Seit Generationen gehören Zicherie und Böckwitz zusammen. Enge verwandtschaftliche Beziehungen verbinden die Bewohner. Die Zicherier Kinder besuchten die Schule im Dorfteil Böckwitz.
Und dann kam der Krieg und nach 1945 die Aufteilung der Dörfer in die britische und sowjetische Zone. Am 11. April 1945 besetzten die Amerikaner Zicherie. Später gab es eine Übergabe an das britische Militär. Im Juli 1945 wurde die Straße, die beide Dorfteile verbindet mit Stacheldraht gesperrt. Bis 1957 trennte diese Straße eine hohe Bretterwand. Und ab 1961 erfolgte die Befestigung der innerdeutschen Grenze.
Böckwitz liegt in Sachsen-Anhalt, Landkreis Salzwedel, früher Königreich Preußen.
Zicherie liegt in Niedersachsen, Landkreis Gifhorn, früher Königreich Hannover.
Ein Kartenausschnitt dokumentiert die Lage und das Schicksal von Zicherie und Böckwitz. Die senkrecht markierte Linie zeichnet die innerdeutsche Grenze bis 1989.
Eine Entfernungsangabe zwischen den beiden Dörfern verbietet sich. Sie sind nicht einmal einen Steinwurf voneinander entfernt. Ca. 25 km nördlich von Wolfsburg liegen diese beiden Orte.
Böckwitz 139 Einwohner (Stand 31. Dezember 2018).
Ein Poststellen-II-Stempel aus Böckwitz, Kr Klötze, ca. 1964
Die Briefmarken des Beleges wurden anschließend in Klötze /Altmark abgestempelt.
In Böckwitz war es zu DDR-Zeiten der (Einkaufsladen) Konsum gleichzeitig die Poststelle. (Adresse ehem. Hauptstr., jetzt Zicherieer Straße/ Im Rundling)
In Orten mit geringer Einwohnerzahl sind neben älteren Postdokumenten andere Schriften nützlich. Zitate aus dem Buch von Heinrich Thies, der die Post in Böckwitz (zwei Hinweise) oder Zicherie (eine Stelle) erwähnt:
„In die alte Böckwitzer Dorfschule zog die Post ein“ (Seite 53) (ohne Jahresangabe)
Alte Dorfschule in Böckwitz, Im Rundling
„Erika Lembke arbeitete jetzt vormittags in der Post und nachmittags in der Schweinemastanlage LPG“, Böckwitz ca. 1974, (Seite 142).
1958 wird in den Postverzeichnisse der Deutschen Bundespost eine Poststelle II 19 b Böckwitz/über Klötze (Altmark), Oberpostdirektion Magdeburg aufgeführt. 1990 hatte Böckwitz die Postleitzahl 3581 der Deutschen Post der DDR. Nach der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl im gesamten Bundesgebiet lautet die Postleitzahl 38486.
Zicherie 288 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019).
1958 wird in den Postverzeichnisse der Deutschen Bundespost eine Poststelle II 20 a Zicherie/über Wittingen, Oberpostdirektion Hannover aufgeführt.
Ein Poststellen-II-Stempel von 20 a Zicherie über Wittingen (Han), ca. 1960
Nach der Einführung der Postleitzahl in der Bundesrepublik wurde der Poststellen-II-Stempel 3121 Zicherie verwendet.
Der Beleg wurde 1962 anschließend in (20a) Wittingen (Hannover) abgestempelt.
Zicherie wurde am 1. März 1974 in den Flecken Brome eingemeindet und hieß postalisch 3127 Brome 2. Es gab in dieser Poststelle keine eigenen Einschreibezettel. Einschreiben wurden in Wittingen mit dem R-Zettel Wittingen-Land abgefertigt.
Nach der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl im gesamten Bundesgebiet lautet die Postleitzahl von Zicherie 38465.
„Schmerzhaft“ für den Autor sind die fehlenden Abbildungen von Einschreibzetteln dieser beiden Orte. Gab es sie überhaupt?
Hilfsweise bezeugen Poststellen-II-Stempel (umgangssprachlich Landpoststempel) die Existenz der Post im Ort.
Die Poststellen waren in normal bewohnten Häusern untergebracht.
Für Zicherie ist die Poststellengeschichte dokumentiert. Am 1. August 1954 wurde eine Poststelle eingerichtet. Zuständig war das Leitpostamt Wittingen. Auch die Namen der früheren Posthalter sind bekannt:
01.08.54-31.08.62 Heinrich Schulze, Gastwirt und Else Schulze, geb. Schulze.
01.08.62-31.03.64 Heinz Niebuhr, Gastwirt, Böckwitzer Str. 15.
die ehem. Gastwirtschaft in der Böckwitzer Str. 15
01.04.64-30.06.65 Annemarie Niebuhr geb. Reichel, Böckwitzer Str. 15.
01.07.65-30.04.76 Irene Herde und Werner Herde, Bohrmeister, Vertreter.
01.05.76-30.09.95 Gertrud Flegel, Drömlingsweg 5. Ab 1.10.1995 war die Poststelle aufgehoben. Die Poststelle war bereits seit einigen Monaten nicht mehr besetzt.
