Fußball

In der Fußball-Bundesliga, in der 2. Bundesliga und in der Regionalliga Nord gehen die niedersächsischen Profivereine VFL Wolfsburg, Hannover 96, VFL Osnabrück und Eintracht Braunschweig auf Torjagd und viele  weitere Vereine spielen in unteren Ligen um Punkte. Die Deutsche Post AG hat 1997 dazu beigetragen, dass ein Niedersachsen Derby der Fußballregionalliga Nord mit einem R-Zettel und einem entsprechenden Umschlag dokumentiert wurde.

49074 Osnabrück 1. UB: VfL, Nutzer Regionalderby VFL, nassklebend, 31.8.97, Aufbrauch eines blanko Amtskennzeichen R-Zettels.

Umschlag Deutsche Post AG – Niederlassung Briefpost Osnabrück.

Osnabrück und Herzlake sind ca. 65 km voneinander entfernt. Und dieser Beleg dokumentiert ein Spiel vom 6. Spieltag der Regionalliga Nord, aus der Saison 1997/8. Der VFL Osnabrück verliert sein Heimspiel mit 0:1!

Nach einem Bericht in der DBZ beträgt die Auflage des Sonder-R-Zettels 200 Stück.

Quelle: Deutsche Briefmarkenzeitung DBZ 20/1997 vom 26.9.97

Welche Postleitzahl hat Niedersachsen?

Die Antwort auf diese banale Frage ist eine Gegenfrage: in welchem Jahr?

Natürlich hat Niedersachsen keine eigene Postleitzahl, sondern Orte oder Teile von Orten. Und auch Firmen mit hohem Postaufkommen oder gar Postfächer sind mit einer eigenen Zahl versehen. Im Wesentlichen geht es um Postämter mit ihren R-Zetteln oder Stempeln, in denen die Postleitzahl dokumentiert ist.

Starten wir mit der aktuellen Postleitzahl:

Die Leitbereiche der fünfstelligen Postleitzahlen seit dem 1. Juli 1993:

R-Zettel 30159 Hannover 1, Unterscheidungsbuchstabe (UB) a, mit fünfstelliger Postleitzahl

19 nur 19270-9
21 ohne Hamburg, ohne 21039 und 21450-529 (Schleswig-Holstein), mit 21522
26
27 ohne Bremerhaven (Bremen)
28 ohne Bremen
29 ohne 29400-19 (Sachsen Anhalt)
30
31
34 nur 34330-55
37 ohne 372 (Hessen), ohne 373 (Thüringen), ohne 37650-88 (NRW), mit 37689-91 und 37697-9
38 ohne 38480-9 (Sachsen Anhalt), ohne 388 (Sachsen Anhalt)
48 nur 48442-65, 48478-80, 48486-8, 48497-539
49 ohne 49460-549 (NRW).

 

Die Leitbereiche der vierstelligen Postleitzahlen von 1961 bis zum 30. Juni 1993:

R-Zettel 3000 Hannover 1, UB a, mit vierstelliger Postleitzahl

205 209 210 211
212 213 214 215
216 217 219 272
273 274 280 281
282 283 284 285
286 287 288 289
290 291 293 294
295 296 297 298
299

Bemerkungen zu Leitbereich 2:

210 ohne Hamburg, 280 + 282 ohne Bremen, 285 ohne Bremerhaven.

300 301 303 304
305 306 307 309
310 311 312 313
314 315 316 317
318 320 321 322
325 326 328 330
332 333 334 335
336 337 338 339
340 341 342 345
347 351

Bemerkungen zu Leitbereich 3:

328 nur 3280, 347 nur 3471,3474, 3476, 351 ohne 3512.

444 445 446 447
449 450 451 452
455 457 459 496

Bemerkungen zu Leitbereich 4:

444 nur 4441-4 und 4448.

Einschreibezettel mit den Amtskennzeichen (AKZ) 1956 bis 1964:

R-Zettel Hannover 1, UB a, mit Amtskennzeichen (AKZ), hier 12 A

6 9 12 16 7 nur 7S, 7B6, 7F4, 7E6

R-Zettel nach Einführung der Postleitgebietszahlen (PLGZ) ab Juli 1944, grobe Gebietsbeschreibung:

R-Zettel 20 a Hannover 1, UB a, Postleitgebietszahl im Kreis

20 Provinz Hannover, Braunschweig

23 Gebiet Bremen, Oldenburg

24, Gebiet Hamburg, Schleswig Holstein

obige Gebiete südlich Hamburg und Elbe und ohne Bremen.

Neuordnung nach 1945:

20a Hannover

20b Braunschweig

23 Bremen

24a Hamburg

obige Gebiete südlich Hamburg und Elbe und ohne Bremen.

