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Herzlich Willkommen bei meinem Blog* zum Thema Einschreiben aus Niedersachsen. Diese Internetseiten haben das Ziel, Werbung für dieses Spezialgebiet der Philatelie zu machen. Die Fokussierung auf das Land Niedersachsen bringt es mit sich, dass nicht nur Postgeschichte, sondern auch Heimatgeschichte betrachtet werden.

Unter Einschreiben versteht der Philatelist:

Einschreibbriefe = R-Briefe:

ein Beispielbeleg, R-Brief von 23 Schweindorf über Norden, Poststellen II Stempel, R-Zettel über Norden, Poststempel Norden vom 1. Dezember 1945 nach Hannover

und Einschreibzettel = R-Zettel:

ein Beispiel R-Zettel, 2941 Schweindorf ( Landkreis Wittmund)

Die Idee dieser virtuellen Sammlung ist die Geschichte hinter dem R-Zettel oder der Geschichte zu einem Beleg. Immer mit dem Bezug zu Niedersachsen.

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* Wikipedia erklärt den Begriff Blog (auszugsweise):

Das oder auch der Blog oder auch Weblog (Wortkreuzung aus englisch Web und Log für Logbuch oder Tagebuch) ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Journal, in dem mindestens eine Person, der Blogger, international auch Weblogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt. Häufig ist ein Blog eine chronologisch abwärts sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umbrochen wird. Der Blogger ist Hauptverfasser des Inhalts, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein Medium zur Darstellung von Aspekten zu spezifischen Themen.

Amt Delmenhorst

Der Zusatz „Amt“ vor der Ortsbezeichnung macht neugierig.

Das Amt Delmenhorst war ab 1814 ein Verwaltungsbezirk des Großherzogtums Oldenburg und des späteren Freistaats Oldenburg.

Die Bezeichnung Amt war gleichzusetzen mit der eines Landkreises.

Das Amt Delmenhorst wurde 1814 gegründet und ging 1932 weitestgehend im Amt Oldenburg, dem späteren Landkreis Oldenburg auf.

Zum Amt Delmenhorst gehörten, teils temporär:

  • Altenesch
  • Delmenhorst (ab 1855 zur Stadt Delmenhorst)
  • Ganderkesee (ab 1858)
  • Hasbergen (ab 1858)
  • Hude (ab 1858)
  • Schönemoor
  • Stuhr

R-Brief Ganderkesee (Amt Delmenhorst), Poststempel vom 1. Dezember 1941, an das Arbeitsamt in Bremen

R-Zettel Ganderkesee (Amt Delmenhorst), vom obigen Beleg

Von Ganderkesee ist ein R-Zettel mit dem Zusatz Amt Delmenhorst aus dem Jahr 1920 belegt. Dieser R-Zettel ist ganzseitig gezähnt und weist einen Setzfehler auf: Gandersee statt Ganderkesee. Die Abbildung finden Sie im Rundbrief 45, April 2008, der Arbeitsgemeinschaft Oldenburg und Oldenburger Land e.V.

R-Brief Grüppenbühren (Amt Delmenhorst) nach Lübeck, Poststempel vom 28. Oktober 1935

R-Zettel Grüppenbühren (Amt Delmenhorst), vom obigen Beleg

Grüppenbühren ist ein Ortsteil von Ganderkesee.

Die R-Zettel wurden auch nach dem Übergang zum Landkreis Oldenburg 1933 weiterverwendet bzw. aufgebraucht.

Delmenhorst und das frühere Amt liegen in direkter Nachbarschaft westlich von Bremen.

Frage:

Kennen Sie weitere R-Zettel mit dem Zusatz Amt Delmenhorst? Über einen Scan würde ich mich sehr freuen!

Fehlliste für R-Zettel aus Niedersachsen

Keine Sammlung ist komplett. Fehllisten können helfen den Überblick zu bewahren um weitere Exemplare zu finden.

Für weitere Artikel suche ich Originale oder Scans, lose oder auf Brief.

Bitte schreiben Sie mir.

Neben der folgenden Auflistung ältere Exemplare, gibt es auch Fehllisten für R-Zettel aus anderen Perioden:

R-Zettel Amtskennzeichen – AKZ

R-Zettel mit zweistelligem Numerator

R-Zettel mit vierstelligen Postleitzahlen, sortiert nach Leitbereichen:

Leitbereich 2

Leitbereich 3

Leitbereich 4

R-Zettel mit FÜNF-stelligen Postleitzahlen 21217 bis 49849

Die abgebildeten R-Zettel sind teilweise Scans aus fremden Sammlungen oder Auktionsangeboten, die für eine bessere Beschreibung der gesuchten R-Zettel sorgen sollen.

Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2022

  • R-Zettel mit der früheren Schreibweise von Coppenbrügge, Landkreis Hameln-Pyrmont: Koppenbrügge
  • R-Zettel mit dem Zusatz Bahnhof, Bhf, Hbhf, Staatsbhf, Reichsbhf oder Hauptbhf.:
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Wunstorf-1-Bahnhof-R-rechtsstehend.jpg
  • Wunstorf 1 (Bahnhof), R rechtsstehend
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  • Frellstedt 1 (Bahnhof) ca. 1920
  • R-Zettel von Braunschweig-Flughafen, gibt es diesen R-Zettel überhaupt?
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  • R-Zettel Lüneburg 2, ohne „R“, ca. 1882
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  • R-Zettel Lehre (Braunschweig), „R“ rechtsstehend, ca. 1917
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  • Ahmer über Bramsche
  • Dorste über Northeim (Han)
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  • Duderstadt,* hinter dem Numerator, 1946
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  • Emden Tel
  • Emmerke, Amtsausgabe Hildesheim, R-Typ fett
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  • (20) Garbsen üb. Seelze
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  • Göttingen Flughafen
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  • Gronau (Hannover), dieser Typ, Hannover nicht abgekürzt, sondern ausgeschrieben
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  • Hannover 1 OPD, OPD=Oberpostdirektion
  • 20a Hannover Messegelände, dieser R-Zettel Typ mit den Unterscheidungsbuchstaben a, c, g und h.
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  • Hannover 1, P. Sch. A. N. – Postscheckamt
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  • Hannover 1 (Postscheckamt) – Postscheckamt in Klammern
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  • Hannover 1 Postscheckamt – Postscheckamt ohne Klammern
  • Helmstedt-Zonengrenze, Drucktyp Wegener
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  • (20b) Helmstedt-Zonengrenze
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  • Heerte Wohnlager über Wolfenbüttel
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  • Heerte Wohnlager über Wolfenbüttel (Salzgitter), ca. 1943
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  • Herrmann-Göring-Stadt (Braunschw), heute Salzgitter
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  • Höltinghausen (Oldb), dieser Typ
  • Jameln über Dannenberg
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  • Nendorf über Stolzenau (Weser)
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  • Oetzen über Uelzen (Bz Han)
  • Rotenburg i. Hannover, Amtsausgabe, der R-Zettel ist an einem vierstelligen Numerator und einem * auf dem Zettel zu erkennen.
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  • 20b Salzgitter 1 Land
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  • (20) Seelze Land, Amtsausgabe
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  • Stadt des KDF-Wagens bei Fallersleben 1, Unterscheidungsbuchstabe b, Text zweizeilig
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  • Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben 1, Unterscheidungsbuchstaben vww, Text dreizeilig
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  • Varel (Oldb) Unterscheidungsbuchstabe „A“, Amtsausgabe ca. 1946
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  • Blanko R-Zettel Wiesmoor, Ortsangabe mit Stempel, Numerator handschriftlich, dieser Typ mit schmalem Fuß
  • Winnigstedt über Börßum
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  • Winsen (Aller) mit PLGZ 20
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  • Blanko R-Zettel Wittmund, Ortsangabe mit Stempel, Numerator handschriftlich

R-Zettel vom Auslande über…:

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..über Bp. 1 Hannover-Berlin, ca. 1987

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..über Bp. 1 Hildesheim-Berlin, ca. 1902

R-Stempel:

  • Aerzen
  • Bippen
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  • Cloppenburg, ohne Unterscheidungsbuchstabe
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  • Cloppenburg, UB a
  • Haselünne, mit UB a
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  • Hemmelte (Oldenburg)
  • Herzberg (Harz), ohne UB
  • Hilter (Teuteburgerw.)
  • Lindern (Oldb), 1946
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  • Markhausen über Friesoythe
  • Menslage ü. Quakenbrück, ohne UB
  • Molbergen, 1946
  • 23 Nordhorn, ohne UB
  • 23 Nordhorn (Grafsch. Bentheim), mit UB a, a handschriftlich
  • 23 Nordhorn (Grafsch. Bentheim), mit UB a, a gestempelt
  • Osterholz-Scharmbeck, rechter Fuß vom „R“ breit
  • Quakenbrück, mit UB d

  • R-Zettel mit Zusatzbezeichnung:
  • 318 Wolfsburg 1, Unterscheidungsbuchstabe k, Stempel DRESDNER BANK. Unklar, ob dieser R-Zettel ein Selbstbucher ist oder der Stempel „zufällig“ auf dem Zettel gelandet ist. Vorlage auf Beleg wäre hilfreich
  • Reichsausgabe Gandersheim Finanzamt, ca. 1930
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  • Goslar Greifwerke, ca. 1920

  • R-Zettel mit vierstelliger Postleitzahl:
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  • 2191 Cuxhaven-Insel Neuwerk in schmaler Schrift
  • 2191 Cuxhaven-Insel Neuwerk in fetter Schrift

Umschlag mit RZ – Aufdruck links oberhalb des Fensters, sowie teilweise hineinreichend wegen der aufgedruckten Briefnummer:

  • 3000 Hannover 1 UB: mg, Nutzer: Magdeburger Versicherungen frühestes Datum: 16.11.90
  • 3000 Hannover 51 UB: mg, Nutzer: Magdeburger Versicherungen frühestes Datum: 14.05.92
  • 3012 Langenhagen 7, fester Numerator 107, Unterscheidungsbuchstaben „ex“, Nutzer Expert, ohne Belegdatum

u.v.m.

  • R-Zettel mit fünfstelliger Postleitzahl:
  • Fester Numerator, R-Zettel auf Umschlag gedruckt: 510, UB: mg, 30655 Hannover 51, Nutzer: Vereinigte Versicherungen, Belegdatum ca. 1997
  • Fester Numerator, R-Zettel auf Umschlag gedruckt: 790, UB: bk, 38102 Braunschweig 1, Nutzer 38093 Braunschweig Belegdatum ca. 1995
  • R-Zettel nassklebend mit postamtlichen Zusatzeindruck des Ortsnamens mit fortlaufender Nummerierung von der Rolle: 26138 Oldenburg Niederl. Briefpost, Nutzer: Niederlassung Briefpost, nassklebend

  • Suche Amtskennzeichen (AKZ):
  • Elze, Stempel auf Blanko AKZ 321 Elze Landpoststelle
  • Haste (Han) Land – 12 B 9
  • Salzgitter Ringelheim Land 16 V
  • Salzgitter Ringelheim Land 16 T
  • Westerstede Lkp – 9 F 2

Braunschweig Sammlermarkenstelle

Zu verschiedenen Zeiten gab es in Deutschland Versandstellen für Postwertzeichen.

Bekannt ist die Versandstelle in Berlin, die zur Zeit des Deutsches Reiches auch Briefmarken aus den Kolonien (Kolonial – Wertzeichenstelle) an Sammler oder sonstige Käufer lieferte. Und die Versandstelle in Frankfurt am Main lieferte auch Marken der Deutschen Bundespost Berlin an Interessierte.

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es verschiedene Standorte, von denen aber nur acht gleichzeitig aktiv waren.

Neben Berlin-West (ab 18. Juni 1946 bis 2010, Goethestr. 12) gab es auch eine Versandstelle in Berlin- Ost (ab 8. Juli 1947 bis 1990).

In der Amerikanischen Zone wurden Briefmarken aus Frankfurt (ab 17. Juni 1947, letzte Adresse: Zeil 108/110) und aus Stuttgart (1947, zeitweise) geliefert.

Standorte in der Französischen Zone waren Freiburg (5. Oktober 1947 bis 23. Dezember 1949), Tübingen (6. Dezember 1946 bis 5. Mai 1949), Ebingen (2. Mai 1948 bis 6. Dezember 1949), Koblenz (3. Mai 1946 bis 31. Dezember 1949) und Saarbrücken (30. März 1948 bis 23. August 1959).

Die Daten basieren auf Belegen von Sammlern und geben nicht abschließend die echten Öffnungszeiten der Versandstellen wieder.

In der Britischen Zone gab es eine Sammlermarkenstelle in Braunschweig (August 1947 bis Juli 1948) beim Postamt 1.

