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Herzlich Willkommen bei den Internetseiten zum Thema Einschreiben aus Niedersachsen. Dieser Blog hat das Ziel, Werbung für dieses Spezialgebiet der Philatelie zu machen. Die Fokussierung auf das Land Niedersachsen bringt es mit sich, dass nicht nur Postgeschichte, sondern auch Heimatgeschichte betrachtet werden.

Unter Einschreiben versteht der Philatelist:

Einschreibbriefe = R-Briefe:

ein Beispielbeleg vom 7.2.1963, Poststempel 317 Gifhorn 1, AKZ Gifhorn (Land), Poststellen II Stempel 3171 Ohnhorst, Brief nach 3 Hannover. Aufbrauch der R-Zettel mit Amtskennzeichen 12 X

und Einschreibzettel = R-Zettel:

ein Beispiel R-Zettel, 3174 Meine 1. Dieser R-Zettel wurde für die Poststelle II 3174 Meine 6 = Ohnhorst am 27.11.1985 verwendet. Ein Land-Einschreibzettel, der nur auf Beleg erkannt werden kann.

Die Idee dieser virtuellen Sammlung ist die Geschichte hinter dem R-Zettel oder der Geschichte zu einem Beleg. Immer mit dem Bezug zu Niedersachsen.

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Viel Spaß beim Stöbern!

Günther Wagner, Hannover

Pelikan Werke Günther Wagner

Pelikan, eine Weltmarke!

Gelegentlich sagt ein Bild mehr als 1000 Worte.

Mit Füllern von Pelikan sind viele Schüler in Berührung gekommen. In diesem Artikel geht es um die Weltmarke Pelikan, aber zuallererst um Günther Wagner.

Ein R-Zettel führt uns auf die Spur zu diesem Selbstbucher:

Die Firma Günther Wagner, Hannover bekam von der Post R-Zettel gestellt. Diese Zettel mit dem Vermerk 20 Hannover 15 wurden zusätzlich mit den Initialen „GW“ versehen. Ein Selbstbucher, diesmal nicht mit vorproduzierten Zetteln. Postkunden mit höheren Einlieferungsmengen bekamen „eigene“ Einschreibezettel, um den Einlieferungsvorgang zu beschleunigen. Eine Erklärung für die sogenannten Selbstbucher.

Eine Variante des obigen Einschreibezettels. Punkte hinter den Initialen.

Der Verwendungszeitraum dieses R-Zettel Typs ab 1946 aus der Druckerei Wegener, Alfeld ist in einem früheren Artikel beschrieben.

Grundstein der späteren Günther Wagner Werke war die Farbenfabrik Carl Hornemann in Groß Munzel (Barsinghausen). Hier arbeite der studierte Chemiker Wagner 21jährig ab 1863. Bereits 1871 kaufte er die Firma und führte sie unter eigenem Namen weiter.

Günther Wagner 1842 – 1930

Das Sortiment der Firma Pelikan für den Schul- und Schreibbedarf von den Anfängen bis heute ist für den Laien kaum überschaubar: Deckfarben, Tusche, Malfarben, Tinte und Tintenfässer, Zeichenblöcke, Kohle- und Durchschreibepapier, Schreibgeräte, Schreibbänder, Künstlerfarben, Klebstoff, Büroleim, Radiergummi, Pinsel, Siegellack, Technische Farben bis zur Jugendbuchreihe TKKG, u.v.m.

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Tintenflasche mit der Nummer 4001, einzige Zahlenkombination neben der Weltmarke 4711, die warenzeichenrechtlich geschützt ist.

Adresszettel für eine Einschreib-Drucksache der Firma Günther Wagner, Hannover. Mit Handrollstempel entwertet, Datum nicht erkennbar, auf Grund der Notopfermarke jedoch in den Dezember 1948 zu datieren.

R-Zettel 20 Hannover 15, Unterscheidungsbuchstaben GW, Zettel vom Bogenrand, vom obigen Beleg, lokaler R-Zettel mit großem Numerator

Ein Adressausschnitt von Hannover nach (14b) Wangen (Allgäu)

R-Zettel 20 Hannover 15, Unterscheidungsbuchstaben GW, vom obigen Beleg, lokaler R-Zettel mit großem Numerator

Bereits 1912 war die Firma Günther Wagner als Selbstbucher bei der Post registriert. Eine Paketkarte für eine Sendung aus Hannover-List (Günter Wagner) nach Aarau in die Schweiz. Perfins Firmenlochung der 80 Pfennig Briefmarke mit den Initialen GW. Bulletin d’expédition vom 31.12.1912, Poststempel Hannover-List und Bahnpoststempel Frankfurt-Karlsruhe- Basel.

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Die Firma THE NEW BOOK Co. aus Singapur war 1933 optimistisch, dass die Post in Hannover das Werk auch ohne Straßenanschrift finden wird.

Eine Selbstbucher Paketkarte vom 1.6.1943 von Hannover 2 (Günther Wagner), Gebühr bezahlt nach Wassenheim im Elsass

Eine portopflichtige Dienstsache vom Außenhandelskontor Niedersachsen in die Podbi 292, innerorts, vom 28.4.1951, Notopfer Steuermarke und 10 Pfennig Nachgebühr…

Kein Kaufmannsbetrieb kann vor einem Gerichtsvollzieher sicher sein. Ein Beleg mit Notopfer Steuermarke und Frei durch Ablösung vom 19.6.1952

Das Wachstum der Firma machten mehrere Umzüge notwendig. Von Groß Munzel nach Hannover zum Engelbosteler Damm in Hannover-Hainholz und schließlich 1906 in den hannoverschen Stadtteil List an die Podbielskistraße.

Eine historische Zeichnung gibt einen Eindruck von der Lage der Firma in der hannoverschen List.

Das damalige Firmengelände wird heute von unterschiedlichen Betrieben genutzt. Allein der „PelikanTurm“ mit seinem Showroom und einem historischen Saal erinnern an die damalige Verwendung.

Der Firmenschriftzug auf dem Schonstein ist noch erhalten.

Eine kleine, unvollständige Zeittafel:

1842 Gründung der Farbenfabrik Carl Hornemann

1863 Eintritt von Wagner bei Carl Hornemann.

1871 kauft Wagner die Firma und führt sie unter eigenem Namen weiter.

Am 27.11.1878 ließ Wagner den Pelikan (Familienwappen) als Schutzmarke beim Amtsgericht Hannover eintragen.

1881 tritt der spätere Nachfolger von Wagner, Fritz Beindorff in die Firma ein.

1906 Umzug der Firma an die Podbielskistraße

Im Jahr 1965 kauft Pelikan (Günther Wagner) die Greif-Werke in Goslar.

Ende der 1960 Jahre wurde der Name des Markenzeichens auch offiziell zum Firmennamen gemacht und von Fa. Günther Wagner in Pelikan umbenannt.

1973 verlagert Pelikan Teile der Produktion aus dem Stammsitz nach Voehrum bei Peine.

1978 wird aus der Pelikan GmbH eine Aktiengesellschaft.

1982 meldet die Pelikan AG Vergleich an

Im Jahr 1990 übernimmt Pelikan den Wettbewerber GEHA – Gebrüder-Hartmann-Werke in Hannover.