„In der Poststelle von Zicherie wurde das Begrüßungsgeld ausgezahlt: 100 D-Mark pro Person“ 1989 (Seite 219) (Zitat H. Thies)
Zwischen diesen beiden Luftbildern liegen Welten:
Böckwitz im Hintergrund, Zicherie im Vordergrund, die Grenze ist geschlossen, ca. 1984.
Böckwitz im Hintergrund, Zicherie im Vordergrund, die Grenze ist geöffnet!
Fotos von der Grenzöffnung zwischen Böckwitz und Zicherie mit Wachtturm, Mauer und Grenzstein 1989.
Grenzen zwischen Ländern wurden mit Grenzsteinen markiert, die gut sichtbar aus dem Boden ragten. Im Grenzmuseum in Böckwitz gibt es einen verkürzten Grenzstein, der einen Punkt zwischen dem Königreich Hannover (KH) und dem Königreich Preußen (KP) dokumentiert hat:
Seite K.H. für Königreich Hannover (bis 1866)
Seite K.P. für Königreich Preußen(bis 1918)
Die private Biber-Post aus Magdeburg legte anlässlich des Jahrestages „20 Jahre Mauerfall“ eine selbstklebende 0,45 € Briefmarke auf:
20 Jahre Mauerfall, BRD Zicherie – DDR Böckwitz, Beleg vom 24. Juli 2009
Weit ist der Weg nach Zicherie, die Geschichte eines geteilten Dorfes an der Deutsch-Deutschen Grenze, Heinrich Thies, Bastei Lübbe, Band 64223, 2007
Die Post im Altkreis Isenhagen, Heinrich Munk, Schriftenreihe des Landkreises Gifhorn, 2006
Der Grenzbereich Böckwitz/Zicherie 1945 – Besatzungszonenwechsel im Landkreis Wittingen, Klaus Hirschfeld, Arbeitsgemeinschaft Deutsche Notmaßnahmen, Rundbriefe 11-1998 und 55-2010
Der Grenzbereich Böckwitz/Zicherie 1945 – Besatzungszonenwechsel im Landkreis Wittingen, Klaus Hirschfeld, im Ausstellungskatalog zur „Multilateralen“ in Haldensleben, August 2014
YouTube Video, Tagesthemen ARD vom 6.11.2019, die etwa ersten 15 Minuten: https://www.youtube.com/watch?v=lC-uAYP2U4k
Grenzmuseum in 38486 Böckwitz, www.grenz-museum.de
Zicherie-das geteilte Dorf, Broschüre, vermutlich 1960er Jahre
Das Zonenrandhaus, Gemeinschaftswerk Zonenrandhäuser e.V., Wolfsburg, vermutlich 1960er Jahre
Zonenrandfahrt, Gemeinschaftswerk Zonenrandhäuser e.V., Wolfsburg, vermutlich 1960er Jahre
Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postämter und -amtsstellen sowie der Bahnhöfe der Eisenbahnen, der Schiffsanlegeplätze und Flughäfen im Deutschen Reich 1930 bis 1942 (ohne Einträge für Böckwitz und Zicherie)
Ortsverzeichnis I, Deutsche Bundespost, Teil A, Verzeichnis der Orte mit Postanstalten im Bereich der Deutschen Postverwaltungen, Ausgabe 1958, 1959, 1965 und 1968.
Postleitzahlen Verzeichnis DDR 1978
Fotos vom Autor, September 2021
Offene Frage:
Wenn es sie überhaupt gibt, könnten Sie mir bitte Kopien oder Originale von Einschreiben, Einschreibezetteln, R-Briefen oder R-Zetteln und Poststempeln aus dem Doppeldorf als Scan oder Original zur Verfügung stellen?
Fotos verwende ich grundsätzlich mit Quellenangabe. Bei den beiden Luftaufnahmen bin ich bisher nicht erfolgreich gewesen. Beide Fotos habe ich auf einer Website des Norddeutschen Rundfunks entdeckt. Aber weder der NDR, noch das Grenzlandmuseum in Böckwitz, noch der Bundesgrenzschutz (BGS), heute Bundespolizei konnten mir weiterhelfen. Sollten Sie die Bildrechte besitzen, darf ich Sie freundlich bitten, sich mit mir in Verbindung zu setzten. Danke!
Niedersachsen wurde am 1. November 1946, mit der Landeshauptstadt Hannover, gegründet.
Das Bundesland entstand durch den Zusammenschluss des damaligen Landes Hannover und der Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe.
Die Gründung erfolgte unter Aufsicht der britischen Militärregierung.
Wie kann man Niedersachsen mit Briefmarken und den passenden R-Zetteln darstellen?
Welche Orte wurden stark gewürdigt, welche Orte fehlen?
Welche Persönlichkeiten haben im heutigen Niedersachsen ihre Spuren hinterlassen, sind hier geboren oder gestorben? Welche Veranstaltungen sind in dem Bundesland durch Briefmarken dokumentiert worden? Welche Briefmarken thematisieren Geschichte und Kultur?
Die begleitenden R-Zettel stammen aus der Periode der Rautenausgabe mit Amtskennzeichen (AKZ) für die Bundesrepublik Deutschland aus den Jahren 1956 bis 1964.
Eine Spurensuche mit dem Michel-Katalog. Welche Briefmarken der Bundesrepublik würdigen dieses Bundesland zwischen dem 1. November 1946 und dem 31. Oktober 2021?
Die Orte sind alphabetisch geordnet.
