Günther Wagner, Hannover

Pelikan Werke Günther Wagner

Pelikan, eine Weltmarke!

Gelegentlich sagt ein Bild mehr als 1000 Worte.

Mit Füllern von Pelikan sind viele Schüler in Berührung gekommen. In diesem Artikel geht es um die Weltmarke Pelikan, aber zuallererst um Günther Wagner.

Ein R-Zettel führt uns auf die Spur zu diesem Selbstbucher:

Die Firma Günther Wagner, Hannover bekam von der Post R-Zettel gestellt. Diese Zettel mit dem Vermerk 20 Hannover 15 wurden zusätzlich mit den Initialen „GW“ versehen. Ein Selbstbucher, diesmal nicht mit vorproduzierten Zetteln. Postkunden mit höheren Einlieferungsmengen bekamen „eigene“ Einschreibezettel, um den Einlieferungsvorgang zu beschleunigen. Eine Erklärung für die sogenannten Selbstbucher.

Eine Variante des obigen Einschreibezettels. Punkte hinter den Initialen.

Der Verwendungszeitraum dieses R-Zettel Typs ab 1946 aus der Druckerei Wegener, Alfeld ist in einem früheren Artikel beschrieben.

Grundstein der späteren Günther Wagner Werke war die Farbenfabrik Carl Hornemann in Groß Munzel (Barsinghausen). Hier arbeite der studierte Chemiker Wagner 21jährig ab 1863. Bereits 1871 kaufte er die Firma und führte sie unter eigenem Namen weiter.

Günther Wagner 1842 – 1930

Das Sortiment der Firma Pelikan für den Schul- und Schreibbedarf von den Anfängen bis heute ist für den Laien kaum überschaubar: Deckfarben, Tusche, Malfarben, Tinte und Tintenfässer, Zeichenblöcke, Kohle- und Durchschreibepapier, Schreibgeräte, Schreibbänder, Künstlerfarben, Klebstoff, Büroleim, Radiergummi, Pinsel, Siegellack, Technische Farben bis zur Jugendbuchreihe TKKG, u.v.m.

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Tintenflasche mit der Nummer 4001, einzige Zahlenkombination neben der Weltmarke 4711, die warenzeichenrechtlich geschützt ist.

Adresszettel für eine Einschreib-Drucksache der Firma Günther Wagner, Hannover. Mit Handrollstempel entwertet, Datum nicht erkennbar, auf Grund der Notopfermarke jedoch in den Dezember 1948 zu datieren.

R-Zettel 20 Hannover 15, Unterscheidungsbuchstaben GW, Zettel vom Bogenrand, vom obigen Beleg, lokaler R-Zettel mit großem Numerator

Ein Adressausschnitt von Hannover nach (14b) Wangen (Allgäu)

R-Zettel 20 Hannover 15, Unterscheidungsbuchstaben GW, vom obigen Beleg, lokaler R-Zettel mit großem Numerator

Bereits 1912 war die Firma Günther Wagner als Selbstbucher bei der Post registriert. Eine Paketkarte für eine Sendung aus Hannover-List (Günter Wagner) nach Aarau in die Schweiz. Perfins Firmenlochung der 80 Pfennig Briefmarke mit den Initialen GW. Bulletin d’expédition vom 31.12.1912, Poststempel Hannover-List und Bahnpoststempel Frankfurt-Karlsruhe- Basel.

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Die Firma THE NEW BOOK Co. aus Singapur war 1933 optimistisch, dass die Post in Hannover das Werk auch ohne Straßenanschrift finden wird.

Eine Selbstbucher Paketkarte vom 1.6.1943 von Hannover 2 (Günther Wagner), Gebühr bezahlt nach Wassenheim im Elsass

Eine portopflichtige Dienstsache vom Außenhandelskontor Niedersachsen in die Podbi 292, innerorts, vom 28.4.1951, Notopfer Steuermarke und 10 Pfennig Nachgebühr…

Kein Kaufmannsbetrieb kann vor einem Gerichtsvollzieher sicher sein. Ein Beleg mit Notopfer Steuermarke und Frei durch Ablösung vom 19.6.1952

Das Wachstum der Firma machten mehrere Umzüge notwendig. Von Groß Munzel nach Hannover zum Engelbosteler Damm in Hannover-Hainholz und schließlich 1906 in den hannoverschen Stadtteil List an die Podbielskistraße.

Eine historische Zeichnung gibt einen Eindruck von der Lage der Firma in der hannoverschen List.

Das damalige Firmengelände wird heute von unterschiedlichen Betrieben genutzt. Allein der „PelikanTurm“ mit seinem Showroom und einem historischen Saal erinnern an die damalige Verwendung.

Der Firmenschriftzug auf dem Schonstein ist noch erhalten.

Eine kleine, unvollständige Zeittafel:

1842 Gründung der Farbenfabrik Carl Hornemann

1863 Eintritt von Wagner bei Carl Hornemann.

1871 kauft Wagner die Firma und führt sie unter eigenem Namen weiter.

Am 27.11.1878 ließ Wagner den Pelikan (Familienwappen) als Schutzmarke beim Amtsgericht Hannover eintragen.

1881 tritt der spätere Nachfolger von Wagner, Fritz Beindorff in die Firma ein.

1906 Umzug der Firma an die Podbielskistraße

Im Jahr 1965 kauft Pelikan (Günther Wagner) die Greif-Werke in Goslar.

Ende der 1960 Jahre wurde der Name des Markenzeichens auch offiziell zum Firmennamen gemacht und von Fa. Günther Wagner in Pelikan umbenannt.

1973 verlagert Pelikan Teile der Produktion aus dem Stammsitz nach Voehrum bei Peine.