1993 Umwandlung des Firmengeländes in Büro, Hotel, Restaurant u.ä.

2003 Auszug der Pelikan Verwaltung.

Aktuell wird die Nachfolgeorganisation aus Puchong, Selangor in Malaysia geführt.

In Hannover sind nach den drei prägenden Unternehmern der Firmengeschichte Straßen benannt worden:

  • Carl Hornemann: Carl-Hornemann-Straße, zwischen Immengarten und Günther-Wagner-Allee
  • Günther Wagner: Günther-Wagner-Allee, unweit der Stadtbahn Haltestelle Pelikanstraße
  • Fritz Beindorff: Fritz-Beindorff-Allee, in der Nähe der Stadtbahn Haltestelle Vier Grenzen

Nachsatz zu der Pelikan-Marke:

Die Anzahl der Pelikan Kinder variiert in der Pelikan-Marke:

Kopf einer Firmenrechnung, ca. 1910, oben links vier Pelikan Kinder im Nest.

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Die Pelikan-Marke mit zwei jungen Pelikanen im Nest, ca. 1960

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Das aktuelle Logo, ein Pelikan mit einem jungen Pelikan im Nest.

Quellen:

  • Wagner ist nicht an allem schuld, Willi Bongard, Die Zeit, 48/1963
  • Pelikan: Der traditionelle Schreibwarenhersteller muß saniert werden – Politiker und Beschäftigte kämpfen um Arbeitsplätze: Gnadenlos abgewirtschaftet, Stefan Merx, Die Zeit, 30.9. 1994
  • Geschichte der Stadt Hannover, vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Klaus Mlynek und Walter R. Röhrbein, 1994 Agenten, Bader und Copisten, Ludwig Hoerner, 1995
  • Geha vs. Pelikan, Wettrüsten der blauen Wunder, Stefan Schmitt, Der Spiegel, 12.11.2008
  • „…da ich von Hitler begeistert war“, wie braun war Fritz Beindorff? Hannoversche Allgemeine Zeitung, Simon Benne, 5.2.2018
  • Fotos vom Autor Juni 2019

Quellen, die noch nicht für diesen Artikel ausgewertet wurden:

  • Günther Wagner, 1838-1938, Buch zum 100. Jahrestag des Firmen Bestehens, Wilhelm Grabow, 1938
  • Der Beitrag der hannoverschen Industrie zum technischen Fortschritt, Albert Lefevre, 1970, Hannoversche Geschichtsblätter
  • Tinte und Blech, Eine Pilotstudie zu Fritz Beindorff (1860-1944) und den Günther Wagner Pelikan Werken im Nationalsozialismus, Annemone Christians

R-Zettel Typ 751

Eine interessante Type!

Bei der Beschäftigung mit R-Zetteln fallen gelegentlich besondere Typen auf. Fast immer ist der Schrifttyp des R für Recommandé deutlich und klar ausgewählt.

Für die „Erste Nachkriegsausgabe der Staatsdruckerei Berlin für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet der britischen und amerikanischen Besatzungszonen“ fällt der Buchstabe R auf. Was mag sich der Schriftsetzer bei der Auswahl dieser Letter gedacht haben?

Der vermutlich bekannteste Vertreter dieses Typs kommt aus Berlin von einem Sonderpostamt:

Briefmarken-Ausstellung Berlin Zeughaus Flüchtlings- und Altenhilfe, 8. bis 15. Dezember 1948

Ab 1948 stellte die Staatsdruckerei Berlin diesen R-Zettel Typ im Rollenbuchdruck her.

Bekannt sind R-Zettel mit unterschiedlichen Schriftgrößen: halbfett, kleiner halbfett und mager schmal.

Dieser Typ kam ab 1948 bis zum Aufbrauch der Zettel in folgenden Oberpostdirektionen zum Einsatz: 1, 16, 17a, 20a, 20b, 21b, 22a, 24a und 24b (Berlin, Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Kiel).

Welche R-Zettel aus dem heutigen Niedersachsen sind von diesem Typ 751 bekannt?

20a:

  • Burgdorf (Han)
  • Burgdorf (Han), UB a
  • Ehmen über Fallersleben
  • Ehra-Lessien über Fallersleben
  • Fallersleben, UB a
  • Hannover-Limmer, UB a
  • Hannover-Linden 1, UB a
  • Hannover-Linden 1, UB c
  • Hannover-Linden 1, UB e, handschriftlich UB c
  • Hannover-Linden 1, UB g
  • Hannover-Linden 2, UB a
  • Hannover-Linden 2, UB b
  • Hannover-Linden 3
  • Hannover-Ricklingen, UB a
  • Heiligendorf über Fallersleben

20b:

R-Brief 20b Alversdorf (Kr Helmstedt), 9.9.50 nach Bochum

R-Zettel vom obigen Beleg

  • Alversdorf (Kr Helmstedt)
  • Bodenfelde, UB a
  • Dorste über Northeim (Han)
  • Echte über Northeim (Han)
  • Gillersheim über Northeim (Han)
  • Hattorf (Harz)
  • Katlenburg Kr Northeim (Han)
  • Lindau über Northeim (Han)
  • Northeim (Han)
  • Northeim (Han), UB f
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R-Brief 20b Northeim (Han) Land, 29.9.49 nach 18 Kaiserslautern, Poststellen II Stempel 20b Wachenhausen über Northeim (Han), Umschlag unten verkürzt

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R-Zettel vom obigen Beleg

  • Northeim (Han) Land
  • Offleben
  • Schöningen (Braunschw)
  • Schöningen (Braunschw), UB b
  • Schöningen (Braunschw) Land
  • Söllingen über Schöningen (Braunschw)
  • Sudheim über Northeim (Han)
  • Wulften (Harz)

23:

  • keine Produktion dieses R-Zettel Typs für diesen Leitbereich

24a:

  • Einschreibezettel mit dem Typ 751 von 24 a Hamburg 18 sind bekannt. Aber bisher liegen keine R-Zettel aus dem niedersächsischen Bereich südlich der Elbe vor.

Durch den zeitlich begrenzten Einsatzzeitraum sind nicht viele Postämter belegt.

Die Gebiete 13a, 13b, 14a, 21a, 22c und 23 (Bremen, Köln, München, Münster, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart) erhielten diese Ausgabe nicht mehr, da wegen der Wirtschaftsblockade von West-Berlin die Staatsdruckerei nicht mehr genügend Druckfarben, Papier und Gummi erhielt und die Herstellung einstellen musste.

Die Herstellung der R-Zettel wurde dezentralisiert und dafür die Vertragsdruckereien Schlüter in Hannover, Sontag in Nieder-Olm und Fronhofer in Regensburg eingeschaltet.

Die Dezentralisierung hatte eine Vielzahl von verschiedenen Einschreibezettel-Typen zur Folge.

In der sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR begann die Gebrauchszeit bereits 1946, hier Typ 821. Blanko R-Zettel mit handschriftlichen Eintragungen oder Stempel sind bekannt. Im Jahr 1948 bis zum Beginn der Blockade wurden auch R-Zettel für die Westzonen hergestellt.