Die Ausgaben der OPDen Gruppen ab 1875:

R-Zettel OPD-Gruppendruck Norddeutsche Gruppe, Hannover 1, No., UB a, R rechtsstehend

Norddeutsche Gruppe – südlich Hamburg und Elbe, Hannover

Westfälische Gruppe – ohne Bremen, Oldenburg

Westdeutsche Gruppe – Braunschweig

R-Zettel OPD-Gruppendruck der Norddeutsche Gruppe, Hannover 1, No., ohne R, Einschreibebrief nach Göttingen, erste und dritte Zeile schwarz, zweite Zeile rot.

Empfehlung: Die Zuordnung der Orte erfolgt über die oben aufgeführten Postleitzahlen. Für die Detailrecherche früherer Jahre sind Postleitgebietskarten sehr hilfreich. Beispielhaft vom Gea Verlag Albes KG, Berlin von 1944 mit detaillierte Beschreibung der Postleitgebiete. Und die Postleitgebietskarte für das Westliche und Mittlere Deutschland vom 1. Juli 1951, Herausgegeben vom Posttechnischen Zentralamt 16 Darmstadt, Verlag Fautz, (17 b) Schopheim.

Der Heilbronner Philatelisten-Verein kreirte zum Jubiläum 75 Jahre Postleitzahlen im November 2016 diese BRIEFMARKE INDIVIDUELL.

Nummernstempel für die Annahme von Einschreibsendungen

Postautomation Delmenhorst

Vor über 50 Jahren versuchte die Deutsche Bundespost die Annahme von Einschreibsendungen am Schalter zu erleichtern und die Bedienung der Einlieferer zu beschleunigen.

Im Mittelpunkt standen ein zweifarbiger Nummernstempel für den Beleg und ein einfarbiger Nummernstempel für die Einlieferungsbescheinigungen.

amtsblatt-17-u-verfuegung-93

Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, 16. Februar 1962, Nr. 17, Verfügungsnr. 93/1962

verfuegung-93

verfuegung-93-2-teil

Verfügung Nr. 93

Auszug aus der Verfügung Nr. 93: Um die Annahme der Einschreibsendungen an den Schaltern zu erleichtern und die Bedienung der Einlieferer zu beschleunigen, werden in den nächsten Tagen bei den Annahmeschaltern der in der Anlage 1 genannten Postämter besondere zweifarbige (selbstfärbende) Nummernstempel für die Annahme von Einschreibsendungen versuchsweise eingesetzt werden.

Mit den doppelschlägigen Stempeln werden vom Annahmebeamten in einem Arbeitsgang mit dem ersten Abdruck die Merkmale des Nummernzettels für Einschreibsendungen auf der Sendung und mit dem zweiten Abdruck alle Vermerke der Einlieferungsbescheinigung im Einlieferungsschein oder Posteinlieferungsbuch abgedruckt. Das Stempelbild vereinigt dazu die Angaben des Einschreibnummernzettels (die Umrandung und den Buchstaben R in Rotdruck, die Einlieferungsnummer mit dem etwaigen Unterscheidungszeichen der Nummernreihe und das Amtskennzeichen des Einlieferungs-Amts in Schwarzdruck) mit den zum Vollziehen der Einlieferungsbescheinigung außerdem erforderlichen Vermerken (Datum der Annahme an Stelle des Tagesstempelabdrucks, Kennbuchstaben an Stelle der Unterschrift des Annahmebeamten). Wegen der technischen Gegebenheiten und der begrenzten Abmessung des Stempelbildes wurde auf die Ortsbezeichnung des Einlieferungs-Amts vorerst verzichtet. …

Der Stempelabdruck ersetzt den Nummernzettel, mit dem die Einschreibsendung sonst zu beleben ist. Mit dem Stempel werden nur Sendungen des Inlandsverkehrs bedruckt, die sich nach ihrer Beschaffenheit (glatte Oberfläche, ebener Inhalt) dazu eignen. Alle anderen Sendungen des Inlandsverkehrs (z.B. Warenproben, Päckchen) und alle Einschreibsendungen nach dem Ausland werden weiterhin mit Nummernzetteln … beklebt.

Um auch bei den mit Nummernzetteln zu beklebenden Einschreibsendungen das Erteilen der Einlieferungsbescheinigung zu beschleunigen, verwenden die Annahmeschalter einen besonderen einfarbigen (selbstfärbenden) Nummernstempel für Einlieferungsbescheinigungen, dessen Nummernfolge mit der Nummernreihe der Einlieferungsnummern im Nummerzettel gleichläuft. Das Stempelbild dieses Stempels enthält für das Vollziehen der Einlieferungsbescheinigung erforderlichen Angaben (Einlieferungs-Nummer mit etwaigen Unterscheidungszeichen der Nummernreihe und vorangestelltem R, Kennbuchstaben an Stelle der Unterschrift des Annahmebeamten und Datum der Einlieferung und Namen des Einlieferungs-Amts an Stelle des Abdruck des Tagesstempels). 

anlage-3

Stempel einfarbig.