1978 wird aus der Pelikan GmbH eine Aktiengesellschaft.

1982 meldet die Pelikan AG Vergleich an

Im Jahr 1990 übernimmt Pelikan den Wettbewerber GEHA – Gebrüder-Hartmann-Werke in Hannover.

1993 Umwandlung des Firmengeländes in Büro, Hotel, Restaurant u.ä.

2003 Auszug der Pelikan Verwaltung.

Aktuell wird die Nachfolgeorganisation aus Puchong, Selangor in Malaysia geführt.

In Hannover sind nach den drei prägenden Unternehmern der Firmengeschichte Straßen benannt worden:

  • Carl Hornemann: Carl-Hornemann-Straße, zwischen Immengarten und Günther-Wagner-Allee
  • Günther Wagner: Günther-Wagner-Allee, unweit der Stadtbahn Haltestelle Pelikanstraße
  • Fritz Beindorff: Fritz-Beindorff-Allee, in der Nähe der Stadtbahn Haltestelle Vier Grenzen

Nachsatz zu der Pelikan-Marke:

Die Anzahl der Pelikan Kinder variiert in der Pelikan-Marke:

Kopf einer Firmenrechnung, ca. 1910, oben links vier Pelikan Kinder im Nest.

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Die Pelikan-Marke mit zwei jungen Pelikanen im Nest, ca. 1960

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Das aktuelle Logo, ein Pelikan mit einem jungen Pelikan im Nest.

Quellen:

  • Wagner ist nicht an allem schuld, Willi Bongard, Die Zeit, 48/1963
  • Pelikan: Der traditionelle Schreibwarenhersteller muß saniert werden – Politiker und Beschäftigte kämpfen um Arbeitsplätze: Gnadenlos abgewirtschaftet, Stefan Merx, Die Zeit, 30.9. 1994
  • Geschichte der Stadt Hannover, vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Klaus Mlynek und Walter R. Röhrbein, 1994 Agenten, Bader und Copisten, Ludwig Hoerner, 1995
  • Geha vs. Pelikan, Wettrüsten der blauen Wunder, Stefan Schmitt, Der Spiegel, 12.11.2008
  • „…da ich von Hitler begeistert war“, wie braun war Fritz Beindorff? Hannoversche Allgemeine Zeitung, Simon Benne, 5.2.2018
  • Fotos vom Autor Juni 2019

Quellen, die noch nicht für diesen Artikel ausgewertet wurden:

  • Günther Wagner, 1838-1938, Buch zum 100. Jahrestag des Firmen Bestehens, Wilhelm Grabow, 1938
  • Der Beitrag der hannoverschen Industrie zum technischen Fortschritt, Albert Lefevre, 1970, Hannoversche Geschichtsblätter
  • Tinte und Blech, Eine Pilotstudie zu Fritz Beindorff (1860-1944) und den Günther Wagner Pelikan Werken im Nationalsozialismus, Annemone Christians

Postleitgebietszahl (PLGZ) – 24

Postleitgebietszahl – 24

Bitte lesen Sie zur Einführung in dieses Thema den Beitrag Die Einführung der Postleitzahlen.

Einige Orte  im heutigen Niedersachsen scheinen bei diesem R-Zettel Typ nicht vertreten zu sein. Hat es bei der Einführung dieser Einschreibezettel z.B. in der Grafschaft Bentheim, in Göttingen oder in Wilhelmshaven kriegsbedingt keine Verwendung gegeben? Oder waren die Vorräte mit den Vorläufern so ausreichend, dass die neuen Einschreibezettel nicht bestellt wurden?

Sie sind herzlich eingeladen dem Autor weitere Kopien/Scans zur Verfügung zu stellen, um weitere Orte in die Übersichten mit aufzunehmen.

Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2019

Von folgenden Postämtern oder Orten liegen R-Zettel mit der Postleitgebietszahl 24 vor:

  • Adendorf über Lüneburg (Auktionslos …46)
  • Assel über Stade
  • Balje über Stade
  • Basbeck (Niederelbe)
  • Buchholz (Kr Harburg)
  • Buchholz (Kr Harburg) UB a
  • Cadenberge (Niederelbe) (Auktionslos)
  • Drochtersen über Stade
  • Freiburg über Stade
  • Hammah (Niederelbe)
  • Handeloh (Kr Harburg)
  • Hemmoor (Oste)
  • Himmelpforten (Niederelbe)

  • Himmelpforten (Niederelbe) Land, 21.6.47

  • Höftgrube (Niederelbe), 26.3.46
  • Hollenstedt (Kr Harburg)
  • Hollern (Niederelbe) (Schnellbacher 15.3.1945)
  • Holm-Seppensen
  • Ihlenworth (Niederelbe)
  • Lamstedt (Niederelbe) (Schnellbacher 22.11.1944)
  • Marxen über Buchholz (Kr Harburg)
  • Moisburg (Kr Harburg)
  • Neuenkirchen (Niederelbe)
  • Neuhaus (Oste) (Auktionslos)
  • Oberndorf (Bz Hamburg) (Auktionslos)
  • Odisheim (Niederelbe)
  • Osten über Basbeck (Niederelbe)
  • Otterndorf (Niederelbe)

  • Otterndorf (Niederelbe) UB a, 10.4.1945

  • Sprötze, 10.7.48
  • Stade 1, 4.4.1945
  • Stade 1 UB b
  • Stade 1 UB c
  • Stade 1 UB h
  • Stade 1 UB k
  • Stade 1 UB m
  • Stade 2

  • Wischhafen über Stade, 5.7.48

Anmerkungen:

  • Datum hinter Ort = R-Zettel auf Beleg
  • Datum hinter Ort = Beleg vor dem 8.5.45 mit 19 vor Jahreszahl
  • Ohne Datum = R-Zettel liegt lose vor
  • UB = Unterscheidungsbuchstabe
  • alle Abkürzungen wie auf dem R-Zettel abgebildet
  • Ergänzung (z.B. Auktionslos oder Schnellbacher 11.12.1944) = Belegt durch Vorlage

Auflistung aller R-Zettel mit PLGZ aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen, die auf Brief (Datum) oder als loser R-Zettel (ohne Datum) im Original oder als Kopie vorgelegen haben.