3:

Eine besondere Rolle in der Geschichte Niedersachsens spielt die Gemeinde Neuhaus, Elbe. Die Besonderheit dieser Gemeinde wird in einem späteren Artikel beschrieben.

R-Brief von Neuhaus (Elbe) nach Ildehausen bei Seesen, Sowjetische Besatzungszone, 11.8.49, R-Zettel von 3 Schwerin (Meckl) überstempelt mit Neuhaus (Elbe)

R-Zettel vom obigen Beleg


R-Brief von Stapel nach 24 Husum, Alliierte Besetzung, 20.2.48, Blanko R-Zettel mit handschriftlicher Eintragung, ohne 3

R-Zettel vom obigen Beleg

R-Brief von 3 Stapel nach 24b Husum, DDR, 10.2.51, Blanko R-Zettel mit handschriftlicher Eintragung, mit 3

R-Zettel vom obigen Beleg

Sollten Sie in Ihrer Sammlung weitere R-Zettel mit dem Typ 751 aus dem heutigen Niedersachsen vorliegen haben, würde ich mich über eine Nachricht freuen. Die obige Auflistung könnte mit Ihrer Hilfe ergänzt werden. Danke!

Quelle:

  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.

Rundfunk

Auf den ersten Blick sieht der Beobachter eine Postkarte mit Einschreiben vom 30.6.1936. Ein zweiter Blick fällt auf das Wort Postsache und erklärt die fehlende Frankatur. Warum schickt das Postamt Stade dem Empfänger ein Einschreiben?

Absender Postamt Stade, Postsache, Einschreiben nach Hollern (Niederelbe), dort Tagesstempel vom 1.7.36

Die Rückseite klärt auf. Verzicht auf die Rundfunkgenehmigung 1936!

Der Text zum besseren Verständnis komplett:

„Ihr Verzicht auf die Rundfunkgenehmigung ist hier vermerkt worden. Er wird mit Ablauf des Monats Juni wirksam. Bei dieser Gelegenheit wird auf den § 19 der Genehmigungsbedingungen aufmerksam gemacht, demzufolge nach Ablauf der Genehmigung die Empfangsanlage sogleich außer Betrieb zu setzen und die Genehmigungsurkunde der Zustellpostanstalt zurückzugeben ist.

Unter Bezugnahme auf die Paragraphen 15 und 22 des Gesetzes über Fernmeldeanlagen vom 14. Januar 1928 (Reichsgesetzbl. I S. 8) wird ersucht, Antennen, Anschlußleitungen und Erdleitungen Ihrer Empfangsanlage binnen 7 Tagen, beginnend am 1.7.36, zu beseitigen. Es bleibt vorbehalten, die Erledigung prüfen zu lassen.“

Aus heutiger Sicht kaum mehr verständlich. Wer Radio hören wollte, brauchte eine Genehmigung, die man bei der Deutschen Reichspost erhalten konnte.

Der damalige Staat hatte aus politischen und propagandistischen Gründen ein großes Interesse daran, die „Volksgenossen“ an den Volksempfängern zuhören zu lassen.

Eine Rundfunkgenehmigung vom Mai 1936 aus Osterrode (Harz), der Tagesstempel fehlt
19 Paragraphen als Grundlage für „Bedingungen für die Errichtung sowie Betrieb von Rundfunkempfangsanlagen“

Die Bezahlung sollte über ein damals wenig verbreitetes Postscheckkonto erfolgen. Im Regelfall kassierte die Rundfunkgebühr der Briefträger.

1934 kostete die Rundfunkgebühr 2 Reichsmark.

In Werbestempeln wurde mit „Werdet Rundfunkteilnehmer“ geworben.

Aber es gab auch Menschen, die auf den Rundfunk verzichteten…

Die Deutsche Bundespost führte die Verzeichnisse der erteilten Rundfunkgenehmigungen weiter.

Der heute bekannte Rundfunkbeitrag dient der Finanzierung der öffentlichen rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. Die GEZ ist bereits Geschichte. Und der Briefträger kommt auch nicht mehr zum kassieren an die Haustür …

Quellen:

  • Amtsblatt des Reichspostministerium Nr. 109/1931 vom 30.11.1931, „Rundfunk“, S. 509-524
  • Amtsblatt des Reichspostministerium Nr. 16/1940 vom 14.2.1940 „Vereintheitlichung der Rundfunkvorschriften mit Ostmark und Sudetenland, S. 141-184.

Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei, Delmenhorst

Was verbirgt sich hinter NW&K in Delmenhorst?

R-Brief 15.8.27 von Delmenhorst nach Oldenburg, Freistempler NWK Wolle, 45 Reichspfennig, Absender Kammgarnspinnerei Delmenhorst G.m.b.H., NW&K

Firmen R-Zettel vom obigen Beleg, vom Absender mit einem Stempel und den Initialen NWK ergänzt.

Die Firma hat die ihr von der Post zur Verfügung gestellten R-Zettel mit einem Stempel versehen. Ein Selbstbucher, diesmal nicht mit vorproduzierten Zetteln. Postkunden mit höheren Einlieferungsmengen bekamen „eigene“ Einschreibezettel, um den Einlieferungsvorgang zu beschleunigen. Eine Erklärung für die sogenannten Selbstbucher.

Welcher Postkunde verbirgt sich hinter NW&K?

NW&K = Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei, im Telegrammspiel Nordwolle genannt.

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Martin Christian Lebebrecht Fürchtegott Lahusen (1820-1898) gründete 1884 die Nordwolle in Delmenhorst.

Der Standort der Firma lag an der 1867 gebauten Bahnlinie, die die Städte Bremen und Oldenburg verband und bis zur Nordseeküste nach Wilhelmshaven führte. Auf diesem Weg kamen die aus Übersee angelieferten Rohwolleballen direkt zur Fabrik in Delmenhorst.

Das Firmengelände ist mit Gleisanschluss, Lagerhäusern, Wollsortierung, Wollwäscherei, Kontor und Direktion, Villa der Unternehmer, Wollepark, Häuser für leitende Angestellte, Speiseanstalt, Badeanstalt, Mädchenwohnheim, Produktionshalle, Turbinenhalle und Krankenhaus eine Stadt in der Stadt.

Unter Lahusen Sohn Johann Carl (Leiter 1888-1921) wurde das Unternehmen ausgeweitet.

Die Nordwolle gehörte nach ihrer Gründung bald zu den wichtigsten und angesehensten Industrien in Deutschland. Der Nordwolle-Konzern beschäftigte 1930 in elf Werken über 22.000 Menschen. In Delmenhorst wurden im gleichen Jahr ca. 4.500 Beschäftigte und ca. 5.500 Familienangehörige gezählt.

Zum Vergleich: Delmenhorst hatte 1930 ca. 27.000 Einwohner.

Zeitweise gab es eigene Schafzuchten in Argentinien und Uruguay und eigene Schiffe und Lagerschuppen in Bremen.