Alfeld:
2. Oktober 2014, UNESCO-Welterbe, Fagus Werk, Schuhleistenfabrik, entworfen von Walter Gropius und Adolf Meyer, Architekten, Michel Nr. 3105
Bad Gandersheim:
25. Mai 1973, 1000. Todestag von Roswitha von Gandersheim, erste deutsche Dichterin, verstorben 973 in Gandersheim, Abbildung Romanisch verzierter Letter R, Michel Nr. 770
Bad Nenndorf:
21. September 1970, Freiwillige Hilfsdienste, Rettung eines Ertrinkenden, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Bundesgeschäftsstelle der DLRG hat ihren Sitz in Bad Nenndorf, Michel Nr. 634
9. Oktober 2003, Dienst am Nächsten: Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, DLRG-Mitarbeiter beobachten Wasseroberfläche, die Bundesgeschäftsstelle der DLRG hat ihren Sitz in Bad Nenndorf, Michel Nr. 2367
Baltrum:
siehe Alfeld, Architekt Adolf Meyer, gestorben 1929 auf Baltrum.
Bergen, Landkreis Celle:
17. Mai 1979, 50. Geburtstag von Anne Frank, KZ-Opfer, berühmt durch ihr Tagebuch, gestorben 1945 im KZ Bergen-Belsen, Michel Nr. 1013
5. Mai 1995, 50. Jahrestag der Befreiung der Gefangenen aus den Konzentrationslagern, u.a. KZ Bergen-Belsen, Abbildung Teil der KZ-Häftlings-Kleidung, Stacheldraht, Michel Block 32
Bodenwerder:
11. Mai 1970, 250. Geburtstag von Carl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen, Illustration zur Geschichte „Das durchtrennte Pferd“, geboren und gestorben in Bodenwerder, Michel Nr. 623
7. Mai 2020, 300. Geburtstag von Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, Münchhausens Ritt auf der Kananonenkugel nach einer Lithografie von August Levin von Wille, deutscher Maler, Michel Nr. 3546
Borkum:
12. Juli 2012, Leuchttürme, Kleiner Leuchtturm Borkum erbaut 1888/89, Michel Nr. 2942
Braunschweig:
23. Februar 1955, 100. Todestag von Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom, Physiker, geboren 1777 in Braunschweig, gestorben 1855 in Göttingen, Michel Nr. 204
8. September 1959, Einweihung Beethovenhalle Bonn, Louis Spohr, Komponist, Geiger, Dirigent, 1784 in Braunschweig geboren, Michel Nr. 316 (in Block 2)
28. Juni 1962, Bedeutende Deutsche, Gotthold Ephraim Lessing, Dichter und Philosoph, gestorben 1781 in Braunschweig, Michel Nr. 355
15. Januar 1975, Bedeutende deutsche Frauen, Schriftstellerinnen, Ricarda Huch, 1864 in Braunschweig geboren, Michel Nr. 827
14. April 1977, 200. Geburtstag von Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom, Physiker, Abbildung Gaußsche Zahlenebene, geboren 1777 in Braunschweig, gestorben 1855 in Göttingen, Michel Nr. 928
15. Februar 1990, Freimarke: Sehenswürdigkeiten, Löwenstandbild, Michel Nr. 1448
9. März 1995, 250 Jahre Technische Universität Carolo-Wilhelmina, Digitalisierter Braunschweiger Burglöwe, Michel Nr. 1783
(Den Namen Carolo-Wilhelmina hat die Uni von ihren Gründervätern, den Herzögen Carl und Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg bekommen)
6. Juli 1995, 800. Todestag von Heinrich dem Löwen, gestorben inBraunschweig 1195, Löwe, Teil eines Brakteaten, Michel Nr. 1805
(Brakteaten sind Münzen, die aus einem dünnen Metallblech einseitig und auf einer weichen Unterlage geprägt wurden, auch Hohlmünzen genannt)
3. Juli 2014, 150. Geburtstag von Ricarda Huch, Schriftstellerin, Dichterin, Philosophin und Historikerin, 1864 in Braunschweig geboren, Michel Nr. 3093
2. Januar 2017, Schätze aus deutschen Museen, Das Mädchen mit dem Weinglas, Gemälde von Jan Vermeer van Delft im Herzog Anton Ulrich Museum, Braunschweig, Michel Nr. 3274/3280
Bückeburg:
13. Oktober 1994, Wohlfahrt: Deutsche Trachten, Bückeburg (Niedersachsen), Michel Nr. 1757
Buxtehude:
20. Juni 1959, 1000 Jahre Buxtehude, Gebäude in Buxtehude, Michel Nr. 312
Celle:
6. November 1987, Freimarken: Sehenswürdigkeiten, Eckturm des Schlosses, Michel Nr. 1339
2. Mai 2002, 250. Geburtstag von Albrecht Daniel Thaer, Agronom, 1752 in Celle geboren, Michel Nr. 2255
Clausthal-Zellerfeld:
18. Februar 1982, 100. Jahrestag der Entdeckung des Tuberkulose-Erregers durch Robert Koch, Bakteriologe, Nobelpreis 1905, geboren 1843 in Clausthal, Michel Nr. 1122
3. November 2005, 100. Jahrestag der Verleihung des Nobelpreises an Robert Koch, Bakteriologe, Nobelpreis 1905, Mikroskop, geboren 1843 in Clausthal, Michel Nr. 2496
(Am Ende dieses Artikels ist die Nobelpreis Urkunde von Robert Koch abgebildet und eine kritische Textpassage aus dem Humboldt Forum, Berlin, ergänzt.)
