R-Stempel (Deutsche Bundespost)

R-Stempel (Deutsche Bundespost)

Seit 1944 sind R-Stempel im heutigen Gebiet des Landes Niedersachsen bekannt. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren kamen R-Stempel aus Mangel an losen R-Zetteln zum Einsatz.

Die folgenden R-Stempel der Deutschen Bundespost aus Niedersachsen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur besseren Lesbarkeit wird der R-Stempel bei Belegen erneut abgebildet.

Aus der Zeit der Deutschen Bundespost sind zwei Stempel bekannt:

Der Stempel aus Delmenhorst diente dem Versuch die Abwicklung am Schalter zu beschleunigen. Also Postautomation oder Rationalisierung…:

An dieser Stelle verweise ich auf einen ausführlichen Artikel zum Nummernstempel für die Annahme von Einschreibsendungen in Delmenhorst

Der Stempel aus Osnabrück aus dem Jahr 1974 hatte einen rein philatelistischen Hintergrund:

Stempel in rot, Unterscheidungsbuchstabe B in rot separat eingefügt, Numerator mit Paginierstempel in schwarz.

Der R-Stempel aus 45 Osnabrück 1

Der Stempel von der unteren Stempelseite

Ein Blankoabschlag von diesem Stempel

Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen 1. 10. 1974

Die Bekanntmachung zu diesem Sonderpostamt gibt keinen Hinweis auf den eingesetzten R-Stempel

Das Sonderpostamt setzte am 20.10.1974 einen Sonderstempel ein. Die Abbildung zeigt zwei stilisierte Briefmarken ohne Bildnis mit hufeisenförmigem Stempelabdruck.

Literatur:

Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen 1. 10. 1974

Ich danke Herrn Lüwer, Osnabrück, für die Unterstützung zu diesem Artikel.

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur während der Zeit der Deutschen Bundespost. Weitere Beiträge sind erstellt:

 

R-Stempel (Bearbeitungsvermerk)

Einen R-Stempel der etwas anderen Art gibt es auf diesem Beleg zu entdecken.

Am 29.1.1947 ging dieser Beleg in (20) Hannover 2 auf die Reise nach (14) Stuttgart. Vom Absender als Einschreiben gekennzeichnet und ausreichend frankiert. In Stuttgart angekommen, fehlt der Einschreibenummernzettel.

Die Post in Stuttgart stempelte diesen Beleg mit dem abgebildeten R-Stempel:

R Nr. 791 (handschriftlich) Nummernzettel fehlt. Als Ebf (Einschreibebrief) behandelt. Stempel Stuttgart 1, 31.1.47, und Unterschrift! des tätigen Postlers.

Am 17.5.58 ging dieser Beleg in (24a) Cuxhaven 1 auf die Reise nach München. Vom Absender als Einschreiben gekennzeichnet und entsprechend frankiert. In München angekommen, fehlt der Einschreibenummernzettel.

Nummernzettel fehlt als E-Sendung behandelt, zweiter Stempel 18. Mai 1958 und handschriftlichem Namenskürzel in rot.

Nachsatz:

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur wie hier 1947 und 1958. Weitere Beiträge sind erstellt:

 

R-Stempel (Deutsches Reich)

R-Stempel (Deutsches Reich)

Nicht erst nach dem Krieg 1945, wurde aus Mangel an losen R-Zetteln für Einschreibesendungen mit R-Stempeln gearbeitet. Auch im Deutschen Reich kamen 1944 und 1945 R-Stempel zum Einsatz.

Die folgenden R-Stempel aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur besseren Lesbarkeit wird der R-Stempel bei Belegen erneut abgebildet.

Bückeburg, 12.3.45, ohne Unterscheidungsbuchstabe (UB), Ankunftsstempel Herdecke 15.12.45, Überroller, Zensurbrief, links Verschlußzettel (Riemer B-100) mit violettem Zensurstempel Military Censorchip Civil Mails 19015 der britischen Zensurstelle Bonn.

Bückeburg wurde am 8.4.45, Herdecke am 13.4.45 besetzt.

Erklärung Überroller siehe am Ende des Artikels.

Duderstadt, 21.3.44, ohne UB, Ankunftsstempel Berlin 22.3.44

Hildesheim 1, 18.12.44, ohne UB, Ankunftsstempel Krefeld 21.12.44

Wie ist der Begriff Überroller definiert?