Die Geschichte der Unternehmer-Familie Lahusen und der Fabrik endete am 21.7.1931, als das Unternehmen im Zuge der Weltwirtschaftskrise und dem Unvermögen der nachfolgenden Generation in Konkurs ging. Das Unheil nahm seinen Lauf mit unsolider Expansion und Überschuldung u.a. durch Repräsentationsbauten. Die Verluste wurden auf 180 bis 240 Millionen Reichsmark geschätzt, und so löste der Zusammenbruch der Nordwolle weit über Delmenhorst und Bremen hinaus die sogenannte Deutsche Bankenkrise aus, in der verschiedene Banken und auch der Bremer Staat erheblichen finanziellen Schaden erlitten. Zurücktreten musste der mit Lahusens verschwägerte Bremer Senator Heinrich Bömers, der kurz darauf starb. Die Brüder wurden 1931 verhaftet und 1933 wegen Bilanzverschleierung und Untreue verurteilt. Die Inhaber Georg Carl Lahusen, (Firmenlenker 1921-1931) und Heinz Lahusen kamen ins Gefängnis.

1925 erteilte Georg Carl Lahusen für 12.000.000 Reichsmark den Auftrag für den Bau einer neuen Konzernzentrale in Bremen. Nach dem Konkurs, zu dem auch dieser überdimensionierte Repräsentationsbau beigetragen hatte, diente der Bau in der NS-Zeit als Haus des Reichs. Heute wird das Gebäude von der Bremer Finanzverwaltung genutzt.

Georg Carl Lahusen saß im Aufsichtsrat der Danatbank.

Für die Hausbank der Nordwolle, die Darmstädter und Nationalbank (Danatbank), hatte der Bankrott die unmittelbare Folge, dass sie selbst zahlungsunfähig wurde. Die Banken in Deutschland wurden für einige Tage geschlossen. Die Danatbank verlor 48 Millionen Reichsmark und wurde unter Reichstreuhandschaft gestellt und im Folgejahr von der Dresdner Bank übernommen. Auch die Schröder-Bank wurde deshalb zahlungsunfähig und musste schließen.

R-Brief 12.9.22 von Jever, Absender Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Depositenkasse, an gleiche Bank in Wilhelmshaven. Ein Beleg der Danatbank aus einer Zeit, in der die Geschäfte noch funktionierten.

R-Zettel vom obigen Beleg

Nach dem Konkurs wurde in unterschiedlichen Gesellschaften bis 1981 weiter produziert.

Einige Fotos sollen den Artikel illustrieren:

Die Schaufassade mit Lagerhaus B der NW&K, vormals Räume von Verwaltung und Direktion, direkt neben den Bahngleisen.

Rechts neben dem Haupttor hängt auch heute noch die Zentraluhr.

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Der Wasserturm in seiner heutigen Wirkung. An der Südseite ist ein Relief eines Merinowidders zu sehen. Das Gründungsjahr der Firma 1884 ist unter dem Widder abgebildet.

Der achtzackige Stern war das offizielle Firmenemblem. Das Sternzeichen stellte das Garantiezeichen der NW&K dar und befand sich auf sämtlichen Erzeugnissen.

Auch heute lohnt sich ein Besuch der Nordwolle in Delmenhorst, einem der größten Industriedenkmale Europas.

Quellen:

  • Nordwolle Delmenhorst, Baudenkmal, Wohngebiet, Wirtschaftsstandort, EXPO-Projekt, Delmenhorst 2000, ISBN 3-89598-694-1
  • Die Nordwolle, Eine Stadt in der Stadt, Förderkreis Industriemuseum Delmenhorst
  • Die Nordwolle, M. Mende, Der historische Ort, Berlin 1997, ISBN 3-931121-35-6
  • Warum dieser Beleg? Wolfgang Müller, Arbeitsgemeinschaft Münzen und Geldwesen, Mitteilungsblatt 114, Dezember 2007
  • Fotos vom Autor, Dezember 2018

Presseausstellung Hannover

In Hannover fand vom 9.9. bis 3.10. 1948 die erweiterte Deutsche Presseausstellung statt. Einschreibbriefe wurden mit einem Blanko R-Zettel mit einem violetten Gummistempel abgefertigt.

R-Brief von diesem Sonderpostamt in die Schweiz, Sonderstempel vom 9.9.48, Datum der Ausstellungseröffnung

R-Zettel vom obigen Beleg

Der R-Zettel wurde in Bogen zu 40 Stück hergestellt und für Sonderpostämter oder als Reserve für Postämter bereitgestellt. Dieses ist kein Not R-Zettel. R-Zettel Typ 7641 Blankozettel.

Ausstellungsort waren die früheren Werkshallen der Leichtmetall-Werke in Hannover-Laatzen.

Die Veranstaltung wurde vom Niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Kopf eröffnet. Die Ausstellung gab einen geschichtlichen Überblick über den Kampf um die Pressefreiheit und veranschaulichte das Verhältnis der Presse zum Staat.

Ost- und Westdeutsche Zeitungen waren vertreten. In einer Sonderschau wurden Zeichnungen von Karikaturisten in „Zeitgeschehen in der Karikatur“ gezeigt. Die hannoversche Wilhelm-Busch-Gesellschaft zeigte „Wilhelm Busch und die Presse“. Das niedersächsische Kultusministerium und der Rat der Stadt Hannover präsentierten Bilder „Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts“, die jahrelang nicht öffentlich zu sehen waren.

Hannover erwartet Sie

Mit dieser Aufforderung machte ein Bandstempel Werbung für die Ausstellung. In einem kleinen Rechteck mit Schattenzeichnung hält eine stilisierte Person eine Zeitung hoch.

Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, 14.9.1948

Im Amtsblatt wird das Sonderpostamt angekündigt und Anlaß, Veranstalter, Dauer, Aufgabenkreis und Sonderstempel beschrieben

Der Sonderstempel zu dieser Veranstaltung zeigt die Darstellung eines Zeitungsverkäufers

Ein Sonderpostamt mit einer Öffnungszeit von 20 Tagen. Die Wahrnehmung aller Postdienstzweige beinhaltete auch Einschreiben.

Wie viele Einschreibbelege sind (von den ca. 72.000 Besuchern) bei diesem Sonderpostamt abgefertigt worden?

Alle mir bekannten Belege aus Sammlungen oder Auktionslosen sind hier aufgeführt:

Numerator

Datum (alle 1948)

Ziel des Beleges

076

9.9.

Bex, Schweiz

136

12.9.

Hannover-Kleefeld

174

13.9.

?

180

13.9.

?

181

13.9.

?

196

lose

Katalog Arge R- + V-Zettel

210

19.9.

Hannover

267

lose

Abbildung aus Katalog der deutschen Sonder-R-Zettel

285

19.9.

Schönebeck

297

19.9.

Laatzen

304

19.9.

Hannover-Hainholz

305

19.9.

Hannover-Hainholz

306

19.9.

Hamburg

307

19.9.

Hamburg

332

19.9.

Hannover

334

19.9.

Hannover

336

19.9.

Hannover

422

26.9.

Hannover-Linden

426

lose

 

441

27.9.

München

444

27.9.

Steinhöring

498

3.10.

?

