Die ersten Einschreibzettel der Deutschen Reichspost

Wie 1875 ein attraktives Sammelgebiet begann!

Die General-Verfügung des General-Postamts aus Berlin verfügte am 9. Januar 1875 die Verwendung der ersten Einschreibzettel:

Die Qualität der Abbildungen ergibt sich aus den Scans. Und hier der Text in damalige Wortwahl vom obigen Amtsblatt zum Nachlesen:

Seite 1

„Mit Bezug auf die General-Verfügung Nr. 277 vom 28. December 1874 (Amtsblatt der Deutschen Reichs-Postverwaltung Nr. 95) werden die Postanstalten davon in Kenntnis gesetzt, daß zum Bekleben der Einschreib-Briefsendungen einstweilen gummirte Zettel in Anwendung kommen sollen, welche im Rothdruck die Bezeichnung „Eingeschrieben“ und den Vordruck No – (o über =).

Die Zettel finden bei allen Sendungen Anwendung, welche bisher bei der Aufgabe bz. von der Grenz-Eingangs-Postanstalt mit dem Stempel „Recommandirt“ bz. „Charge“ zu bedrucken waren; die Begleitadressen zu Einschreibpaketen werden jedoch mit dem Zettel nicht beklebt.

Der erste Bedarf von den betreffenden Zetteln wird den Postanstalten von der vorgesetzten Ober-Postdirektion ohne Bestellung geliefert werden.

Die Zettel sind auf der Adreßseite der Briefsendungen, wenn thunlich oben links, zu befestigen. Beim Aufkleben ist die Verdeckung von Schriftzügen der Adresse zu vermeiden.

Seite 2:

„Hinter dem Vordruck No ist auf den Zetteln die Nummer aus dem Annahmebuche mit schwarzer Tinte zu vermerken. Soweit jedoch nach obiger Vorschrift Einschreibsendungen vom Auslande mit dem Zettel Eingeschrieben zu bekleben sind, bleibt der Vordruck NO unausgefüllt.

Die Anwendung der Zettel soll vom 1. Februar ab stattfinden. Die Stempel „Recommandirt“ und bz. „Charge“ sind demnächst an die vorgesetzten Ober-Postdirection einzusenden.

Die Begleitadressen zu Einschreib-Paketen brauchen auch jetzt schon mit dem Stempel „Recommandirt“ nicht mehr bedruckt zu werden.“

Einschreibbrief aus Hannover nach Bremen vom 14. April 1875, Briefmarken der Deutschen Reichspost in Taler- und Mark Währung, Michel Nr. 20 und 33.

Einschreibbrief Postsache aus Herzlake nach Haselünne vom 2. Juni 1875

Einschreibbrief aus Fürstenau in Hannover nach Steele vom 1. Juli 1875, Michel Nr. 33drei 10 Pfennig Briefmarken.

Einschreibbrief aus Grohnde nach Hildesheim vom 11. August 1875, Michel Nr. 33drei 10 Pfennig Briefmarken.

Die vier obigen Zettel im Vergleich:

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Der Einschreibbrief aus Hannover vom 14. April 1875 lässt sich auseinanderfalten und gibt einen Einblick in die damalige Zeit. Die Überschrift des Formulars lautet: „Anzeige über verweigerte und unbestellbare Güter“.

Bereits im Amtsblatt Nr. 6 vom 18. Januar 1875 wird verfügt, dass die neuen Zettel „sofort nach dem Eingange“ in Gebrauch zu nehmen sind. Die Erstverwendung dieser neuen Zettel dürfte also bereits im Januar 1875 erfolgt sein.

Die Zettel wurden in der Reichsdruckerei Berlin auf weißem gummiertem Papier in roter Farbe produziert. Dieser geschnittene Zettel wird als Typ 21 bezeichnet.

Die neuen Zettel haben nur einen kurzen Einsatzzeitraum. Bereits im September 1875 wird beschlossen, zusätzlich den Ortsnamen im Zettel aufzunehmen.

Als Vorläufer gelten die von der Feldpostexpedition im neuen Reichsland Elsaß-Lothringen verwendeten Zettel. Während des deutsch-französischen Krieges 1870-1871 wurden eingeschriebene Briefe mit rot umrandeten gummierten Zetteln beklebt. Jedenfalls ist die Ausgabe der reichsländischen Vorläuferzettel auf lokalamtliche Veranlassung der dortigen Oberpostdirektion (Metz und Straßburg) erfolgt, möglicherweise zur Probe, wie sich die neue Kennzeichnung der Einschreibbriefe bewähren würde. Die Königlich Württembergische Post folgte der Reichspost am 1.2.1875, die Königlich Bayerische Post startete ab dem 16.2.1875 (Verordnung).

Quellen:

  • Amtsblatt der Deutschen Reichs-Postverwaltung, No 4, Berlin, 9. Januar 1875
  • Die Eingeschrieben- und R-Zettel der Deutschen Reichspost und der Königlich Bayrischen Post, Paul Kleeberg, Sonderdruck aus den Germania Berichten, Zeitschrift des Germania-Ring, 1932
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Philatelistisches Jahrbuch 1986, Landesverband Elbe-Weser-Ems e.V.

Kartenbrief

Ein Kartenbrief als Einschreiben

Der Kartenbrief war eine vereinfachte Briefform, mit der Möglichkeit kurze Texte verschlossen zu versenden.

Ein Kartenbrief ist ein zweimal zu faltendes kartonstarkes Blatt. Die Ränder sind gummiert und perforiert. Ein Wertstempeleindruck (oben rechts) macht ihn zu einer Ganzsache. Der Beleg konnte durch Abriss an der perforierten Linie geöffnet werden.

Eine Zwischenstufe zwischen Karte (Postkarte) und Brief. Die Deutsche Reichspost verkaufte und beförderte 1898 folgenden Kartenbrief.

In Lauterberg (Harz) wurde der Kartenbrief am 10.1.1898 abgestempelt und nach Hamburg-Borgfelde, Mittelweg 4 transportiert.

Der R-Zettel Lauterberg (Harz) vom obigen Beleg, R rechtsstehend, Zettel nicht perforiert, sondern geschnitten. R-Zettel Typ 2193 der Hessisch-Braunschweigisch-Württembergischen Gruppe.

Der verschlossene Kartenbrief hat ein Format von Höhe ca. 94 mm x Breite 140 mm.

Auseinandergefaltet ist die Vorlage größer als ein DIN-A 4 Blatt, ca. 316 mm hoch mit geöffneter Klappe. Die 10 Pfennig Marke oben rechts ist eingedruckt.

Die weiteren aufgeklebten Briefmarken decken die zusätzliche Gebühr für ein Einschreiben.

Ankunftsstempel Hamburg-Borgfelde 11.1.1898

Auf der Klappenrückseite findet sich in roter Schrift dieser Text: „In denjenigen Verkehrsbeziehungen zum Auslande, wo das Briefporto 20 Pf. beträgt, ist das Franko um 10 Pf. in Marken zu ergänzen“.