Literatur:

  • Die Postleitgebietzahl vor dem 8.5.45, 2. Auflage, Jürgen Schnellbacher, 2009
  • Postleitgebietszahlen 1944 bis 1961, Peter Griese, 2001, Heft 139 Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Einführung der Postleitzahl bis zum 8.5.1945, Günther Borchers, 1996, Heft 146, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Die Postgebietszahlen im Nachkriegsdeutschland, Alfred Meschenmoser, 1995, Studien zur Philatelie und Postgeschichte Band 7
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 68/1941, Verfügung 407, 25.7.1941, Einführung der Päckchenleitgebiete
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 56/1944, Verfügung 175, 6.6..1944, Postleitzahlen in Tages- und Ortstempeln für Poststellen II
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 73/1944, Verfügung 242, 1.8..1944, Angabe der Postleitzahl auf Postsendungen, die am Postschalter eingeliefert werden und Verfügung 457, Postleitzahlen in Telegrammen
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 90/1944, Verfügung 312, 22.9.1944, Postleitzahlen auf Paketen

Postleitgebietszahl (PLGZ) – 23

Postleitgebietszahl – 23

Bitte lesen Sie zur Einführung in dieses Thema den Beitrag Die Einführung der Postleitzahlen.

Einige Orte  im heutigen Niedersachsen scheinen bei diesem R-Zettel Typ nicht vertreten zu sein. Hat es bei der Einführung dieser Einschreibezettel z.B. in der Grafschaft Bentheim, in Göttingen oder in Wilhelmshaven kriegsbedingt keine Verwendung gegeben? Oder waren die Vorräte mit den Vorläufern so ausreichend, dass die neuen Einschreibezettel nicht bestellt wurden?

Sie sind herzlich eingeladen dem Autor weitere Kopien/Scans zur Verfügung zu stellen, um weitere Orte in die Übersichten mit aufzunehmen.

Letzte Aktualisierung: 29. April 2019

Von folgenden Postämtern oder Orten liegen R-Zettel mit der Postleitgebietszahl 23 vor:

  • Aschendorf
  • Asendorf (Bz Bremen)
  • Aurich UB a
  • Aurich UB r (Auktionslos)
  • Belm (Auktionslos 2.7.46)
  • Bissendorf (Auktionslos 27.4.46)
  • Georgsmarienhütte (Kr Osnabrück)
  • Georgsmarienhütte (Schnellbacher 8.3.1945)
  • Hagen (Bz Bremen)
  • Hagen ü. Osnabrück (Schnellbacher 11.12.1944)
  • Hasbergen (Kr Osnabrück)

  • Oesede (Bz. Osnabrück) 19.2.1945
  • Oldenburg (Oldb) UB o

  • Oldenburg (Oldb) UB dda, 13.12.45
  • Osnabrück 1
  • Osnabrück 1 UB a (Auktionslos 29.5.46)
  • Osnabrück 1 UB g

  • Osnabrück 1 UB p
  • Osnabrück 1 UB v (Borchers)
  • Osnabrück 1 UB aa
  • Osnabrück 1 UB bb (Auktionslos 29.4.46)
  • Osnabrück 2
  • Osnabrück 2, überstempelt mit Glandorf, 19.3.46
  • Osnabrück-Haste

  • Papenburg (Ems), 28.1.46
  • Papenburg (Ems) UB a (Auktionslos)

  • Rulle über Osnabrück 5, 30.7.46
  • Scheeßel (Bz. Bremen) (Schnellbacher 17.4.1945)
  • Schledehausen (Kr Osnabrück), 26.6.48
  • Sulingen UB b

Anmerkungen:

  • Datum hinter Ort = R-Zettel auf Beleg
  • Datum hinter Ort = Beleg vor dem 8.5.45 mit 19 vor Jahreszahl
  • Ohne Datum = R-Zettel liegt lose vor
  • UB = Unterscheidungsbuchstabe
  • alle Abkürzungen wie auf dem R-Zettel abgebildet
  • Ergänzung (z.B. Auktionslos oder Schnellbacher 11.12.1944) = Belegt durch Vorlage

Auflistung aller R-Zettel mit PLGZ aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen, die auf Brief (Datum) oder als loser R-Zettel (ohne Datum) im Original oder als Kopie vorgelegen haben.

Literatur:

  • Die Postleitgebietzahl vor dem 8.5.45, 2. Auflage, Jürgen Schnellbacher, 2009
  • Postleitgebietszahlen 1944 bis 1961, Peter Griese, 2001, Heft 139 Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Einführung der Postleitzahl bis zum 8.5.1945, Günther Borchers, 1996, Heft 146, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Die Postgebietszahlen im Nachkriegsdeutschland, Alfred Meschenmoser, 1995, Studien zur Philatelie und Postgeschichte Band 7
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 68/1941, Verfügung 407, 25.7.1941, Einführung der Päckchenleitgebiete
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 56/1944, Verfügung 175, 6.6..1944, Postleitzahlen in Tages- und Ortstempeln für Poststellen II
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 73/1944, Verfügung 242, 1.8..1944, Angabe der Postleitzahl auf Postsendungen, die am Postschalter eingeliefert werden und Verfügung 457, Postleitzahlen in Telegrammen
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 90/1944, Verfügung 312, 22.9.1944, Postleitzahlen auf Paketen

Postleitgebietszahl (PLGZ) – 21

Postleitgebietszahl – 21

Bitte lesen Sie zur Einführung in dieses Thema den Beitrag Die Einführung der Postleitzahlen.