Cuxhaven:
siehe Norderney, Kaiserlich Deutsche Post nach Helgoland-Norderney-Sylt
Dinklage:
22. März 1966, 20. Todestag von Kardinal Clemens August Graf Galen, geboren in Dinklage 1878, Michel Nr. 505
Duderstadt:
21. August 1984, 750 Jahre Rathaus Duderstadt, Michel Nr. 1222
Emden:
1. März 2017, Grußmarke, Bunter Gruß vom Ottifant, Zeichnung von Otto Waalkes, Komiker und Comiczeichner, geboren 1948 in Emden, Michel Nr. 3292/3295
Eschershausen:
13. August 1981, 150 Geburtstag von Wilhelm Raabe, Dichter und Erzähler, geboren in Eschershausen, gestorben in Braunschweig, Michel Nr. 1104
Friedland, Landkreis Göttingen:
12. Januar 1978, 20 Jahre Friedlandhilfe, Aussiedler mit Handgepäck, Michel Nr. 957
Gehrden:
13. Dezember 1966, 150. Geburtstag von Werner von Siemens, Ingenieur, Erfinder und Industrieller, geboren 1816 in Lenthe, Ortsteil von Gehrden, Michel Nr. 528
5. November 1992, 100. Todestag von Werner von Siemens, Ingenieur, Erfinder und Industrieller, geboren 1816 in Lenthe, Ortsteil von Gehrden, Michel Nr. 1642
Goslar:
12. Januar 1968, 1000 Jahre Harzer Bergbau, Erzkristalle; oben Bleiglanz, unten Zinkblende, in vielen Orten des Harzes im heutigen Niedersachsen und einigen Nachbarorten in Sachsen-Anhalt, Michel Nr. 547
15. September 1971, Fremdenverkehr, Stadtbild mit Kaiserpfalz und Harzbergen, Michel Nr. 704
15. Juli 1993, Bilder aus Deutschland, Harz (Goslar), Michel Nr. 1685
14. August 1996, 50. Todestag von Paul Lincke, Komponist, 1946 gestorben in Hahnenklee-Bockswiese, heute Ortsteil von Goslar, Michel Nr. 1876
13. April 2017, UNESCO-Welterbe, Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar, Oberharzer Wasserwirtschaft, Zeche, Fachwerkhaus, Staudamm Michel Nr. 3299
Göttingen:
1. Oktober 1959, Helfer der Menschheit, Wilhelm und Jakob Grimm, Germanisten, Märchenforscher, Wohlfahrtsmarke, Michel Nr. 325
(Wilhelm und Jakob Grimm können neben Göttingen auch Hanau, Steinau an der Straße, Kassel und Berlin zugeordnet werden. Eine Reihe vom Grimms-Märchen ist auf Briefmarken der Bundesrepublik verewigt, u.a. Die Sterntaler 1959, Rotkäppchen 1960 und 2016, Hänsel und Gretel 1961, 2004 „Humperdinck“ und 2014, Schneewittchen und die sieben Zwerge 1962, Der Wolf und die sieben jungen Geißlein 1963 und 2020, Dornröschen 1964 und 2015, Aschenputtel 1965, Der Froschkönig 1966, 2012 und 2018, Frau Holle 1967 und 2021, Der gestiefelte Kater 1971, Die Bremer Stadtmusikanten 2017, Das tapfere Schneiderlein 2019)
14. August 1964, Fortschritt in Technik und Wissenschaft, 25 Jahre Kernspaltung, Atomreaktor im Betriebszustand, nach Otto Hahn, Chemiker, Nobelpreis 1944, gestorben 1968 in Göttingen, Michel Nr. 441
9. August 1979, Nobelpreisträger, Kernspaltung des Uran-Atoms, Otto Hahn, Chemiker, Nobelpreis 1944, verstorben 1968 in Göttingen, Michel Nr. 1020
12. August 1982, 100. Geburtstag von James Franck und Max Born, Physiker, Nobelpreise 1926 bzw. 1954, beide in Göttingen gestorben, James Franck 1964, Max Born 1970, Michel Nr. 1147
12. August 1982, 100. Todestag von Friedrich Wöhler, Chemiker, Model des Harnstoffmoleküls, Formel der Harnstoffsynthese, gestorben 1882 in Göttingen, Michel Nr. 1148
10. Januar 1985, 200. Geburtstag der Brüder Grimm, Wilhelm und Jacob Grimm, Germanisten, Märchenforscher, Wörterbuchmanuskript, Michel Nr. 1236
14. Juli 1988, 200. Geburtstag von Leopold Gmelin, Chemiker, geboren 1788 in Göttingen, Michel Nr. 1377
11. Juni 1992, 250. Geburtstag von Georg Christoph Lichtenberg, Physiker und Schriftsteller, gestorben 1799 in Göttingen, Michel Nr. 1616
5. Mai 1994, Europa: Entdeckungen und Erfindungen, Begründung der Quantentheorie durch Max Planck, Physiker, Nobelpreisträger, Darstellung der Schwarzkörperstrahlung, Planck starb 1947 in Göttingen, Michel Nr. 1733
5. Februar 1998, 50 Jahre Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Gründungsversammlung in Göttingen 1948, Röntgenbild vom Mond, Ionengitterstruktur und eingefärbter Nerv eines Goldfisches, Michel Nr. 1973
10. April 2008, 150. Geburtstag von Max Planck, Physiker, Nobelpreis 1918, 1947 in Göttingen gestorben, Michel Nr. 2658