Die Deutsche Reichspost hatte Kartenbriefe von November 1897 bis zum Juni 1922 im Angebot.

Von den Kartenbriefen der Deutschen Reichspost liegen verschiedene Varianten vor. Je nach Art der Zählweise sind acht verschiedene Typen nachgewiesen.

Erfinder des Kartenbriefs war der Ungar Carl Akin, der 1871/2 darauf ein Patent angemeldet hat. Das Patent war allerdings nur ein Jahr gültig und lief am 17. Januar 1873 aus. Erst danach wurde der Kartenbrief von vielen Postverwaltungen eingeführt. der Erfinder ging leer aus.

Bekannt sind Kartenbriefe (Karten-Brief, Letter Card, Rohrpostkartenbrief) u.a. aus Großbritannien, Argentinien, Österreich, Böhmen und Mähren, Frankreich, Belgien.

Ohne den perforierten Rand gab es später eine weiterentwickelte Variante als Aerogramm.

Quellen:

  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Illustriertes Briefmarken-Journal, 1898, Zur Geschichte der Kartenbriefe der deutschen Reichspost
  • Ullrich Häger, Kleines Lexikon der Philatelie, Bertelsmann Lexikon Verlag, 1977
  • Ungarn Jahrbuch 2014, Tamas Gudlin

Telegramm

Telegraphie im Deutschen Reiches mittels Einschreiben:

Frau Bürgermeister Jahns, Dringend nach Elze …Facharzt…? P.P., ein kleinformatiger Beleg aus dem Jahr 1879. (Format 7,3 cm x 12,9 cm klein)

Die Geschichte der Telegraphie und der Telegramme beginnt 1684. Die Details der Telegramm-Geschichte sind sehr umfangreich und würden dieses Format „sprengen“. Am Ende des Beitrags verweise ich auf Literaturquellen, die sehr lesenswert sind.

Wie erklärt man heute jungen Menschen, was ein Telegramm ist? Wohl alle Haushalte haben Zugang zu einem Telefon, einem Smartphone oder dem Internet. Dieses macht ein Telegramm in der heutigen Zeit überflüssig.

Das Wort Telegramm setzt sich aus dem griechischen Tele = fern und Gramma = Buchstabe zusammen. Ein Telegramm ist eine telegraphisch übermittelte Botschaft mit Unterstützung von elektrischen, optischen oder akustischen Geräten. Das Telegramm überbrachte Nachrichten schneller als jeder Brief.

Der Text für ein Telegramm wurde persönlich oder telefonisch (Firmen) bei einem Postamt oder einem Telegrafenamt aufgegeben.

Die notierten Angaben wurden mittels Fernschreiber an ein Post- bzw. Telegrafenamt in der Nähe des Empfängers übermittelt.

Von dort wurde die Nachricht mit einem Boten in kurzer Zeit an den Adressaten in Schriftform zugestellt.

In diesem Beitrag geht es um obigen Beleg, ein Telegramm Faltumschlag.

Geschnittener Einschreibzettel vom obigen Beleg Elze in Hannover, ohne Buchstabe „R“. Ein Einschreibzettel der Norddeutschen Gruppe, Typ 2162. Hergestellt von der Firma Schlüter, Hannover in Bögen zu 100 Stück, ungezähnt auf weißem gummierten Papier. Erste und dritte Zeile in schwarzer Schrift.

Für die postalische Weiterbeförderung als Einschreiben wurde eine zusätzliche Gebühr bezahlt.

Verschlussvignette Kaiserlich Deutsche Telegraphie, Adler im Prägedruck

Der Innenteil vom Telegramm, aufgeklappt, trapezförmig geschnitten, Maße 21,5 cm x 24,2 cm.

Der vergrößerte Kopfteil von obigem Beleg, Telegraphie des Deutschen Reiches, Amt Elze

N0. 43/701, aufgenommen von Hand, den 2.4. um 1 Uhr 35 Minuten durch Stöpsel – Telegramm aus Lenchin Land Nr. 45, 13 Worte den 2.4.1879, 4 Uhr 45 Minuten, …Vermittler R…? (Lenchin in der heutigen Ukraine?)

Und jetzt endlich die Nachricht des Telegramms: Gustav außer Gefahr

Der Aufgeber hat die Art der von ihm verlangten Weiterbeförderung in einem taxpflichtigen Zusatz vor der Anschrift geschrieben, wobei die Abkürzung P.P. für Post gilt.

Kein Formular ohne Nummer: C. 187., als Vordruckbezeichnung, unten rechts im Innenteil abgedruckt.

Trotz der technischen Entwicklung bietet die Deutsche Post AG auch heute noch Mini- oder Maxitelegramme an. Zwischen 160 Zeichen und 480 Zeichen kann das Telegramm lang sein. Und zwischen 12,90 € und 22,55 € (Stand 13.10.2019) kostet diese Dienstleistung.

Offene Frage:

Wo liegt Lenchin?

Quellen:

  • Katechismus der Deutschen Reichspost, Verlagsbuchhandlung Weber, Leipzig 1882
  • Handbuch für Post und Telegraphie, Berlin 1886 Illustriertes Post- und Telegraphen-Handbuch, zum täglichen Gebrauch für jedermann(!), Winter-Ausgabe 1906/7, 19. Jahrgang, Weimar
  • Post-, Telegraphen- und Telephonrecht, Verlag von G.A. Gloeckner, Leipzig 1909
  • Deutsche Zeitung für Briefmarkenkunde Nr. 21/1966
  • Telegraphie des Deutschen Reichs, Geschichte und Katalog 1848-1945, Hans Friedrich Karl Meier zu Eissen, 2013
  • Lexikon der Philatelie, Wolfram Grallert
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.

Günther Wagner, Hannover

Pelikan Werke Günther Wagner, Pelikan, eine Weltmarke!

Gelegentlich sagt ein Bild mehr als 1000 Worte.

Mit Füllern von Pelikan sind viele Schüler in Berührung gekommen. In diesem Artikel geht es um die Weltmarke Pelikan, aber zuallererst um Günther Wagner.

Ein R-Zettel führt uns auf die Spur zu diesem Selbstbucher:

Die Firma Günther Wagner, Hannover bekam von der Post R-Zettel gestellt. Diese Zettel mit dem Vermerk 20 Hannover 15 wurden zusätzlich mit den Initialen „GW“ versehen. Ein Selbstbucher, diesmal nicht mit vorproduzierten Zetteln. Postkunden mit höheren Einlieferungsmengen bekamen „eigene“ Einschreibezettel, um den Einlieferungsvorgang zu beschleunigen. Eine Erklärung für die sogenannten Selbstbucher.

Eine Variante des obigen Einschreibezettels. Punkte hinter den Initialen.

Der Verwendungszeitraum dieses R-Zettel Typs ab 1946 aus der Druckerei Wegener, Alfeld ist in einem früheren Artikel beschrieben.