Einige Orte  im heutigen Niedersachsen scheinen bei diesem R-Zettel Typ nicht vertreten zu sein. Hat es bei der Einführung dieser Einschreibezettel z.B. in der Grafschaft Bentheim, in Göttingen oder in Wilhelmshaven kriegsbedingt keine Verwendung gegeben? Oder waren die Vorräte mit den Vorläufern so ausreichend, dass die neuen Einschreibezettel nicht bestellt wurden?

Sie sind herzlich eingeladen dem Autor weitere Kopien/Scans zur Verfügung zu stellen, um weitere Orte in die Übersichten mit aufzunehmen.

Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2019

Von folgenden Postämtern oder Orten liegen R-Zettel mit der Postleitgebietszahl 21 vor:

  • Ahnsen über Bückeburg
  • Bad Eilsen
  • Bad Pyrmont 1 (Schnellbacher 15.11.1944)

R-Brief 21 Bernsen über Rinteln nach Berlin, 30.4.1944

  • Bernsen über Rinteln, 30.4.48
  • Bückeburg
  • Bückeburg UB w, handschriftlich
  • Bückeburg UB wh

  • Bückeburg UB wma, (Wehrmeldeamt)
  • über Bückeburg, 15.6.46
  • Deckbergen über Rinteln

  • Großwieden über Rinteln
  • Hessisch-Oldendorf (Schnellbacher 19.2.1945)
  • Krankenhagen über Rinteln
  • Möllenbeck über Rinteln
  • Obernkirchen (Grafsch Schaumburg) (Auktionslos 7.9.45)
  • Rinteln UB a (Auktionslos 4.3.46)
  • Rinteln UB b
  • Rinteln UB c
  • Rumbeck über Rinteln (Poststempelgilde 246, seite 98, Oktober 2015)
  • Stadthagen

  • Steinbergen über Rinteln

Anmerkungen:

  • Datum hinter Ort = R-Zettel auf Beleg
  • Datum hinter Ort = Beleg vor dem 8.5.45 mit 19 vor Jahreszahl
  • Ohne Datum = R-Zettel liegt lose vor
  • UB = Unterscheidungsbuchstabe
  • alle Abkürzungen wie auf dem R-Zettel abgebildet
  • Ergänzung (z.B. Auktionslos oder Schnellbacher 11.12.1944) = Belegt durch Vorlage

Auflistung aller R-Zettel mit PLGZ aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen, die auf Brief (Datum) oder als loser R-Zettel (ohne Datum) im Original oder als Kopie vorgelegen haben.

Literatur:

  • Die Postleitgebietzahl vor dem 8.5.45, 2. Auflage, Jürgen Schnellbacher, 2009
  • Postleitgebietszahlen 1944 bis 1961, Peter Griese, 2001, Heft 139 Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Einführung der Postleitzahl bis zum 8.5.1945, Günther Borchers, 1996, Heft 146, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Die Postgebietszahlen im Nachkriegsdeutschland, Alfred Meschenmoser, 1995, Studien zur Philatelie und Postgeschichte Band 7
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 68/1941, Verfügung 407, 25.7.1941, Einführung der Päckchenleitgebiete
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 56/1944, Verfügung 175, 6.6..1944, Postleitzahlen in Tages- und Ortstempeln für Poststellen II
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 73/1944, Verfügung 242, 1.8..1944, Angabe der Postleitzahl auf Postsendungen, die am Postschalter eingeliefert werden und Verfügung 457, Postleitzahlen in Telegrammen
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 90/1944, Verfügung 312, 22.9.1944, Postleitzahlen auf Paketen

Postleitgebietszahl (PLGZ) – 20

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Sülze-5.jpgPostleitgebietszahl – 20

Bitte lesen Sie zur Einführung in dieses Thema den Beitrag Die Einführung der Postleitzahlen.

Einige Orte  im heutigen Niedersachsen scheinen bei diesem R-Zettel Typ nicht vertreten zu sein. Hat es bei der Einführung dieser Einschreibezettel z.B. in der Grafschaft Bentheim, in Göttingen oder in Wilhelmshaven kriegsbedingt keine Verwendung gegeben? Oder waren die Vorräte mit den Vorläufern so ausreichend, dass die neuen Einschreibezettel nicht bestellt wurden?

Sie sind herzlich eingeladen dem Autor weitere Kopien/Scans zur Verfügung zu stellen, um weitere Orte in die Übersichten mit aufzunehmen.

Letzte Aktualisierung: 30. August 2019

Von folgenden Postämtern oder Orten liegen R-Zettel mit der Postleitgebietszahl 20 vor:

  • Altenau (Harz)
  • Bad Gandersheim, 16.11.1944
  • Bad Lauterberg (Harz) UB a, 27.11.1944
  • Bad Lauterberg (Harz) UB b
  • Bad Münder (Deister)

  • Barskamp über Dahlenburg
  • Barum (Braunschw), (Auktionslos 2.8.47)
  • Bergen (Kr Celle)
  • Bergen (Dumme)

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  • Bisperode Hameln Land
  • Bodenfelde
  • Bodenfelde UB A (UB gestempelt)
  • Bodenwerder

  • Börry Hameln Land
  • Braunschweig 1
  • Braunschweig 1, 9.4.1945
  • Braunschweig 2
  • Braunschweig 3
  • Braunschweig 4
  • Braunschweig 4 UB a, handschriftlich
  • Braunschweig 5
  • Braunschweig 6
  • Braunschweig 7

