April 1934, Braune Messe, „Ich gab Arbeit“ (Waldenburg, heute Wałbrzych, Polen)
  • Weimar, 30. März bis 7. April 1935, Veranstalter Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda, Berlin
  • Wilhelmshaven-Rüstringen, 7. is 15. April 1934, Braune Messe – Deutsche Messe
  • Worms am Rhein, 4. bis 12. November 1933, Braune Messe
  • Würzburg, 9. bis 21. Mai 1934, Fränkische Braune Messe

Vermutlich ist diese Aufstellung nicht vollständig. Philatelistische Nachträge sind erwünscht.

Quellen:

  • Deutsche Digitale Bibliothek, https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de
  • Landesbibliothek Oldenburg – Jeversches Wochenblatt, 22. 2., 13.7., 11.9., 12.9., 18.9. alle 1934
  • Landesbibliothek Oldenburg, Sammlung Regionalliteratur
  • Die Sonderpostämter der Deutschen Reichspost 1933 – 1945, nach den Amtsblättern des Reichspostministeriums, Band 1. 1933 – 39, Sonderheft Arbeitsgemeinschaft R- und V-Zettel e.V., Wolfgang Reck und Dr. Friedrich W. Schembra, 1995

Informativ:

  • Zeitungen 1934 in Oldenburg: Oldenburger Nachrichten und Oldenburgische Staatszeitung, Gau Weser-Ems

Offene Fragen:

  • Gibt es Fotos vom Stand der Reichspost auf der Messe in Oldenburg?
  • Gibt es einen archivierten Ausstellungführer, Ausstellungskatalog, Ausstellungsflugblatt etc. von der Messe in Oldenburg 1934?

Die Trillke-Werke in Hildesheim

Ein einzelner loser R-Zettel, kein Beleg dazu. Das Entziffern gelingt:

TRILLKE Hildesheim

R-Zettel Trillke Hildesheim, Ortsbezeichnung in Großbuchstaben

Auf zur Spurensuche.

Durch dieses Postformular des Einschreibezettels kann der Zeitraum der Verwendung geklärt werden. Die Produktion dieser Zettel begann nach Kriegsende 1945 und diese Variante wurde bis 1947 produziert.

Für die Trillke-Werke ist im Ortschaftsverzeichnis der Oberpostdirektionen (OPD) Hannover und Braunschweig, Stand Januar 1948, mit Berichtigungen zum Stand 9.10.1948 eine Posthilfsstelle „Trillkewerke Post Hildesheim“ verzeichnet.

Auszug aus Ortschaftsverzeichnis

Aufgeführte Orte ohne die entsprechende Symbolik für Poststelle I und Poststelle II waren Posthilfsstellen. Da es keine Statusänderung (Umwandlung in eine Poststelle I) gab, ist davon auszugehen, dass bei den Trillke-Werken durchgehend nur eine Posthilfsstelle bestand. Vermutlich handelt es sich hier um einen Selbstbucher R-Zettel der Werke.

(Nachrichtlich: Im Ortschaftsverzeichnis 1943 gibt es keinen Hinweis auf Trillke.)

Was verbirgt sich hinter Trillke?

Ein Blick in die damalige Situation: Mitte der 30er Jahre war die Robert Bosch GmbH, Stuttgart wirtschaftlich auf Erfolgskurs. Die Firma war Weltmarktführer für Anlasser, Lichtmaschinen, Einspritzpumpen und Magnetzünder und exportierte ca. 90 % seiner Waren ins Ausland.

1935 besaß Bosch Vertretungen in 51 Ländern und Fertigungen in Frankreich, USA, Großbritannien und Italien.

Auf Druck der nationalsozialistischen Machthaber gründete die Firma Bosch zwei Ausweichwerke: eines 1934 in Kleinmachnow, die „Dreilinden Maschinenbau GmbH“ für die Luftwaffe, das Ausweichwerk I (AW I).

Und ein weiteres Werk im Hildesheimer Stadtteil Neuhof, im Hildesheimer Wald 1937 (AW II) für das Oberkommando des Heeres. Die Produktionshallen beider Kriegsmusterbetriebe wurden in Wälder gebaut, um die kriegswichtigen Betriebe vor etwaigen Fliegerangriffen zu schützen.

An diesen Standorten wurde mit dem know-how von Bosch nur noch für das Militär u.a. für Kraftfahrzeuge und Panzer produziert.

Am 18. Dezember 1937 wurde die „Elektro- und Feinmechanische Industrie GmbH – ELFI“ in Hildesheim-Neuhof, Waldstr. 200 als heereseigener Industriebetrieb gegründet. Die Bezeichnung „ELFI“ konnte als Wortmarke nicht eingetragen werden, da bereits einige ähnliche Wortmarken in diesem Fertigungsgebiet vorhanden waren.

Am 23. Dezember 1942 wurde die Fima in „Trillke-Werke-GmbH“ umbenannt.

Briefkopf der Trillke-Werke

1952 wurde die Trillke Werke in eine Niederlassung der Robert Bosch GmbH Stuttgart, Werk Hildesheim, umgewandelt.

Der Begriff Trillke ist abgeleitet vom Flüsschen Trillkebach.

Trillkebach

Nach Trillke-Werke, Trillkebach verdient auch das Trillke-Gut eine kurze Erwähnung.