Grundstein der späteren Günther Wagner Werke war die Farbenfabrik Carl Hornemann in Groß Munzel (Barsinghausen). Hier arbeite der studierte Chemiker Wagner 21jährig ab 1863. Bereits 1871 kaufte er die Firma und führte sie unter eigenem Namen weiter.

Günther Wagner 1842 – 1930

Das Sortiment der Firma Pelikan für den Schul- und Schreibbedarf von den Anfängen bis heute ist für den Laien kaum überschaubar: Deckfarben, Tusche, Malfarben, Tinte und Tintenfässer, Zeichenblöcke, Kohle- und Durchschreibepapier, Schreibgeräte, Schreibbänder, Künstlerfarben, Klebstoff, Büroleim, Radiergummi, Pinsel, Siegellack, Technische Farben bis zur Jugendbuchreihe TKKG, u.v.m.

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Tintenflasche mit der Nummer 4001, einzige Zahlenkombination neben der Weltmarke 4711, die warenzeichenrechtlich geschützt ist.

Die Post genehmigte der Fa. Wagner eigene Einschreibzettel, die direkt auf Päckchenaufkleber gedruckt wurden. Die folgenden R-Zettel sind im Bereich der OPD Hannover Amtsausgaben in der Britischen Zone.

R-Zettel Typ 72141, als Firmen-Selbstbucher:

Adresszettel für eine Einschreib-Drucksache der Firma Günther Wagner, Hannover. Mit Handrollstempel entwertet, Datum nicht erkennbar, auf Grund der Notopfermarke jedoch in den Dezember 1948 zu datieren.

R-Zettel 20 Hannover 15, Unterscheidungsbuchstaben GW, Zettel vom Bogenrand, vom obigen Beleg, lokaler R-Zettel mit großem Numerator

Ein Adressausschnitt von Hannover nach (14b) Wangen (Allgäu)

R-Zettel 20 Hannover 15, Unterscheidungsbuchstaben GW, vom obigen Beleg, lokaler R-Zettel mit großem Numerator

Es folgen zwei lose R-Zettel, gerader Fuß beim R, mit der Postleitgebietszahl 20, um den Unterschied der verschiedenen Typen deutlich zu machen.

PLGZ 20: Höhe des Buchstaben R – 7,5 mm

PLGZ 20: Höhe des Buchstaben R – 9 mm

Der Buchstabe R mit geschwungenem Fuß bei der Variante mit der Postleitgebietszahl 20 a:

PLGZ 20 a: Höhe des Buchstaben R – 7 mm

PLGZ 20 a: Höhe des Buchstaben R – 8,2 mm

Bereits 1912 war die Firma Günther Wagner als Selbstbucher bei der Post registriert. Eine Paketkarte für eine Sendung aus Hannover-List (Günter Wagner) nach Aarau in die Schweiz. Perfins Firmenlochung der 80 Pfennig Briefmarke mit den Initialen GW. Bulletin d’expédition vom 31.12.1912, Poststempel Hannover-List und Bahnpoststempel Frankfurt-Karlsruhe- Basel.

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Die Firma THE NEW BOOK Co. aus Singapur war 1933 optimistisch, dass die Post in Hannover das Werk auch ohne Straßenanschrift finden wird.

Eine Selbstbucher Paketkarte vom 1.6.1943 von Hannover 2 (Günther Wagner), Gebühr bezahlt nach Wassenheim im Elsass

Eine portopflichtige Dienstsache vom Außenhandelskontor Niedersachsen in die Podbi 292, innerorts, vom 28.4.1951, Notopfer Steuermarke und 10 Pfennig Nachgebühr…

Kein Kaufmannsbetrieb kann vor einem Gerichtsvollzieher sicher sein. Ein Beleg mit Notopfer Steuermarke und Frei durch Ablösung vom 19.6.1952

Das Wachstum der Firma machten mehrere Umzüge notwendig. Von Groß Munzel nach Hannover zum Engelbosteler Damm in Hannover-Hainholz und schließlich 1906 in den hannoverschen Stadtteil List an die Podbielskistraße.

Eine historische Zeichnung gibt einen Eindruck von der Lage der Firma in der hannoverschen List.

Das damalige Firmengelände wird heute von unterschiedlichen Betrieben genutzt. Allein der „PelikanTurm“ mit seinem Showroom und einem historischen Saal erinnern an die damalige Verwendung.

Der Firmenschriftzug auf dem Schonstein ist noch erhalten.

Eine kleine, unvollständige Zeittafel:

1842 Gründung der Farbenfabrik Carl Hornemann

1863 Eintritt von Günther Wagner bei Carl Hornemann.

1871 kauft Günther Wagner die Firma und führt sie unter eigenem Namen weiter.

Am 27.11.1878 ließ Wagner den Pelikan (Familienwappen) als Schutzmarke beim Amtsgericht Hannover eintragen.

1881 tritt der spätere Nachfolger von Günther Wagner, Fritz Beindorff als Reisender in die Firma ein.

1890, die erste Schreibmaschine wird angeschafft

1906 Umzug der Firma an die Podbielskistraße

1930, Beginn der Herstellung von Plaka-Farbe

7.2.1938 Tod von Fritz Beindorff

Im Jahr 1965 kauft Pelikan (Günther Wagner) die Greif-Werke in Goslar.

Ende der 1960 Jahre wurde der Name des Markenzeichens auch offiziell zum Firmennamen gemacht und von Fa. Günther Wagner in Pelikan umbenannt.

1973 verlagert Pelikan Teile der Produktion aus dem Stammsitz nach Voehrum bei Peine.

1978 wird aus der Pelikan GmbH eine Aktiengesellschaft.

1982 meldet die Pelikan AG Vergleich an

Im Jahr 1990 übernimmt Pelikan den Wettbewerber GEHA – Gebrüder-Hartmann-Werke in Hannover.

1993 Umwandlung des Firmengeländes in Büro, Hotel, Restaurant u.ä.

2003 Auszug der Pelikan Verwaltung.

Aktuell wird die Nachfolgeorganisation aus Puchong, Selangor in Malaysia geführt.

In Hannover sind nach den drei prägenden Unternehmern der Firmengeschichte Straßen benannt worden:

  • Carl Hornemann: Carl-Hornemann-Straße, zwischen Immengarten und Günther-Wagner-Allee
  • Günther Wagner: Günther-Wagner-Allee, unweit der Stadtbahn Haltestelle Pelikanstraße
  • Fritz Beindorff: Fritz-Beindorff-Allee, in der Nähe der Stadtbahn Haltestelle Vier Grenzen

Nachsatz zu der Pelikan-Marke:

Die Anzahl der Pelikan Kinder variiert in der Pelikan-Marke:

Kopf einer Firmenrechnung, ca. 1910, oben links vier Pelikan Kinder im Nest.

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Die Pelikan-Marke mit zwei jungen Pelikanen im Nest, ca. 1960

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Das aktuelle Logo, ein Pelikan mit einem jungen Pelikan im Nest.