Warum wurde eine Versandstelle in Braunschweig eingerichtet?

Basis dafür war die Gebietswertzeichenstelle Braunschweig, die die bei der Staatsdruckerei Berlin gedruckten Briefmarken auf die Oberpostdirektion der Britischen Zone, später auch der amerikanischen Zone aufteilte. Der Versandorganisation für Postwertzeichen stand eine ähnlich aufgebaute Versandorganisation für postalische Formblätter zur Seite.

Die OPD Braunschweig gründete 1947 eine Versandstelle für Sammlermarken, um die hohe Nachfrage nach Sondermarken und höhere Wertstufen zu bedienen. Die Versandstelle war organisatorisch der Gebietswertzeichenstelle angegliedert. Diese konnte eine Anzahl von Postbediensteten beschäftigen, die durch die Beendigung der Wertzeichenherstellung bei der Druckerei Westermann ohne Beschäftigung waren. Die Versandstelle bestand mit beachtlichen Umsätzen über die Währungsreform (20. Juni 1948) hinaus.

Beim Versand der Briefmarken kam beim Versand als Einschreiben, statt eines Einschreibzettels, ein R-Stempel zum Einsatz.

R-Brief (20b) Braunschweig Sammlermarkenstelle, R-Stempel mit handschriftlichem Numerator, Poststempel vom 19. August 1947, Nachnahme, Postsache, Brief nach Köln-Bickendorf

R- Stempel vom obigen Beleg, Höhe 18 mm, Breite 62 mm, Stempel mit Postleitgebietszahl 20.

Rückseite des Beleges, Absenderstempel: Sammlermarkenstelle Braunschweig

Ein weiterer Beleg der Sammlermarkenstempel zeigt einen R-Stempel in einem größeren Format und ohne PLGZ:

R-Brief Braunschweig Sammlermarkenstelle, R-Stempel mit handschriftlichem Numerator, Poststempel vom 23. August 1947, Nachnahme, Postsache, Brief innerorts

R-Stempel vom obigen Beleg, Höhe 24 mm, Breite 62 mm, Stempel ohne Postleitgebietszahl

Beilage in diesem Briefumschlag von der Sammlermarkenstelle Braunschweig an den Empfänger:

„Betr. Ihren Dauerauftrag, Wir übersenden Ihnen die gewünschten Marken. Ihrem Antrag auf Eintragung als Dauerbezieher können wir jedoch nicht mehr entsprechen, da wir unseren Betrieb im Hinblick auf die Eröffnung der Versandstelle für Sammlermarken bei der Oberpostdirektion Frankfurt (Main) auflösen müssen. Wir bitten Sie, sich wegen des Dauerbezugs an die Versandstelle in Frankfurt (Main) zu wenden. Einzelaufträge, insbesondere auch über Ziffernmarken, können wir bis auf weiteres noch ausführen.“ (23.8.1947)

Der R-Stempel „Braunschweig Sammlermarkenstelle“ kann aktuell in dem Zeitraum vom 19. Mai 1947 bis 3. März 1948 mit Belegkopien nachgewiesen werden. Dieser Stempel ist als Selbstbucher einzuordnen.

Die Einsatzzeiten des schmalen und breiten Stempels überschneiden sich.

Belegt ist ein Brief der Sammlermarkenstelle vom Juni 1948 mit R-Zettel der Einheitsausgabe Braunschweig 1.

Weitere Versandstellen gab es in Halle für die Provinz Sachsen, Leipzig für West-Sachsen und Schwerin für Mecklenburg-Vorpommern.

Im Jahre 2022 gibt es in Deutschland nur noch eine Versandstelle, die Niederlassung Postphilatelie in Weiden in der Oberpfalz/Bayern (Eröffnet 1980).

Lesetipp:

Weitere R-Stempel aus der Bizone finden Sie hier.

Quellen:

  • AM-Post Sammler, Heft 69, Bundesarbeitsgemeinschaft AM-Post, Rolf Ritter
  • 100 Jahre Oberpostdirektion Braunschweig, 1898 bis 1998
  • Deutsche Briefmarken Zeitung DBZ, Heft 2, 2022, Dr. Paetzold

Friedrich-August-Hütte, Nordenham

Ein Beleg aus dem Jahr 1941 gibt Gelegenheit sich mit Friedrich-August-Hütte zu beschäftigen. Friedrich-August-Hütte ist ein Stadtteil von Nordenham im Landkreis Wesermarsch.

Einschreibbrief mit Poststempel Friedrich-August-Hütte (OLDB) vom 23. November 1941, Auslands R-Brief nach Liege, Belgien. Beleg mit OKW-Zensur und Lager Zensur Stempel „geprüft“. (OKW= Oberkommando der Wehrmacht)

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist FAH-2_002797.jpg

R-Zettel vom obigen Beleg mit Kürzel (Oldb)

Die Abkürzung „Oldb“ steht für den Freistaat Oldenburg und nicht für die Stadt Oldenburg.

Der Stadtteil ist benannt nach Großherzog Friedrich August von Oldenburg und einer gleichnamigen Zink- und Bleihütte.

Ein Kartenausschnitt von 1910 beschreibt die Lage von Friedrich-August-Hütte direkt an der Weser. Rechter Nachbar der Hütte ist die Superphosphatfabrik. Rechts daneben die Frerische Werft

(Zum besseren Leseverständnis: die aufgeführten Orte Atens, Blexen, Einswarden und Friedrich-August-Hütte gehören heute zu den 35 Ortsteilen von Nordenham.)

Am 1. Mai 1908 wurde Nordenham im Großherzogtum Oldenburg zur Stadt II. Klasse erhoben.

Im Juli 1908 nahm der erste Zinkofen den Betrieb auf, am 8. September 1908 gestattete es der Großherzog, den Betrieb nach ihm Friedrich-August-Hütte zu nennen. Am 12. März 1912 genehmigte die großherzogliche Regierung den Bau einer Bleihütte, am 20. Dezember 1914 wurde auch die Verarbeitung von Bleierzen genehmigt.

Die Zink- und Bleihütte wechselte mehrmals den Besitzer.

1933 wurde der Ort zusammen mit der Gemeinde Blexen in die Stadt Nordenham eingemeindet. Nordenham liegt an der Weser, schräg gegenüber von Bremerhaven, fast an der Mündung der Weser.

Während des zweiten Weltkrieges waren ca. tausend Menschen in Nordenham als Zwangsarbeiter eingesetzt.

In Nordenham sind sechs Zwangsarbeiterlager bekannt: Die Weserflug (Flugzeughersteller) unterhielt Lager in Blexen (an der Papenkuhle) in Friedrich-August-Hütte und an der Adolf-Vinnen-Straße. Die Lager Midgard, Adena und Seekabelwerk standen ebenfalls in Nordenham. Weitere Standorte sind das Lager Haverkiel in Blexersande, in Friedrich-August-Hütte die Sammelunterkunft „Ledigenwohnheim“ und die Gemeinschaftsunterkünfte „Volkers II“, außerdem die „Strandhalle“ in Großensiel.

Beispielhafte Abbildung eines Barackenlagers in Nordenham, das Lager Haverkiel, ca. 1941. Auf dem Schild steht „Blindgänger Lebensgefahr“

Im Lager Haverkiel waren Zwangsarbeiter aus Belgien, Frankreich, Niederlande und Polen untergebracht. Diese Zwangsarbeiter arbeiteten bei der „Weserflug“. Nach Kriegsende waren erst kanadische, später amerikanische Besatzungssoldaten einquartiert. Abriss der Baracken etwa 1960.

Die Rückseite des obigen Beleges:

Rückseite vom obigen Beleg mit Absenderangabe im Lager: Pietra Joseph, …..Lager, Herdejürgen Harmsen, Friedrich August Hütte, i Old, Nord Deutschland

Leider kann ich den Namen des Lagers in der Absenderangabe nicht entziffern. Können Sie bitte helfen?

Weitere Informationen über Herrn Joseph Pietra liefert das Archiv des Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen: Herr Pietra wurde am 24. Mai 1883 geboren und wird als belgischer Staatsangehöriger geführt. Aufenthalt im Wohnlager Herdejürgen & Harmsen von 16. September 1940 bis 16. Januar 1942.

(Anmerkung: in dem Archiv des Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen wird auch ein Herr Josef Pietra (Josef nicht Joseph) als ein italienischer Staatsbürger aus Cremona mit gleichem Geburtsdatum geführt. Die Antwort des Archivs im Februar 2022 konnte den Sachverhalt nicht weiter aufklären.)

Von der Bauunternehmung Herdejürgen & Harmsen, Nordenham wurde mir freundlicherweise aus den firmeneigenen Unterlagen eine Personalkarte von Herrn Josf (vermutlich Tippfehler: Josef) Pietra zur Verfügung gestellt.

Er hat von 1940 bis 1942 als Zimmermann auf einer Baustelle in Wesermünde (heute Bremerhaven) gearbeitet. Vermutlich hat Herr Pietra im Wohnlager Haverkiel in Friedrich August Hütte gelebt.

Personalkarte von Herrn Josef Pietra, zur Verfügung gestellt von der Bauunternehmung Herdejürgen & Harmsen, Nordenham

Zum Thema Post:

Poststellen-II-Stempel von „Friedrich-August-Hütte (Nordenham)“ von 1910 und „Friedrich-August Hütte über Hude-Blexen“ von 1934 sind belegt.

R-Briefe aus Friedrich-August-Hütte aus den Jahren 1945 und 1947 mit dreizeiliger Ortsangabe sind bekannt:

Schwarz weiß Abbildung eines R-Zettels mit dreizeiligem Text Friedrich-August-Hütte (Oldb), 30. Oktober 1947, Aufbrauch der Reichausgabe

Die obige Abbildung ist mit freundlicher Genehmigung dem Rundbrief 45, April 2008 der Arbeitsgemeinschaft Oldenburg und Oldenburger Land entnommen.

In der Literatur und in Postverzeichnissen gibt es leider wenig Material über Friedrich-August-Hütte.

Dem Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich ist 1938 folgender Eintrag zu entnehmen:

Eintrag Friedrich-August-Hütte über Hude-Blexen. Das Dreieck vor der Ortsbezeichnung bezeichnet eine Poststelle

Im selbigen Verzeichnis 1940 wird Friedrich-August-Hütte als Poststelle 1 geführt. 1941 bis 1943 ist hier ein „ZdA“ gelistet, ein Zweigpostamt des Amtes Nordenham.

Um die Thematik Lager und Zwangsarbeiter besser einordnen zu können, ein Exkurs zur Industriegeschichte, soweit Friedrich-August-Hütte Erwähnung findet.

In den „Postgeschichtlichen Blättern Weser-Ems“ gibt der dortige Autor einen Einblick in die Situation, aus dem Blickwinkel des Jahres 1958:

„Die Weiterführung der Eisenbahnlinie Hude-Nordenham bis Blexen im Jahre 1904 zog weitere Industriegründungen nach sich. Die neuen Werke lagen zwar auf Blexer Gebiet, trugen aber infolge ihrer Nähe wesentlich zum Aufblühen Nordenhams bei. Gedacht ist dabei besonders an die 1905 errichte „Schiffswerft Frerichs AG“ in Einswarden und an die 1906 gegründete „Metallwerke Unterweser AG“ in Friedrich-August-Hütte, die überseeische Blei- und Zinkerze verhütten und das Rohmetall an die Industrie verkaufen. Zu erwähnen ist ferner die „Superphosphat AG“, die 1907 in Friedrich-August-Hütte ins Leben gerufen worden ist und die Herstellung und Bearbeitung von Düngemitteln und anderen Chemikalien betreibt mit Hilfe der in den benachbarten „Metallwerken“ anfallenden Schwefelsäure. Nicht zu Unrecht sprach man damals von Nordenham und seiner Umgebung als der „Zukunftsecke des Oldenburger Landes“.“

„In den Jahren nach 1933 wirkten sich Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Rüstungsaufträge der Reichsregierung bis in unser Gebiet aus. Die „Weser“-Flugzeugbau GmbH errichte Zweigbetriebe in Einswarden in den brachliegenden Hallen der stillgelegten Frerichswerft und in Friedrich-August-Hütte auf dem Gelände der früheren Oldenburger Werft, auf dem 1936 bis 1938 ein Segelfliegerhorst untergebracht war.“

„Dem wirtschaftlichen Aufschwung und der Vollbeschäftigung infolge der gewaltigen Rüstung in den Kriegsjahren, folgte der Zusammenbruch nach dem zweiten Weltkrieg. Zwar waren Nordenhams Industrie- und Hafenanlagen vom Krieg verschont geblieben und nur wenige Häuser zerstört worden, doch die Schlote rauchten nicht mehr, die deutsche Handelsflotte war versenkt oder abgeliefert, der Schiffsverkehr lag darnieder, die Demontage der Werke drohte. Die gesamte Wesermarsch wurde zum Notstandsgebiet erklärt, und erst lange nach der Währungsreform von 1948 erholte sich Nordenhams Wirtschaft allmählich. … In leerstehende Hallen der „Weser“-Flugzeugbau GmbH in Friedrich-August-Hütte stellt seit 1949 das Werk Nordenham der „Felten & Guillaume Carlswerk AG“ Köln-Mülheim Kabelarmaturen, Schaltgeräte und Elektrokarren her. … Neben den ausgedehnten Tanklagern der Firmen „ESSO“ in Nordenham und „Shell“ in Blexen entstand ein drittes in Friedrich-August-Hütte, dass der „Mobiloel AG“ gehört, bei dem die größten Tanker löschen können.“

Nordenham gehörte im Jahre 1945, wie Bremen, Brake und Bremerhaven, zum amerikanischen Besatzungsgebiet, das mitten in der britischen Zone lag. Ab 1946 stand Nordenham unter britischer Militärverwaltung.