10. November 2011, 150. Geburtstag von Emil Wiechert, Physiker und Seismologe, Wichert starb 1928 in Göttingen, Michel Nr. 2897
14. Juni 2012, 200 Jahre Grimms Märchen, Innentitel der Originalausgabe „Kinder- und Hausmärchen“ 1812 der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, Germanisten und Märchenforscher, Michel Nr. 2938
2. November 2012, 175. Jahrestag der Entlassung und Ausweisung der Göttinger Sieben, Professoren der Universität Göttingen, die sich 1837 gegen die Außerkraftsetzung der Verfassung durch König Ernst August I. im Königreich Hannover stellten, Michel Nr. 2962
Hameln:
22. Mai 1978, Der Rattenfänger von Hameln, Kinder folgen dem Rattenfänger, Michel Nr. 972
3. Dezember 2020, Sagenhaftes Deutschland: Der Rattenfänger von Hameln, Flötenspieler lockt Ratten von Hameln fort, Michel Nr. 3578
Hannover:
22. Mai 1948, Exportmesse, Abwiegen der Waren, Alliierte Besetzung (Gemeinschaftsausgaben) – Michel Nr. 969 und 970
22. April 1949, Exportmesse, Stahlhofkaufmann Hermann Hillebrandt Wedigh von Hans Holbein d. J., Alliierte Besetzung (Amerikanische und Britische Zone) – Michel Nr. 103 bis 105, Block 1
25. Juli 1952, Tagung des Lutherischen Weltbundes, Hannover, Abbildung Martin Luther, Reformator, Holzschnitt von Lucas Cranach d. Ä., Michel Nr. 149
22. August 1962, Deutscher Katholikentag Hannover, Kreuz und zwei Gläubige, Motto: Glauben, Danken, Dienen, Michel Nr. 381
29. April 1964, Hauptstädte der Länder, Altes Rathaus, Michel Nr. 416
24. August 1966, 250. Todestag von Gottfried Wilhelm Leibniz, Philosoph und Universal-Gelehrter, gestorben in Hannover 1716, Michel Nr. 518
21. Juni 1967, Deutscher Evangelischer Kirchentag Hannover, Jerusalemkreuz, Allegorien aus dem Neuen Testament, Michel Nr. 536
8. Mai 1980, Europa: Bedeutende Persönlichkeiten, Gottfried Wilhelm Leibniz, Philosoph, Universal-Gelehrter, verstorben 1716 in Hannover, Michel Nr. 1050
15. April 1982, Jugend: Historische Kraftfahrzeuge, Hanomag-Kommißbrot 1925, Herstellung in Hannover (Redewendung: Ein Kilo Blech, ein Kilo Lack – und fertig ist der Hanomag!) Michel Nr. 1125
16. Juni 1982, Freimarken: Burgen und Schlösser, Schloss Herrenhausen, Michel Nr. 1143
13. November 1986, 100. Geburtstag von Mary Wigmann, Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin, geboren 1886 in Hannover, Michel Nr. 1301
5. Mai 1987, 100. Geburtstag von Kurt Schwitters, „Ohne Namen mit frühem Portrait“, Collage von Schwitters, Maler und Schriftsteller, geboren 1887 in Hannover, Michel Nr. 1326
10. November 1988, Freimarke: Frau der deutschen Geschichte, Hannah Arendt, Philosophin, geboren 1906 in Linden, Stadtteil von Hannover, Michel Nr. 1391
8. Januar 1991, 750 Jahre Hannover, Stadtansicht (stilisiert), Michel Nr. 1491
16. Juli 1992, Welthauswirtschaftskongress in Hannover, Haus, Weltkugel, Michel Nr. 1620
15. Juli 1993, Wappen der Länder der Bundesrepublik Deutschland, Landeswappen Niedersachsen, Michel Nr. 1662
13. Juni 1996, 350. Geburtstag von Gottfried Wilhelm Leibniz, Mathematiker und Philosoph; Handschrift und Skizze, gestorben in Hannover 1716, Michel Nr. 1865
10. September 1998, Freimarke: Sehenswürdigkeiten, Emblem der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover, Michel Nr. 2009
27. April 1999, Weltausstellung EXPO 2000, Symbolische Darstellung des Zusammenwirkens von Mensch, Natur und Technik, Michel Nr. 2042/2112
10. Juni 1999, Jugend: Trickfilmfiguren, Twipsy, offizielle Maskottchen der EXPO 2000, Michel Nr. 2058
13. Januar 2000, Weltausstellung EXPO 2000, Menschliches Auge, EXPO-Emblem, Michel Nr. 2089
16. März 2000, Niedersächsischer Landtag, Michel Nr. 2104
8. Juni 2000, Jugend, Expo 2000 – Treffpunkt Jugend der Welt:
Jugendfestival, Michel Nr. 2117
Rucksacktourismus, Michel Nr. 2118
Afrika, Michel Nr. 2119
Auge des Buddha, Michel Nr. 2120
Chinesische Kalligraphie, Michel Nr. 2121
Melange, Michel Nr. 2122
14. August 2000, Weltausstellung EXPO 2000, Erde, Fingerabdruck, EXPO Emblem, Michel Nr. 2130
9. November 2000, Freimarken: Frauen der deutschen Geschichte, Grethe Weiser, Film- und Bühnenschauspielerin und Kabarettistin, 1903 in Hannover geboren, Michel Nr. 2149