 

Vermutlich sind etwa 500 Einschreiben bei diesem Sonderpostamt aufgegeben worden. Bitte helfen Sie mit, diese Aussage zu bestätigen und die Aufstellung zu ergänzen. Gern nehme ich Ihren Scan entgegen und baue ihn in die Übersicht mit ein. (Kontaktformular)

Auch an anderen Orten wurden Presseausstellungen organisiert: In 22 a Düsseldorf gab es vom 1. bis 30.11.1947 eine Deutsche Presseausstellung, mit fast 200.000 Besuchern. Für Einschreibsendungen wurde die Reichsausgabe „Düsseldorf Ausstellung“ verwendet.

In 13 b München wurde, kurz vor der Währungsreform, vom 5.5. bis 15.6.1948 eine Deutsche Presseausstellung im Ausstellungspark durchgeführt, mit 181.000 Besuchern. Für R-Sendungen kam die Reichsausgabe „München 2 Sonderpostamt“ zum Einsatz.

In 1 Berlin-Charlottenburg gab es eine Presseausstellung im Jahre 1949. Und in Köln gab es vom 12.5. bis 1.10.1928 einen Vorläuferausstellung mit dem Namen „Pressa“, mit über 5 Millionen Besuchern.

Quellen:

  • Der Spiegel, 11.9.1948, „Ihre Majestät die Presse“
  • Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, Frankfurt 14.9.1948
  • Schütz, W. J. (2011). Von Köln bis Berlin. Presseausstellungen – für Zeitungsleser und Philatelisten. „Die Schwarze und die Weiße Kunst“, Mainz: Internationale Motivgruppe Papier und Druck, Nr. 174, August 2011, S. 2-9.
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Amtlicher Führer durch die Deutsche Presseausstellung 1948, Emil Groß, in Universitätsbibliothek München:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist IMG_20190424_123753-Katalog-744x1024.jpg

Der 70 seitige amtliche Führer beinhaltet folgende Artikel: Was die Pressefreiheit bedeutet, Presse und Messe, Hallenplan, Veranstaltungen und Tagungen während der Messe, Deutsche Malerrei des 19. Jahrhunderts (mit Verweis auf den ausführlichen Katalog, s.u.), Wilhelm Busch und die Presse, Aussteller- und Warengruppenverzeichnis, Presse und Werbung, Graphik und Werbung, Die britische graphische Kunst, Presse, Aufbau und Hannover, Blumenschau des Hannoverschen Gartenbaues. Der Katalog wird ergänzt durch zahlreiche Anzeigen von Verlagen und ihren Produkten.

  • Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts: Kunstausstellung aus Anlass der Deutschen Presseausstellung 1948, Reinhold Behrens, in Universitätsbibliothek Leipzig:

Auf 32 Seiten listet der A-5 große Katalog alle 109 Gemälde von 48 Künstlern auf. Die bekanntesten Maler in dieser Ausstellung waren Lovis Corinth, Caspar David Friedrich und Max Liebermann.

Domhof Osnabrück

In Osnabrück wurde vom 17. bis 24.10. 1948 ein Sonderpostamt anläßlich der 300-Jahrfeier zum Westfälischen Friedens eingerichtet.

R-Belege wurden mit einem Blanko R-Zettel mit einem Gummistempel abgefertigt.

R-Brief von diesem Sonderpostamt nach Leipzig, Sonderstempel

R-Zettel vom obigen Beleg

Der R-Zettel aus der Druckerei Wegener, Alfeld wurde in Bogen zu 40 Stück hergestellt und für Sonderpostämter oder als normaler R-Zettel für Postämter bereitgestellt. Den Postämtern war es überlassen, diese Blanko R-Zettel entsprechend zu stempeln oder händisch zu beschriften. Daher ist dieses Normalität und kein Not R-Zettel. R-Zettel Beschreibung.

Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, 14.9.1948

Im Amtsblatt wird das Sonderpostamt angekündigt und Anlaß, Veranstalter, Dauer, Aufgabenkreis und Sonderstempel beschrieben

Der Handstempel (23) Osnabrück 1 zu dieser Veranstaltung zeigt eine Friedenstaube mit Zweig im Schnabel, Text Westfälischer Friede 1648-1948

Ein Sonderpostamt mit einer Öffnungszeit von acht Tagen. Wie viele Einschreibbelege sind bei diesem Sonderpostamt abgefertigt worden?

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Ein „plusbrief-individuell“ dokumentiert diesen Sonder-R-Zettel mit dem Numerator 60.

Alle mir bekannten Belege aus Sammlungen oder Auktionslosen sind hier aufgeführt:

Numerator

Datum

Ziel des Beleges

30

18.10.48

München

60

(Abb. „plusbrief-individuell“)

101

22.10.48

Berlin

122

23.10.48

Alsheim

133

24.10.48

Osnabrück

135

24.10.48

Marienberg

139

24.10.48

Marienberg

203

26.10.48

Rödernhof

295

30.10.48

Osnabrück

304

31.10.48

Leipzig

305

?

Osnabrück

 

Die Verwendungen vom 26. und 31.10.48 lassen die Frage aufkommen, wie diese Belege nach Schließung des Sonderpostamtes zu Stande gekommen sind. Hat hier das Postamt Osnabrück 1 für das ZwPA – Zweigpostamt Domhof aus „Kulanz“ weitergearbeitet? Oder waren die Daten im Amtsblatt überholt?

Vermutlich sind über 300 Einschreiben bei diesem Sonderpostamt aufgegeben worden. Bitte helfen Sie mit, diese Aussage zu bestätigen und die Aufstellung zu ergänzen. Gern nehme ich Ihren Scan entgegen und baue ihn in die Übersicht mit ein. (Kontaktformular)

Quellen:

  • Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, Frankfurt 14.9.1948
  • Ausstellungskatalog Landesverband Postwertzeichen Ausstellung 10.-14.5.1978
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.

Selbstbucher R-Zettel – vierstellige Postleitzahlen

Selbstbucher R-Zettel für Einschreibsendungen mit vierstelligen Postleitzahlen

Bereits im Jahre 2004 haben die Autoren F.J. Opaterny und Dr. F.W. Schembra über die Arbeitsgemeinschaft der R- und V-Zettel Sammler eine Arbeit zu Selbstbuchern vorgelegt. Die bemerkenswerte Arbeit beschränkt sich leider auf eine ausführliche Auflistung ohne Abbildungen. Für den niedersächsischen Teil soll das in diesem Artikel durch entsprechende Scans ergänzt werden.

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei (selten auch drei oder mehr) Unterscheidungsbuchstaben mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 5)

2900 Oldenburg, Oldb 1 UB: ihk, Industrie- und Handelskammer, nassklebend, Datum unbekannt

–liegt nicht vor —

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei Unterscheidungsbuchstaben mit Zusatzeindruck „Selbstbucher“ unterhalb des Ortsnamens mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 7)

214   Bremervörde 1 Selbstbucher 10 (Postleitzahl dreistellig)

2140 Bremervörde 1 Selbstbucher 10 (Postleitzahl vierstellig)

214   Bremervörde 1 Selbstbucher 11 (Postleitzahl dreistellig)

2740 Bremervörde 1 Selbstbucher 10, Belegdatum 15.3.82

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R-Zettel vom obigen Beleg

2740 Bremervörde Selbstbucher 11

Nutzer dieser R-Zettel ist der Landkreis Rotenburg (Wümme), Nebenstelle Bremervörde, Postfach 111, Bremervörde.