Der Ausschnitt aus einer topografischen Karte zeigt die Lage von Friedrich August Hütte als einem nördlichen Stadtteil von Nordenham, an der Weser, schräg gegenüber von Bremerhaven

Das ehemalige Postamt (Poststelle I) in der Hüttenstr. 6, Aufnahme ca. 1978

Mit den allgemeinen Veränderungen bei der Post wurde aus dem Stadtteil Friedrich-August-Hütte 2890 Nordenham 16:

Zwei verschiedene R-Zettel (Schriftart) vom Postamt 2890 Nordenham 16

…und ab 1. Juli 1993 26954 Nordenham 16:

R-Zettel mit fünfstelliger Postleitzahl 26954 Nordenham 16

Das Postangebot in Friedrich-August-Hütte wird aktuell über „Partnerfilialen“ organisiert: seit dem 1. April 2017 in der Firma Fitness Bodywork, Martin-Pauls-Str. 160. Davor im Kiosk FAH, Hoher Weg 21.

Der Name des Stadtteils (Hütte) findet sich auch heute an dem Standort in einer Firmenbezeichnung wieder:

Hinweisschild zur Nordenhamer Zinkhütte GmbH

Das Haupttor zum Firmengelände

Die Nordenhamer Zinkhütte GmbH, Glencore Company

Nachsatz:

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Postgeschichte und nicht mit der Frage der Zwangsarbeiter während des 2. Weltkrieges. Zu diesem Thema gibt es wissenschaftliche Literatur, auf die ich Sie verweise.

Quellen:

  • Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Ausgabe 1936 bis Ausgabe 1943
  • Postgeschichtliche Blätter Weser-Ems, 1958, Die Post in Nordenham, Heinz Schatte
  • Topografischer Atlas, Niedersachsen und Bremen, 1977, Karl Wachholtz Verlag, Neumünster
  • Helmut Reins, Nordenham, Foto vom Postamt, 1978
  • Ortsverzeichnis Post (OV Post), Deutsche Bundespost, verschiedene Jahrgänge, u.a. 1980, 1991
  • Chronik, 50 Jahre Siedlergemeinschaft Friedrich-August-Hütte, 1941-1991
  • Kreiszeitung Wesermarsch, 27. Mai 2000, „Zwangsarbeit in der Wesermarsch“
  • Nord-West Zeitung, 18. Juni 2005, Henning Bielefeld, „Ein Dorf schlüsselfertig gebaut“, NWZ-online
  • Rundbrief 45, April 2008 der Arbeitsgemeinschaft Oldenburg und Oldenburger Land e.V.
  • Nord-West Zeitung, 23. April 2008, Henning Bielefeld
  • Holger Frerichs, Varel
  • Dieter Folgmann, Herdejürgen & Harmsen Baugesellschaft mbH & Co KG, Nordenham
  • Archiv Internationaler Suchdienst Bad Arolsen, https://collections.arolsen-archives.org/de/search
  • Fotos vom Autor, September 2018 und Januar 2022

Die Leistungsschau in Osnabrück

Eine Messe 1950 in Osnabrück.

Die Osnabrücker Leistungsschau „Zwischen Emsland und Westfalen“ fand vom 27. Mai bis 11. Juni 1950 auf dem „Schwarzen Platz“ statt. Bereits 1948 hatte es eine entsprechende Veranstaltung auf dem Domplatz gegeben.

Fünf Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs und ein Jahr nach Gründung der Bundesrepublik unternahmen Aussteller und Besucher 16 Tage lang erneut den Versuch den Aufbau und die Normalität in Angebot und Nachfrage abzubilden.

Im Amtsblatt wird das Sonderpostamt zur Messe angekündigt:

Amtsblatt des Bundesministeriums für das Post- und Fernmeldewesen, Ausgabe 8/1950 vom 3. Mai 1950

Ankündigung des Sonderpostamtes als Zweigpostamt des Postamtes Osnabrück 1

R-Brief 23 Osnabrück Leistungsschau nach 23 Bremen, Sonderstempel vom 4.Juni 1950. Sonder-R-Zettel mit Stempel 23 Osnabrück Leistungsschau auf Blanko Vorlage.

R-Zettel vom obigen Beleg

Waren die beteiligten Partner erfolgreich?

Die Ausstellung fand in sieben Zelten und auf dem Außengelände statt.

Mit Autos und Pferdewagen wurden die Ausstellungsgegenstände herangebracht. Neben den alteingesessenen Betrieben der Region waren auch ostvertriebene Unternehmer präsent.

Erwachsene zahlten 75 Pfennige für den Eintritt.

Wie hoch die Erwartungen an die Leistungsschau gewesen sind, zeigt sich beispielhaft an einem Grußwort des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB):

Als Vertreter der Gewerkschaften begrüße ich jede Anstrengung durch Auftrieb der Wirtschaft Arbeitsplätze wieder zu besetzen oder neue Arbeitsplätze zu erschließen. Im Übrigen erwartet die breite Masse von der Leistungsschau auch, daß sie die Preise günstig beeinflußt und so die vorhandenen Spanne in der Lohn- und Preisbildung mildert.“

Aussteller waren u.a. Handwerksbetriebe, Einzelhändler, Industrievertreter und KFZ-Anbieter.

Bei der Sonderausstellung auf dem Domhof präsentierten sich verschiedene Kraftfahrzeugmarken, wie die auch heute noch bekannten Marken Opel (Opel Blitz Schnelllastwagen), Ford (Taunus), Mercedes und Volkswagen. Außerdem waren Büssing (Spezial- und Kommunalfahrzeuge), Hanomag (Diesel-Schnelllastwagen), Tempo (Hanseat-Kombi-Wagen und Matador Omnibus für 11 Personen), Kraus-Maffei (Omnibus) und Kleinschnittger (Kleinstwagen) vertreten.

Die Ausstellung wurde vom Osnabrücker Oberbürgermeister Heinrich Herlitzius eröffnet.

Der Sonderstempel am 31. Mai 1950 von dieser Veranstaltung: (23) Osnabrück, Leistungsschau 1950, Abbildung Rathaus Osnabrück, 27. Mai bis 11. Juni 1950

Eine Reklamemarke zur Leistungsschau in Osnabrück, Wir stellen aus! Abbildung Rathaus, Daten wie oben

Der „Schwarzen Platz“ lag an der Natruper Straße. Die Benutzung dieses Platzes spiegelt auch ein wenig die Geschichte der Stadt wieder. Zu Kaisers Zeiten wurde dieser als Exerzierplatz gebraucht. Nach der Nutzung durch Messen oder Vermietung an Firmen, fanden hier z.B. von 1955 bis 1961 Jahrmärkte statt. 1961 entschied der Rat der Stadt hier das zweite Osnabrücker Hallenbad bauen zu lassen. Im Februar 2005 wurde dieses Niedersachsenbad geschlossen und im Folgejahr abgerissen. Nach der Nutzung als Parkfläche steht heute hier ein „Combi Verbrauchermarkt“ der Fa. Bünting in der Natruper Str. 24.

Quellen:

  • Amtsblatt des Bundesministeriums für Post- und Fernmeldewesen, Ausgabe 8/ 1950 vom 3.5.1950
  • Neuen Tagespost (NT), 27. Mai und 30. Mai 1950, Redaktionsarchiv der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ)
  • Neue Osnabrücker Zeitung, 22. Mai 2016, Joachim Dierks, „Einkaufen statt Schwimmen“, Redaktionsarchiv der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ)

Offene Punkte und Fragen:

  • Gibt es zur Leistungsschau 1950 in Osnabrück in den Archiven und Bibliotheken einen Ausstellungskatalog? Ich würde mich über einen Hinweis sehr freuen!
  • Gibt es Fotos vom Stand der Deutschen Bundespost auf der Messe in Osnabrück?


Die „Braune Messe“ in Oldenburg (Oldb.)

Sonderstempel und Sonderpostämter in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 sind unter dem Einfluss der Nationalsozialisten zu sehen.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel Abbildungen und Propaganda aus dem Dritten Reich enthält.

Und bitte beachten Sie §86 und §86a Strafgesetzbuch. Sie versichern die Abbildungen aus der Zeit des III. Reiches nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken zu lesen oder weiter zu verarbeiten.

Was war eine Braune Messe?

Der Nationalsozialistische Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand, der im August 1933 in die Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbeorganisation (NS-HAGO) überführt wurde, hatte das offizielle Ziel den Mittelstand zu stärken.

Zu diesem Zweck organisierte die Organisation Boykottaktionen gegen jüdische Warenhäuser und Großunternehmen.

Die Braunen Messen waren propagandistisch vorbereitete Leistungsschauen der regionalen nichtjüdischen Wirtschaft auf Gau-Ebene. Sie dienten nicht nur dem Aufschwung des wirtschaftlichen Handels, sondern auch dem organisierten Kampf gegen jüdische Geschäfte und Händler, die von einer Teilnahme ausgeschlossen waren und die im Rahmen dieser vielerorts stattfindenden Braunen Messen diffamiert wurden, indem behauptet wurde, dass Juden ihre Kunden betrügen würden und wer bei einem Juden kaufe, dem deutschen Händler und damit Deutschland schade.

Wundern Sie sich, warum die Stadt die amtliche Bezeichnung „Oldenburg (Oldb)“ als Abkürzung für „Oldenburg in Oldenburg“ führt? Als ehemalige Hauptstadt des Landes Oldenburg soll so eine Unterscheidung zu Oldenburg in Schleswig-Holstein erfolgen.

In Oldenburg (Oldb) wurde die Braune Messe vom 15. bis 23. September 1934 veranstaltet:

R-Brief vom 20. September 1934, R-Zettel Oldenburg (Oldb.) 2 mit Stempel Oldenburg (Oldb) Braune Messe. Poststempel mit Zusatz Braune Messe, Brief nach Görlitz mit Luftpost Par Avion

R-Zettel vom obigen Beleg

Das Amtsblatt des Reichpostministeriums gibt bekannt:

Im Amtsblatt des Reichspostministeriums, den Bekanntmachungen der Deutsches Reichspost, Ausgabe 77 vom 31. August 1934 wird u.a. die Einrichtung einer Sonderpostanstalt in Oldenburg bekanntgegeben.

Bekanntmachung Nr. 1386/1934. Einrichtung einer Sonderpostanstalt in Oldenburg (Oldb). Aus Anlaß der Braunen Messe 1934 in Oldenburg (Oldb) wird auf dem Messegelände daselbst für die Zeit vom 15. bis 23. September eine PAnst als ZwPA (Zweigpostamt) eingerichtet, die einen Aufgabestempel mit der Inschrift „Oldenburg (Oldb) Braune Messe“ verwendet. Sie befaßt sich mit dem Verkauf von Postwertzeichen, der Annahme von Briefsendungen aller Art, Zahlkarten, Postanweisungen und Telegrammen, der Vermittlung von Gesprächen, der Ausgabe von postlagernden Briefsendungen und Telegrammen, die an die PAnst (Postanstalt) gerichtet sind, und der Auszahlung von Postreiseschecken und postlagernden Postanweisungen.

Welche Aussteller waren auf der Braunen Messe in Oldenburg auf dem Pferdemarkt vertreten?