6. Mai 2004, 100. Geburtstag von Reinhard Schwarz-Schilling, Komponist, Partitur, 1904 in Hannover geboren, Michel Nr. 2399
5. Oktober 2006, 100. Geburtstag von Hannah Arendt, deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Philosophin, geboren 1906 in Linden, Stadtteil von Hannover, Michel Nr. 2566
12. August 2010, 75. Jahrestag des Rekordfluges von Elly Beinhorn, Fliegerin, Flugzeug Messerschmidt Bf 108 beim 13,5 Stunden Flug Gleiwitz-Istanbul-Berlin 1935, Elly Beinhorn wurde 1907 in Hannover geboren, Michel Nr. 2814
13. Oktober 2011, In Deutschland zu Hause, Einfallsreichtum-Deutsche Erfindungen, Grammophon von Emil Berliner, geboren 1851 in Hannover, weitere Abbildungen: Tonbandgerät 1928 und MP3-Player 1987, Michel Nr. 2892
2. Mai 2013, Sporthilfe: Cartoons, Sprintmaus, Surfmaus, Barrenmaus, Zeichnungen von Uli Stein, eigentlich Ulrich Steinfurth, Cartoonist, geboren 1946 in Hannover, gestorben 2020 in der Wedemark, Region Hannover, Michel Nr. 3004 bis 3006
8. Mai 2014, Sporthilfe: Cartoons, Pokalmaus, Jubelmaus, Siegermaus, Zeichnungen von Uli Stein, eigentlich Ulrich Steinfurth, Cartoonist, geboren 1946 in Hannover, gestorben 2020 in der Wedemark, Region Hannover, Michel Nr. 3075 bis 3077
7. September 2017, 250. Geburtstag von August Wilhelm Schlegel, Schriftsteller und Literaturhistoriker, Buch, geboren 1767 in Hannover, Michel Nr. 3332
Hannoversch Münden:
10. November 1977, 250. Todestag von Dr. Johannes Andreas Eisenbarth, fahrender Wundarzt mit Markttand, Gehilfen, Patienten, gestorben 1727 in Hannoversch Münden, Michel Nr. 953
15. April 1993, 900 Jahre Benediktinerabteien Maria Laach und Bursfelde, Bursfelde ist eine Ortschaft von Hemeln, Stadtteil von Hann. Münden, Michel Nr. 1671
Hehlen, Landkreis Holzminden:
4. Juni 1991, Weltgaskongress, Berlin, Wilhelm August Lampadius, Mineraloge und Chemiker, geboren 1772 in Hehlen, Michel Nr. 1537
Hildesheim:
6. September 1960, 1000. Geburtstag der Bischöfe hl. Bernward und hl. Godehard, Bischofsinsignien über Michaeliskirche Hildesheim, Michel Nr. 336
13. Dezember 1966, Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten, Trinitatishospital, Michel Nr. 501
2. Juli 2001, Freimarke: Sehenswürdigkeiten, Rathaus, Hildesheim, Michel Nr. 2197
10. April 2008, 100. Geburtstag von Oskar Schindler, Fabrikant, Übersetzung der hebräischen Gravur auf dem Ring, den von ihm gerettete Juden Oskar Schindler zum Abschied schenkten, gestorben 1974 in Hildesheim, Michel Nr. 2680
2. Januar 2010, UNESCO-Welterbe, 1000 Jahre St. Michaelis Kirche, Michel Nr. 2774/2779
2. März 2015, 1200 Jahre Bistum Hildesheim, Großes Scheibenkreuz, 12. Jahrhundert, aus dem Hildesheimer Domschatz, Michel Nr. 3137
Kneitlingen, Landkreis Wolfenbüttel:
13. Januar 1977, Till Eulenspiegel, Schalksnarr, vier Szenen der Streiche aus dem gleichnamigen Volksbuch, geboren im Jahre 1300 in Kneitlingen am Elm, Michel Nr. 922
7. Juli 2011, 500 Jahre Till Eulenspiegel, Schalksnarr 14. Jahrhundert, geboren im Jahre 1300 in Kneitlingen am Elm, Michel Nr. 2880
(Auch die belgische Stadt Damme, Westflandern betrachtet sich als Geburtsort von Till Eulenspiegel. Leider liegt mir kein AKZ von Kneitlingen vor. Abgebildet ist ein Zweisteller, R-Zettel mit zweistelligem Numerator)
Krummhörn, Landkreis Aurich:
6. Juni 2019, Leuchttürme, Campen, erbaut 1889, höchster Leuchtturm in Deutschland, Michel Nr. 3465
(Campen wurde 1972 in die Gemeinde Krummhörn eingegliedert, anschließend postalisch Krummhörn 13. Leider liegt mir kein AKZ von Campen vor)
Leer:
9. Oktober 2008, Brauchtum und Tradition, 500 Jahre Gallimarkt in Leer, Historische Marktszene mit Viehhandel, Michel Nr. 2696
Lüneburg:
2. Mai 1956, 1000 Jahre Lüneburg, Mittelalterliche Bürgerhäuser, ältester Drehkran, Michel Nr. 230
28. August 1997, Bilder aus Deutschland, Lüneburger Heide, Lüneburg als Namensgeber, Michel Nr. 1944
Neuwerk, Insel in der Nordsee:
10. Juni 2010, Leuchttürme, Neuwerk erbaut 1300/10, Michel Nr. 2800
(Die Insel Neuwerk gehörte bis zum 30.9.1969 zu Niedersachsen, anschließend zu Hamburg. Leider liegt mir kein AKZ von Neuwerk vor.)