Das beeindruckende Gebäude vom Trillke Gut im Jahre 2021

Die Gründung des Trillke-Gutes geht zurück auf das Jahr 1155. Das Gut lag bis 1888 außerhalb der Hildesheimer Stadtgrenzen. Die Nutzung von Gebäuden und Gelände war im Laufe der Geschichte in der Steinbergstraße sehr unterschiedlich. Von Landwirtschaft, einer wirtschaftlichen Frauenschule, während des zweiten Weltkrieges ein chirurgisches Reserve-Lazarett, anschließend ein Flüchtlings- und Versorgungskrankenhaus, eine Tuberkulose Heilanstalt, die Nutzung durch das Studentenwerk bis zur Übernahme einer Bewohnerinnen-Genossenschaft reicht die Aufzählung der Nutzung.

Philatelistisch kann von einer Mitteilung vom 3. Juni 1925 des Postamtes im Hildesheimer Stadtteil Moritzberg berichtet werden. Dem Trillke-Gut wird ein öffentlicher Briefkasten zugestanden, „…wenn die Anlieger eine Vorkehrung zur Anbringung eines Briefkastens in Gestalt eines sicheren Pfahles oder Steinsockel schaffen“.

Das Trillke-Gut im Hildesheimer Stadtteil Moritzberg ist ca. 5 km vom Bosch-Werk im Hildesheimer Stadtteil Hildesheimer Wald entfernt.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Postgeschichte. Weitere Informationen zum Thema Bosch in Hildesheim, Zwangsarbeit im II. Weltkrieg, den nationalsozialistischen Machenschaften entnehmen Sie bitte den Hinweisen bei den nachfolgenden Quellenhinweisen.

Quellen:

  • Ortschaftsverzeichnis für die Bezirke der Reichspostdirektion (RPD) Hannover und Braunschweig, 1949, Seite 70
  • Hildesheimer Briefmarkensammler- Verein von 1913 e.V., Herr Dr. Ralf Prenzel
  • Herr Hans-Henning Mücke, Söhlde
  • Renaissance einer Kulturstadt, Hildesheim nach dem 2. Weltkrieg, Manfred Overesch, Georg Olms Verlag, 1998
  • Bosch in Hildesheim 1937-1945, Manfred Overesch, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2008
  • Trillke-Gut, Gesichter und Geschichte, Moritzberg Verlag, 2000
  • Robert Bosch GmbH, Historische Kommunikation, Bosch weltweit, Die Internationalisierung des Unternehmens, Dezember 2016
  • Berliner Geschichtswerkstatt e.V., Goltzstr. 49, 10781 Berlin, http://www.zwangsarbeit-bosch.de/firmengeschichte/elfitrillke-werke
  • Website von Hildesheimer Geschichte 815-1945, https://www.hildesheimer-geschichte.de/topografie/stadt-ortsteile/drispenstedt/hildesheimer-wald/
  • Fotos vom Autor Juni 2021

Siegfried Kaliwerk, Giesen

R-Zettel mit Zusätzen machen neugierig. Gab es ein Kaliwerk mit eigener Poststelle?

Siegfried ist heute Teil der Gemeinde Giesen im Landkreis Hildesheim.

Der Name Siegfried für den Gemeindeteil ist übernommen vom Namen der Kalischachtanlage Siegfried der Firma „Kali und Salz AG, Kassel“.

R-Brief von 3201 Siegfried Kaliwerk nach Hildesheim, Poststempel vom 14. Februar 1968

R-Zettel vom obigen Beleg

ehemalige Einfahrt zum Werksgelände, Schachtstraße

ehemaliges Verwaltungsgebäude, Schachtstraße

Ein Foto von 1990, der Briefkasten zeigt den Standort der Poststelle, Schachtstraße.

Die Post am Eingang zum Werksgelände in der Schachtstraße war in einem früheren Kiosk untergebracht. Das Gebäude ist abgerissen.

Heute gibt es in Siegfried keine Poststelle mehr.

Aus den Ortsverzeichnissen der Deutschen Bundespost sind die folgenden Einträge übernommen:

  • 1958: Poststelle 1, 20a Siegfried Giesen / über Hildesheim
  • 1968: 3201 Siegfried, Kaliwerk ü. Hildesheim

Von 1958 bis 1964 kam dieser R-Zettel, Amtskennzeichen (AKZ) 12 C, zum Einsatz: Siegfried-Giesen über Hildesheim

Die Kalischachtanlage „Siegfried“ war ab 1906 in Betrieb und hat 1987 ihren Betrieb eingestellt. 2013 wurde bekannt, dass „Kali und Salz AG, Kassel“ eine Wiederaufnahme der Kaliförderung in Giesen und Umgebung und umfangreiche Investitionen in die gesamte Bergwerksanlage plant.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Postgeschichte. Weitere Informationen zum Thema Kali, Siegfried und der Zukunft des Standortes entnehmen Sie bitte den informativen Links bei der Quellenangabe.

Die Kalihalde auf dem Stadtplan

Die Folgen der Kaliförderung sind von weitem zu erkennen:

Die Halde des Kalibergbaus wird auch „Kalimandscharo“ genannt.

Je nach Lichtverhältnissen wirkt die Halde optisch anders.

Ein Größenvergleich, rechts die Halde, links der Gemeindeteil Siegfried Giesen

Die der Schachtstraße abgewandte Seite

Die folgenden zwei Aufnahmen sind der Ortschronik von Ahrbergen von 2005 entnommen. Sie zeigen eindrucksvoll die Anlagen von Siegfried Kaliwerk:

Die Schachtanlage Siegfried Giesen mit dem damaligen Förderturm, Schornstein und der ehemaligen Poststelle vorn links im Bild.