  • Der Einzelhandel in den Hallen 1, 2 und 3 (Textilwaren, Reichsluftschutzbund, Automobile, Motorräder, Fahrräder, Lebensmittel- und Kolonialwarengeschäfte, Öfen, Bilder, Bücher, Puddings, Haushaltsgegenstände, Nähmaschinen, Büromöbel, Schreibmaschinen, Kaffee, Zigarren, lebende und tote Fische, Edelmost, Alkohol, Teppiche, Gardinen und Juwelierwaren – Anmerkung des Autors: Aufzählung in dieser ReihenfolgeDie Hallen waren Zelte) Zeichnungen von der Höheren Technischen Lehranstalt
  • Der Großhandel in einem besonderen Zelt
  • Deutsche Reichsbahn mit elektrischer Modellbahn, Model des modernen Verschiebebahnhofes in Osterburg (Stadtteil von Oldenburg), Fahrkartendrucker, Fahrzeug zur Beförderung eines vollen Güterwagens

Das fahrbare Anschlußgleis, das auf der anderen Seite des Pferdemarktes steht. Es ist ein technisches Wunder. Am Nachmittag wurde dieses Fahrzeug mit Musik durch Straßen Oldenburgs gefahren und man war erstaunt, wie wendig es sich durch die engen Straßen schlängelte, wie sicher und ruhig es fuhr, ohne jede Erschütterung.“ Zitat und Foto aus dem Jeversches Wochenblatt vom 18. September 1934:

  • Deutsche Reichspost mit Messe-Postamt und einem Stand in Zelt 5, als kleines Postamt im Hause. Mit Frankotyp Maschine, Briefwaagen und dem Telegraphie- und Fernsprechwesen
  • Zelt 6 die N.S. Frauenschaft, N.S. Volkswohlfahrt
  • weiteres Zelt u.a. mit Reichsnährstand, der Bauer als Lebensquell des Volkes, Haushaltsschule Schloß Neuenburg, Landwirtschaftliche Haushaltungsschule Marienhain, Schau der Oldenburger Imkerschule
  • Zelt des Oldenburger Handwerks, u.a. mit einem Stand des Arbeitsamts
  • und viel Propaganda…. für wohl über 50.000 Besucher

Nicht nur in Oldenburg, sondern auch in anderen Städten im Deutschen Reich wurden Messen mit dem Namen „Braune Messe“ veranstaltet.

Einige dieser Veranstaltungen sind durch eine Sonderpostanstalt, einen Sonderstempel, einige nur durch Plakate, Abzeichen oder Vignetten dokumentiert:

  • Aalen (Württemberg), 10. bis 19. August 1934 NS-Verbraucherausstellung Braune Messe – Deutsche Woche
  • Alfeld, 17. bis 25. Juni 1934, Braune Messe – Deutsche Woche, Alfelder Festwoche verbunden mit Bezirkstierschau, Reit- und Fahrturnier
  • Bad Freienwalde, 3. bis 6. Dezember 1933, Braune Messe, organisiert von der Ortsgruppe der NS-HAGO
  • Bamberg, 28. Juli bis 12. August 1934, Oberfränkische Braune Messe und 3. bis 19. August 1935
  • Bremen, 9. bis 24. Juni 1934, Braune Hansa Messe
  • Breslau, 14. bis 22. Oktober 1933, Große Braune Landes-Messe Schlesien und 15. bis 23. September 1934 und 5. bis 13. Oktober 1935, Braune Herbstmesse – Deutsche Woche (Breslau heute Wrocław, Polen)
  • Beuthen OS, Oberschlesien, 9. bis 17. Mai 1936, Veranstalter Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda, Berlin (Beuthen, heute Bytom, Polen)
  • Danzig, 1934, Braune Messe, 2. BMD, „Ich gab Arbeit“, Industrie, Handwerk, Handel, Gewerbe (Danzig, heute Gdańsk, Polen)
  • Dresden, 1933, Braune Messe, im Zeichen der Verbundenheit von Stadt und Land, Ausstellungspalast, unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden sowie der NSDAP
  • Duisburg-Hamborn, 15. bis 23. Oktober 1933, Besucht die 1. Braune Messe am Niederrhein
  • Essen, 15. September bis 7. Oktober 1934, Braune Messe Essen, Deutsche Arbeit im Deutschen Westen
  • Frankfurt, 1933 und 1934, Braune Messe, organisiert von NS-Hago mit entsprechendem Propagandaaufwand, Handwerk und andere mittelständische Branchen
  • Freiburg, 23. Juni bis 4. Juli 1934, 1. Oberbadische Braune Messe
  • Forst (Lausitz), 29. April bis 6. Mai 1934, Braune Landes- und Industrie-Messe – Deutsche Woche, Schützenplatz
  • Geislingen Stg., 1934 Braune Messe – Deutsche Woche (Stg. = Stuttgart)
  • Gera 16. bis 25. September 1934, Ostthüringer Braune Messe
  • Halle (Saale), 18. Mai bis 4. Juni 1935, Mitteldeutsche Braune Messe
  • Hamburg, 8. bis 25. September 1933, (300.000 Besucher) Braune Messe der NS-HAGO auf der Cap Polonio als Messeschiff, Kreuzfahrtschiff – wegen Weltwirtschaftskrise von 1931 bis 1933 nicht in Betrieb

Luxus-Passagierschiff Cap Polonio, 1914-1935

  • Hannover, 23. November bis 3. Dezember 1933, Braune Messe, Stadthalle, mit Ehrenhof des Deutschen Handwerks, Wertvolle Trachtenschau, SA-Konzerte
  • Hof, 19. bis 27. September 1936, Oberfränkische Braune Messe
  • Karlsruhe, 15. September bis 1. Oktober 1934, 2. N.S. Grenzland Werbemesse, Braune Messe – Deutsche Woche
  • Kiel, 27. September bis 8. Oktober 1934, Braune Messe – Deutsche Woche Kiel
  • Köln, 1. bis 10. Juli 1934, Ausstellung Braune Messe – Deutsche Woche, (Sonderpostamt 29. Juni bis 11. Juli 1934), Schwimmende Braune Messe am Rhein (vermutlich Köln)
  • Kolberg, 16. bis 27. Mai 1934?, Besucht die Braune Messe an der Ostsee (Kolberg, heute Kołobrzeg, Polen)
  • Köthen Anh., 8. bis 15. April 1934, Braune Messe
  • Landau Pfalz, 19. bis 28. Oktober 1935, 2. Südpfälzische Braune Herbst-Messe, wann fand die 1. Messe statt?
  • Leer Ostfriesland, 24. August bis 1. September 1935, Braune Messe
  • Leipzig, Herbst 1933, Braune Großmesse
  • Limburg an der Lahn, 11. bis 19. Mai 1935, Braune Messe
  • Lörrach, 10. bis 18. Ausgust 1935, 2. Braune Grenzland Messe, wann fand die 1. Messe statt?
  • Luckenwalde, 11. bis 15. Oktober 1934 oder 1935?, Besucht die Braune Werbe-Messe für Luckenwalde
  • Magdeburg, 1. bis 31. Mai 1934, Besucht die Braune Messe Deutsche Woche Revolutionsschau
  • Mannheim, Ausstellung Braune Messe, 8. April bis 13. Mai 1934
  • Meppen, 3. bis 10. Juni 1934, Braune Messe, Emslandmesse
  • Minden, 1934, Braune Messe
  • Neubrandenburg, 1933, Braune Messe – Große mecklenburgische Landesmesse

Sonderstempel Oldenburg (Oldb) Braune Messe vom 21. September 1934

  • Oldenburg, 15. bis 23. September 1934, Ausstellung Braune Messe
  • Osnabrück, 1933 Gebietsaufmarsch Braune Messe (94.000 Besucher) und 21. September bis 3. Oktober 1935 Braune Messe
  • Siegen, 1933, Jahrhundertfeier, Braune Messe, Deutsche Woche, 5. Ausstellung des Kultur- und Gewerbevereins des Kreises Siegen 1833 -1933 und 2. Braune Messe des Siegerlandes, 26. September bis 6. Oktober 1935 in Siegen-Eintracht
  • Stettin, 29. September bis 8. Oktober 1933, Besucht und beschickt die große Braune Messe (Stettin, heute Szczecin, Polen)
  • Straubing, Jahr bisher unbekannt, Volksfest Straubing, Fest der Ostmark, Verbraucherausstellung (das Volksfest wurde zu Propagandazwecken missbraucht, wie wohl alle andere Messeplätze auch)
  • Stuttgart, 1934, II. Braune Messe – Deutsche Woche
  • Torgau, 23. bis 30. Juni 1935, Veranstalter Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda, Berlin
  • Waldenburg, 30. März bis 7. April 1934, Braune Messe, „Ich gab Arbeit“ (Waldenburg, heute Wałbrzych, Polen)
  • Weimar, 30. März bis 7. April 1935, Veranstalter Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda, Berlin
  • Wilhelmshaven-Rüstringen, 7. is 15. April 1934, Braune Messe – Deutsche Messe
  • Worms am Rhein, 4. bis 12. November 1933, Braune Messe
  • Würzburg, 9. bis 21. Mai 1934, Fränkische Braune Messe

Vermutlich ist diese Aufstellung nicht vollständig. Philatelistische Nachträge sind erwünscht.

Quellen:

  • Deutsche Digitale Bibliothek, https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de
  • Landesbibliothek Oldenburg – Jeversches Wochenblatt, 22. 2., 13.7., 11.9., 12.9., 18.9. alle 1934
  • Landesbibliothek Oldenburg, Sammlung Regionalliteratur
  • Die Sonderpostämter der Deutschen Reichspost 1933 – 1945, nach den Amtsblättern des Reichspostministeriums, Band 1. 1933 – 39, Sonderheft Arbeitsgemeinschaft R- und V-Zettel e.V., Wolfgang Reck und Dr. Friedrich W. Schembra, 1995

Informativ:

  • Zeitungen 1934 in Oldenburg: Oldenburger Nachrichten und Oldenburgische Staatszeitung, Gau Weser-Ems

Offene Fragen:

  • Gibt es Fotos vom Stand der Reichspost auf der Messe in Oldenburg?
  • Gibt es einen archivierten Ausstellungführer, Ausstellungskatalog, Ausstellungsflugblatt etc. von der Messe in Oldenburg 1934?

Böckwitz und Zicherie, ein geteiltes Dorf!

Seit Generationen gehören Zicherie und Böckwitz zusammen. Enge verwandtschaftliche Beziehungen verbinden die Bewohner. Die Zicherier Kinder besuchten die Schule im Dorfteil Böckwitz.

Und dann kam der Krieg und nach 1945 die Aufteilung der Dörfer in die britische und sowjetische Zone. Am 11. April 1945 besetzten die Amerikaner Zicherie. Später gab es eine Übergabe an das britische Militär. Im Juli 1945 wurde die Straße, die beide Dorfteile verbindet mit Stacheldraht gesperrt. Bis 1957 trennte diese Straße eine hohe Bretterwand. Und ab 1961 erfolgte die Befestigung der innerdeutschen Grenze.

Böckwitz liegt in Sachsen-Anhalt, Landkreis Salzwedel, früher Königreich Preußen.

Zicherie liegt in Niedersachsen, Landkreis Gifhorn, früher Königreich Hannover.

Ein Kartenausschnitt von 1982 dokumentiert die Lage und das Schicksal von Zicherie und Böckwitz. Die senkrecht markierte Linie zeichnet die innerdeutsche Grenze bis 1989.

Eine Entfernungsangabe zwischen den beiden Dörfern verbietet sich. Sie sind nicht einmal einen Steinwurf voneinander entfernt. Ca. 25 km nördlich von Wolfsburg liegen diese beiden Orte.

Böckwitz 139 Einwohner (Stand 31. Dezember 2018).

Ein Poststellen-II-Stempel aus Böckwitz, Kr Klötze, ca. 1964

Die Briefmarken des Beleges wurden anschließend in Klötze /Altmark abgestempelt.

In Böckwitz war es zu DDR-Zeiten der (Einkaufsladen) Konsum gleichzeitig die Poststelle. (Adresse ehem. Hauptstr., jetzt Zicherieer Straße/ Im Rundling)

In Orten mit geringer Einwohnerzahl sind neben älteren Postdokumenten andere Schriften nützlich. Zitate aus dem Buch von Heinrich Thies, der die Post in Böckwitz (zwei Hinweise) oder Zicherie (eine Stelle) erwähnt:

  • „In die alte Böckwitzer Dorfschule zog die Post ein“ (Seite 53) (ohne Jahresangabe)

Alte Dorfschule in Böckwitz, Im Rundling

  • „Erika Lembke arbeitete jetzt vormittags in der Post und nachmittags in der Schweinemastanlage LPG“, Böckwitz ca. 1974, (Seite 142).

1958 wird in den Postverzeichnisse der Deutschen Bundespost eine Poststelle II 19 b Böckwitz/über Klötze (Altmark), Oberpostdirektion Magdeburg aufgeführt. 1990 hatte Böckwitz die Postleitzahl 3581 der Deutschen Post der DDR. Nach der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl im gesamten Bundesgebiet lautet die Postleitzahl 38486.

Zicherie 288 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019).

1958 wird in den Postverzeichnisse der Deutschen Bundespost eine Poststelle II 20 a Zicherie/über Wittingen, Oberpostdirektion Hannover aufgeführt.