Norderney:
2. Juli 2009, Leuchttürme, Norderney erbaut 1875, Michel Nr. 2742/2875
9. September 2010, Tag der Briefmarke, Kaiserlich Deutsche Post nach Helgoland-Norderney-Sylt, Plakat von 1890 der Albert Ballin Dampfschiff Reederei, Michel Nr. 2819
Oldenburg:
15. Januar 1974, Bedeutende Frauen, Helene Lange, Gründerin des allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins, 1848 in Oldenburg geboren, Michel Nr. 792
Osnabrück:
10. Januar 1980, 1200 Jahre Stadt und Bistum Osnabrück, Rathaus, Kirche St. Marien, Dom St. Peter, Michel Nr. 1035
12. März 1998, 350 Jahre Westfälischer Friede, Gesandte der am Friedensschluss beteiligten Mächte und Reichsstände, Münster und Osnabrück, Michel Nr. 1979
4. November 2004, Deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts, Das Geheimnis von Felix Nussbaum, Maler und Graphiker, Felix Nussbaum wurde 1904 in Osnabrück geboren, Michel Nr. 2432
Ostercappeln, Landkreis Osnabrück:
12. März 1991, 100. Todestag von Ludwig Windthorst, Politiker, geboren 1812 in Ostercappeln, Michel Nr. 1510
Schladen, Landkreis Wolfenbüttel:
12. Februar 2009, 225. Geburtstag von Leo von Klenze, Ansicht der Propyläen in München, Gemälde von Leo von Klenze, Baumeister, Maler und Zeichner, 1784 in Schladen geboren, Michel Nr. 2719
Sögel, Landkreis Emsland:
12. Februar 1987, 250 Jahre Schloss Clemenswerth, Jagdschloss, Michel Nr. 1312
Spiekeroog:
1. Juli 2013, Wildes Deutschland, Niedersächsisches Wattenmeer, Priele auf Spiekeroog, Michel Nr. 3018
Springe, Region Hannover:
7. April 2004, 150 Jahre elektrische Glühlampe, Glühlampe von Heinrich Göbel, Optiker und Uhrmacher, Glühbirne, geboren 1818 in Springe, Michel Nr. 2395
Stade:
13. Januar 1994, 1000 Jahre Stade, Sehenswürdigkeiten der Altstadt, Michel Nr. 1709
Stadland, Landkreis Wesermarsch:
12. Januar 1995, Deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts, Der Wasserturm in Bremen von Franz Radziwill, geboren 1895 in Strohausen/Rodenkirchen, Teil der Gemeinde Stadland, gestorben 1983 in Wilhelmshaven, Michel Nr. 1774
(Strohausen ist ein Ortsteil von Rodenkirchen und damit ein Teil der Gemeinde Stadland, später Stadland 1)
Trebel, Landkreis Lüchow-Dannenberg:
7. Oktober 2010, Fachwerkbauten in Deutschland, Niederdeutscher Fachwerkbau 1734 in Trebel-Dünsche, Michel Nr. 2824
Varel, Landkreis Friesland:
12. Januar 1995, Deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts, Gutshof in Dangast von Karl Schmidt-Rottluff, Dangast ist ein Stadtteil von Varel, Michel Nr. 1776
Verden:
21. Februar 1985, 1000 Jahre Markt- und Münzrechte in Verden, Stadtansicht von Verden, Michel Nr. 1240
9. Juni 1997, Jugend: Pferderassen, Hannoveraner, Der Hauptsitz des Hannoveraner Verbandes ist in Verden, Michel Nr. 1924
Wangerooge:
7. Juni 2018, Leuchttürme, Neuer Leuchtturm Wangerooge, erbaut 1966, Michel Nr. 3392/3396
Walsrode:
5. Mai 1986, 1000 Jahre Walsrode und Kloster Walsrode, Ansicht von Walsrode mit Kloster, Michel Nr. 1280
Wennigsen, Region Hannover:
7. Februar 2002, 250. Geburtstag von Adolph Freiherr von Knigge, Schriftsteller, Titelseite des Buches „Über den Umgang mit Menschen“, 1752 in Bredenbeck, heute Wennigsen, geboren, Michel Nr. 2241
Wenzendorf, Landkreis Harburg:
8. September 2005, 100. Geburtstag von Max Schmeling, Boxweltmeister, 2005 in Wenzendorf gestorben, Michel Nr. 2489
Wiedensahl, Landkreis Schaumburg:
9. Januar 1958, 50. Todestag Wilhelm Busch, geboren 1832 in Wiedensahl, Michel Nr. 281 und 282
(Die Max und Moritz Geschichten von Wilhelm Busch sind auch auf Briefmarken 1990 und 2015 zu finden)
15. April 1982, 150 Geburtstag von Wilhelm Busch, Die fromme Helene, Zeichnung von Busch, Maler, Zeichner, Dichter, Michel Nr. 1129
9. August 2001, Lebenslanges Lernen, Lehrer Lämpel, Zeichnung und Zitat von Wilhelm Busch, Maler, Zeichner und Dichter, geboren 1832 in Wiedensahl, Michel Nr. 2209