Das Betriebsgelände von Kali + Salz mit dem Wohngebiet Siegfried Giesen und der Kalihalde

Quellen:

  • Ortsverzeichnis I, Teil A, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der Deutschen Postverwaltungen, 1958, Herausgegeben vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen
  • Deutsche Bundespost, Ortsverzeichnis II, Ausgabe 1968
  • Ortsrat Ahrbergen, Chronik Ahrbergen 2005
  • Heimatverein Giesen e.V., Herr Jörg Stelzner, heimatverein-giesen@web.de
  • Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands, Lars Baumgarten, https://www.lars-baumgarten.de/die-reviere-und-ihre-sch%C3%A4chte/4-s%C3%BCdhannover/4-17-siegfried-giesen/
  • Bürgerinitiative GiesenSchacht e.V.: https://www.bi-giesenschacht.de/index.php/was-hat-k-s-vor
  • K+S Aktiengesellschaft Kassel: https://www.kpluss.com/de-de/bergbaulexikon/
  • Fotos vom Autor Mai 2020, Juni 2021

Wie kam der Name „Hermann Göring“ auf einen Einschreibzettel?

Hermann Göring Stadt, eine kurze Phase in der Geschichte.

Die Vorgeschichte zur Gründung der Stadt Salzgitter:

Die Geschichte der heutigen jungen Stadt Salzgitter begann als Ansammlung von landwirtschaftlich geprägten Dörfern, die über verschiedene Landkreise verteilt waren.

Für die Kriegsvorbereitung zum II. Weltkrieg wurden Erze und Stahl gebraucht. Um Abhängigkeiten und mögliche Lieferstops von ausländischen Importen aus dem Wege zu gehen, wurde nach inländischen Erzvorkommen gesucht.

Im Raum Salzgitter gab es Erzvorkommen, das aber eisenarm und nicht wirklich wirtschaftlich verwertbar war.

Durch die Weigerung der privaten Montankonzerne aus dem Ruhrgebiet und dem oberschlesischen Industriegebiet im Raum Salzgitter unwirtschaftlich Erz abzubauen und zu verhütten, kam es zur Gründung der Reichswerke.

Am 7. November 1937 wurde der Standort für die geplanten Reichswerke im Salzgitter Gebiet festgelegt.

Gründung der Werke mit dem Namen Hermann-Göring-Werke, benannt nach dem vom Führer eingesetzten Generalfeldmarschall Göring.

In allen Planungen seit 1938 wurde die geplante Gesamtstadt stehts als Hermann-Göring-Stadt bezeichnet. Göring selbst hatte Ende 1941 seine Zustimmung erteilt.

Die neu geplante Stadt lag auf den Grenzen der Länder Braunschweig und Preußen. Um eine einheitliche Verwaltungsstruktur (Genehmigungsverfahren) zu schaffen wurde mit dem sogenannten „Salzgitter-Gesetz“ Gebietsbereinigungen zum 1.8.1941 verordnet.

Die Reichswerke und der Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig, Dietrich Klagges, baten das Reichsinnenministerium um Zustimmung zu diesem Namen, auch weil die Deutsche Reichspost (!) diesen bereits seit einiger Zeit gebrauchte.

Der NSDAP-Kreisleiter des Aufbaugebietes, Heinz Deinert, schlug jedoch beim Gauleiter Lauterbacher den Namen „Stadt der Reichswerke Hermann Göring“ vor.

Am 11. März 1942 lehnte Hitler jedoch beide Namen für die Dauer des Krieges ab.

Verschiedene andere Benennungsformen wurden besprochen und verworfen: „Eisenstadt“ und „Salzgitter“.

Am 19. März 1942 schlug die Braunschweiger Regierung den Doppelnamen „Watenstedt-Salzgitter“ vor.

Nachdem die Reichspost und die Reichsbahn diesem Vorschlag zugestimmt hatten, reichte die Braunschweiger Regierung diese Bezeichnung am 20. März 1942 telefonisch dem bereits abgesandten Stadtgründungsantrag an den Reichsstatthalter Braunschweig/Anhalt in Dessau, Rudolf Jordan, nach.

Am 31. März 1942 fällte Jordan die Entscheidung zum 1. April 1942 die Stadt Watenstedt-Salzgitter zu bilden.

Nach der schriftlichen Entscheidung und der Veröffentlichung am 18. April 1942 wurde Watenstedt-Salzgitter zum 27. April 1942 eine kreisfreie Stadt.

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R-Brief Hermann-Göring-Stadt (Braunschw) nach Hannover, Stempel 25.4.1942

R-Zettel vom obigen Beleg

Poststempel vom obigen Beleg Hermann-Göring-Stadt (BSWG) 25.4.42 -18 Kennbuchstabe „c“

R-Brief Hermann-Göring-Stadt (Braunschw) nach Hannover, Stempel 9.5.1942, Blanko R-Zettel mit blauem Stempel

R-Zettel vom obigen Beleg

Poststempel vom obigen Beleg, Hermann-Göring-Stadt (BSWG) 09.5.42 -13 Buchstabe „c“

Einzelner Blanko R-Zettel mit schwarzem Stempel

R-Briefe mit R-Zetteln und dem beschriebenen Zusatz sind belegt vom 5.12.41, 8.2.42, 25.4.42 und vom 9.5.42.

Ein weitere Poststempel Hermann-Göring-Stadt (BSWG) vom 04.10.41-13 mit dem Kennbuchstaben „a“ liegt als Kopie vor.