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  • Braunschweig 8
  • Braunschweig 9
  • Braunschweig-Riddagshausen
  • Braunschweig-Querum (Auktionslos)
  • Brockhöfe über Ebstorf (Kr Uelzen)
  • Broistedt (Auktionslos 1.8.46)
  • Celle 1, 3.2.1945
  • Celle 1 UB b, 3.6.46
  • Celle 1 UB c
  • Celle 1 UB d
  • Celle 1 UB e
  • Celle 1 UB k
  • Celle 1 UB m
  • Celle 1 UB o
  • Celle 1 UB o Zusatz UB k Stempel, 14.3.49
  • Celle 1 UB z
  • Celle 1 Land, 6.12.45
  • Celle 2
  • Celle 3
  • Clenze
  • Dahlenburg Land, 28.3.1945
  • Dannenberg (Elbe)
  • Dannenberg (Elbe) UB a, 25.3.46
  • Dassel (Kr Einbeck)
  • Deensen (Kr Holzminden), 26.11.46
  • Ebstorf (Kr Uelzen)
  • Ebstorf (Kr Uelzen) Land, 19.12.45

  • Elvershausen über Northeim (Han)
  • Eschede (Kr Celle)
  • Eschershausen (Kr Holzminden)
  • Fallingbostel
  • Fallingbostel UB a
  • Fallingbostel UB c
  • Gartow über Lüchow
  • Gifhorn
  • Gifhorn UB wia

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  • Gifhorn UB wma
  • Gifhorn Land, 2.5.46
  • Golmbach über Stadtoldendorf
  • Grohnde
  • Groß Berkel (Kr Hameln)
  • Hameln 1
  • Hameln 1 UB db, 19.1.46
  • Hannover 1 UB m
  • Hannover-Kleefeld, 10.2.1945
  • Hannover-Kleefeld, UB a, handschriftlich
  • Hannover-Kleefeld, UB b, handschriftlich
  • Hardegsen über Nörten-Hardenberg
  • Hehlen
  • Hehlen, überstempelt Bodenwerder
  • Helmstedt, siehe PLGZ 22
  • Hemeringen (Kr Hameln)
  • Hermannsburg
  • Hildesheim 1

  • Hildesheim 2 , 26.2.1945
  • Hildesheim 3, Blanko R-Zettel mit Stempel Hildesheim 3 und handschriftlich 20
  • Hitzacker
  • Höfer-Aschenberg über Celle
  • Holzminden 1
  • Holzminden 1 UB a, 11.1.1945
  • Holzminden 1 UB b, (Auktionslos 15.4.46)
  • Holzminden 1 UB w
  • Ilten über Lehrte

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  • Jameln über Dannenberg
  • Königslutter
  • Kreiensen 1, 20.3.46
  • Kreiensen 2
  • Lamspringe
  • Langenholtensen über Northeim (Han)
  • Lauenau (Deister)
  • Lebenstedt (Braunschw)
  • Leese (Kr Nienburg, Weser) (Auktionslos 8.5.46)
  • Lengede (Kr. Peine)
  • Liebenau über Nienburg (Weser)
  • Lehre über Braunschweig (Auktionslos 11.12.46)
  • Lühnde über Lehrte (Auktionslos 11.4.46)
  • Lutter (Barenberg)

  • Meißendorf über Celle
  • Misburg
  • Misburg, 7.8.46
  • Moringen (Solling)
  • Nahrendorf über Dahlenburg, überstempelt Bleckede
  • Negenborn über Stadtoldendorf
  • Neuhaus (Elbe), 27.1.46

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  • Neuhaus (Elbe) Land (und Schnellbacher 11.12.1944)
  • Nienburg (Weser)
  • Nienburg (Weser) UB a
  • Nörten-Hardenberg
  • Osterode (Harz)
  • Osterode (Harz) UB a
  • Osterode (Harz) UB b
  • Osterode (Harz) UB c, 12.2.46
  • Rohrsen
  • Salzgitter 1
  • Salzgitter 2 (und Schnellbacher 10.11.45)
  • Scheuen über Celle
  • Schneverdingen
  • Schneverdingen UB a, handschriftlich
  • Stadtoldendorf, (Auktionslos 12.2.46)

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  • Sülze über Celle
  • Thiede (Braunschw) 1
  • Thiede (Braunschw) 2

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  • Oker
  • Varrel (Han) (Auktionslos 15.7.46)
  • Watenstedt (Kr Helmstedt)
  • Wienhausen über Celle
  • Wietze
  • Wolfenbüttel
  • Wolfenbüttel UB w, 6.11.45
  • Wolfenbüttel UB bü (Auktionslos)
  • Wunstorf 1
  • Wunstorf 1 UB b handschriftlich (Auktionslos 23.9.47)
  • Wunstorf 1 UB l
  • Wunstorf 2, 28.2.46

  • Wustrow über Lüchow

Anmerkungen:

  • Datum hinter Ort = R-Zettel auf Beleg
  • Datum hinter Ort = Beleg vor dem 8.5.45 mit 19 vor Jahreszahl
  • Ohne Datum = R-Zettel liegt lose vor
  • UB = Unterscheidungsbuchstabe
  • alle Abkürzungen wie auf dem R-Zettel abgebildet
  • Ergänzung (z.B. Auktionslos oder Schnellbacher 11.12.1944) = Belegt durch Vorlage

Auflistung aller R-Zettel mit PLGZ aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen, die auf Brief (Datum) oder als loser R-Zettel (ohne Datum) im Original oder als Kopie vorgelegen haben.