Quellen:

  • Wagner ist nicht an allem schuld, Willi Bongard, Die Zeit, 48/1963
  • Pelikan: Der traditionelle Schreibwarenhersteller muß saniert werden – Politiker und Beschäftigte kämpfen um Arbeitsplätze: Gnadenlos abgewirtschaftet, Stefan Merx, Die Zeit, 30.9. 1994
  • Geschichte der Stadt Hannover, vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, Klaus Mlynek und Walter R. Röhrbein, 1994 Agenten, Bader und Copisten, Ludwig Hoerner, 1995
  • Geha vs. Pelikan, Wettrüsten der blauen Wunder, Stefan Schmitt, Der Spiegel, 12.11.2008
  • „…da ich von Hitler begeistert war“, wie braun war Fritz Beindorff? Hannoversche Allgemeine Zeitung, Simon Benne, 5.2.2018
  • Günther Wagner, 1838-1938, Buch zum 100. Jahrestag des Firmen Bestehens, Wilhelm Grabow, 1938, Stadtbibliothek Hannover
  • Der Beitrag der hannoverschen Industrie zum technischen Fortschritt, Albert Lefevre, 1970, Hannoversche Geschichtsblätter, Stadtbibliothek Hannover
  • Günther Wagner 1838-1906, verfasst von Hermann Löns, 16.9.1906, Stadtbibliothek Hannover
  • Fotos vom Autor Juni 2019
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.

Noch nicht für diesen Beitrag ausgewertet:

  • Tinte und Blech, Eine Pilotstudie zu Fritz Beindorff (1860-1944) und den Günther Wagner Pelikan Werken im Nationalsozialismus, Annemone Christians

Lesetipp zu weiteren Amtsausgaben:

R-Zettel Typ 751 – Erste Nachkriegsausgabe der Staatsdruckerei Berlin für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet der britischen und amerikanischen Besatzungszonen

Eine interessante Type!

Bei der Beschäftigung mit R-Zetteln fallen gelegentlich besondere Typen auf. Fast immer ist der Schrifttyp des R für Recommandé deutlich und klar ausgewählt.

Für die „Erste Nachkriegsausgabe der Staatsdruckerei Berlin für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet der britischen und amerikanischen Besatzungszonen“ fällt der Buchstabe R auf. Was mag sich der Schriftsetzer bei der Auswahl dieser Letter gedacht haben?

Der vermutlich bekannteste Vertreter dieses Typs kommt aus Berlin von einem Sonderpostamt:

Briefmarken-Ausstellung Berlin-Zeughaus Flüchtlings- und Altershilfe, 8. bis 15. Dezember 1946

Ab 1946 stellte die Staatsdruckerei Berlin diesen R-Zettel Typ im Rollenbuchdruck her.

Bekannt sind R-Zettel mit unterschiedlichen Schriftgrößen: halbfett, kleiner halbfett und mager schmal.

Dieser Typ kam ab 1946 bis zum Aufbrauch der Zettel in folgenden Oberpostdirektionen zum Einsatz: 1, 16, 17a, 20a, 20b, 21b, 22a, 24a und 24b (Berlin, Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Kiel).

Welche R-Zettel aus dem heutigen Niedersachsen sind von diesem Typ 751 bekannt?

Letzte Aktualisierung: 8. Januar 2024

20a:

  • Burgdorf (Han)
  • Burgdorf (Han), UB a
  • Ehmen über Fallersleben
  • Ehra-Lessien über Fallersleben
  • Fallersleben, UB a
  • Hannover-Limmer, UB a
  • Hannover-Linden 1, UB a
  • Hannover-Linden 1, UB c
  • Hannover-Linden 1, UB e, handschriftlich UB c
  • Hannover-Linden 1, UB g
  • Hannover-Linden 2, UB a
  • Hannover-Linden 2, UB b
  • Hannover-Linden 3
  • Hannover-Ricklingen, UB a
  • Heiligendorf über Fallersleben

20b:

R-Brief 20b Alversdorf (Kr Helmstedt), 9.9.50 nach Bochum

R-Zettel vom obigen Beleg

  • Alversdorf (Kr Helmstedt)

R-Brief 20b Bodenfelde, 9.1.50 an das Finanzamt in Northeim

R-Zettel vom obigen Beleg

  • Bodenfelde
  • Bodenfelde, UB a
  • Dorste über Northeim (Han)
  • Echte über Northeim (Han)
  • Gillersheim über Northeim (Han)
  • Hattorf (Harz)
  • Jerxheim-Ort über Schöningen (Braunschw)
  • Katlenburg Kr Northeim (Han)
  • Lindau über Northeim (Han)
  • Northeim (Han)
  • Northeim (Han), UB f
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R-Brief 20b Northeim (Han) Land, 29.9.49 nach 18 Kaiserslautern, Poststellen II Stempel 20b Wachenhausen über Northeim (Han), Umschlag unten verkürzt

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist nort-rz_000350.jpg

R-Zettel vom obigen Beleg

  • Northeim (Han) Land
  • Offleben
  • Schöningen (Braunschw)
  • Schöningen (Braunschw), UB a
  • Schöningen (Braunschw), UB b
  • Schöningen (Braunschw) Land
  • Söllingen über Schöningen (Braunschw)
  • Sudheim über Northeim (Han)
  • Wulften (Harz)

23:

  • keine Produktion dieses R-Zettel Typs für diesen Leitbereich

24a:

  • Einschreibezettel mit dem Typ 751 von 24 a Hamburg 18 sind bekannt. Aber bisher liegen keine R-Zettel aus dem niedersächsischen Bereich südlich der Elbe vor.

Durch den zeitlich begrenzten Einsatzzeitraum sind nicht viele Postämter belegt.

Die Gebiete 13a, 13b, 14a, 21a, 22c und 23 (Bremen, Köln, München, Münster, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart) erhielten diese Ausgabe nicht mehr, da wegen der Wirtschaftsblockade von West-Berlin die Staatsdruckerei nicht mehr genügend Druckfarben, Papier und Gummi erhielt und die Herstellung einstellen musste.

Die Herstellung der R-Zettel wurde dezentralisiert und dafür die Vertragsdruckereien Schlüter in Hannover, Sontag in Nieder-Olm und Fronhofer in Regensburg eingeschaltet.

Die Dezentralisierung hatte eine Vielzahl von verschiedenen Einschreibezettel-Typen zur Folge.

In der sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR begann die Gebrauchszeit bereits 1946, hier Typ 821. Blanko R-Zettel mit handschriftlichen Eintragungen oder Stempel sind bekannt. Im Jahr 1948 bis zum Beginn der Blockade wurden auch R-Zettel für die Westzonen hergestellt.

3:

Eine besondere Rolle in der Geschichte Niedersachsens spielt die Gemeinde Neuhaus, Elbe. Die Besonderheiten dieser Gemeinde finden Sie in einem extra Artikel, hier.