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei Unterscheidungsbuchstaben mit postamtlichen Zusatzeindruck ohne Postbank, Postscheckamt und Postgiroamt unterhalb des Ortsnamens mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 37)

3000 Hannover 1 Datenzentrum, nassklebend

R-Zettel mit einstelliger Postleitzahl, 3 Hannover 1 Datenzentrum

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Beleg vom 8.7.71, Poststempel Hannover OPD (Oberpostdirektion)

R-Zettel vom obigen Beleg, mit vierstelliger Postleitzahl, 3000 Hannover 1 Datenzentrum

R-Zettel nass- und selbstklebend mit einem oder zwei Unterscheidungsbuchstaben mit Zusatzeindruck Postbank, Postscheckamt und Postgiroamt unterhalb des Ortsnamens mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle (S. 41)

3000 Hannover Postgiroamt, nassklebend

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Postsache, daher ohne Datum, Postscheckamt

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R-Zettel vom obigen Beleg, Unterscheidungsbuchstaben „Dr“ = Druckerei

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Postsache, daher ohne Datum, Postgiroamt

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R-Zettel vom obigen Beleg, Unterscheidungsbuchstaben „Fv“ = Formblattversand

Ab 1.1.1984 wurde das bisherige Postscheckamt Hannover in Postgiroamt Hannover umbenannt. Es erfolgte ein Aufbrauch der vorliegenden Zettel Postscheckamt. R-Zettel mit dem Zusatz Postbank sind an diesem Standort bisher nicht bekannt.

Die R-Zettel vom Postscheckamt und Postgiroamt Hannover werden in einem späteren Artikel ausführlich behandelt.

R-Zettel, Aufkleber oder Umschläge mit fortlaufender Einlieferungsnummer, Numeratordruck oder EDV-Eintrag (S. 45, 46, 48)

Umschlag mit RZ – Aufdruck links oberhalb des Fensters, sowie teilweise hineinreichend wegen der aufgedruckten Briefnummer:

3000 Hannover 1 UB: mg, Nutzer: Magdeburger Versicherungen frühestes Datum: 16.11.90

–liegt nicht vor —

3000 Hannover 51 UB: mg, Nutzer: Magdeburger Versicherungen frühestes Datum: 14.05.92

–liegt nicht vor —

Aufkleber mit RZ-Aufdruck außerhalb des Fensters, mit durch EDV eingedruckter Briefnummer:

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Beleg vom 10.6.88, der Numerator erscheint auf dem innenliegenden Brief im Adressfeld.

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R-Kennzeichnung vom obigen Beleg, ohne

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… und mit hinterlegtem Blatt.

3300 Braunschweig 1 UB: RB: MDM Münzhandelsgesellschaft

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3300 Braunschweig, Domplatz, Adressaufkleber, Belegdatum 08.91

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R-Zettel vom obigen Beleg

Umschlag/Aufkleber mit R-Zettel-Aufdruck mit eingedruckter fortlaufender Briefnummer:

3400 Göttingen UB: ee, Phila-Club Göttingen

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Umschlag mit aufgedrucktem R-Zettel, vierstelliger Numerator, Datum 5.5.78 (10 Jahre später wurde gleicher Beleg mit aufgeklebter Vignette zur Göttinga 1988 erneut vertrieben.)

Aufgedruckter R-Zettel vom obigen Beleg

4500 Osnabrück 1 UB: dl, Dieter Lüwer

Briefumschlag mit aufgedrucktem R-Zettel, Belegdatum: 26.1.87 (Mit Datum 3.10.1992 wurden im gleichen Verfahren Postkarten hergestellt und vertrieben, teilweise mit zweistelligem Numerator)

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Aufgedruckter R-Zettel vom obigen Beleg

Feste Numeratoren, vierstellige Postleitzahl (S. 53, 54, 55):

100  UB: lb, 3000 Hannover 114, Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Postfach 209

C 5 Umschlag blanko, Vergleichsbeleg vom 3.7.91

R-Zettel vom obigen Beleg,

107  UB: ex, 3012 Langenhagen 7, Nutzer Expert, ohne Belegdatum

–liegt nicht vor —

110  UB: vg, 3000 Hannover 1, VGH Versicherungsgruppe Brandkasse und Provinzial

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Beleg vom 20.3.85

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R-Vermerk vom obigen Beleg

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Beleg vom 10.11.86, fetter Schrifttyp

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R-Vermerk vom obigen Beleg, fetter Schrifttyp

260  UB: bb, 3300 Braunschweig 1, Briefmarken Borek, Theodor Heuss Straße

Beleg Stempel schlecht lesbar, vermutlich 1988, R-Zettel selbstklebend, 48 mm breit, 19 mm hoch

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R-Zettel vom obigen Beleg

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zum Vergleich: eine Trägerfolie mit zwei selbstklebenden R-Zetteln aus Februar 1987.

270  UB: me, 3000 Hannover 1, Nutzer: Mecklenburgische Versicherung,

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Belegdatum: 21.03.86

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R-Vermerk vom obigen Beleg

280  UB: rh, 3302 Cremlingen, Sir Rowland Hill Gesellschaft mbh & Co., Buchhorstblick 7

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lose nassklebend, R-Zettel Pärchen mit gleichbleibendem Numerator, Belegdatum: 31.10.91

500  UB: bw, verschiedene Orte, Bundeswehr

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4470 Meppen, Beleg vom 26.6.92

Zum Thema Bundeswehr in Niedersachsen, mit gleichbleibenden Numerator, lesen Sie hier bitte weiter.

Quellen:

F.J. Opaterny und Dr. F.W. Schembra, Selbstbucherzettel für Einschreib- und Wertsendungen, 1966 bis 1997, Heft 29 der Arbeitsgemeinschaft „R+V-Zettel e.V.“, Oktober 2004

Bahnhof

R-Zettel mit dem Zusatz Bahnhof

Das Thema Bahnhof ist allen mobilen Menschen präsent. Bis zur Einführung der Brief- und Paketzentren durch die Deutsche Post, waren die Postämter in relevanten Orten in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof eingerichtet. Eine Vielzahl der Sendungen würde mit der Bahn und nicht auf der Straße transportiert. Auch kleinere Poststellen (Poststellen II) waren aus logistischen Gründen in der Nähe untergebracht. Viele Belege, Postkarten, Poststempel und Bahnpoststempel dokumentieren das Thema Bahn, Bahnhofsgebäude oder den Transport mit der Bahn.

In diesem Artikel geht es um R-Briefe oder R- Zettel mit dem Zusatz Bahnhof.