Ein Poststellen-II-Stempel von 20 a Zicherie über Wittingen (Han), ca. 1960

Nach der Einführung der Postleitzahl in der Bundesrepublik wurde der Poststellen-II-Stempel 3121 Zicherie verwendet.

Der Beleg wurde 1962 anschließend in (20a) Wittingen (Hannover) abgestempelt.

Zicherie wurde am 1. März 1974 in den Flecken Brome eingemeindet und hieß postalisch 3127 Brome 2. Es gab in dieser Poststelle keine eigenen Einschreibezettel. Einschreiben wurden in Wittingen mit dem R-Zettel Wittingen-Land abgefertigt.

Nach der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl im gesamten Bundesgebiet lautet die Postleitzahl von Zicherie 38465.

Schmerzhaft“ für den Autor sind die fehlenden Abbildungen von Einschreibzetteln dieser beiden Orte. Gab es sie überhaupt?

Hilfsweise bezeugen Poststellen-II-Stempel (umgangssprachlich Landpoststempel) die Existenz der Post im Ort.

Die Poststellen waren in normal bewohnten Häusern untergebracht.

Für Zicherie ist die Poststellengeschichte dokumentiert. Am 1. August 1954 wurde eine Poststelle eingerichtet. Zuständig war das Leitpostamt Wittingen. Auch die Namen der früheren Posthalter sind bekannt:

  • 01.08.54-31.08.62 Heinrich Schulze, Gastwirt und Else Schulze, geb. Schulze.
  • 01.08.62-31.03.64 Heinz Niebuhr, Gastwirt, Böckwitzer Str. 15.

die ehem. Gastwirtschaft in der Böckwitzer Str. 15

  • 01.04.64-30.06.65 Annemarie Niebuhr geb. Reichel, Böckwitzer Str. 15.
  • 01.07.65-30.04.76 Irene Herde und Werner Herde, Bohrmeister, Vertreter.
  • 01.05.76-30.09.95 Gertrud Flegel, Drömlingsweg 5. Ab 1.10.1995 war die Poststelle aufgehoben. Die Poststelle war bereits seit einigen Monaten nicht mehr besetzt.
  • „In der Poststelle von Zicherie wurde das Begrüßungsgeld ausgezahlt: 100 D-Mark pro Person“ 1989 (Seite 219) (Zitat H. Thies)

Zwischen diesen beiden Luftbildern liegen Welten:

Böckwitz im Hintergrund, Zicherie im Vordergrund, die Grenze ist geschlossen, ca. 1984.

Böckwitz im Hintergrund, Zicherie im Vordergrund, die Grenze ist geöffnet!

Fotos von der Grenzöffnung zwischen Böckwitz und Zicherie mit Wachtturm, Mauer und Grenzstein 1989.

Grenzen zwischen Ländern wurden mit Grenzsteinen markiert, die gut sichtbar aus dem Boden ragten. Im Grenzmuseum in Böckwitz gibt es einen verkürzten Grenzstein, der einen Punkt zwischen dem Königreich Hannover (KH) und dem Königreich Preußen (KP) dokumentiert hat:

Seite K.H. für Königreich Hannover (bis 1866)

Seite K.P. für Königreich Preußen (bis 1918)

Die private Biber-Post aus Magdeburg legte anlässlich des Jahrestages „20 Jahre Mauerfall“ eine selbstklebende 0,45 € Briefmarke auf:

20 Jahre Mauerfall, BRD Zicherie – DDR Böckwitz, Beleg vom 24. Juli 2009

  • Weit ist der Weg nach Zicherie, die Geschichte eines geteilten Dorfes an der Deutsch-Deutschen Grenze, Heinrich Thies, Bastei Lübbe, Band 64223, 2007
  • Die Post im Altkreis Isenhagen, Heinrich Munk, Schriftenreihe des Landkreises Gifhorn, 2006
  • Der Grenzbereich Böckwitz/Zicherie 1945 – Besatzungszonenwechsel im Landkreis Wittingen, Klaus Hirschfeld, Arbeitsgemeinschaft Deutsche Notmaßnahmen, Rundbriefe 11-1998 und 55-2010
  • Der Grenzbereich Böckwitz/Zicherie 1945 – Besatzungszonenwechsel im Landkreis Wittingen, Klaus Hirschfeld, im Ausstellungskatalog zur „Multilateralen“ in Haldensleben, August 2014
  • YouTube Video, Tagesthemen ARD vom 6.11.2019, die etwa ersten 15 Minuten: https://www.youtube.com/watch?v=lC-uAYP2U4k
  • Grenzmuseum in 38486 Böckwitz, www.grenz-museum.de
  • Zicherie-das geteilte Dorf, Broschüre, vermutlich 1960er Jahre
  • Das Zonenrandhaus, Gemeinschaftswerk Zonenrandhäuser e.V., Wolfsburg, vermutlich 1960er Jahre
  • Zonenrandfahrt, Gemeinschaftswerk Zonenrandhäuser e.V., Wolfsburg, vermutlich 1960er Jahre
  • http://bromer-geschichte.de/category/zicherie/, Herr Jens Winter
  • Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postämter und -amtsstellen sowie der Bahnhöfe der Eisenbahnen, der Schiffsanlegeplätze und Flughäfen im Deutschen Reich 1930 bis 1942 (ohne Einträge für Böckwitz und Zicherie)
  • Ortsverzeichnis I, Deutsche Bundespost, Teil A, Verzeichnis der Orte mit Postanstalten im Bereich der Deutschen Postverwaltungen, Ausgabe 1958, 1959, 1965 und 1968.
  • Postleitzahlen Verzeichnis DDR 1978
  • Fotos vom Autor, September 2021

Offene Frage:

Wenn es sie überhaupt gibt, könnten Sie mir bitte Kopien oder Originale von Einschreiben, Einschreibezetteln, R-Briefen oder R-Zetteln und Poststempeln aus dem Doppeldorf als Scan oder Original zur Verfügung stellen?

Fotos verwende ich grundsätzlich mit Quellenangabe. Bei den beiden Luftaufnahmen bin ich bisher nicht erfolgreich gewesen. Beide Fotos habe ich auf einer Website des Norddeutschen Rundfunks entdeckt. Aber weder der NDR, noch das Grenzlandmuseum in Böckwitz, noch der Bundesgrenzschutz (BGS), heute Bundespolizei konnten mir weiterhelfen. Sollten Sie die Bildrechte besitzen, darf ich Sie freundlich bitten, sich mit mir in Verbindung zu setzten. Danke!

Eine Bilder-Reise mit Briefmarken durch Niedersachsen

Niedersachsen zum 75. Geburtstag!

Niedersachsen wurde am 1. November 1946, mit der Landeshauptstadt Hannover, gegründet.

Das Bundesland entstand durch den Zusammenschluss des damaligen Landes Hannover und der Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe.

Die Gründung erfolgte unter Aufsicht der britischen Militärregierung.

Wie kann man Niedersachsen mit Briefmarken und den passenden R-Zetteln darstellen?

Welche Orte wurden stark gewürdigt, welche Orte fehlen?

Welche Persönlichkeiten haben im heutigen Niedersachsen ihre Spuren hinterlassen, sind hier geboren oder gestorben? Welche Veranstaltungen sind in dem Bundesland durch Briefmarken dokumentiert worden? Welche Briefmarken thematisieren Geschichte und Kultur?

Die begleitenden R-Zettel stammen aus der Periode der Rautenausgabe mit Amtskennzeichen (AKZ) für die Bundesrepublik Deutschland aus den Jahren 1956 bis 1964.

Eine Spurensuche mit dem Michel-Katalog. Welche Briefmarken der Bundesrepublik würdigen dieses Bundesland zwischen dem 1. November 1946 und dem 31. Oktober 2021?

Die Orte sind alphabetisch geordnet.

Alfeld:

2. Oktober 2014, UNESCO-Welterbe, Fagus Werk, Schuhleistenfabrik, entworfen von Walter Gropius und Adolf Meyer, Architekten, Michel Nr. 3105

Bad Gandersheim:

25. Mai 1973, 1000. Todestag von Roswitha von Gandersheim, erste deutsche Dichterin, verstorben 973 in Gandersheim, Abbildung Romanisch verzierter Letter R, Michel Nr. 770

Bad Nenndorf:

21. September 1970, Freiwillige Hilfsdienste, Rettung eines Ertrinkenden, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Bundesgeschäftsstelle der DLRG hat ihren Sitz in Bad Nenndorf, Michel Nr. 634

9. Oktober 2003, Dienst am Nächsten: Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, DLRG-Mitarbeiter beobachten Wasseroberfläche, die Bundesgeschäftsstelle der DLRG hat ihren Sitz in Bad Nenndorf, Michel Nr. 2367

Baltrum:

siehe Alfeld, Architekt Adolf Meyer, gestorben 1929 auf Baltrum.

Bergen, Landkreis Celle:

17. Mai 1979, 50. Geburtstag von Anne Frank, KZ-Opfer, berühmt durch ihr Tagebuch, gestorben 1945 im KZ Bergen-Belsen, Michel Nr. 1013

5. Mai 1995, 50. Jahrestag der Befreiung der Gefangenen aus den Konzentrationslagern, u.a. KZ Bergen-Belsen, Abbildung Teil der KZ-Häftlings-Kleidung, Stacheldraht, Michel Block 32

Bodenwerder:

11. Mai 1970, 250. Geburtstag von Carl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen, Illustration zur Geschichte „Das durchtrennte Pferd“, geboren und gestorben in Bodenwerder, Michel Nr. 623

7. Mai 2020, 300. Geburtstag von Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, Münchhausens Ritt auf der Kananonenkugel nach einer Lithografie von August Levin von Wille, deutscher Maler, Michel Nr. 3546

Borkum:

12. Juli 2012, Leuchttürme, Kleiner Leuchtturm Borkum erbaut 1888/89, Michel Nr. 2942

Braunschweig:

23. Februar 1955, 100. Todestag von Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom, Physiker, geboren 1777 in Braunschweig, gestorben 1855 in Göttingen, Michel Nr. 204

8. September 1959, Einweihung Beethovenhalle Bonn, Louis Spohr, Komponist, Geiger, Dirigent, 1784 in Braunschweig geboren, Michel Nr. 316 (in Block 2)

28. Juni 1962, Bedeutende Deutsche, Gotthold Ephraim Lessing, Dichter und Philosoph, gestorben 1781 in Braunschweig, Michel Nr. 355

15. Januar 1975, Bedeutende deutsche Frauen, Schriftstellerinnen, Ricarda Huch, 1864 in Braunschweig geboren, Michel Nr. 827

14. April 1977, 200. Geburtstag von Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom, Physiker, Abbildung Gaußsche Zahlenebene, geboren 1777 in Braunschweig, gestorben 1855 in Göttingen, Michel Nr. 928

15. Februar 1990, Freimarke: Sehenswürdigkeiten, Löwenstandbild, Michel Nr. 1448

9. März 1995, 250 Jahre Technische Universität Carolo-Wilhelmina, Digitalisierter Braunschweiger Burglöwe, Michel Nr. 1783

(Den Namen Carolo-Wilhelmina hat die Uni von ihren Gründervätern, den Herzögen Carl und Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg bekommen)

6. Juli 1995, 800. Todestag von Heinrich dem Löwen, gestorben in Braunschweig 1195, Löwe, Teil eines Brakteaten, Michel Nr. 1805

(Brakteaten sind Münzen, die aus einem dünnen Metallblech einseitig und auf einer weichen Unterlage geprägt wurden, auch Hohlmünzen genannt)

3. Juli 2014, 150. Geburtstag von Ricarda Huch, Schriftstellerin, Dichterin, Philosophin und Historikerin, 1864 in Braunschweig geboren, Michel Nr. 3093

2. Januar 2017, Schätze aus deutschen Museen, Das Mädchen mit dem Weinglas, Gemälde von Jan Vermeer van Delft im Herzog Anton Ulrich Museum, Braunschweig, Michel Nr. 3274/3280

Bückeburg:

13. Oktober 1994, Wohlfahrt: Deutsche Trachten, Bückeburg (Niedersachsen), Michel Nr. 1757

Buxtehude:

20. Juni 1959, 1000 Jahre Buxtehude, Gebäude in Buxtehude, Michel Nr. 312

Celle:

6. November 1987, Freimarken: Sehenswürdigkeiten, Eckturm des Schlosses, Michel Nr. 1339

2. Mai 2002, 250. Geburtstag von Albrecht Daniel Thaer, Agronom, 1752 in Celle geboren, Michel Nr. 2255

Clausthal-Zellerfeld:

18. Februar 1982, 100. Jahrestag der Entdeckung des Tuberkulose-Erregers durch Robert Koch, Bakteriologe, Nobelpreis 1905, geboren 1843 in Clausthal, Michel Nr. 1122

3. November 2005, 100. Jahrestag der Verleihung des Nobelpreises an Robert Koch, Bakteriologe, Nobelpreis 1905, Mikroskop, geboren 1843 in Clausthal, Michel Nr. 2496

(Am Ende dieses Artikels ist die Nobelpreis Urkunde von Robert Koch abgebildet und eine kritische Textpassage aus dem Humboldt Forum, Berlin, ergänzt.)