Ein Poststellen-II-Stempel von Burgdorf über Herrmann-Göring-Stadt (Braunschw) belegt 1942 die Aktivitäten der Deutsches Reichspost im vorauseilendem Gehorsam.

Poststellen-II-Stempel Westerlinde über Herrmann-Göring-Stadt (Braunschw), ca. 1941

Weitere Poststellen-II-Stempel sind bekannt, z.B. Osterlinde über Hermann-Göring-Stadt (Braunschw.), verwendet im Juni 1941.

Poststempel aus Lichtenberg über Hermann-Göring-Stadt (Bswg) vom 1.7.1942.

Die Zusätze (Braunschw. + BSWG) auf R-Zettel und Poststellen-II-Stempel beziehen sich nicht auf die Nähe zur Stadt Braunschweig, sondern auf das Land Braunschweig.

Für den Aufbau der Retortenstadt und dem Hüttenwerk kamen vielen Menschen neu in die Region. Die Arbeiter (Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter, später auch Kriegsgefangene) wohnten in Baracken und Notunterkünften. In der Realität waren in Unterkünfte wohl eher Behausungen…

Karte Hermann-Göring-Stadt

In den Ortsverzeichnissen der Jahre 1938 bis 1942 gibt es keinen Eintrag zu Hermann Göring Stadt, aber einen Eintrag zu Hermann-Göring-Koog über Garding (heute: Tümlauer-Koog, liegt im Westen der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein).

Und in Pirna, südöstlich von Dresden in Sachsen gelegen, gab es eine Mustersiedlung „Hermann Göring“. Dieses Vorzeigeprojekt des Pirnaer Wohnungsbaus zur Nazizeit wird in Artikeln auch als „Hermann Göring Stadt“ bezeichnet.

Der Stadtname „Watenstedt-Salzgitter“ wurde mit Wirkung 24. Januar 1951 in „Salzgitter“ geändert.

Ein Blick in das Archiv vermittelt die Einwohnerzahlen der heutigen 31 Stadtteile im Jahre 1905:

Bad 2.837
Barum 811
Beinum 406
Beddingen 612
Bleckenstedt 491
Bruchmachtersen 266
Calbrecht159
Drütte 233
Engelnstedt 398
Engerode 136
Flachstöckheim 333
Gebhardshagen 1.064
Gitter 564
Groß Mahner 602
Hallendorf 295
Heerte 497
Hohenrode 118
Immendorf 491
Lebenstedt 590
Lesse 1.127
Lichtenberg 1.009
Lobmachtersen 668
Ohlendorf 539
Osterlinde 355
Reppner 325
Ringelheim 1.467
Salder 1.041
Sauingen 313
Theide 2.568
Üfingen 556
Watenstedt 371

Die Motivation für diesen Artikel bezog sich auf einen kleinen Ausschnitt der Postgeschichte. Aufgabe war ausdrücklich nicht die Auseinandersetzung mit Kriegsverbrechern, dem II. Weltkrieg oder den Nationalsozialisten. Weiterführende Informationen zu den erwähnten Namen finden sie in allen bekannten Nachschlageverzeichnissen.

Und bitte beachten Sie §86 und §86a Strafgesetzbuch. Sie versichern die Abbildungen aus der Zeit des III. Reiches nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken zu lesen oder weiter zu verarbeiten.

Bitte respektieren Sie diese Aufforderung!

Quellen:

  • Salzgitter, Geschichte und Gegenwart einer deutschen Stadt 1942-1992, Wolfgang Benz, 1992
  • Salzgitter, die erstaunliche Geschichte einer jungen Stadt, Alfred Meschenmoser, 1995
  • https://www.salzgitter.de/kultur/stadtgeschichte/stadtarchiv.php
  • Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Pöstämter und -amtsstellen sowie der Bahnhöfe der Eisenbahnen, der Schiffsanlegeplätze und Flughäfen im Deutschen Reich 1938, 1939, 1940 und 1942
  • Salzgitter ´98, Briefmarkenausstellung April 1998, Katalog, Hans Günter Pabst, Alte Ansichtskarten aus Salzgitter
  • Salzgitter Jahrbuch 2018, Planung und Bau der Infrastruktur in der neuen Stadt, Klau Gossow
  • Video: „Salzgitter – Zeitreise durch die Stadt bis zum Jahr 2012“, auszugsweise, auf YouTube, abgerufen 8.9.2020
  • Sächische.de, Bomben auf die Mustersiedlung, 11.4.2017

Bemerode Lager

Ein Einschreibzettel mit dem Zusatz Lager

R-Zettel Bemerode (Lager) über Hannover, R-Zettel Typ 34, Einheitsausgabe der Deutschen Reichspost

Bemerode ist heute ein Stadtteil der Landeshauptstadt Hannover.

Am 1. März 1974 wurde das Dorf Bemerode im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform aus dem Landkreis Hannover in die Stadt Hannover eingemeindet.

Für eine Luftnachrichteneinheit war 1938 am Stadtrand und am Rande des Seelhorster Waldes im sogenannten „kleinen Holz“ ein Barackenlager errichtet worden, in dem Soldaten als Funker, Fernmelder und Telegrafenbauer ausgebildet wurden.

Das Wehrmachtslager bestand aus zahlreichen Baracken, Speisesaal mit Kantine, Kleiderkammer, Wasch- und Toilettenanlagen, Werkstätten, Bunkern, Hütten und Garagen. Lehrsäle dienten der Ausbildung auf technischem Gebiet. Ein Exerzierplatz wurde eigens angelegt. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurden die Häuser zur Tarnung mit Giebeln aus Strohgeflecht versehen. Neben den meist geteerten Straßen wurden Pappeln gepflanzt.