Sortierung nach Ortsalphabet:

Bentheim, später Bad Bentheim, unterhielt über einen längeren Zeitpunkt ein Postamt an der Bahn:

R-Zettel Reichsausgabe Bentheim Bhf

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R-Zettel 23 Bentheim Bhf

R-Zettel 23 Bentheim Bhf, einzeilig

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R-Zettel 23 Bentheim Bhf, zweizeilig, Bhf kleinerer Schrift

R-Zettel Amtskennzeichen (AKZ) Bentheim Bhf, 9 A 8, einzeilig

R-Zettel Amtskennzeichen (AKZ) Bentheim Bhf, 9 A 8, zweizeilig

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R-Zettel Frellstedt 1 (Bahnhof), Frellstedt liegt im Landkreis Helmstedt, Kopie von einem Auktionslos

R-Brief Hesepe-Bahnhof über Bramsche nach Hannover, 12.3.1960

Amtskennzeichen 9 T (AKZ) R-Zettel vom obigen Beleg

R-Brief Hildesheim 2 (Bahnhof) nach Hannover, 7.3.1893

R-Zettel vom obigen Beleg, R rechtsstehend

R-Brief Jerxheim (Bhf) über Schöningen (Braunschw) nach Demmin, 24.4.1947

R-Zettel vom obigen Beleg

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R-Zettel 3339 Jerxheim Bahnhof, Verwendung 1975, später Jerxheim 2

R-Brief Rieste Bhf über Bramsche nach Schönebeck (Elbe), 7.9.1946

R-Zettel vom obigen Beleg

Poststempel Rieste Bahnhof vom obigen Beleg

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R-Zettel Wunstorf 1 (Bahnhof), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von SF Neumann

R-Brief violetter Not-Stempel Vechta Reichspost, R-Zettel 23 Vechta mit Unterscheidungsbuchstabe W, Landpoststempel 23 Rechterfeld Bahnhof über Vechta, nach Schönebeck (Elbe), Rückseite Ankunftsstempel 31.5.1947

Landpoststempel 23 Rechterfeld Bahnhof über Vechta vom obigen Beleg

Das Thema dieses Artikels ist hiermit beschrieben. Bei der Frage nach weiteren, mir bisher unbekannten R-Zetteln mit dem Zusatz Bahnhof bin ich auf die Idee gekommen über Poststempel, Landpoststempel und über ein Ortsverzeichnis mögliche weitere Poststellen in den Fokus zu bekommen, denn nicht immer war die Poststelle oder das Postamt mit eigenen R-Zetteln ausgestattet.

Landpoststempel dokumentieren die Poststelle am oder im Bahnhof:

ca. 1956 wurde der Landpoststempel 23 Hesepe Bahnhof über Bramsche verwendet. R-Zettel Hesepe Bahnhof s.o.

Landpoststempel 23 Schwichteler Bahnhof über Vechta

2.6.1960, Landpoststempel 20b Tettenborn Bahnhof über Bad Sachsa (Südharz)

13.6.1962 Landpoststempel 3421 Tettenborn Bahnhof Gem. Tettenb. (Gemeinde Tettenborn)

ca. 1932 wurde der Landpoststempel Weste Bahnhof Bevensen (Lüneburger Heide) Land verwendet.

1960 wurde der Landpoststempel Weste Bahnhof über Bevensen (Kr Uelzen) eingesetzt.

  • Poststempel mit dem Zusatz Bahnhof sind bekannt von Braunschweig (beispielhaft 1870-74), Celle (1873), Elze, Hannover, Osnabrück (1922) und Wunstorf.

Eine weitere hilfreiche Quelle für die Recherche ist das Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Reichspostzentralamt, Berlin 1936:

Viele Orte mit dem Zusatz Bahnhof oder Bhf sind in diesem Verzeichnis aufgeführt. Und Orte die möglicherweise später erst einen Zusatz erhalten haben natürlich auch. Ein Stichtagsbetrachtung von 1936:

  • Arpke Bhf/über Lehrte, Poststelle
  • Barenburg Bhf/über Sulingen, Poststelle
  • Bentheim, Telegraphenamt, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Brockhöfe Bhf/über Ebstorf (Kr Uelzen), Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2500m – (Ein Landpoststempel aus 1962 Brockhöfe Bhf über Uelzen ist bekannt)
  • Daerstorf BhF/über Harburg-Wilhelmsburg 1, Poststelle
  • Hesepe kein Zusatz Bahnhof, Posthilfstelle
  • Hittfeld Bhf/über Harburg-Wilhelmsburg 1, Poststelle
  • Horst-Wipshausen Bhf/über Peine, Poststelle
  • Jerxheim (Bhf) über Schöningen (Braunschw), Postagentur, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2528m
  • Mehle Bahnhof/über Elze (Hann), Poststelle
  • Kreiensen Reichsbhf
  • Langwarden Bahnhof/über Nordenham-Eckwarderhörne, Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2700m
  • Oldenbrok Bahnhof, Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 3500m
  • Osterlinde Bhf/über Wolfenbüttel, Poststelle
  • Rechterfeld Bahnhof/über Vechta, Poststelle
  • Rieste kein Zusatz Bahnhof, Poststelle
  • Schwichteler Bahnhof/über Vechta, Poststelle
  • Tettenborn, kein Zusatz Bahnhof, Postagentur
  • Weste Bahnhof/über Bevensen, Poststelle

Aus dem Anhang 1, Orte mit mehreren durch Zahlen oder Buchstaben unterschiedene Postanstalten, mit Hinweisen auf Bahnhof:

  • Braunschweig 2 (Hauptbhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Celle 2 (Im Staatsbhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Göttingen 2 (Bahnhofstr. 20), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Hannover 1 (Ernst August Platz 2), Brief- und Geldzustellung, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Hannover 2 (Am Bahnhof 4) (Paketpostamt), Paketzustellung
  • Hildesheim 2 (Bahnhofsplatz 2), Zweigpostamt des Amtes 1, Paketzustellung, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Kichweyhe (Bz Bremen) (Bahnhofsstr. 270), Postamt, vereinigte Zustellung (Brief-, Geld-, Paketzustellung)
  • Leer (Ostfriesl) 1 (Bahnhofstr. 2), Postagentur, vereinigte Zustellung (Brief-, Geld-, Paketzustellung)
  • Lüneburg 2 (Bahnhofstr. 2), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Oldenburg (Oldb) 3 (Bahnhofsplatz 11), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen, Paketzustellung
  • Osnabrück 5 (Hbhf), Zweigpostamt des Amtes 1
  • Uelzen (Bz Han) 2 (Bhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen

In einem späteren Artikel wird es um das Bahnpostamt 16 gehen. Hier nur eine erste Auflistung aus dem Ortsverzeichnis:

Aus dem Anhang 2, Bahnpostämter mit Angabe der ihnen zugeteilten Bahnstrecken:

Bahnpostamt 16 in Hannover: (Raschplatz 1, Eingang Tivolistr.)

  • Hannover-Kassel (-Frankfurt (Main)
  • Göttingen-Bebra (-Frankfurt (Main)-Würzburg)
  • Hannover Hamburg
  • Hannover-Wesermünde-Lehe
  • Bremen-Oldenburg-Wilhelmshaven (Oldenburg-Leer-Norddeich)
  • Hannover-Altenbeken
  • Hannover-Soltau (Han)
  • Walsrode-Visselhövede
  • Hannover-Weetzen-Haste (Bz Minden)
  • (Hannover-Braunschweig)

An Sie gerichtet, meine herzliche Bitte, für diesen oder alle anderen Artikel dieses Blogs, mir fehlende Belege oder R-Zettel zu den Themen anzubieten. Vielen Dank!