R-Brief von Neuhaus (Elbe) nach Ildehausen bei Seesen, Sowjetische Besatzungszone, 11.8.49, R-Zettel von 3 Schwerin (Meckl) überstempelt mit Neuhaus (Elbe)

R-Zettel vom obigen Beleg


R-Brief von Stapel nach 24 Husum, Alliierte Besetzung, 20.2.48, Blanko R-Zettel mit handschriftlicher Eintragung, ohne 3

R-Zettel vom obigen Beleg

R-Brief von 3 Stapel nach 24b Husum, DDR, 10.2.51, Blanko R-Zettel mit handschriftlicher Eintragung, mit 3

R-Zettel vom obigen Beleg

Sollten Sie in Ihrer Sammlung weitere R-Zettel mit dem Typ 751 aus dem heutigen Niedersachsen vorliegen haben, würde ich mich über eine Nachricht freuen. Die obige Auflistung könnte mit Ihrer Hilfe ergänzt werden. Danke!

Quelle:

  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.

Presseausstellung Hannover

In Hannover fand vom 9. September bis 3. Oktober 1948 die erweiterte Deutsche Presseausstellung statt. Einschreibbriefe wurden mit einem Blanko R-Zettel mit einem violetten Gummistempel abgefertigt.

R-Brief von diesem Sonderpostamt in die Schweiz, Sonderstempel vom 9.September 1948, Datum der Ausstellungseröffnung

R-Zettel vom obigen Beleg

Der R-Zettel wurde in Bogen zu 40 Stück hergestellt und für Sonderpostämter oder als Reserve für Postämter bereitgestellt. Dieses ist kein Not R-Zettel. R-Zettel Typ 7641 Blankozettel.

Ausstellungsort waren die früheren Werkshallen der Leichtmetall-Werke in Hannover-Laatzen.

Die Veranstaltung wurde vom Niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Kopf eröffnet. Die Ausstellung gab einen geschichtlichen Überblick über den Kampf um die Pressefreiheit und veranschaulichte das Verhältnis der Presse zum Staat.

Ost- und Westdeutsche Zeitungen waren vertreten. In einer Sonderschau wurden Zeichnungen von Karikaturisten in „Zeitgeschehen in der Karikatur“ gezeigt. Die hannoversche Wilhelm-Busch-Gesellschaft zeigte „Wilhelm Busch und die Presse“. Das niedersächsische Kultusministerium und der Rat der Stadt Hannover präsentierten Bilder „Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts“, die jahrelang nicht öffentlich zu sehen waren.

Hannover erwartet Sie

Mit dieser Aufforderung machte ein Bandstempel Werbung für die Ausstellung. In einem kleinen Rechteck mit Schattenzeichnung hält eine stilisierte Person eine Zeitung hoch.

Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, 14. September 1948

Im Amtsblatt wird das Sonderpostamt angekündigt und Anlaß, Veranstalter, Dauer, Aufgabenkreis und Sonderstempel beschrieben

Der Sonderstempel zu dieser Veranstaltung zeigt die Darstellung eines Zeitungsverkäufers

Ein Sonderpostamt mit einer Öffnungszeit von 20 Tagen. Einschreiben gehörten auch zu den angebotenen Postdienstleistungen.

Wie viele Einschreibbelege sind bei diesem Sonderpostamt abgefertigt worden?

Alle mir bekannten Belege aus Sammlungen oder Auktionslosen sind hier aufgeführt, letzte Aktualisierung der Tabelle am 1. Januar 2024:

Numerator Datum (alle 1948) Ziel des Beleges
076 9.9. Bex, Schweiz
134 12.9. Hannover-Kleefeld
136 12.9. Hannover-Kleefeld
163   lose
174 13.9. ?
180 13.9. ?
181 13.9. ?
195 13.9. Leipzig
196   lose, ARGE-Katalog
210 19.9. Hannover
285 19.9. Schönebeck
297 19.9. Laatzen
304 19.9. Hannover-Hainholz
305 19.9. Hannover-Hainholz
306 19.9. Hamburg
307 19.9. Hamburg
312 19.9. Hamburg
320 19.9. Hamburg
332 19.9. Hannover
334 19.9. Hannover
336 19.9. Hannover
422 26.9. Hannover-Linden
426   lose
441 27.9. München
444 27.9. Steinhöring
498 3.10. ?

Vermutlich sind etwa 500 Einschreiben bei diesem Sonderpostamt aufgegeben worden. Bitte helfen Sie mit, diese Aussage zu bestätigen und die Aufstellung zu ergänzen. Gern nehme ich Ihren Scan entgegen und baue ihn in die Übersicht mit ein. (Kontaktformular)

Auch an anderen Orten wurden Presseausstellungen organisiert: In 22 a Düsseldorf gab es im November 1947 eine Deutsche Presseausstellung. Für Einschreibsendungen wurde die Einheitsausgabe „Düsseldorf Ausstellung“ verwendet.

In 13 b München wurde, kurz vor der Währungsreform, vom 5. Mai bis 15. Juni 1948 eine Deutsche Presseausstellung im Ausstellungspark durchgeführt, mit 181.000 Besuchern. Für R-Sendungen kam die Einheitsausgabe „München 2 Sonderpostamt“ zum Einsatz.

In 1 Berlin-Charlottenburg gab es eine Presseausstellung im Jahre 1949. Und in Köln gab es vom 12. Mai bis 1. Oktober 1928 einen Vorläuferausstellung mit dem Namen „Pressa“, mit über 5 Millionen Besuchern.

Quellen:

  • Der Spiegel, 11.9.1948, „Ihre Majestät die Presse“
  • Amtsblatt der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, Nr. 51, Frankfurt 14.9.1948
  • Schütz, W. J. (2011). Von Köln bis Berlin. Presseausstellungen – für Zeitungsleser und Philatelisten. „Die Schwarze und die Weiße Kunst“, Mainz: Internationale Motivgruppe Papier und Druck, Nr. 174, August 2011, S. 2-9.
  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Amtlicher Führer durch die Deutsche Presseausstellung 1948, Emil Groß, in Universitätsbibliothek München:

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Der 70 seitige amtliche Führer beinhaltet folgende Artikel: Was die Pressefreiheit bedeutet, Presse und Messe, Hallenplan, Veranstaltungen und Tagungen während der Messe, Deutsche Malerrei des 19. Jahrhunderts (mit Verweis auf den ausführlichen Katalog, s.u.), Wilhelm Busch und die Presse, Aussteller- und Warengruppenverzeichnis, Presse und Werbung, Graphik und Werbung, Die britische graphische Kunst, Presse, Aufbau und Hannover, Blumenschau des Hannoverschen Gartenbaues. Der Katalog wird ergänzt durch zahlreiche Anzeigen von Verlagen und ihren Produkten.

  • Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts: Kunstausstellung aus Anlass der Deutschen Presseausstellung 1948, Reinhold Behrens, in Universitätsbibliothek Leipzig:

Auf 32 Seiten listet der A-5 große Katalog alle 109 Gemälde von 48 Künstlern auf. Die bekanntesten Maler in dieser Ausstellung waren Lovis Corinth, Caspar David Friedrich und Max Liebermann.