Die getarnten Baracken sollten für die gegnerische Luftwaffen ein Siedlungsgebiet vortäuschen.

Baracken im Lager Bemerode

Das Lagergelände war von einem Drahtzaun umgeben, ein Schlagbaum sicherte den Eingang.

Paul Theile 1940 im Lager Bemerode

Paul Theile, Autor (siehe Quellenangabe am Ende des Artikels), ist es zu verdanken, dass viel Geschichtliches von Bemerode und Umgebung dokumentiert worden ist. Der ausgebildete Lehrer und spätere Soldat kam 1940 in das Lager Bemerode zur Luftnachrichtentruppe, wo er mehrere Lehrgänge für eine Ausbildung zum Offizier absolvierte.

Von direkten Kriegseinwirkungen war diese Anlage weitgehend verschont geblieben, und so diente das Lager, wie es allgemein genannt wurde, nach Beendigung des Krieges dazu, deutsche Gefangene aufzunehmen.

Nach dem Einmarsch der US-Streitkräfte wurde das Gelände unter britischer Führung bis 1952 als Militärlager genutzt. Danach beherbergten die Gebäude bis 1955 eine britische Kraftfahrzeug Einheit.

In Bemerode entstand eines der größten Kriegsgefangenlager, dass von den Briten als Handwerkerlager bezeichnet wurde. 4.800 Kriegsgefangene mit entsprechenden Fähigkeiten wurden hier zusammengefasst, um für die unterschiedlichsten Arbeiten in Hannover verwendet zu werden. Lagerkommandant dieses POW-Camps der 301. Division in der 8. Armoured Brigade der britischen Armee war Captain Davies. (POW = Prisoner of War)

Als die Bewachung des Lagers allmählich aufgehoben wurde, entwickelte es sich zu einer Auffangstelle für entlassende Soldaten, die keine Möglichkeiten hatten, in ihre (Ost-) Heimat zurückzukehren.

Briefausschnitt Stempel Bemerode (Lager) Hannover, 18.12.44

Am 7.7.1948 wird dieses Einschreiben mit dem Zusatz Lager im R-Zettel von der Post Bemerode über Hannover nach Lauenstein bei Elze abgefertigt. Das Lager bestand im Jahr 1948 noch.

Der Absender K. Algner Bemerode 236 Plant Group G.C.L.O. schreibt an seine Frau Adelheid Algner in das ca. 45 km entfernte Lauenstein. (Plant Group = die Sammlung einzelner Gebäude auf einer kriegsbasierten Produktionsstätte)

Die German Civil Labour Organisation (GCLO) (übersetzt: Deutsche zivile Arbeitsorganisation) war eine von 1947 bis 1950 bestehende Organisation der britischen Besatzungsmacht in Deutschland, in der deutsches Zivilpersonal tätig war. Die GCLO entstand am 1. August 1947 nach der offiziellen Auflösung vormaliger Labour Service Einheiten in der britischen Besatzungszone, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus Teilen der deutschen Wehrmacht gebildet worden waren. Am 21. Oktober 1950 wurde die GCLO in die German Service Organisation (GSO) überführt.

Erfreulicherweise ist der Briefinhalt im Beleg erhalten geblieben. Eine Abschrift folgt am Ende des Artikels. *

Im Oktober 1949 beschäftigte die Beteiligten der Nachlass eines verstorbenen britischen Offiziers, Fuffy – ein Hund…

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Erhebung der Gemeinde über die Situation im Lager Bemerode aus dem August 1951, die Straßenanschrift des Lagers lautet: Bischofsholer Straße 31

Erhebung der Gemeinde über die Situation im Lager Bemerode aus dem November 1952

Bereits im damaligen Kriegsgefangenenlager wurde unmittelbar nach Kriegsende 1945 von den Insassen ein Barackenraum behelfsmäßig zu einer gottesdienstlichen Stätte umgestaltet. Daraus entstand eine Lagerkirche, die erst am 20. Juli 1958 mit einer Abschiedspredigt letztmalig als Kirche genutzt wurde.

Baracke 58, Belegungsplan: die Gemeinde Bemerode hielt am 25.11.1953 fest, welcher Raum in der Baracke wem zugeordnet war. Die zwei Räume links unten wurden von der Katholischen Kirche genutzt.

Karte des GSO Camp Hannover Bemerode

Die Original-Karte im Format 73 cm x 61 cm liegt im Archiv der Region Hannover in Neustadt am Rübenberge. Die Karte hat leider kein eigenes Datum. Sie ist Teil einer Akte zum Lager Bemerode mit der Laufzeit 1953 bis 1956.

Die Legende der obigen Karte mit der Zuordnung der einzelnen Häuser

Beispiele: Accommodation = Unterkunft, Camp Police (1) = Lager Polizei, H. Q. Building (24) = Hauptquartier, Pig Sty (42) = Schweinestall, Coal Store (43) = Kohlenlager, Sewage (86) = Abwasser

Ausschnitt aus Karte des GSO Camp Hannover Bemerode (Mitte unten), eingezeichneten Nissen Hütten als Familiennotsiedlung und zwei Hütten im Eigentum der Continental Hannover.

Familiensiedlung im abgetrennten Teil des GSO-Lagers Bemerode, aus einer Notiz der Gemeinde Bemerode, GSO = German Service Organisation, eine Dienstgruppe der Britischen Armee.