Cuxhaven:

siehe Norderney, Kaiserlich Deutsche Post nach Helgoland-Norderney-Sylt

Dinklage:

22. März 1966, 20. Todestag von Kardinal Clemens August Graf Galen, geboren in Dinklage 1878, Michel Nr. 505

Duderstadt:

21. August 1984, 750 Jahre Rathaus Duderstadt, Michel Nr. 1222

Emden:

1. März 2017, Grußmarke, Bunter Gruß vom Ottifant, Zeichnung von Otto Waalkes, Komiker und Comiczeichner, geboren 1948 in Emden, Michel Nr. 3292/3295

Eschershausen:

13. August 1981, 150 Geburtstag von Wilhelm Raabe, Dichter und Erzähler, geboren in Eschershausen, gestorben in Braunschweig, Michel Nr. 1104

Friedland, Landkreis Göttingen:

12. Januar 1978, 20 Jahre Friedlandhilfe, Aussiedler mit Handgepäck, Michel Nr. 957

Gehrden:

13. Dezember 1966, 150. Geburtstag von Werner von Siemens, Ingenieur, Erfinder und Industrieller, geboren 1816 in Lenthe, Ortsteil von Gehrden, Michel Nr. 528

5. November 1992, 100. Todestag von Werner von Siemens, Ingenieur, Erfinder und Industrieller, geboren 1816 in Lenthe, Ortsteil von Gehrden, Michel Nr. 1642

Goslar:

12. Januar 1968, 1000 Jahre Harzer Bergbau, Erzkristalle; oben Bleiglanz, unten Zinkblende, in vielen Orten des Harzes im heutigen Niedersachsen und einigen Nachbarorten in Sachsen-Anhalt, Michel Nr. 547

15. September 1971, Fremdenverkehr, Stadtbild mit Kaiserpfalz und Harzbergen, Michel Nr. 704

15. Juli 1993, Bilder aus Deutschland, Harz (Goslar), Michel Nr. 1685

14. August 1996, 50. Todestag von Paul Lincke, Komponist, 1946 gestorben in Hahnenklee-Bockswiese, heute Ortsteil von Goslar, Michel Nr. 1876

13. April 2017, UNESCO-Welterbe, Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar, Oberharzer Wasserwirtschaft, Zeche, Fachwerkhaus, Staudamm Michel Nr. 3299

Göttingen:

1. Oktober 1959, Helfer der Menschheit, Wilhelm und Jakob Grimm, Germanisten, Märchenforscher, Wohlfahrtsmarke, Michel Nr. 325

(Wilhelm und Jakob Grimm können neben Göttingen auch Hanau, Steinau an der Straße, Kassel und Berlin zugeordnet werden. Eine Reihe vom Grimms-Märchen ist auf Briefmarken der Bundesrepublik verewigt, u.a. Die Sterntaler 1959, Rotkäppchen 1960 und 2016, Hänsel und Gretel 1961, 2004 „Humperdinck“ und 2014, Schneewittchen und die sieben Zwerge 1962, Der Wolf und die sieben jungen Geißlein 1963 und 2020, Dornröschen 1964 und 2015, Aschenputtel 1965, Der Froschkönig 1966, 2012 und 2018, Frau Holle 1967 und 2021, Der gestiefelte Kater 1971, Die Bremer Stadtmusikanten 2017, Das tapfere Schneiderlein 2019)

14. August 1964, Fortschritt in Technik und Wissenschaft, 25 Jahre Kernspaltung, Atomreaktor im Betriebszustand, nach Otto Hahn, Chemiker, Nobelpreis 1944, gestorben 1968 in Göttingen, Michel Nr. 441

9. August 1979, Nobelpreisträger, Kernspaltung des Uran-Atoms, Otto Hahn, Chemiker, Nobelpreis 1944, verstorben 1968 in Göttingen, Michel Nr. 1020

12. August 1982, 100. Geburtstag von James Franck und Max Born, Physiker, Nobelpreise 1926 bzw. 1954, beide in Göttingen gestorben, James Franck 1964, Max Born 1970, Michel Nr. 1147

12. August 1982, 100. Todestag von Friedrich Wöhler, Chemiker, Model des Harnstoffmoleküls, Formel der Harnstoffsynthese, gestorben 1882 in Göttingen, Michel Nr. 1148

10. Januar 1985, 200. Geburtstag der Brüder Grimm, Wilhelm und Jacob Grimm, Germanisten, Märchenforscher, Wörterbuchmanuskript, Michel Nr. 1236

14. Juli 1988, 200. Geburtstag von Leopold Gmelin, Chemiker, geboren 1788 in Göttingen, Michel Nr. 1377

11. Juni 1992, 250. Geburtstag von Georg Christoph Lichtenberg, Physiker und Schriftsteller, gestorben 1799 in Göttingen, Michel Nr. 1616

5. Mai 1994, Europa: Entdeckungen und Erfindungen, Begründung der Quantentheorie durch Max Planck, Physiker, Nobelpreisträger, Darstellung der Schwarzkörperstrahlung, Planck starb 1947 in Göttingen, Michel Nr. 1733

5. Februar 1998, 50 Jahre Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Gründungsversammlung in Göttingen 1948, Röntgenbild vom Mond, Ionengitterstruktur und eingefärbter Nerv eines Goldfisches, Michel Nr. 1973

10. April 2008, 150. Geburtstag von Max Planck, Physiker, Nobelpreis 1918, 1947 in Göttingen gestorben, Michel Nr. 2658

10. November 2011, 150. Geburtstag von Emil Wiechert, Physiker und Seismologe, Wichert starb 1928 in Göttingen, Michel Nr. 2897

14. Juni 2012, 200 Jahre Grimms Märchen, Innentitel der Originalausgabe „Kinder- und Hausmärchen“ 1812 der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, Germanisten und Märchenforscher, Michel Nr. 2938

2. November 2012, 175. Jahrestag der Entlassung und Ausweisung der Göttinger Sieben, Professoren der Universität Göttingen, die sich 1837 gegen die Außerkraftsetzung der Verfassung durch König Ernst August I. im Königreich Hannover stellten, Michel Nr. 2962

Hameln:

22. Mai 1978, Der Rattenfänger von Hameln, Kinder folgen dem Rattenfänger, Michel Nr. 972

3. Dezember 2020, Sagenhaftes Deutschland: Der Rattenfänger von Hameln, Flötenspieler lockt Ratten von Hameln fort, Michel Nr. 3578

Hannover:

22. Mai 1948, Exportmesse, Abwiegen der Waren, Alliierte Besetzung (Gemeinschaftsausgaben) – Michel Nr. 969 und 970

22. April 1949, Exportmesse, Stahlhofkaufmann Hermann Hillebrandt Wedigh von Hans Holbein d. J., Alliierte Besetzung (Amerikanische und Britische Zone) – Michel Nr. 103 bis 105, Block 1

25. Juli 1952, Tagung des Lutherischen Weltbundes, Hannover, Abbildung Martin Luther, Reformator, Holzschnitt von Lucas Cranach d. Ä., Michel Nr. 149

22. August 1962, Deutscher Katholikentag Hannover, Kreuz und zwei Gläubige, Motto: Glauben, Danken, Dienen, Michel Nr. 381

29. April 1964, Hauptstädte der Länder, Altes Rathaus, Michel Nr. 416

24. August 1966, 250. Todestag von Gottfried Wilhelm Leibniz, Philosoph und Universal-Gelehrter, gestorben in Hannover 1716, Michel Nr. 518

21. Juni 1967, Deutscher Evangelischer Kirchentag Hannover, Jerusalemkreuz, Allegorien aus dem Neuen Testament, Michel Nr. 536

8. Mai 1980, Europa: Bedeutende Persönlichkeiten, Gottfried Wilhelm Leibniz, Philosoph, Universal-Gelehrter, verstorben 1716 in Hannover, Michel Nr. 1050

15. April 1982, Jugend: Historische Kraftfahrzeuge, Hanomag-Kommißbrot 1925, Herstellung in Hannover (Redewendung: Ein Kilo Blech, ein Kilo Lack – und fertig ist der Hanomag!) Michel Nr. 1125

16. Juni 1982, Freimarken: Burgen und Schlösser, Schloss Herrenhausen, Michel Nr. 1143

13. November 1986, 100. Geburtstag von Mary Wigmann, Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin, geboren 1886 in Hannover, Michel Nr. 1301

5. Mai 1987, 100. Geburtstag von Kurt Schwitters, „Ohne Namen mit frühem Portrait“, Collage von Schwitters, Maler und Schriftsteller, geboren 1887 in Hannover, Michel Nr. 1326

10. November 1988, Freimarke: Frau der deutschen Geschichte, Hannah Arendt, Philosophin, geboren 1906 in Linden, Stadtteil von Hannover, Michel Nr. 1391

8. Januar 1991, 750 Jahre Hannover, Stadtansicht (stilisiert), Michel Nr. 1491

16. Juli 1992, Welthauswirtschaftskongress in Hannover, Haus, Weltkugel, Michel Nr. 1620

15. Juli 1993, Wappen der Länder der Bundesrepublik Deutschland, Landeswappen Niedersachsen, Michel Nr. 1662

13. Juni 1996, 350. Geburtstag von Gottfried Wilhelm Leibniz, Mathematiker und Philosoph; Handschrift und Skizze, gestorben in Hannover 1716, Michel Nr. 1865

10. September 1998, Freimarke: Sehenswürdigkeiten, Emblem der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover, Michel Nr. 2009

27. April 1999, Weltausstellung EXPO 2000, Symbolische Darstellung des Zusammenwirkens von Mensch, Natur und Technik, Michel Nr. 2042/2112

10. Juni 1999, Jugend: Trickfilmfiguren, Twipsy, offizielle Maskottchen der EXPO 2000, Michel Nr. 2058

13. Januar 2000, Weltausstellung EXPO 2000, Menschliches Auge, EXPO-Emblem, Michel Nr. 2089

16. März 2000, Niedersächsischer Landtag, Michel Nr. 2104

8. Juni 2000, Jugend, Expo 2000 – Treffpunkt Jugend der Welt:

Jugendfestival, Michel Nr. 2117

Rucksacktourismus, Michel Nr. 2118

Afrika, Michel Nr. 2119

Auge des Buddha, Michel Nr. 2120

Chinesische Kalligraphie, Michel Nr. 2121

Melange, Michel Nr. 2122

14. August 2000, Weltausstellung EXPO 2000, Erde, Fingerabdruck, EXPO Emblem, Michel Nr. 2130

9. November 2000, Freimarken: Frauen der deutschen Geschichte, Grethe Weiser, Film- und Bühnenschauspielerin und Kabarettistin, 1903 in Hannover geboren, Michel Nr. 2149

6. Mai 2004, 100. Geburtstag von Reinhard Schwarz-Schilling, Komponist, Partitur, 1904 in Hannover geboren, Michel Nr. 2399

5. Oktober 2006, 100. Geburtstag von Hannah Arendt, deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Philosophin, geboren 1906 in Linden, Stadtteil von Hannover, Michel Nr. 2566

12. August 2010, 75. Jahrestag des Rekordfluges von Elly Beinhorn, Fliegerin, Flugzeug Messerschmidt Bf 108 beim 13,5 Stunden Flug Gleiwitz-Istanbul-Berlin 1935, Elly Beinhorn wurde 1907 in Hannover geboren, Michel Nr. 2814

13. Oktober 2011, In Deutschland zu Hause, Einfallsreichtum-Deutsche Erfindungen, Grammophon von Emil Berliner, geboren 1851 in Hannover, weitere Abbildungen: Tonbandgerät 1928 und MP3-Player 1987, Michel Nr. 2892

2. Mai 2013, Sporthilfe: Cartoons, Sprintmaus, Surfmaus, Barrenmaus, Zeichnungen von Uli Stein, eigentlich Ulrich Steinfurth, Cartoonist, geboren 1946 in Hannover, gestorben 2020 in der Wedemark, Region Hannover, Michel Nr. 3004 bis 3006

8. Mai 2014, Sporthilfe: Cartoons, Pokalmaus, Jubelmaus, Siegermaus, Zeichnungen von Uli Stein, eigentlich Ulrich Steinfurth, Cartoonist, geboren 1946 in Hannover, gestorben 2020 in der Wedemark, Region Hannover, Michel Nr. 3075 bis 3077

7. September 2017, 250. Geburtstag von August Wilhelm Schlegel, Schriftsteller und Literaturhistoriker, Buch, geboren 1767 in Hannover, Michel Nr. 3332

Hannoversch Münden:

10. November 1977, 250. Todestag von Dr. Johannes Andreas Eisenbarth, fahrender Wundarzt mit Markttand, Gehilfen, Patienten, gestorben 1727 in Hannoversch Münden, Michel Nr. 953

15. April 1993, 900 Jahre Benediktinerabteien Maria Laach und Bursfelde, Bursfelde ist eine Ortschaft von Hemeln, Stadtteil von Hann. Münden, Michel Nr. 1671

Hehlen, Landkreis Holzminden:

4. Juni 1991, Weltgaskongress, Berlin, Wilhelm August Lampadius, Mineraloge und Chemiker, geboren 1772 in Hehlen, Michel Nr. 1537

Hildesheim:

6. September 1960, 1000. Geburtstag der Bischöfe hl. Bernward und hl. Godehard, Bischofsinsignien über Michaeliskirche Hildesheim, Michel Nr. 336

13. Dezember 1966, Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten, Trinitatishospital, Michel Nr. 501

2. Juli 2001, Freimarke: Sehenswürdigkeiten, Rathaus, Hildesheim, Michel Nr. 2197

10. April 2008, 100. Geburtstag von Oskar Schindler, Fabrikant, Übersetzung der hebräischen Gravur auf dem Ring, den von ihm gerettete Juden Oskar Schindler zum Abschied schenkten, gestorben 1974 in Hildesheim, Michel Nr. 2680

2. Januar 2010, UNESCO-Welterbe, 1000 Jahre St. Michaelis Kirche, Michel Nr. 2774/2779

2. März 2015, 1200 Jahre Bistum Hildesheim, Großes Scheibenkreuz, 12. Jahrhundert, aus dem Hildesheimer Domschatz, Michel Nr. 3137

Kneitlingen, Landkreis Wolfenbüttel:

13. Januar 1977, Till Eulenspiegel, Schalksnarr, vier Szenen der Streiche aus dem gleichnamigen Volksbuch, geboren im Jahre 1300 in Kneitlingen am Elm, Michel Nr. 922

7. Juli 2011, 500 Jahre Till Eulenspiegel, Schalksnarr 14. Jahrhundert, geboren im Jahre 1300 in Kneitlingen am Elm, Michel Nr. 2880

(Auch die belgische Stadt Damme, Westflandern betrachtet sich als Geburtsort von Till Eulenspiegel. Leider liegt mir kein AKZ von Kneitlingen vor. Abgebildet ist ein Zweisteller, R-Zettel mit zweistelligem Numerator)

Krummhörn, Landkreis Aurich:

6. Juni 2019, Leuchttürme, Campen, erbaut 1889, höchster Leuchtturm in Deutschland, Michel Nr. 3465

(Campen wurde 1972 in die Gemeinde Krummhörn eingegliedert, anschließend postalisch Krummhörn 13. Leider liegt mir kein AKZ von Campen vor)

Leer:

9. Oktober 2008, Brauchtum und Tradition, 500 Jahre Gallimarkt in Leer, Historische Marktszene mit Viehhandel, Michel Nr. 2696

Lüneburg:

2. Mai 1956, 1000 Jahre Lüneburg, Mittelalterliche Bürgerhäuser, ältester Drehkran, Michel Nr. 230

28. August 1997, Bilder aus Deutschland, Lüneburger Heide, Lüneburg als Namensgeber, Michel Nr. 1944

Neuwerk, Insel in der Nordsee:

10. Juni 2010, Leuchttürme, Neuwerk erbaut 1300/10, Michel Nr. 2800

(Die Insel Neuwerk gehörte bis zum 30.9.1969 zu Niedersachsen, anschließend zu Hamburg. Leider liegt mir kein AKZ von Neuwerk vor.)

Norderney:

2. Juli 2009, Leuchttürme, Norderney erbaut 1875, Michel Nr. 2742/2875

9. September 2010, Tag der Briefmarke, Kaiserlich Deutsche Post nach Helgoland-Norderney-Sylt, Plakat von 1890 der Albert Ballin Dampfschiff Reederei, Michel Nr. 2819

Oldenburg:

15. Januar 1974, Bedeutende Frauen, Helene Lange, Gründerin des allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins, 1848 in Oldenburg geboren, Michel Nr. 792

Osnabrück:

10. Januar 1980, 1200 Jahre Stadt und Bistum Osnabrück, Rathaus, Kirche St. Marien, Dom St. Peter, Michel Nr. 1035

12. März 1998, 350 Jahre Westfälischer Friede, Gesandte der am Friedensschluss beteiligten Mächte und Reichsstände, Münster und Osnabrück, Michel Nr. 1979

4. November 2004, Deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts, Das Geheimnis von Felix Nussbaum, Maler und Graphiker, Felix Nussbaum wurde 1904 in Osnabrück geboren, Michel Nr. 2432

Ostercappeln, Landkreis Osnabrück:

12. März 1991, 100. Todestag von Ludwig Windthorst, Politiker, geboren 1812 in Ostercappeln, Michel Nr. 1510

Schladen, Landkreis Wolfenbüttel:

12. Februar 2009, 225. Geburtstag von Leo von Klenze, Ansicht der Propyläen in München, Gemälde von Leo von Klenze, Baumeister, Maler und Zeichner, 1784 in Schladen geboren, Michel Nr. 2719

Sögel, Landkreis Emsland:

12. Februar 1987, 250 Jahre Schloss Clemenswerth, Jagdschloss, Michel Nr. 1312

Spiekeroog:

1. Juli 2013, Wildes Deutschland, Niedersächsisches Wattenmeer, Priele auf Spiekeroog, Michel Nr. 3018

Springe, Region Hannover:

7. April 2004, 150 Jahre elektrische Glühlampe, Glühlampe von Heinrich Göbel, Optiker und Uhrmacher, Glühbirne, geboren 1818 in Springe, Michel Nr. 2395

Stade:

13. Januar 1994, 1000 Jahre Stade, Sehenswürdigkeiten der Altstadt, Michel Nr. 1709

Stadland, Landkreis Wesermarsch:

12. Januar 1995, Deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts, Der Wasserturm in Bremen von Franz Radziwill, geboren 1895 in Strohausen/Rodenkirchen, Teil der Gemeinde Stadland, gestorben 1983 in Wilhelmshaven, Michel Nr. 1774

(Strohausen ist ein Ortsteil von Rodenkirchen und damit ein Teil der Gemeinde Stadland, später Stadland 1)

Trebel, Landkreis Lüchow-Dannenberg:

7. Oktober 2010, Fachwerkbauten in Deutschland, Niederdeutscher Fachwerkbau 1734 in Trebel-Dünsche, Michel Nr. 2824

Varel, Landkreis Friesland:

12. Januar 1995, Deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts, Gutshof in Dangast von Karl Schmidt-Rottluff, Dangast ist ein Stadtteil von Varel, Michel Nr. 1776

Verden:

21. Februar 1985, 1000 Jahre Markt- und Münzrechte in Verden, Stadtansicht von Verden, Michel Nr. 1240

9. Juni 1997, Jugend: Pferderassen, Hannoveraner, Der Hauptsitz des Hannoveraner Verbandes ist in Verden, Michel Nr. 1924

Wangerooge:

7. Juni 2018, Leuchttürme, Neuer Leuchtturm Wangerooge, erbaut 1966, Michel Nr. 3392/3396

Walsrode:

5. Mai 1986, 1000 Jahre Walsrode und Kloster Walsrode, Ansicht von Walsrode mit Kloster, Michel Nr. 1280

Wennigsen, Region Hannover:

7. Februar 2002, 250. Geburtstag von Adolph Freiherr von Knigge, Schriftsteller, Titelseite des Buches „Über den Umgang mit Menschen“, 1752 in Bredenbeck, heute Wennigsen, geboren, Michel Nr. 2241

Wenzendorf, Landkreis Harburg:

8. September 2005, 100. Geburtstag von Max Schmeling, Boxweltmeister, 2005 in Wenzendorf gestorben, Michel Nr. 2489

Wiedensahl, Landkreis Schaumburg:

9. Januar 1958, 50. Todestag Wilhelm Busch, geboren 1832 in Wiedensahl, Michel Nr. 281 und 282

(Die Max und Moritz Geschichten von Wilhelm Busch sind auch auf Briefmarken 1990 und 2015 zu finden)

15. April 1982, 150 Geburtstag von Wilhelm Busch, Die fromme Helene, Zeichnung von Busch, Maler, Zeichner, Dichter, Michel Nr. 1129

9. August 2001, Lebenslanges Lernen, Lehrer Lämpel, Zeichnung und Zitat von Wilhelm Busch, Maler, Zeichner und Dichter, geboren 1832 in Wiedensahl, Michel Nr. 2209

14. Juni 2007, Blockausgabe: Jugend – 175 Geburtstag von Wilhelm Busch, Illustration zur Geschichte „Hans Huckebein, der Unglücksrabe von Wilhelm Busch, Maler, Zeichner und Dichter, geboren 1832 in Wiedensahl, Michel Nr. 2606 bis 2609, Block 71

Wilhelmshaven:

9. August 2007, Brücken: 100 Jahre Kaiser-Wilhelm-Brücke, Wilhelmshaven, Michel Nr. 2616

7. Juli 2011, Leuchttürme, Arngast erbaut 1910 im Jadebusen, Michel Nr. 2878/2935

Wolfsburg:

14. Februar 1980, Freimarke Burgen und Schlösser, Renaissance-Schloss Wolfsburg, Michel Nr. 1037

8. August 1991, 150 Jahre Deutschlandlied, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Dichter und Germanist: 3. Strophe des Deutschlandliedes, geboren 1798 in Fallersleben, heute Stadtteil von Wolfsburg, Michel Nr. 1555

5. Dezember 2002, Wohlfahrt, Oldtimer Mobile, VW Käfer 1949, Michel Nr. 2292, mit Bogenrand und Abbildung Käfer

6. Oktober 2016, 175 Jahre Deutschlandlied, 3. Strophe des Liedes der Deutschen von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Dichter, Text der Nationalhymne, geboren 1798 in Fallersleben, heute Stadtteil von Wolfsburg, Michel Nr. 3263

13. April 2017, Klassische deutsche Automobile, VW Golf Serie 1, 1974-1983, Michel Nr. 3298/3301

Worpswede, Landkreis Osterholz:

14. April 1988, Freimarke: Frauen der Deutschen Geschichte, Paul Modersohn-Becker, Malerin, in Worpswede 1907 gestorben, Michel Nr. 1359

13. Juli 1989, 100 Jahre Künstlerdorf Worpswede, Der Sommerabend – Gemälde von Heinrich Vogeler, Michel Nr. 1430

3. Mai 1996, Europa: berühmte Frauen, Selbstportrait von Paula Modersohn-Becker, Malerin, in Worpswede 1907 gestorben, Michel Nr. 1854

Privatpost:

Die CITIPOST GmbH aus Hannover, ein privater Postdienstleister der Madsack-Mediengruppe legte zum 75. Geburtstag von Niedersachsen am 9. Juli 2021 einen Kleinbogen auf. Als Motiv wird die Karte von Niedersachsen abgebildet. Die Auflage von 1000 Exemplare gilt je Hintergrundfarbe Blau, Grün, Violett, Gelb und Orange:

Diese Briefmarken habe ich nicht berücksichtigt:

  • 1974: Fußballweltmeisterschaft der Männer in Deutschland, u.a. vier Spiele in Hannover, Torwartparade von Horst Wolter, damals unter Vertrag bei Eintracht Braunschweig, aber er stammt nicht aus Niedersachsen
  • 1988: Fußball Europameisterschaft in Deutschland, u.a. zwei Spiele in Hannover, Niedersachsenstadion
  • 1995: Wohlfahrt: Bauernhäuser in Deutschland, Michel Nr. 1822 Norddeutschland, ohne spezifische Ortsbezeichnung
  • 1997: Bilder aus Deutschland, Norddeutsche Moorlandschaft, ohne spezifische Ortsbezeichnung
  • 1999: Design in Deutschland, Magnetschwebebahn Transrapid im Emsland, ohne spezifische Ortsbezeichnung
  • 2003, 2005 und 2006, Sporthilfe: Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, u.a. fünf Spiele in Hannover
  • 2004: Deutsche National- und Naturparks: Nationalparks im Wattenmeer, Priel im Watt, ohne spezifische Ortsbezeichnung
  • 2011: Fußballweltmeisterschaft der Frauen in Deutschland, u.a. vier Spiele in Wolfsburg
  • 2011: 150 Jahre Deutscher Industrie- und Handelskammertag, IHK-Standorte in Deutschland, u.a. Braunschweig, Emden, Hannover, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück, Stade
  • 2012: 125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz, Michel 2910/2916, Bahnstrecke komplett in Sachsen-Anhalt
  • 2020: Naturschutzprojekt: Grünes Band Deutschland, Grüngürtel entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, ohne spezifische Ortsbezeichnung

Welche Briefmarken der Bundesrepublik mit Bezug auf Niedersachsen habe ich übersehen? Von den 25 größten Orten des Bundeslandes haben Salzgitter, Delmenhorst, Garbsen, Lingen, Langenhagen, Nordhorn, Peine, Melle und Neustadt am Rübenberge bisher keine Würdigung auf Briefmarken erfahren. Sind keine verdienten Töchter oder Söhne der Stadt bekannt? Gibt es kein Stadtjubiläum zu feiern?

Nachsatz zu Robert Koch:

Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, Urkunde für Robert Koch, 12. Oktober 1905, Stockholm

Aus der Beschreibung zur Urkunde vom Humboldt Forum:

„…Der Nobelpreis wird seit 1901 verliehen. Nach dem Willen seines Stifters wird er denen zuteil -die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben-. Häufig vergeht wesentlich mehr Zeit. Robert Koch hatte den Tuberkulose-Erreger im Jahr 1882 identifiziert, 23 Jahre später erhielt er dafür den Nobelpreis.

Für die Forschung über Infektionskrankheiten war Kochs Arbeit wegweisend. Die Kultivierung und Beobachtung von Erregern im Labor ermöglicht Aufschlüsse über Ursachen, Ansteckungswege oder den Verlauf von Erkrankungen. Nach einer erfolgreichen Ursachsenforschung kann die Suche nach einer geeigneten Therapie aber langwierig sein. Wirksame Medikamente gegen die Tuberkulose gibt es erst seit den 1950er Jahren.

Kurz vor Verleihung des Nobelpreises hatte Koch eine Forschungsreise nach Afrika beendet. Im Jahr darauf brach er erneut auf. Er leitete eine Kommission des Deutschen Reichs zur Erforschung und Behandlung der Schlafkrankheit. Besonders viele Erkrankte gab es auf den Ssese-Inseln im Victoriasee (Uganda). Hier ließ Koch die Kranken in Lagern isolieren und experimentierte mit einer medikamentösen Therapie, in deren Folge viele Menschen erblindeten oder starben.

Die Forscher profitierten von kolonialen Strukturen. Sie waren überzeugt, einen bedeutenden Fortschritt erreichen zu können. Doch ihre Methoden basierten auf ihrer Machtposition als europäische Wissenschaftler und einer Haltung, die in den Erkrankten lediglich Versuchspersonen sah.…“

Quellen:

  • Michel Katalog Deutschland 2021/2022, Schwaneberger Verlag GmbH, Germering
  • Michel Rundschau, Schwaneberger Verlag GmbH, Germering, Ausgaben 2021 bis Michel Nr. 3635 und Erstausgaben bis 7. Oktober 2021
  • philatelie, Das Magazin des Bundes Deutscher Philatelisten, Ausgabe 530, August 2021, 75 Jahre Land Niedersachsen, Herbert Schumacher
  • Humboldt Forum, Berlin, Schloßplatz, Ausstellung „Nach der Natur“, Eröffnungsausstellung des Humboldt Labors, Oktober 2021

Ein kleines Jubiläum!

Mich bewegt die Frage, was ist das Ziel meiner Sammlung? 

Nach vielen Jahren des Zusammentragens kommt der Punkt eines gewissen Stilstands. Die Materialen der Sammelfreunde sind mehrfach durchgesehen. Aufgegebene Sammlungen bringen weniges wirklich Neues, aber eine gewichtige Anzahl von neuen Doubletten.

In einem Gespräch mit einem Kollegen vor einigen Jahren wurde ich auf die Idee gebracht, einen Blog zu schreiben. Oh je, was ist das denn? Und wie funktioniert das empfohlene WordPress? Ein erster Kurs bei einer auf WordPress spezialisierten Agentur brachte mich nicht weiter. Ich war eher frustriert. Im Laufe des Kurses verstand ich nur noch Bahnhof. Eine Zeitschrift mit dem monothematischen Thema WordPress brachte mich einigen Fachbegriffen näher.

Nach einigen Monaten Pause ein neuer Versuch mit einem neuen Kurs bei der Volkshochschule. An einem Freitag begann der Kurs, zwei schlaflose Nächte folgten und am Sonntag bei Kursende war ich mit den ersten Seiten im Netz.

Eine wichtige Entscheidung war jeden Monat einen Artikel zu schreiben. Zum einen wird oder bleibt einem die Technik vertraut. Zum anderen wächst der Umfang des Blogs und zieht tatsächlich regelmäßig Leserinnen und Leser an.

Und jeden Monat einen Artikel zu schreiben bedeutet recherchieren, scannen, Material sichten, sortieren, Gedanken strukturieren, Bibliotheken besuchen, Ideen sammeln, Korrekturen vornehmen, Bücher lesen und einiges mehr.

Ich habe durch den Blog mein Sammelgebiet auf ein neues Niveau gehoben und festgestellt welche „Perlen“ in meiner Sammlung schlummern.

Um den Blog bekanntzumachen habe ich diesen bei mehreren Ausstellungen als elektronisches Literatur-Exponat gezeigt und bewerten lassen. Vielen Dank an die Juroren in Burgdorf, Sindelfingen, Bersenbrück, Hamburg, Haldensleben und der Ruhrvia.

Ich bedanke mich bei meiner Familie für das regelmäßige Korrekturlesen und die gelegentlichen, wohlwollenden, begeisternden Rückmeldungen, online natürlich!

Und ich freue mich weiterhin auf Reaktionen von allen Lesern, die mich auf falsche Jahreszahlen, Tipps zu Ergänzungen und inhaltliche Verbesserungen hinweisen und diesen Blog dadurch bereichern.

Fünf Jahre gibt es jetzt www.einschreiben-aus-niedersachsen.de und das ist ein kleiner Grund zur Freude.

Werden mir die Ideen ausgehen? Werde ich ausreichend Themen für jeden Monat finden?

Unter Liebling des Monats werden dem geneigten Leser diese Fragen jeden Monat beantwortet.

Lieber Herr Rabsilber, vielen Dank für Ihren guten Tipp!

Die Trillke-Werke in Hildesheim

Ein einzelner loser R-Zettel, kein Beleg dazu. Das Entziffern gelingt:

TRILLKE Hildesheim

R-Zettel Trillke Hildesheim, Ortsbezeichnung in Großbuchstaben

Auf zur Spurensuche.

Durch dieses Postformular des Einschreibezettels kann der Zeitraum der Verwendung geklärt werden. Die Produktion dieser Zettel begann nach Kriegsende 1945 und diese Variante wurde bis 1947 produziert.

Für die Trillke-Werke ist im Ortschaftsverzeichnis der Oberpostdirektionen (OPD) Hannover und Braunschweig, Stand Januar 1948, mit Berichtigungen zum Stand 9.10.1948 eine Posthilfsstelle „Trillkewerke Post Hildesheim“ verzeichnet.

Auszug aus Ortschaftsverzeichnis

Aufgeführte Orte ohne die entsprechende Symbolik für Poststelle I und Poststelle II waren Posthilfsstellen. Da es keine Statusänderung (Umwandlung in eine Poststelle I) gab, ist davon auszugehen, dass bei den Trillke-Werken durchgehend nur eine Posthilfsstelle bestand. Vermutlich handelt es sich hier um einen Selbstbucher R-Zettel der Werke.

(Nachrichtlich: Im Ortschaftsverzeichnis 1943 gibt es keinen Hinweis auf Trillke.)

Was verbirgt sich hinter Trillke?

Ein Blick in die damalige Situation: Mitte der 30er Jahre war die Robert Bosch GmbH, Stuttgart wirtschaftlich auf Erfolgskurs. Die Firma war Weltmarktführer für Anlasser, Lichtmaschinen, Einspritzpumpen und Magnetzünder und exportierte ca. 90 % seiner Waren ins Ausland.

1935 besaß Bosch Vertretungen in 51 Ländern und Fertigungen in Frankreich, USA, Großbritannien und Italien.

Auf Druck der nationalsozialistischen Machthaber gründete die Firma Bosch zwei Ausweichwerke: eines 1934 in Kleinmachnow, die „Dreilinden Maschinenbau GmbH“ für die Luftwaffe, das Ausweichwerk I (AW I).

Und ein weiteres Werk im Hildesheimer Stadtteil Neuhof, im Hildesheimer Wald 1937 (AW II) für das Oberkommando des Heeres. Die Produktionshallen beider Kriegsmusterbetriebe wurden in Wälder gebaut, um die kriegswichtigen Betriebe vor etwaigen Fliegerangriffen zu schützen.

An diesen Standorten wurde mit dem know-how von Bosch nur noch für das Militär u.a. für Kraftfahrzeuge und Panzer produziert.

Am 18. Dezember 1937 wurde die „Elektro- und Feinmechanische Industrie GmbH – ELFI“ in Hildesheim-Neuhof, Waldstr. 200 als heereseigener Industriebetrieb gegründet. Die Bezeichnung „ELFI“ konnte als Wortmarke nicht eingetragen werden, da bereits einige ähnliche Wortmarken in diesem Fertigungsgebiet vorhanden waren.

Am 23. Dezember 1942 wurde die Fima in „Trillke-Werke-GmbH“ umbenannt.

Briefkopf der Trillke-Werke

1952 wurde die Trillke Werke in eine Niederlassung der Robert Bosch GmbH Stuttgart, Werk Hildesheim, umgewandelt.

Der Begriff Trillke ist abgeleitet vom Flüsschen Trillkebach.

Trillkebach

Nach Trillke-Werke, Trillkebach verdient auch das Trillke-Gut eine kurze Erwähnung.

Das beeindruckende Gebäude vom Trillke Gut im Jahre 2021

Die Gründung des Trillke-Gutes geht zurück auf das Jahr 1155. Das Gut lag bis 1888 außerhalb der Hildesheimer Stadtgrenzen. Die Nutzung von Gebäuden und Gelände war im Laufe der Geschichte in der Steinbergstraße sehr unterschiedlich. Von Landwirtschaft, einer wirtschaftlichen Frauenschule, während des zweiten Weltkrieges ein chirurgisches Reserve-Lazarett, anschließend ein Flüchtlings- und Versorgungskrankenhaus, eine Tuberkulose Heilanstalt, die Nutzung durch das Studentenwerk bis zur Übernahme einer Bewohnerinnen-Genossenschaft reicht die Aufzählung der Nutzung.

Philatelistisch kann von einer Mitteilung vom 3. Juni 1925 des Postamtes im Hildesheimer Stadtteil Moritzberg berichtet werden. Dem Trillke-Gut wird ein öffentlicher Briefkasten zugestanden, „…wenn die Anlieger eine Vorkehrung zur Anbringung eines Briefkastens in Gestalt eines sicheren Pfahles oder Steinsockel schaffen“.

Das Trillke-Gut im Hildesheimer Stadtteil Moritzberg ist ca. 5 km vom Bosch-Werk im Hildesheimer Stadtteil Hildesheimer Wald entfernt.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Postgeschichte. Weitere Informationen zum Thema Bosch in Hildesheim, Zwangsarbeit im II. Weltkrieg, den nationalsozialistischen Machenschaften entnehmen Sie bitte den Hinweisen bei den nachfolgenden Quellenhinweisen.

Quellen:

  • Ortschaftsverzeichnis für die Bezirke der Reichspostdirektion (RPD) Hannover und Braunschweig, 1949, Seite 70
  • Hildesheimer Briefmarkensammler- Verein von 1913 e.V., Herr Dr. Ralf Prenzel
  • Herr Hans-Henning Mücke, Söhlde
  • Renaissance einer Kulturstadt, Hildesheim nach dem 2. Weltkrieg, Manfred Overesch, Georg Olms Verlag, 1998
  • Bosch in Hildesheim 1937-1945, Manfred Overesch, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2008
  • Trillke-Gut, Gesichter und Geschichte, Moritzberg Verlag, 2000
  • Robert Bosch GmbH, Historische Kommunikation, Bosch weltweit, Die Internationalisierung des Unternehmens, Dezember 2016
  • Berliner Geschichtswerkstatt e.V., Goltzstr. 49, 10781 Berlin, http://www.zwangsarbeit-bosch.de/firmengeschichte/elfitrillke-werke
  • Website von Hildesheimer Geschichte 815-1945, https://www.hildesheimer-geschichte.de/topografie/stadt-ortsteile/drispenstedt/hildesheimer-wald/
  • Fotos vom Autor Juni 2021