Überroller sind postalische Belege, die noch im Dritten Reich, also vor der Besetzung durch die Alliierten, aufgegeben, aber erst nach der Besetzung, also im Nachkriegsdeutschland, zugestellt wurden. Nach Meinung von Herrn Alfred Meschenmoser (Autor, Quelle siehe am Ende des Artikels) gehören Überroller eher zum Sammelgebiet Deutsches Reich, weil die Nachrichten, die mit solchen Postsendungen übermittelt werden sollten, der Zeit des Dritten Reiches zuzurechnen sind und die Sendung zu den Bedingungen und Bestimmungen, auch noch mit den Wertzeichen des Dritten Reiches aufgegeben worden sind. Diese Art von Belegen dokumentiert philatelistisch das Ende des Dritten Reiches. Entscheidend für die Frage eins möglichen Überrollers ist die Frage, wann der jeweilige Ort durch die Alliierten im Krieg oder bei Kriegsende besetzt worden ist. Als erste Region im Westen wurde Aachen ab Mitte September 1944 von den Alliierten besetzt. Flensburg folgte zuletzt am 13.5.1945. Sprachlich exakt müsste die Bezeichnung „ÜBERROLLTE Postsendungen“ heißen. Denn die Postsendungen haben niemanden überrollt, sondern sie sind überrollt worden.

Offene Frage:

Lieber Leser, kennen Sie eine Verfügung, in der der Einsatz der R-Stempel geregelt wurde?

Literatur:

  • Überroller-Post 1945-1949, vom Dritten Reich in das Nachkriegsdeutschland, Alfred Meschenmoser, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde Rhein-Donau e.V., Heft Nr 104, 1984
  • Die Arbeitsgemeinschaft der R- und V-Zettel Sammler e.V. hat auf ihrer Internetseite eine Vielzahl von deutschen R-Stempeln veröffentlicht: http://arge-r-v-zettel.de/classic-zettel/r-stempel-und-provisorien

Nachsatz:

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur während der Zeit des Deutschen Reiches. Weitere Beiträge sind erstellt:

 

R-Stempel (Britische Zone)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit speziellen Einschreiben von 1946 bis 1948 im Nachkriegsdeutschland, aus einem Teilgebiet der Britischen Zone.

In dieser Zeit, wo Papier knapp und teuer war, versuchte man zu sparen. R-Zettel aus Papier zu machen war zu aufwendig und einen Stempel herzustellen einfacher.

Die unterschiedlichsten Formulierungen werden in Verkaufsofferten oder in der Literatur verwendet, um letztendlich das Gleiche zu beschreiben:

  • Einschreibenstempel
  • Einschreibestempel
  • Einschreibstempel
  • Einschreiben-Stempel
  • Noteinschreibestempel
  • Behelfs-R-Stempel
  • Blanco-R-Stempel
  • Not-R-Stempel
  • Aushilfs-R-Stempel
  • prov. R-Stempel
  • Rekommantionstempel (Österreich)
  • R-Stempel mit Postleitzahl.

Ich habe mich entschieden, diese Form als R-Stempel zu bezeichnen. (Der Stempel mit dem Wort „Recomandirt“, aus der Zeit vor dem Deutschen Reich hat mit dieser Thematik nicht direkt zu tun).

Die formale Abgrenzung zu R-Zetteln oder handschriftlichen R-Vermerken, ist ein Stempel mit

  • Rahmen,
  • häufig vorgegebener Ortsbezeichnung.

Nur der Numerator wird (häufig) mit Tinte handschriftlich eingetragen. Der R-Stempel wird direkt auf einer Postsendung aufgebracht und nicht z.B. auf einem Blanko-Zettel.

R-Stempel gibt es bei vielen Postverwaltungen in aller Welt. In den Besatzungszonen im Nachkriegsdeutschland kommen sie in der Amerikanischen- und der Französischen Zone besonders häufig vor.

Die folgenden R-Stempel aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur besseren Lesbarkeit wird der R-Stempel bei Belegen erneut abgebildet. R-Stempel Ausschnitte werden zwangsläufig ohne Datum beschrieben.

Badbergen, Ausschnitt

Bad Pyrmont, 18.4.46, ohne Unterscheidungsbuchstabe (UB)

Bad Pyrmont, 20.6.46, mit UB „a“

Bad Pyrmont, 20.4.46, mit UB „b“

Bad Pyrmont, 18.6.46, mit UB „c“

(23) Bad Rothenfelde, 2.7.46

Barnstorf, 22.3.46, der Ort liegt im Landkreis Diepholz

Berge (Krs. Bersenbrück), Ausschnitt

Borgloh (Kr. Osnabrück), 4.7.46

(20b) Braunschweig Sammlermarkenstelle, 19.8.47, Stempel-Höhe 18 mm, -Breite 62 mm, Nachnahme und Postsache, Stempel mit Postleitgebietszahl.

Beilage in diesem Brief von der Sammlermarkenstelle Braunschweig an den Empfänger, Text: „Betr. Ihren Dauerauftrag, Wir übersenden Ihnen die gewünschten Marken. Ihrem Antrag auf Eintragung als Dauerbezieher können wir jedoch nicht mehr entsprechen, da wir unseren Betrieb im Hinblick auf die Eröffnung der Versandstelle für Sammlermarken bei der Oberpostdirektion Frankfurt (Main) auflösen müssen. Wir bitten Sie, sich wegen des Dauerbezugs an die Versandstelle in Frankfurt (Main) zu wenden. Einzelaufträge, insbesondere auch über Ziffernmarken, können wir bis auf weiteres noch ausführen.“

Braunschweig Sammlermarkenstelle, 23.8.47, Stempel-Höhe 24 mm, -Breite 62 mm, Nachnahme und Postsache, Stempel ohne Postleitgebietszahl.