Im Anschluss erfolgte eine allmähliche Übergabe an die Bundeswehr und an zivile Gewerbebetriebe. Auch die Gemeindeverwaltung Bemerode und ein Theater hatten auf dem Gelände zeitweise ihren Sitz.

Die noch vorhandenen Gebäude wurden nach und nach entfernt, Schuttreste abgesammelt, Teerstraßen und Betonwege entsiegelt und die Freiflächen teilweise aufgeforstet. 2/3 der Lagerfläche wurde zu Bauland. Über der ehemaligen Lagerkläranlage wurde ein Rodelberg aufgeschüttet.

Noch heute sind im Seelhorster Wald Spuren des Lagers zu entdecken

Betonreste, noch nicht ganz überwachsen

Ein Kartenausschnitt aus dem Mai 1954. Das Lager ist namentlich gekennzeichnet. (Bauverwaltung der Hauptstadt Hannover)

Der Vergleich zur farbigen Karte gibt eine gute Orientierung.

Seit den 1980er Jahren entstanden im unmittelbaren Umfeld des Waldes Gebäude und Siedlungen, wie der Verlag Madsack, das Annastift und die Wohngebiete Emslandviertel, Seelhorster Garten und Spargelacker.

Das Lagerwäldchen (kleine Seelhorst) befindet sich südlich der Bemeroder Straße/Dreibirkenweg und westlich der Emslandstraße. Das Lagergelände umfasste alle heutigen Straßen mit Emslandbezeichnungen.

Aus Sicht der Wehrmacht verständlich, dass das Postamt Bemerode LAGER in den Ortsverzeichnissen der Deutschen Reichspost 1939 und folgende Jahre nicht aufgelistet wurde.

Bemerode ist postalisch bis zur Einführung der Label 1997 auf Einschreibzetteln dokumentiert: 30539 Hannover 72, 3000 Hannover 72, 3011 Bemerode, Bemerode (Han) 12 A (AKZ), 20a Bemerode (Han), 20a Bemerode über Hannover, Bemerode über Hannover, Bemerode (Landkreis Hannover).

*Mein süßer Liebling! Da ich heute nach meiner Rückkehr diese Raucher und Punktekarten ausgehändigt bekam, will ich gleich wie es sich für einen guten Ehemann wie Geburtstagskind gehört, Dir mein Liebling selbiges übersenden. Ich bitte Dich, kaufe also für nächsten Sonntag etwas Rauchbares. Nach Möglichkeit Tabak und Papier. Über die Verwendung der Punkte sprechen wir am Ende der Woche. Denn ich weiß immer noch nicht, was mit dem Hund und der Uhr wird. Wegen der Uhr will sobald als möglich zur Stadt. Vielleicht findet sich etwas passendes. Und mit dem Hund stehen die Aktien so. Man war am Sonnabend wahrscheinlich nach Goslar gefahren und ist bis Montag am Morgen noch nicht zurückgewesen. Es ist also alles noch offen. Ich wäre froh wir hätten es hinter uns. Ein Hund macht schon Ärger, wenn er da ist. So lass mich dann schließen, ich verbleibe mit vielen herzlichen Grüßen und süßen Küssen, dein Dich herzlich liebender … PS. Geld habe ich als Abschlag noch 30,00 DM bekommen.

Offene Frage:

Für die im Wikipedia Eintrag „Seelhorst Stadtwald“ im Lager Bemerode erwähnte Heeres-Nebenmunitionsanstalt Hannover hat der Autor bisher keine Hinweise in der Literatur gefunden. Kann eine Leserin oder Leser weiterhelfen?

Quellen:

  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Familien Notsiedlungen, Nutzung des GSO-Lagers Bemerode für Notunterkünfte (1949-1955)
  • Hannover zwischen Null und Neubeginn, Dieter Tasch, 1985, Leuenhagen & Paris
  • 1000 Jahre christliches Wirken am Kronsberg, Paul Theile, 1987, Kronsberg Verlag
  • Heimat am Kronsberg, Kronsberger Geschichtsblätter, Heft 3, Paul Theile, 1998, Selbstverlag
  • Die Seelhorst, Stadtwälder in Hannover, 2016, Landeshauptstadt Hannover
  • Fotos vom Autor, November 2019
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Seelhorst_(Stadtwald), abgerufen am 7.1.2020
  • Mein Dank geht an Herrn Rainer Lütgens, Langenhagen für die Bereitstellung eines Beleges
  • Flüchtlingslager im Landkreis Hannover, Instandsetzung und Ausstattung, Versorgung mit Lebensmitteln (1945-1953) (Archiv der Region Hannover)
  • Verfügbare ehemalige Wehrmachts- und Rüstungsanlagen (Niedersächsisches Landesarchiv Hannover)

Nachsatz: Das Foto von Herrn Theile und die zwei Abbildungen des Barackenlagers sind dem Buch „Heimat am Kronsberg, Kronsberger Geschichtsblätter, Heft 3, Paul Theile, 1998, Selbstverlag“ entnommen. Da Herr Theile im Jahre 2006 verstorben ist und das Buch im Selbstverlag veröffentlicht wurde, hatte ich keine Möglichkeit die Bildrechte zu erbitten. Ich bitte um Zuschrift, von der Person, dem die Rechte gehören.

Emden Außenhafen

Einschreibezettel mit Zusätzen wecken ein besonderes Interesse bei Sammlern, hier Außenhafen.

Emden Außenhafen beschreibt einen Hafenbahnhof in Emden, der Reisenden ein bequemes Umsteigen zur Fähre nach Borkum ermöglicht. Borkum ist die westlichste ostfriesische Insel in der Nordsee in Deutschland.