Bahnhof

R-Zettel mit dem Zusatz Bahnhof

Das Thema Bahnhof ist allen mobilen Menschen präsent. Bis zur Einführung der Brief- und Paketzentren durch die Deutsche Post, waren die Postämter in relevanten Orten in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof eingerichtet. Eine Vielzahl der Sendungen würde mit der Bahn und nicht auf der Straße transportiert. Auch kleinere Poststellen (Poststellen II) waren aus logistischen Gründen in der Nähe untergebracht. Viele Belege, Postkarten, Poststempel und Bahnpoststempel dokumentieren das Thema Bahn, Bahnhofsgebäude oder den Transport mit der Bahn.

In diesem Artikel geht es um R-Briefe oder R-Zettel mit dem Zusatz Bahnhof.

Letzte Aktualisierung: 22. Januar 2024

Sortierung nach Ortsalphabet:

Bentheim, später Bad Bentheim, unterhielt über einen längeren Zeitpunkt ein Postamt Bahnhof:

R-Zettel Reichsausgabe Bentheim Bhf

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R-Brief 23 Bentheim Bhf = Bahnhof, Sonderstempel (23) Bentheim Freilichtspiele 1925 1950, Datum 6. Juni 1950, nach Hannover, dort nicht abgeholt und zurück

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R-Zettel vom obigen Beleg

R-Zettel 23 Bentheim Bhf, einzeilig

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R-Zettel 23 Bentheim Bhf, zweizeilig, Bhf kleinerer Schrift

R-Zettel Amtskennzeichen (AKZ) Bentheim Bhf, 9 A 8, einzeilig

R-Zettel Amtskennzeichen (AKZ) Bentheim Bhf, 9 A 8, zweizeilig

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R-Zettel Frellstedt 1 (Bahnhof), Frellstedt liegt im Landkreis Helmstedt, Kopie von einem Auktionslos

R-Brief Hesepe-Bahnhof über Bramsche nach Hannover, 12. März 1960

Amtskennzeichen 9 T (AKZ) R-Zettel vom obigen Beleg

R-Brief Hildesheim 2 (Bahnhof) nach Hannover, 7. März 1893

R-Zettel vom obigen Beleg, R rechtsstehend

R-Brief Jerxheim (Bhf) über Schöningen (Braunschw) nach Demmin, 24. April 1947

R-Zettel vom obigen Beleg

R-Zettel (20b) Jerxheim Bahnh. üb Schöningen (Bswg)

R-Zettel Amtskennzeichen 16 S Jerxheim Bahnhof über Schöningen (Braunschw)

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R-Zettel 3339 Jerxheim Bahnhof, Verwendung 1975, später Jerxheim 2

R-Brief Rieste Bhf über Bramsche nach Schönebeck (Elbe), 7. September 1946

R-Zettel vom obigen Beleg

Poststempel Rieste Bahnhof vom obigen Beleg

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R-Zettel 3351 Vorwohle Bahnhof, Vorwohle im Landkreis Holzminden, Kopie von einem Auktionslos

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R-Zettel Wunstorf 1 (Bahnhof), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von SF Neumann

R-Brief violetter Not-Stempel Vechta Reichspost, R-Zettel 23 Vechta mit Unterscheidungsbuchstabe W, Landpoststempel 23 Rechterfeld Bahnhof über Vechta, nach Schönebeck (Elbe), Rückseite Ankunftsstempel 31.Mai 1947

Landpoststempel 23 Rechterfeld Bahnhof über Vechta vom obigen Beleg

Das Thema dieses Artikels ist hiermit beschrieben. Bei der Frage nach weiteren, mir bisher unbekannten R-Zetteln mit dem Zusatz Bahnhof bin ich auf die Idee gekommen über Poststempel, Poststellen II Stempel (Landpoststempel), Paketkarten und über ein Ortsverzeichnis mögliche weitere Poststellen in den Fokus zu bekommen, denn nicht immer war die Poststelle oder das Postamt mit eigenen R-Zetteln ausgestattet.

Poststellen II Stempel (auch gern Landpoststempel genannt) dokumentieren die Poststelle im oder am Bahnhof:

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ca. 1958 wurde der Poststellen II Stempel 23 Goldenstedt Bahnhof über Vechta eingesetzt

ca. 1956 wurde der Landpoststempel 23 Hesepe Bahnhof über Bramsche verwendet. R-Zettel Hesepe Bahnhof s.o.

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ca. 1948 wurde der Poststellen II Stempel 23 Langwarden-Bahnhof über Nordenham eingesetzt

Poststempel aus Meinersen BHF.- Ohof vom 30. November 1931. Einsatz des Stempels von 1924 bis 1935

Poststellen II Stempel Meinersen Bf Ohof über Gifhorn, Verwendungszeit 1935 bis 1947

Landpoststempel 23 Schwichteler Bahnhof über Vechta

2. Juni 1960, Poststellen II Stempel 20b Tettenborn Bahnhof über Bad Sachsa (Südharz)

13. Juni 1962 Poststellen II Stempel 3421 Tettenborn Bahnhof Gem. Tettenb. (Gemeinde Tettenborn)

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Paketkarte vom 31. August 1985 aus 3421 Tettenborn Bahnhof

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Ausschnitt vom obigen Beleg

ca. 1932 wurde der Landpoststempel Weste Bahnhof Bevensen (Lüneburger Heide) Land verwendet.

1960 wurde der Landpoststempel Weste Bahnhof über Bevensen (Kr Uelzen) eingesetzt.

  • Poststempel mit dem Zusatz Bahnhof sind bekannt von Braunschweig (beispielhaft 1870-74), Celle (1873), Elze, Hannover, Osnabrück (1922) und Wunstorf.

Eine weitere hilfreiche Quelle für die Recherche ist das Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Reichspostzentralamt, Berlin 1936:

Viele Orte mit dem Zusatz Bahnhof oder Bhf sind in diesem Verzeichnis aufgeführt. Und Orte die möglicherweise später erst einen Zusatz erhalten haben natürlich auch. Ein Stichtagsbetrachtung von 1936:

  • Arpke Bhf/über Lehrte, Poststelle
  • Barenburg Bhf/über Sulingen, Poststelle
  • Bentheim, Telegraphenamt, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Brockhöfe Bhf/über Ebstorf (Kr Uelzen), Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2500m – (Ein Landpoststempel aus 1962 Brockhöfe Bhf über Uelzen ist bekannt)
  • Daerstorf BhF/über Harburg-Wilhelmsburg 1, Poststelle
  • Hesepe kein Zusatz Bahnhof, Posthilfstelle
  • Hittfeld Bhf/über Harburg-Wilhelmsburg 1, Poststelle
  • Horst-Wipshausen Bhf/über Peine, Poststelle
  • Jerxheim (Bhf) über Schöningen (Braunschw), Postagentur, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2528m
  • Mehle Bahnhof/über Elze (Hann), Poststelle
  • Meinersen Bhf-Ohof über Gifhorn, Poststelle
  • Kreiensen Reichsbhf
  • Langwarden Bahnhof/über Nordenham-Eckwarderhörne, Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 2700m
  • Oldenbrok Bahnhof, Poststelle, Ort dessen Bahnhof mindestens 2 km von der Ortsgrenze entfernt ist: die Entfernung selbst ist hinter dem Ortsnamen vermerkt: 3500m
  • Osterlinde Bhf/über Wolfenbüttel, Poststelle
  • Rechterfeld Bahnhof/über Vechta, Poststelle
  • Rieste kein Zusatz Bahnhof, Poststelle
  • Schwichteler Bahnhof/über Vechta, Poststelle
  • Tettenborn, kein Zusatz Bahnhof, Postagentur
  • Weste Bahnhof/über Bevensen, Poststelle

Aus dem Anhang 1, Orte mit mehreren durch Zahlen oder Buchstaben unterschiedene Postanstalten, mit Hinweisen auf Bahnhof:

  • Braunschweig 2 (Hauptbhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Celle 2 (Im Staatsbhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Göttingen 2 (Bahnhofstr. 20), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Hannover 1 (Ernst August Platz 2), Brief- und Geldzustellung, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Hannover 2 (Am Bahnhof 4) (Paketpostamt), Paketzustellung
  • Hildesheim 2 (Bahnhofsplatz 2), Zweigpostamt des Amtes 1, Paketzustellung, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Kichweyhe (Bz Bremen) (Bahnhofsstr. 270), Postamt, vereinigte Zustellung (Brief-, Geld-, Paketzustellung)
  • Leer (Ostfriesl) 1 (Bahnhofstr. 2), Postagentur, vereinigte Zustellung (Brief-, Geld-, Paketzustellung)
  • Lüneburg 2 (Bahnhofstr. 2), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen
  • Oldenburg (Oldb) 3 (Bahnhofsplatz 11), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen, Paketzustellung
  • Osnabrück 5 (Hbhf), Zweigpostamt des Amtes 1
  • Uelzen (Bz Han) 2 (Bhf), Zweigpostamt des Amtes 1, Hinweis: dem öffentlichen Verkehr dienende wichtige Postanstalten in oder an Bahnhöfen

In einem späteren Artikel wird es um das Bahnpostamt 16 gehen. Hier nur eine erste Auflistung aus dem Ortsverzeichnis:

Aus dem Anhang 2, Bahnpostämter mit Angabe der ihnen zugeteilten Bahnstrecken:

Bahnpostamt 16 in Hannover: (Raschplatz 1, Eingang Tivolistr.)

  • Hannover-Kassel (-Frankfurt (Main)
  • Göttingen-Bebra (-Frankfurt (Main)-Würzburg)
  • Hannover Hamburg
  • Hannover-Wesermünde-Lehe
  • Bremen-Oldenburg-Wilhelmshaven (Oldenburg-Leer-Norddeich)
  • Hannover-Altenbeken
  • Hannover-Soltau (Han)
  • Walsrode-Visselhövede
  • Hannover-Weetzen-Haste (Bz Minden)
  • (Hannover-Braunschweig)

An Sie gerichtet, meine herzliche Bitte, für diesen oder alle anderen Artikel dieses Blogs, mir fehlende Belege oder R-Zettel zu den Themen anzubieten. Vielen Dank!

Beobachtungen an der Strecke, für Freunde der Bahn:

 

Die „NordWestBahn“ organisiert die Verbindung einiger der oben beschriebenen Orte.

Bad Bentheim, (bis zum 5. Juni 1979 Bentheim) Stadt im Landkreis Grafschaft Bentheim, ca. 15.400 Einwohner:

 

 

Der Bahnhof Bad Bentheim ist im Mai 2018 eine Baustelle

Hesepe, seit 1.7.72 in die Stadt Bramsche eingegliedert, ca. 2.600 Einwohner:

Am Bahnhof Hesepe muss man sich Richtung Norden entscheiden: Oldenburg links oder Bremen rechts

Jerxheim, ca. 1.200 Einwohner:

Bahnhofsgebäude Rückseite, Beschriftung gut erkennbar, keine Fenster mehr im Gebäude

 

Über diese Gleise in Jerxheim fährt seit Dezember 2007 kein Zug mehr

Die Bezeichnung Bahnhof für diesen Ort dient auch zur Unterscheidung zu anderen Teilen der Gemeinde

Rechterfeld, Gemeinde Visbek im Landkreis Vechta, ca. 1.100 Einwohner:

Eingleisiger Bahnhof Rechterfeld

Auf dem Ortsplan wird der Bahnhof als Bahnhaltestelle bezeichnet

Rieste, im Landkreis Osnabrück, ca. 3.400 Einwohner:

Der eingleisige Bahnhof Rieste liegt direkt neben dem Rathaus

Schwichteler, Gemeinde Cappeln im Landkreis Cloppenburg, ca. 280 Einwohner:

Die verlassene? Bahnhofgaststätte ist der letzte Zeuge der ehemaligen Bahnstation. Alle Gleisanlagen sind entfernt.

Die Bushaltestelle trägt die Bezeichnung  „ehem. Bahnhof“

Literatur und Quellen:

  • Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Reichspostzentralamt, Berlin 1936
  • Postgeschichtliche Blätter Hannover Braunschweig, Heft 1, Januar 1977
  • aktuelle Fotos vom Autor, April 2017 und August 2018
  • mit freundlicher Unterstützung von J. Messerschmidt, Gifhorn

Amtsausgabe Hildesheim

amtsausgabe-hi-foto

In diesem Beitrag geht es nur auf den ersten Blick um einen R-Brief von Hildesheim nach Düsseldorf, mit Poststempel vom 27. Juli 1946.

Durch die Kenntnis dieses abgebildeten R-Zettels von Hildesheim 1, Numerator 389, ergibt sich eine Erklärung für vier verschiedene R-Typen. Bei der genauen Betrachtung fällt auf, dass die zusammenhängenden Zettel zwei unterschiedliche R-Typen abbilden. Bei einem entsprechenden Mangel (1946) an gleichen Lettern ergibt sich hieraus eine Erklärung. Der Postbeamtin sei Dank für eine unsaubere Trennung.

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Der Overmann Katalog steckt voller nützlicher Hinweise. Einschreibezettel Typ 72142, auszugsweise aus dem Katalog zitiert:

  • Gebrauchszeit 1946/7
  • Druckerei und Bogengröße unbekannt.
  • Wegen Lettermangel wurden für den Buchstaben „R“ vier verschiedene Typen verwendet.
  • Ohne Numeratorzahlen, diese wurden handschriftlich eingesetzt.
  • Druck ganz in rot, grauweißes festes Papier.
  • Senkrecht mitgedruckter sägezahnförmiger Durchstich in roter Farbe, waagerecht und an den Außenkanten des Bogens ungezähnte Verwendung bekannt.