Literatur:

  • Die Postleitgebietzahl vor dem 8.5.45, 2. Auflage, Jürgen Schnellbacher, 2009
  • Postleitgebietszahlen 1944 bis 1961, Peter Griese, 2001, Heft 139 Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Einführung der Postleitzahl bis zum 8.5.1945, Günther Borchers, 1996, Heft 146, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Die Postgebietszahlen im Nachkriegsdeutschland, Alfred Meschenmoser, 1995, Studien zur Philatelie und Postgeschichte Band 7
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 68/1941, Verfügung 407, 25.7.1941, Einführung der Päckchenleitgebiete
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 56/1944, Verfügung 175, 6.6..1944, Postleitzahlen in Tages- und Ortstempeln für Poststellen II
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 73/1944, Verfügung 242, 1.8..1944, Angabe der Postleitzahl auf Postsendungen, die am Postschalter eingeliefert werden und Verfügung 457, Postleitzahlen in Telegrammen
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 90/1944, Verfügung 312, 22.9.1944, Postleitzahlen auf Paketen

Postleitgebietzahl (PLGZ) – allgemein

Die Einführung der Postleitzahlen

Die Einführung der Postleitzahlen begann 1941 im Deutschen Reich. Da immer mehr Postbedienstete von ihrer Arbeit zum Kriegsdienst eingezogen wurden, musste für Aushilfen mit fehlenden Geographiekenntnissen eine Orientierung organisiert werden. Jedem Gau im Deutschen Reich wurde eine Leitgebiets-Nummer mit den Ziffern 1 bis 24 zugeordnet. Die erste Anwendung der neuen Leitgebiete bezog sich auf den Versand von Päckchen. Ab 1944 wurden diese Leitgebietszahlen auf den Briefdienst ausgedehnt.

Sich diesem Thema zu nähern bedeutet Begrifflichkeiten zu klären. Postleitzahl, Postgebietszahl, Postleitgebietszahl oder Postleitgebietzahl.

Jeder Autor hat seinen eigenen Sprachgebrauch und vermutlich sind alle Bezeichnungen für die Einführung von Postleitzahlen im Deutschen Reich richtig. Die Deutsche Reichspost schreibt in ihren Verfügungen von Postleitzahlen und Postleitgebieten.

Der Overmann Katalog als Grundlage der deutschen R-Zettel, beschreibt die Dritte Einheitsausgabe für das gesamte Reichgebiet als Typen 344, 345 und 346.  Es ergeben sich unterschiedliche Drucktypen durch die Wahl unterschiedlicher Schriftarten wie Antiqua und Egyptienne.

Werbung für die neuen Postleitzahlen auf der Rückseite von Feldpostumschlägen ab 1943

Ausschnitt aus obiger Karte mit den PLGZ, die das heutige Niedersachsen betreffen. Die Deutsche Reichspost hat sich damals in ihre Beschreibung im Vergleich zu heute großflächiger definiert:

  • 20: Ost-Hannover, Süd-Hannover-Braunschweig.

R-Brief 20 Bad Lauterberg (Harz) nach 10 Chemnitz in Sachsen, Dezember 1944

R-Zettel mit PLGZ 20, Abbildung aus obigem Brief

  • 21: Westfalen-Nord und Süd (aus heutiger Sicht Bereich Schaumburg/Hameln).

R-Brief 21 Bernsen über Rinteln nach Berlin, 30.4.1944

R-Zettel mit PLGZ 21, Abbildung aus obigem Brief

  • 23: Weser-Ems und die Landkreise Bremervörde, Wesermünde, Verden (Aller), Rotenburg (Hannover) und Osterholz-Scharmbeck, Grafschaft Hoya und Diepholz.

R-Brief 23 Glandorf, überstempelt auf Osnabrück 2 nach 16 Frankfurt/ M., 19.3.1946, Zensurbrief, Notstempel Glandorf auf Briefmarken

R-Zettel mit PLGZ 23, Abbildung aus obigem Brief

  • 24: Hamburg, Schleswig-Holstein und die Landkreise Land Hadeln, Stade, Lüneburg und Harburg sowie die Stadt Cuxhaven.

R-Brief 24 Stade 1 nach 20 Celle, 4.4.1945

R-Zettel mit PLGZ 24, Abbildung aus obigem Brief

Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 56/1944, Verfügung 175, 6.6..1944, Postleitzahlen in Tages- und Ortstempeln für Poststellen II

Die Einführung der neuen Postleitzahlen hatte Auswirkungen auf Tagesstempel, Aufgabestempel, Poststellen-II- Stempel, Maschinenstempeleinsätze, Absenderfreistempel, Aufkleber, Hinweisstempel, V-Zettel, R-Stempel und natürlich R-Zettel.

Die Stempel gibt es in verschiedenen Varianten:

  • neu hergestellte Stempel mit PLGZ in Klammern oder im Kreis,
  • ältere Stempel mit hinzugefügter PLGZ in Klammern oder im Kreis,
  • Stempel mit PLGZ über dem Steg in Klammern oder im Kreis,
  • Stempel mit PLGZ über dem Steg ohne Klammer oder ohne Kreis.
  • Stempel mit PLGZ im unteren Teil des Stempels oder im Steg

Ab der Einführung 1944 bis zum 8. Mai 1945 wurden diese im Verkehrsgebiet der Deutschen Reichspost eingesetzt, anschließend von der Deutschen Post und bis 1961 im Gebiet der Deutschen Bundespost.

Nach Kriegende wurden zum Teil noch jahrelang Restbestände (Aufbrauch), oft durch Abänderung von Ortsbezeichnungen oder Streichung der Postleitgebietszahlen aufgebraucht.