Binnenhafen und Außenhafen in Emden

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Der Hafenbahnhof ist über eine kurze Strecke mit dem Hauptbahnhof Emden verbunden.

R-Brief (23) Emden Außenhafen innerstädtisch. Beleg vom 1.4.1955. Der Poststempel ist vom Postamt Emden 2, nicht von der Poststelle Emden Außenhafen. Vermutlich ist dieser Beleg ein Ersttagsbrief vom 31.3.1955, der am darauffolgenden Tag vom übergeordneten Postamt abgefertigt wurde.

R-Zettel vom obigen Beleg

R-Zettel mit Amtskennzeichen (AKZ) Emden Außenhafen 9 V. AKZ wurden zwischen 1956 und 1964 verwendet.

R-Zettel mit der Postleitzahl 297 Emden 29, bisher ist kein R-Zettel mit der vierstelligen Zahl 2970 bekannt.

Ein Postamt Emden Außenhafen wird im Ortsbuch für das Deutsche Reich 1930 aufgeführt. Im Ortsverzeichnis I von 1952 gibt es die zusätzlichen Hinweise auf Postamt mit Schiffsverbindung und dem Leitpostamt Emden 2. In den Ortsverzeichnissen 1958 und 1959 wird das Außenhafen Postamt als Zweigpostamt des Amtes (ZdA) Emden 1 geführt. 1970 und 1972 wird die Post am Außenhafen mit dreistelliger Postleitzahl 297 Emden 29 gelistet.

Die Ortsverzeichnisse der Deutschen Bundespost beschreiben in unterschiedlichen Jahren die Adresse der Poststelle 1 in 2970 Emden 29 mit unterschiedlichen Straßenanschriften:

1974 bis 1984: Am Borkumanleger

1988: Am Außenhafen

1991: Am Außenhafen, Bahnhofsgebäude

Wann wurde das Postamt Emden Außenhafen eröffnet und wann geschlossen?

Die Frage ist heute trotz viele Versuche nur schwer zu klären. Fragen vor Ort in Emden brachten kein befriedigendes Ergebnis. Wissen Sie mehr?

Sicher ist, dass nach dem Neubau des Fährhauses in 2001 für die moderne Reiseabwicklung, das bisherige Postamt im alten Abfertigungsgebäude bereits nicht mehr existierte.

Hinter den gr0ßen Scheiben waren früher die Abfertigung, Gastronomie und Post untergebracht. Nur ein Zufall auf dem Foto ist das geparkte Postfahrzeug.

Am alten Abfertigungsgebäude hängt ein „historisches“ Hinweisschild.

1902 wurde der erweiterte Hafen mit Borkum Abfertigung eingeweiht (Postkarte Stadtarchiv Emden).

Eine Luftbildaufnahme vom Außenhafen in Emden. Auf der linken Seite vor der Schleuse die Abfertigung für Reisende nach Borkum und der vermutete Standort der Post.

Eine undatierte, alte Darstellung des Hafengebietes. Die elektrische Kleinbahn führt zum Außenhafen, zum Empfangsgebäude und zur Anlegebrücke. Auf der gegenüberliegenden Hafenbeckenseite ist die Neue Quarantäne Anstalt angesiedelt. Der neue Handelshafen ist noch im Bau. Der Stadtteil Transvaal ist noch nicht in Sicht.

Eine Vergrößerung aus obiger Karte.

Das Postamt Emden 29 mit fünfstelliger Postleitzahl 26723 lag nicht mehr am Außenhafen, sondern im benachbarten Emder Stadtteil Transvaal.

Quellen:

  • Das Ortsbuch für das Deutsche Reich herausgegeben in Verbindung mit der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Reichspost, 7. Auflage 1930, Berlin
  • Ortsverzeichnis Post, Verzeichnis der Orte im Bereich der deutschen Postverwaltungen in den Jahren 1952, 1958, 1959, 1970, 1972, 1974, 1978, 1980, 1982, 1984, 1988, 1991
  • City-Tipp, Das Magazin Ostfriesland, Ausgabe Juni 2019
  • Fotos vom Autor August 2019

Vielen Dank an die netten Menschen in der Tourist Information im Hauptbahnhof Emden, an das Stadtarchiv der Stadt Emden, an das Ostfriesische Landesmuseum Emden und an alle anderen Personen, die ich bei der Recherche persönlich und telefonisch befragen konnte.

Wintermoor Krankenhaus

Mit Interesse verfolge ich Namenszusätze auf Einschreibzetteln. Sie geben Hinweise auf Besonderheiten oder auf verlorene Orte, sogenannte lost places.

Am 8. Februar 1943 wurde das Gesundungshaus Wintermoor in der heutige Gemeinde Schneverdingen, Heidekreis (früher Landkreis Soltau-Fallingbostel) eröffnet. In der Spitze mit über 800 Betten, war die Einrichtung ein Ausweichkrankenhaus aus Hamburg. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in dem heutigen Naturschutzgebiet ein Bereich für Tuberkulose Patienten eingerichtet. Später gab es einen Kindergarten, ein Hallenbad und ein Postamt.

Zum Jahresende 1997 wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt und die ausreichenden Kapazitäten in Hamburg genutzt.