In der Anlage 1 vom Amtsblatt Nr. 17/1962 wurden die 15 Orte mit Amtskennzeichen aufgelistet, an denen der Nummernstempel versuchsweise eingesetzt werden sollte:

  • Bremen 1 – 9 C
  • Delmenhorst 1 – 9 J
  • Düsseldorf 1 – 1 A 9
  • Frankfurt (Main) 1 – 2 C
  • Hamburg 12 – 6 X
  • Hamburg 36 – 6 X
  • Hamburg-Lokstedt – 6 U
  • Heidelberg 1 – 13 A
  • Mannheim 1 – 13 C
  • Weinheim – 13 G
  • Augsburg 2 – 3 B
  • Oberstdorf – 3 K 8
  • Würzburg 1 – 5 D
  • Stuttgart 1 – 4 G
  • Göppingen 1 – 4 D

anlage-1

Anlage 1

Da sich dieser Artikel auf das niedersächsische Versuchspostamt Delmenhorst konzentriert, folgen jetzt keine Abbildungen der Amtsblatt-Anlagen mit dem Stempelmuster, sondern ein Einlieferungsschein und ein R-Brief von Delmenhorst:

099-f

Einlieferungsschein, Unterscheidungsbuchstaben xa unter dem Numerator, f daneben und a unter dem Datum.

 074-f

Beleg vom 30.3.62 von Delmenhorst nach München, Unterscheidungsbuchstaben xa unter dem Numerator, f daneben und a unter dem Datum.

Es sind von Delmenhorst zwei verschiedene Stempel bekannt.

190-g-xb

Stempel vom 6.3.62 mit den Unterscheidungsbuchstaben xb unter dem Numerator, g daneben und b unter dem Datum.

Bisher können über Original oder Kopie 72 Belege nachgewiesen werden. (Stand 22. Oktober 2019).

Der erste bekannte Beleg stammt vom 22.2.1962, der letzte Brief vom 22.12.1962.

Die Verteilung dieser Belege erstreckt sich in Delmenhorst von Februar 1962 bis Dezember 1962 mit einem klaren Schwerpunkt auf die ersten Monate des Testzeitraums:

Delmenhorst 1 – 9 J:

Monat in 1962 Unterscheidungs-

buchstaben

xa, f, a

Unterscheidungs-

buchstaben

xb, g, b

Februar 6 3
März 24 10
April 10 1
Mai 2 5
Juni 0 0
Juli 5 0
August 1 1
September 0 0
Oktober 0 0
November 1 2
Dezember 0 1

Herr Friedrich J. Opaterny, Zirndorf hat im März 2000 auf Basis aller Versuchsorte und intensiver Marktbeobachtung für Delmenhorst eine hochgerechnete Menge von 8.000 Briefen mit zweifarbigem Nummernstempel ermittelt.

Die Recherche obiger Belege erfolgte über das Durchforsten von Auktionsangeboten. Interessant ist hier zu beobachten, wie einzelne Belege durch die Hände verschiedenen Anbieter gehen, sicher mit dem Ziel einen anderen Preis zu erzielen.

Verfolgen Sie auch einzelne Briefe?

Gern nehme ich zur Vervollständigung dieser Darstellung Scans weiterer Belege vom Versuchsstempel Delmenhorst entgegen.

amtsblatt-12

Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, 25. Januar 1963, Nr. 12, Verfügungsnr. 49/1963

verfuegung-49

Verfügung Nr. 49

Auszug aus der Verfügung Nr. 49: Die Versuche mit den besonderen zweifarbigen (selbstfärbenden) Nummernstempel für die Annahme von Einschreibsendungen werden nach dem betrieblich unbefriedigenden Ergebnis der Erprobung eingestellt.

Die Geräte sind von den Annahmeschaltern zurückzuziehen und dem PTZ Darmstadt zu übersenden.

Die gleichzeitig versuchsweise eingesetzten einfarbigen (selbstfärbenden) Nummernstempel für Einlieferungsbescheinigungen über Einschreibsendungen haben sich bei der Erprobung bewährt und sind weiter zu verwenden.

Über die allgemeine Ausstattung der Annahmeschalter wird besonders verfügt werden.

Quellen:

  • Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, 16. Februar 1962, Nr. 17, Verfügungsnr. 93/1962
  • Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, 25. Januar 1963, Nr. 12, Verfügungsnr. 49/1963
  • DBZ, Nr. 21, 1983, Kurt Wilk
  • Friedrich J. Opaterny, Zirndorf