Ein besonderer Reiz für eine postgeschichtliche Sammlung ergibt sich aus der kurzen Verwendung aus Belegen der Deutschen Reichspost von 1944 bis zum 8. Mai 1945.

Aus einer Anweisung der Deutschen Reichspost vom 1.9.1944 zu am Schalter eingelieferten Briefsendungen: „Fehlt auf am Schalter eingelieferten Sendungen die Postleitzahl in der Anschrift oder ist sie nicht deutlich genug angegeben, so hat der Annahmebeamte sie unter höflicher Belehrung des Einlieferers in kreisförmiger Umrandung auf die Sendung zu schreiben.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzen die Alliierten die vorhandenen Postleitgebiete weiter. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 wurden die zweistelligen Postleitgebiete mit leichten Veränderungen weitergenutzt.

Die Verwendung der Postleitgebietszahlen auf R-Zetteln in ihrer ursprünglichen Form bezieht sich auf den fünfjährigen Zeitraum von 1944 bis 1949.

Anschließend folgte eine Aufteilung der PLGZ für eine weitere Verfeinerung der Sortierung. Nachfolgend werden nur die Änderungen die Niedersachsen betreffen aufgeführt:

20 wurde in 20a und 20b –

22a wurde in 22a und 22c  –

und 24 wurde in 24a und 24b aufgeteilt.

Auflistung aller R-Zettel mit PLGZ aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen, die auf Brief (Datum) oder als loser R-Zettel (ohne Datum) im Original oder als Kopie vorgelegen haben.

Sie sind herzlich eingeladen dem Autor weitere Kopien/Scans zur Verfügung zu stellen, um weitere Orte in die Übersichten mit aufzunehmen.

Literatur:

  • Die Postleitgebietzahl vor dem 8.5.45, 2. Auflage, Jürgen Schnellbacher, 2009
  • Postleitgebietszahlen 1944 bis 1961, Peter Griese, 2001, Heft 139 Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Einführung der Postleitzahl bis zum 8.5.1945, Günther Borchers, 1996, Heft 146, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V.
  • Die Postgebietszahlen im Nachkriegsdeutschland, Alfred Meschenmoser, 1995, Studien zur Philatelie und Postgeschichte Band 7
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 68/1941, Verfügung 407, 25.7.1941, Einführung der Päckchenleitgebiete
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 56/1944, Verfügung 175, 6.6..1944, Postleitzahlen in Tages- und Ortstempeln für Poststellen II
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 73/1944, Verfügung 242, 1.8..1944, Angabe der Postleitzahl auf Postsendungen, die am Postschalter eingeliefert werden und Verfügung 457, Postleitzahlen in Telegrammen
  • Amtsblatt des Reichpostministeriums, Bekanntmachung der Deutschen Reichspost, Nr. 90/1944, Verfügung 312, 22.9.1944, Postleitzahlen auf Paketen

Automatisches Briefannahmesystem (ABAS) – Braunschweig

Automatisches Briefannahmesystem (ABAS)

Die Deutsche Post AG führte in den Jahren 1995 bis 1997 einen Betriebsversuch für die automatische Briefannahme an 16 verschiedenen Standorten durch.

Im Mitteilungsblatt 72 der Deutschen Post AG vom 30.11.1995 wurde dieser Versuch angekündigt.

Mitteilungsblatt 72/1995

Anweisung 458/1995, Inbetriebnahme der ersten automatischen Briefannahmesysteme

Am 4.1.96 wurde in Niedersachsen der Betriebsversuch in 38100 Braunschweig 31, Friedrich- Wilhelm-Str. 3 mit einem Gerät der Firma Olivetti* gestartet. Und nach knapp 1,5 Jahren am 25.6.97 wegen des defekten Automaten wieder beendet.

Der Automat stand in einem unbeheizten Vorraum des Postamtes.

Der Drucker für die Automatenmarken (ATM) an diesem Standort kam von der Firma Nagler*, Typ N 109.

Weitere Olivetti Geräte standen in Cottbus und Leipzig.

Geräteentwicklungen anderer Firmen wurden in verschiedenen Städten aufgebaut:

  • IBM (Darmstadt,  Ludwigsburg, Lübeck),
  • Nagler (Augsburg, Nürnberg, Pforzheim und Regensburg mit Gerät aus Augsburg),
  • Siemens-Nixdorf (Bonn, Bottrop, Bremen, Dortmund (Gerät aus Köln) Köln, Wiesbaden).

Anlage 1 Mitteilungsblatt 72, Inbetriebnahme ABAS 1

Die Braunschweiger Zeitung berichtete am 4.1.96 von dem neuen System.

Die Aufgabe an die Firmen war, ein Gerät zu installieren mit dem die Briefannahme personalunabhängig gestaltet werden kann.

Bei diesem Automatischen Briefannahmesystem sollte die Annahme vom Standardbrief bis zum Maxibrief ohne personelle Unterstützung geleistet werden. Das Briefformat, das Gewicht und mögliche zusätzliche Leistungen waren Grundlagen für die automatische Entgeltanzeige.

Anlage 2 Mitteilungsblatt 72, Annahmespektrum, Übersicht der ABAS Leistungen

Der Schrank: Olivetti ABAS von außen, Beschriftung oberhalb des Schrankes: Standardbrief, Kompaktbrief, Groß-Maxibrief – Verkauf – Einschreiben, Eilzustellung, Luftpost / Aerogramm.

Nach Bezahlung des angezeigten Betrages in Münzen oder Banknoten erfolgt die Freimachung. Eine Rückgeldeinrichtung ist vorhanden. Der Brief bleibt im Gerät.