(20a) Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Blanko R-Zettel, Typ Wegener, mit Stempel 20a Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Amtskennzeichen, AKZ, 12 M Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

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Einschreibbrief vom 7.8.1961, mit AKZ nach Lüneburg und Poststempel (20 a) Wintermoor-Krankenhaus

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Obiger Beleg vom 7.8.1961 mit dem aufschlussreichen Absender vom Hamburgischen Krankenhaus Wintermoor

R-Brief von 3041 Wintermoor-Krankenhaus nach Hamburg, 6.11.69

R-Zettel von obigen Beleg mit vierstelliger Postleitzahl 3041 Wintermoor-Krankenhaus

Andere postalische Beobachtungen:

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Ein R-Brief abgestempelt in Soltau (Han) am 11.12.1947. Der R-Zettel verrät einen Einsatz außerhalb von Soltau mit dem Stempel (20a) Soltau (Hann. Ld.). LD. als Abkürzung für eine Land Verwendung. Aber wo versteckt sich der Poststellen II Stempel?

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R-Zettel vom obigen Beleg

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Ein ungewöhlicher Poststellen II Stempel 20a Wintermoor Krankenhaus über Soltau Hannover wegen Platzmangel nicht auf der Vorderseite, sondern auf der Rückseite aufgebracht. Daneben der Ankunftsstempel aus (24a) Hamburg vom 12.12.1947.

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Der zweizeilige Poststellen II Stempel vom obigen Beleg. „Bandagen-Magazin“ als Hinweis auf das Krankenhaus…

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Ein interessanter Zeitzeugenbeleg vom 3. September 1946. Die Freude über die neu eingerichtete Poststelle II wurde auf der Rückseite des Beleges – intern – zum Ausdruck gebracht.

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1946 kam ein dreizeiliger Landpoststempel „20 Wintermoor Krankenhaus über Soltau (Han)“ zum Einsatz.

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Text von obiger Karte: „Sehr geehrter Herr Boehm, heute möchte ich Ihnen mitteilen, daß wir seit dem 1. August d.J. eine Poststelle II geworden sind. Wir haben nun zusätzlich zu unserem Arbeitsbereich auch noch die Zustellung für den Ort Ehrhorn übernommen. Für Ihre Briefmarken- und Postkartensammlung möchte ich Ihnen daher diese Karte höchstpersönlich überreichen. Mit vielen Grüßen verbleibe ich Ihre Lotti Hannemann.“

Ein Poststempel von 1972 mit vierstelliger Postleitzahl „3041 Wintermoor, Krankenhaus“ wird bei einer Auktion angeboten.

Ein Blick in die Ortsverzeichnisse und Postleitzahlenbücher zeigt die Veränderungen dieser Poststelle aus Sicht der Post an. Und dadurch auch erkennbar, wann der Zusatz Krankenhaus von R-Zettel und Stempel verschwunden ist:

  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Poststelle I, 1952 (*1, siehe Quellenangabe am Ende des Artikels)
  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Zweigpostamt des Amtes Soltau, 1956 (*2)
  • 3041 Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (*3)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus ü. Soltau, Poststelle I, OPD Hannover, AFeB5 = Amtliches Fernsprechbuch 5, 1965 bis 1975  (*4)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus, Poststelle I, OPD Hannover/Braunschweig, zuständiges Postamt mit Verwaltungsdienst 3040 Soltau, AFeB43 = Amtliches Fernsprechbuch 43,  1976 und 1978 (*5)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 3043 Schneverdingen, 1980 bis 1987 (*6)
  • Wintermoor, Krankenhaus = W-3043 Schneverdingen, 1991, (*7)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 29640 Schneverdingen, 1993, (*8)

Auf einer Postverkehrskarte von 1954 ist Wintermoor-Krankenhaus nördlich von Schneverdingen eingezeichnet. Die eingezeichnete dicke Linie zeigt den nördlichen Zipfel des Postleitgebietes 20 a

Auf dem heutigen Gelände hat sich ein Waldpädagogikzentrum niedergelassen. Einige Gebäude aus der früheren Nutzung sind auf dem Gelände zu erkennen.

Eine letzte erhaltene Baracke des Wintermoores Krankenhaus

Offene Liegehalle für Tuberkulose Patienten, Betten sind gut zu erkennen, Ausschnitt aus einer Postkarte

Offene Liegehalle, heutige Nutzung als Lager

Frage:

  • Welche anderen Einrichtungen mit Krankenhaus oder ähnlichen Bezeichnungen sind auf R-Zetteln dokumentiert?

Quellen:

  • *1 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postämter und Poststellen im Bereich der deutschen Postverwaltung, Posttechnisches Zentralamt, 1952
  • *2 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1956 und 1959
  • *3 = Postleitzahlen, Herausgegeben und bearbeitet vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 1961, 1966 und 1971
  • *4 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, einschließlich der Gemeinden ohne Postanstalt im Verwaltungsbereich der Deutschen Bundespost, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1965, 1968, 1970, 1972, 1974 und 1975
  • *5 = Ortsverzeichnis I, (OV I) Verzeichnis der Orte mit Postanstalt und der Gemeinden ohne Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltung, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 5300 Bonn 1, Posttechnisches Zentralamt, 6100 Darmstadt 1, 1976 und 1978
  • *6 = Ortsverzeichnis Post, Verzeichnis der Orte im Bereich der deutschen Postverwaltung, Deutsche Bundespost 1980, 1982, 1983 und 1987
  • *7 = Ortsverzeichnis Post (OV Post), Herausgeber Deutsche Bundespost Postdienst, Generaldirektion, W-5300 Bonn 1, 1991
  • *8 = Das Postleitzahlenbuch, Postdienst, Deutsche Bundespost, 1993
  • aktuelle Fotos vom Autor, Oktober 2018

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