Am Beispiel der folgenden Abbildungen lassen sich die vier unterschiedlichen „R“-Typen gut unterscheiden:

„R“ dünn:

nord

„R“ schmal:

hi-20

„R“ fett:

hi

„R“ Füße weit:

hi-5

Folgende Tabelle dokumentiert die bisher bekannten Orte, in denen die Amtsausgabe Hildesheim eingesetzt wurde. Die Eintragungen in fetter Schrift kennzeichnen Originalvorlagen, normale Schrift beschreibt Kopien, „lose“ ist der Hinweis auf lose R-Zettel ohne Beleg und Datum.

Letzte Aktualisierung: 14. April 2022

  R dünn R schmal R fett R weit
Algermissen   23.3.46   16.4.46
Almstedt lose 24.7.46 lose  
Borsum     8.5.46  
Dingelbe   14.3.46    
Dinklar 21.6.46      
Emmerke     lose  
Garbolzum   7.5.46 11.6.46  
Groß Düngen   4.5.46    
Harbarnsen   lose 7.1.47  
Harsum   26.8.46   24.6.46
Hasede   23.8.46   18.4.46
Hildesheim 1 27.7.46 6.4.46 24.4.46 25.3.46
Hildesheim 2 a   lose   5.4.46
         
Hildesheim 2 b*  28.3.46 xx.xx.46 26.3.46 7.3.46
Hildesheim 2 b**   11.4.46   5.3.46
Hildesheim 3   29.3.46 6.3.46 lose
Hildesheim 4   29.7.46    10.5.46
Himmelsthür   25.11.46    
Holle    3.6.46    lose
Nettlingen 11.5.46 3.6.46    lose
Nordstemmen  9.7.46 25.4.46 27.5.46  
Rautenberg    17.6.46  8.7.47  
Sehlem       1.11.46
Sibbesse    24.6.xx    21.6.46

Bis heute sind 24 Postämter mit verschiedenen R-Typen dokumentiert.

Zur Zeit frühestes belegtes Datum bei lesbaren Poststempeln:

25.2.46 (Hildesheim 2 a), bisher spätestes Datum: 8.7.47 (Rautenberg).

xx im Datumsfeld bedeutet, der Stempel ist nicht lesbar.

Bei Hildesheim 2 a und b gibt es eine Auffälligkeit:

  • Hildesheim 2 a* und 2 b* – der Unterscheidungsbuchstabe befindet sich unter der 2, siehe Abbildung am Beispiel 2 b:

  • Hildesheim 2 b** – der Unterscheidungsbuchstabe b befindet sich unterhalb der 2 und nach rechts versetzt, siehe Abbildung:

Zusätze auf dem jeweiligen R-Zettel:

  • Almstedt + Rautenberg + Sibbesse mit Zusatz „Hannover“:

  • Borsum + Harsum + Hasede + Himmelsthür mit Zusatz „Krs. Hildesheim“:

  • Harbarnsen mit Zusatz „Krs Alfeld“ – ohne und mit Punkt hinter „Krs“:

  • Holle + Nettlingen mit Zusatz „Bez. Hannover“:

Die bisher bekannten Belege stammen überwiegend aus dem Jahr 1946, einzelne Belege auch aus dem Jahr 1947.

Hier eine Übersicht der bisher vorliegenden unterschiedlichen Varianten:

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„R-schmal“ Algermissen, loser R-Zettel

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„R-weit“ Algermissen, 16.4.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-dünn“ Almstedt Hannover, 24.7.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-fett“ Borsum Krs. Hildesheim, Gebühr bezahlt, 8.5.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Dingelbe, 14.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-dünn“ Dinklar, Zensur, 21.6.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Garbolzum, 7.5.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-fett“ Garbolzum, 11.6.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Groß Düngen, 4.5.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Harbarnsen Krs Alfeld, loser R-Zettel

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„R-schmal“ Harsum Krs. Hildesheim, 26.5.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Harsum Krs. Hildesheim, 24.6.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Hasede Krs. Hildesheim, 23.8.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Hasede Krs. Hildesheim, 18.4.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-dünn“ Hildesheim 1, 27.7.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Hildesheim 1, 25.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Hildesheim 1, 6.4.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Hildesheim, 26.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Hildesheim 2 a, loser R-Zettel

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„R-weit“ Hildesheim 2 a, Zensur, 25.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-dünn“ Hildesheim 2 b, Zensur, 26.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Hildesheim 2 b, 2x.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-fett“ Hildesheim 2 b, 26.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Hildesheim 2 b, 7.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Hildesheim 2 b, b versetzt, 11.4.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Hildesheim 3, 26.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-fett“ Hildesheim 3, 2.3.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Hildesheim 3, loser R-Zettel

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„R-schmal“ Hildesheim 4, 29.7.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Hildesheim 4, 10.5.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-schmal“ Himmelsthür Krs. Hildesheim, 25.11.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Holle Bez. Hannover, loser R-Zettel

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„R-dünn“ Nettlingen Bez. Hannover, 11.5.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-dünn“ Nordstemmen, 9.7.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-fett“ Norstemmen, 27.5.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-fett“ Rautenberg Hannover,8.1..1947

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Sehlem, 1.11.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

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„R-weit“ Sibbesse Hannover, 21.6.1946

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R-Zettel vom obigen Beleg

Offene Fragen:

  • Ist der Einsatz dieser Einschreibezettel in einem Amtsblatt angekündigt worden?
  • War die Buchdruckerei Olms aus Hildesheim die Druckerei für diese Einschreibezettel?
  • Gibt es diesen R-Zettel Typ auch aus: Groß Giesen, Ahrbergen, Groß Förste, Hönnersum, Adlum, Hüddessum, Machtsum, Hackenstedt, Heersum, Derneburg, Sottrum, Grasdorf, Silium, Oedelum, Ottbergen, Bettmar, Kemme, Groß Himstedt, Bettrum oder anderer Orte?

Lesetipp zu weiteren Amtsausgaben:

Quellen und Literaturhinweise:

  • Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
  • Hibria 03, Katalog zur Briefmarkenausstellung Hildesheimer Briefmarkensammler-Verein von 1913 e.V., 14./15. Juni 2003, Hildesheim
  • AM Post Bundesarbeitsgemeinschaft, Rundbrief 90/2009
  • Arge R-und V-Zettel, Rundbrief 158/2009
  • Festschrift 125 Jahre Briefmarkenclub Hannover von 1886 e.v., 2011

Ich danke Herrn Dr. W. Dilg  für die Bereitstellung des in das Thema einführenden Briefes. Und für die zahlreichen Kopien und Informationen geht mein Dank an: Ulrich Hentschel, Gerhard Koelbel, Hans-Henning Mücke, Rolf Neckermann, Wolfgang Renz, Dr. Friedrich W. Schembra, Oskar Schwarz, Hans-Joachim Schirrmacher, Jürgen Spilker, Armin Weiß.