Beleg vom ersten Tag, 4.1.96, Numerator 108 A

Ausschnitt der Bearbeitungsvermerke:

  • Ausfall Freistempel, dafür ein Handstempel mit der Inschrift Entgelt bezahlt –
  • Taxe perçue und DM + Pf, und handschriftlicher Eintrag 4 + 50, 
  • Ausfall des R-Druckes, handschriftlich Wort Einschreiben und handschriftlich Numerator,
  • über dem Poststempel handschriftlicher Vermerk „Kein Ausdruck von ABAS 1“,
  • links daneben handschriftlich R 108 a

Ausschnitt des R-Vermerkes

Für Einschreiben wird eine Einlieferungsbescheinigung gedruckt. Auf Wunsch kann auch eine Entgeltquittung ausgedruckt werden:

Einlieferungsschein und Quittung für den Beleg R 108 A

Nach dem Beleg mit dem Numerator 108 A ein zweiter Versuch:

Freistempel mit Posthorn und Währungsangabe 450, 38100 Braunschweig 31, Datum 4.1.96 und Uhrzeit 13.39 und Hinweis auf die Deutsche Post AG.

R-Vermerk zweifarbig, roter Rahmen, rotes R, schwarzer Numerator 109 A und Einschreiben / Recommandé

Dreieinhalb Monate nach dem Beginn des Betriebsversuches ein neuer Besuch in Braunschweig:

Numerator 033 A am 17.4.96 um 17.25 Uhr

Das Olivetti Gerät in Braunschweig beschriftete die Umschläge per Tintenstrahldrucker in Direktbeschriftung. Mit diesem Verfahren wurde der Freistempel als auch die drei verschiedenen, zum Teil wieder zweifarbigen Zudrucke (schwarz und rot) hergestellt.

Einschreiben mit Zusatz Eilzustellung. Ein geglückter Versuch am 29.4.96. Freistempel und R-Vermerk wie oben beschrieben. Zusätzlich ein aufgedruckter Vermerk in rot mit schwarzer Schrift Eilzustellung Exprès . Portos DM 15,50. Zur Sicherheit ein manuell angebrachter roter Aufkleber Eilzustellung Exprès.

Ausschnitt aus obigem Beleg, Numerator R 075 A

Einschreiben mit Zusatz Eilzustellung. Ein missglückter Versuch am 4.3.97. Ausfall des roten Rahmens für Einschreiben und fehlendes R. Ausfall der roten Farbe für Eilzustellung Exprès . Porto DM 13,50. Zur Sicherheit ein zusätzlicher roter Aufkleber Eilzustellung Exprès .

Ausschnitt aus obigem Beleg, Numerator 536 A

Die ABAS Hersteller Nagler und Siemens Nixdorf setzten in diesem Test Label Beschriftungen ein. Olivetti und IBM arbeiteten in diesem Betriebsversuch mit Tintenstrahldruckern. Für den Verkauf von Automatenmarken ist bei allen Geräten ein Drucker der Firmen Klüssendorf oder Nagler integriert.

ABAS Innenleben

Im Gegensatz zu dem anderen drei Anbietern dokumentierte Olivetti für Nachforschungszwecke nur die Briefvorderseite, nicht auch die Rückseite.

Nach Beobachtungen von Sammlern vor Ort konnten an einem Automaten maximal 20 Einschreibebelege pro Stunde abgefertigt werden. Die Abfertigung am Schalter geht flotter.

Nach Einschätzung der Fa. Thomas von Loeper, Krefeld (1996) gab es am 4.1.96 in Braunschweig 200 Ersttagsbelege/Einschreiben.

Keine dieser Gerätetechnik-Entwicklungen konnten sich über den Betriebsversuch hinaus durchsetzen. Zu lange Wartezeiten, zu schlechte Bearbeitungsqualität und vereinzelt falsche Entgeltberechnungen sind die kritischen Beobachtungen zu diesen Automaten. Laut Mitteilungsblatt 40 der Deutschen Post AG vom 26.6.1997 wurden die verbliebenen Standorte „nach Schalterschluß außer Betrieb“ genommen.

Sonderstempel zur Inbetriebnahme der ersten automatischen Briefannahmesysteme, 5.12.95, Abbildung ABAS 1, 53111 Bonn 1.

Sonderstempel zur Inbetriebnahme der ersten automatischen Briefannahmesysteme, 8.12.95, Abbildung ABAS 1, 04109 Leipzig 1.

Beide Sonderstempel wurden im Mitteilungsblatt der Deutschen Post AG Nr. 66/1995 vom 9.11.1995 angekündigt.

Literatur:

  • Mitteilungsblatt 66 der Deutschen Post AG vom 9.11.1995 (Mitteilung 2268 und 2270)
  • Mitteilungsblatt 72 der Deutschen Post AG vom 30.11.1995 (Anweisung 458)
  • Braunschweiger Zeitung vom 4.1.96
  • Mitteilungsblatt 14 der Deutschen Post AG vom 7.3.1996 (Anweisung 88)
  • DBZ – Deutsche Briefmarken Zeitung, Ausgaben 24/95 vom 24.11.1995, 26/95 vom 8.12.95, 3/96 vom 2.2.1996, 4/96 vom 16.2.1996, 16/97 vom 1.8.1997 und 7/2000 vom 31.3.2000.
  • Mitteilungsblatt 40 der Deutschen Post AG vom 26.6.1997 (Anweisung 196)

Hinweise*:

Nagler: Nagler Technik GmbH, Dr.-Müller-Str. 26, 92637 Weiden

Olivetti: Olivetti SpA, Via Jervis 77, 10015 Ivrea, Italien

Nachsatz:

Für ausführliche Information zum Thema ABAS empfehle ich die Internetseite: http://www.postautomation.de