Beobachtungen an der Strecke, für Freunde der Bahn:

Die „NordWestBahn“ organisiert die Verbindung einiger der oben beschriebenen Orte.

Bad Bentheim, (bis zum 5. Juni 1979 Bentheim) Stadt im Landkreis Grafschaft Bentheim, ca. 15.400 Einwohner:

Der Bahnhof Bad Bentheim ist im Mai 2018 eine Baustelle

Hesepe, seit 1.7.72 in die Stadt Bramsche eingegliedert, ca. 2.600 Einwohner:

Am Bahnhof Hesepe muss man sich Richtung Norden entscheiden: Oldenburg links oder Bremen rechts

Jerxheim, ca. 1.200 Einwohner:

Bahnhofsgebäude Rückseite, Beschriftung gut erkennbar, keine Fenster mehr im Gebäude

Über diese Gleise in Jerxheim fährt seit Dezember 2007 kein Zug mehr

Die Bezeichnung Bahnhof für diesen Ort dient auch zur Unterscheidung zu anderen Teilen der Gemeinde

Rechterfeld, Gemeinde Visbek im Landkreis Vechta, ca. 1.100 Einwohner:

Eingleisiger Bahnhof Rechterfeld

Auf dem Ortsplan wird der Bahnhof als Bahnhaltestelle bezeichnet

Rieste, im Landkreis Osnabrück, ca. 3.400 Einwohner:

Der eingleisige Bahnhof Rieste liegt direkt neben dem Rathaus

Schwichteler, Gemeinde Cappeln im Landkreis Cloppenburg, ca. 280 Einwohner:

Die verlassene? Bahnhofgaststätte ist der letzte Zeuge der ehemaligen Bahnstation. Alle Gleisanlagen sind entfernt.

Die Bushaltestelle trägt die Bezeichnung  „ehem. Bahnhof“

Literatur und Quellen:

  • Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Reichspostzentralamt, Berlin 1936
  • aktuelle Fotos vom Autor, April 2017 und August 2018
  • mit freundlicher Unterstützung von J. Messerschmidt, Gifhorn

Wintermoor Krankenhaus

Mit Interesse verfolge ich Namenszusätze auf Einschreibzetteln. Sie geben Hinweise auf Besonderheiten oder auf verlorene Orte, sogenannte lost places.

Am 8. Februar 1943 wurde das Gesundungshaus Wintermoor in der heutige Gemeinde Schneverdingen, Heidekreis (früher Landkreis Soltau-Fallingbostel) eröffnet. In der Spitze mit über 800 Betten, war die Einrichtung ein Ausweichkrankenhaus aus Hamburg. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in dem heutigen Naturschutzgebiet ein Bereich für Tuberkulose Patienten eingerichtet. Später gab es einen Kindergarten, ein Hallenbad und ein Postamt.

Zum Jahresende 1997 wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt und die ausreichenden Kapazitäten in Hamburg genutzt.

(20a) Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Blanko R-Zettel, Typ Wegener, mit Stempel 20a Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

Amtskennzeichen, AKZ, 12 M Wintermoor-Krankenhaus über Soltau (Han)

R-Brief von 3041 Wintermoor-Krankenhaus nach Hamburg, 6.11.69

R-Zettel von obigen Beleg mit vierstelliger Postleitzahl 3041 Wintermoor-Krankenhaus

Andere postalische Beobachtungen:

1947 kam ein dreizeiliger Landpoststempel „20 Wintermoor Krankenhaus über Soltau (Han)“ zum Einsatz.

Ein Poststempel von 1972 mit vierstelliger Postleitzahl „3041 Wintermoor, Krankenhaus“ wird bei einer Auktion angeboten.

Ein Blick in die Ortsverzeichnisse und Postleitzahlenbücher zeigt die Veränderungen dieser Poststelle aus Sicht der Post an. Und dadurch auch erkennbar, wann der Zusatz Krankenhaus von R-Zettel und Stempel verschwunden ist:

  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Poststelle I, 1952 (*1, siehe Quellenangabe am Ende des Artikels)
  • 20a Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (Han), Zweigpostamt des Amtes Soltau, 1956 (*2)
  • 3041 Wintermoor-Krankenhaus/über Soltau (*3)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus ü. Soltau, Poststelle I, OPD Hannover, AFeB5 = Amtliches Fernsprechbuch 5, 1965 bis 1975  (*4)
  • 3041 Wintermoor, Krankenhaus, Poststelle I, OPD Hannover/Braunschweig, zuständiges Postamt mit Verwaltungsdienst 3040 Soltau, AFeB43 = Amtliches Fernsprechbuch 43,  1976 und 1978 (*5)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 3043 Schneverdingen, 1980 bis 1987 (*6)
  • Wintermoor, Krankenhaus = W-3043 Schneverdingen, 1991, (*7)
  • Wintermoor, Krankenhaus = 29640 Schneverdingen, 1993, (*8)

Auf einer Postverkehrskarte von 1954 ist Wintermoor-Krankenhaus nördlich von Schneverdingen eingezeichnet. Die eingezeichnete dicke Linie zeigt den nördlichen Zipfel des Postleitgebietes 20 a

Auf dem heutigen Gelände hat sich ein Waldpädagogikzentrum niedergelassen. Einige Gebäude aus der früheren Nutzung sind auf dem Gelände zu erkennen.

Eine letzte erhaltene Baracke des Wintermoores Krankenhaus

Offene Liegehalle für Tuberkulose Patienten, Betten sind gut zu erkennen, Ausschnitt aus einer Postkarte

offene Liegehalle, heutige Nutzung als Lager

Offene Frage:

  • Welche anderen Einrichtungen mit Krankenhaus oder ähnlichen Bezeichnungen sind auf R-Zetteln dokumentiert?

Quellen:

  • https://archiv-wintermoor.de
  • *1 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postämter und Poststellen im Bereich der deutschen Postverwaltung, Posttechnisches Zentralamt, 1952
  • *2 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1956 und 1959
  • *3 = Postleitzahlen, Herausgegeben und bearbeitet vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 1961, 1966 und 1971
  • *4 = Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltungen, einschließlich der Gemeinden ohne Postanstalt im Verwaltungsbereich der Deutschen Bundespost, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, Posttechnisches Zentralamt, 1965, 1968, 1970, 1972, 1974 und 1975
  • *5 = Ortsverzeichnis I, (OV I) Verzeichnis der Orte mit Postanstalt und der Gemeinden ohne Postanstalt im Bereich der deutschen Postverwaltung, Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen, 5300 Bonn 1, Posttechnisches Zentralamt, 6100 Darmstadt 1, 1976 und 1978
  • *6 = Ortsverzeichnis Post, Verzeichnis der Orte im Bereich der deutschen Postverwaltung, Deutsche Bundespost 1980, 1982, 1983 und 1987
  • *7 = Ortsverzeichnis Post (OV Post), Herausgeber Deutsche Bundespost Postdienst, Generaldirektion, W-5300 Bonn 1, 1991
  • *8 = Das Postleitzahlenbuch, Postdienst, Deutsche Bundespost, 1993
  • aktuelle Fotos vom Autor, Oktober 2018