Der R-Stempel „Braunschweig Sammlermarkenstelle“ kann aktuell in dem Zeitraum vom 19.5.47 bis 3.3.48 mit Belegkopien nachgewiesen werden. Und dieser Stempel ist als Selbstbucher einzuordnen.

Cappeln (Oldb), 15.1.47

Cloppenburg, 26.7.46, mit UB „b“

Emstek, 26.4.46, der Ort liegt im Landkreis Cloppenburg

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Essen (Oldenburg), 26.3.46

Förste über Herzberg (Harz), 30.6.47

Friesoyte, Stempel Rückseite 6.1.46

Garrel (Oldb), Ausschnitt

Gr. Hesepe über Meppen, 16.4.47, Landpoststempel neben R-Stempel, R-Stempel ohne Ortsangabe, Poststempel Meppen

Groß Ilsede, 28.3.46

Groß Ilsede, Ausschnitt, Ortsstempel größer als Stempelrahmen

Groß Lafferde, 20.6.46

Haselünne, 20.9.47

Herzberg (Harz), 23.7.46, mit UB „a“

Herzberg (Harz), 9.5.46, mit UB „b“

Hilter (Teuteburgerw.), Ausschnitt

Laer (Bez. Osnabrück), 23.3.46

Lastrup (Oldb), 11.6.46

Menslage ü. Quakenbrück, 23.6.47

Meppen, 11.11.47, mit UB „b“

Meppen, 9.4.48, mit UB „c“

Norden, 21.4.46, mit Landpoststempel 23 Westeraccum über Norden

23 Nordhorn, Ausschnitt, UB „a“

23 Nordhorn, 7.8.47, mit UB „c“, Zensurbrief

23 Nordhorn (Grafsch. Bentheim), 8.5.46, Zusatz mit Grafschaft

Nortrup, 28.1.47

23 Osnabrück 1, Ausschnitt, Stempel mit Osnabrück 1 handschriftlich überschrieben

23 Osnabrück 1, Ausschnitt, UB „a“

Osterholz-Scharmbeck, 25.10.47, Freistempel Deutsche Post Kreisausschuss Osterholz. In diesem Stempel wird der Ort mit Bindestrich abgebildet. Es gibt auch einen Stempel ohne Bindestrich.

Peine, 22.3.46, mit UB „a“

Peine, 1.4.46, mit UB „b“

Quakenbrück, 18.9.46, mit UB „a“

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Quakenbrück, 12.7.46, mit UB „b“, Poststellen II Stempel 23 Suttrup über Quakenbrück

Quakenbrück, 18.11.46, mit UB „c“

Ramsloh (Oldb), Ausschnitt

 

Ritterhude, 7.8.46

Sandkrug (Oldb), Ausschnitt

Scharrel (Oldb), 27.7.46

(23) Schüttorf, 30.10.47

Sieber über Herzberg (Harz), 7.12.46

Soltau (Han), 23.3.46, Landpoststempel 20 Tewel über Soltau (Han)

Soltau (Han), 27.3.46

Vienenburg, 23.3.46, „R“ handschriftlich

Worpswede, 28.6.46

Der Schwerpunkt der Belege liegt in den Jahren 1946 und 1947. Nur ein Beleg aus dem Jahr 1948 ergänzt die Darstellung.

Von nachfolgenden Orten sind R-Stempel belegt:

  • Aerzen
  • Bippen
  • Bückeburg, Verwendung bereits im Deutschen Reich
  • Cloppenburg, UB a
  • Duderstadt, Verwendung bereits im Deutschen Reich
  • Haselünne, mit UB a
  • Hemmelte
  • Herzberg (Harz), ohne UB
  • Hildesheim 1, Verwendung bereits im Deutschen Reich
  • Hilter (Teuteburgerw.)
  • Menslage ü. Quakenbrück, ohne UB
  • 23 Nordhorn, ohne UB
  • 23 Nordhorn (Grafsch. Bentheim), mit UB a, a handschriftlich
  • 23 Nordhorn (Grafsch. Bentheim), mit UB a, a gestempelt
  • Osterholz-Scharmbeck, rechter Fuß vom „R“ breit
  • Quakenbrück, mit UB b
  • Quakenbrück, mit UB d

Offene Frage:

Lieber Leser, kennen Sie eine Verfügung, in der der Einsatz der R-Stempel geregelt wurde?

Literatur:

Die Arbeitsgemeinschaft der R- und V-Zettel Sammler e.V. hat auf ihrer Internetseite eine Vielzahl von deutschen R-Stempeln veröffentlicht: http://arge-r-v-zettel.de/classic-zettel/r-stempel-und-provisorien

Nachsatz:

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur während der Zeit der Britischen Zone. Weitere Beiträge sind erstellt: