Vor fast zehn Jahren habe ich die Erklärung für diesen Blog geschrieben:
„Ziel ist es, von einem umfangreichen Sammelgebiet die interessanten, wichtigen und weniger wichtigen R-Belege und R-Zettel vorzustellen und auf diesem Wege philatelistisch Interessierte zu inspirieren. Einschreiben, als besondere Form des Brief- und Kartenversandes, können unterschiedlich gesammelt werden. Kontinente, Länder, Regionen, Heimat, Portostufen, Typen, Zeiträume, Setzfehler, Zusätze – für alle Themen bietet die Literatur und das weltweiten Netz Recherche- und Forschungsmöglichkeiten.
Einführung in das Sammelgebiet:
Die Sammlung Einschreiben aus Niedersachsen umfasst dieses philatelistische Sammelgebiet mit dem Beginn von Einschreibezetteln im Deutschen Reich 1875 und endet mit der Einführung des Premium Briefes, der Label, am 1. Juli 1997 durch die Deutsche Post AG. Das Sammelgebiet begrenzt sich auf das heutige Bundesland Niedersachsen. Sie gliedert sich als eine Heimatsammlung mit den heute bestehenden Landkreisen und kreisfreien Städten. So ist die Vielfalt der unterschiedlichen Einschreibezettel aus über 120 Jahren in einer Sortierung nach Städten, Gemeinden, Orten und Ortsteilen dokumentiert.“
Ich ahnte damals noch nicht, dass es Themen geben wird, über die ich unter dieser Prämisse nicht schreiben kann.
Einmal habe einen Beitrag ohne Einschreiben geschrieben:
Böckwitz und Zicherie, ein geteiltes Dorf! Ich konnte nicht widerstehen…
Es fehlt halt ein Einschreiben (R-Brief, R-Zettel) zu diesem Thema!
Weitere Beispiele über die ich gern berichten würde:
Beispiel 1, Devisenpoststelle:

Posthausschild WORLD WIDE TELEPHONE AND TELEGRAPH SERVICES DEUTSCHE POST
Dieses wunderbare Fundstück aus der Onlinesammlung der Museumsstiftung sollte der Start zu einer Recherche zum Thema Devisenpoststellen sein. Diese gab es nach 1945 in der Amerikanischen (Office of Military Government for Germany) und Britischen Zone (Control Commission für Germany). Betrieben wurden sie mit Hilfe der Deutschen Post überwiegend für die Nutzung durch die alliierten Streitkräfte und deren Angehörige.
Während in der Amerikanischen Zone Stempel und R-Zettel mit entsprechenden Vermerken aus dem Bereich der OPD Frankfurt vorkommen, gibt es bisher kein Fundstück aus der Britischen Zone (und hier aus dem heutigen Niedersachsen).

R-Zettel (16) Frankfurt, FA = Fernmeldeamt, DPST=Devisenpoststelle

Stempel (13a) Bamberg 2, 21. April 1950, Kürzel DPST = Devisenpoststelle
Ob es doch noch eine DPST-Spur nach Bad Eilsen, Braunschweig, Bückeburg, Celle, Goslar oder Hannover führt?
Quellen:
- https://onlinesammlung.museumsstiftung.de/ (abgerufen am 7.4.2026)
- Hans Egon Vesper, Die deutschen Devisenpoststellen 1947 bis 1955, Archiv für deutsche Postgeschichte, Heft 1/1993, Seiten 43 bis 77
- Devisenpoststempel Bamberg, https://www.briefmarkenverein-bamberg.de/stempel_tag_bes.htm (abgerufen am 7.4.2026)
- Ludwig Krämer, Devisenannahmestellen DAST und Devisenpoststellen DPST im Bereich der OPD Frankfurt am Main 1947-1955, Frankfurt 1985
Beispiel 2, Haren-Maczków:
Die Stadt Haren (Ems) verfügt über eine einzigartige Nachkriegsgeschichte. In den Jahren 1945 bis 1948 war die damalige Gemeinde Haren mit polnischen Displaced Persons belegt. Hier, wie im gesamten Emsland nahmen Polen unter der britischen Militärverwaltung Besatzungsaufgaben wahr. Haren wurde nach Kriegsende vollständig von der einheimischen Bevölkerung geräumt und zu einer Art polnischer Enklave. Aus „Haren“ wurde für drei Jahre „Maczków“.
Das Postamt in Haren wurde durchgehend von (deutschem) Personal weitergeführt.
Quellen:
- Inselmühle in Haren/Ems: https://www.haren.de/portal/seiten/inselmuehle-haus-der-harener-geschichte-900000044-31540.html
- Matthias Rouwen, Haren (Ems) wird zu Maczków – Zentrum für polnische Displaced Persons, 2004
- Maczkow, Manfred Heber, Elmshorn,
Beispiel 3, einen Bogen R-Zettel:
Ab April 1947 setzte die Post neue Einschreibzettel für die britische Besatzungszone ein. Nach dem Overmann-Katalog sind diese mit den Nummern 7223 und 7224 bezeichnet.


Der Unterschied ist der rechte Fuß des Buchstaben R:
- Typ 7223, linke Abbildung, schräger Abstrich
- Typ 7224, rechts, mit geschwungenem rechtem Fuß.
Diese R-Zettel liegen zahlreich vor. Ich suche einen ganzen Bogen, produziert in Halbbögen zu je 20 Exemplaren. Die verschiedenen Typen sind in Ermangelung gleicher Lettern (Buchstaben) gleichzeitig, aber unregelmäßig für den Satz verwendet worden. Daher die Suche nach einem Bogen!
Quelle:
- Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
Dieser Artikel wird ergänzt, immer wenn ich Fundstücke habe, aus denen sich vermutlich kein Beitrag formen lässt. Für alle Beispiele gilt, bitte senden Sie mir gern einen passenden Scan. Herzlichen Dank!
letzte Veränderung: 1. Juni 2028