14. Juni 2007, Blockausgabe: Jugend – 175 Geburtstag von Wilhelm Busch, Illustration zur Geschichte „Hans Huckebein, der Unglücksrabe von Wilhelm Busch, Maler, Zeichner und Dichter, geboren 1832 in Wiedensahl, Michel Nr. 2606 bis 2609, Block 71
Wilhelmshaven:
9. August 2007, Brücken: 100 Jahre Kaiser-Wilhelm-Brücke, Wilhelmshaven, Michel Nr. 2616
7. Juli 2011, Leuchttürme, Arngast erbaut 1910 im Jadebusen, Michel Nr. 2878/2935
Wolfsburg:
14. Februar 1980, Freimarke Burgen und Schlösser, Renaissance-Schloss Wolfsburg, Michel Nr. 1037
8. August 1991, 150 Jahre Deutschlandlied, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Dichter und Germanist: 3. Strophe des Deutschlandliedes, geboren 1798 in Fallersleben, heute Stadtteil von Wolfsburg, Michel Nr. 1555
5. Dezember 2002, Wohlfahrt, Oldtimer Mobile, VW Käfer 1949, Michel Nr. 2292, mit Bogenrand und Abbildung Käfer
6. Oktober 2016, 175 Jahre Deutschlandlied, 3. Strophe des Liedes der Deutschen von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Dichter, Text der Nationalhymne, geboren 1798 in Fallersleben, heute Stadtteil von Wolfsburg, Michel Nr. 3263
13. April 2017, Klassische deutsche Automobile, VW Golf Serie 1, 1974-1983, Michel Nr. 3298/3301
Worpswede, Landkreis Osterholz:
14. April 1988, Freimarke: Frauen der Deutschen Geschichte, Paul Modersohn-Becker, Malerin, in Worpswede 1907 gestorben, Michel Nr. 1359
13. Juli 1989, 100 Jahre Künstlerdorf Worpswede, Der Sommerabend – Gemälde von Heinrich Vogeler, Michel Nr. 1430
3. Mai 1996, Europa: berühmte Frauen, Selbstportrait von Paula Modersohn-Becker, Malerin, in Worpswede 1907 gestorben, Michel Nr. 1854
Privatpost:
Die CITIPOST GmbH aus Hannover, ein privater Postdienstleister der Madsack-Mediengruppe legte zum 75. Geburtstag von Niedersachsen am 9. Juli 2021 einen Kleinbogen auf. Als Motiv wird die Karte von Niedersachsen abgebildet. Die Auflage von 1000 Exemplare gilt je Hintergrundfarbe Blau, Grün, Violett, Gelb und Orange:
Diese Briefmarken habe ich nicht berücksichtigt:
1974: Fußballweltmeisterschaft der Männer in Deutschland, u.a. vier Spiele in Hannover, Torwartparade von Horst Wolter, damals unter Vertrag bei Eintracht Braunschweig, aber er stammt nicht aus Niedersachsen
1988: Fußball Europameisterschaft in Deutschland, u.a. zwei Spiele in Hannover, Niedersachsenstadion
1995: Wohlfahrt: Bauernhäuser in Deutschland, Michel Nr. 1822 Norddeutschland, ohne spezifische Ortsbezeichnung
1997: Bilder aus Deutschland, Norddeutsche Moorlandschaft, ohne spezifische Ortsbezeichnung
1999: Design in Deutschland, Magnetschwebebahn Transrapid im Emsland, ohne spezifische Ortsbezeichnung
2003, 2005 und 2006, Sporthilfe: Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, u.a. fünf Spiele in Hannover
2004: Deutsche National- und Naturparks: Nationalparks im Wattenmeer, Priel im Watt, ohne spezifische Ortsbezeichnung
2011: Fußballweltmeisterschaft der Frauen in Deutschland, u.a. vier Spiele in Wolfsburg
2011: 150 Jahre Deutscher Industrie- und Handelskammertag, IHK-Standorte in Deutschland, u.a. Braunschweig, Emden, Hannover, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück, Stade
2012: 125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz, Michel 2910/2916, Bahnstrecke komplett in Sachsen-Anhalt
2020: Naturschutzprojekt: Grünes Band Deutschland, Grüngürtel entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, ohne spezifische Ortsbezeichnung
Welche Briefmarken der Bundesrepublik mit Bezug auf Niedersachsen habe ich übersehen? Von den 25 größten Orten des Bundeslandes haben Salzgitter, Delmenhorst, Garbsen, Lingen, Langenhagen, Nordhorn, Peine, Melle und Neustadt am Rübenberge bisher keine Würdigung auf Briefmarken erfahren. Sind keine verdienten Töchter oder Söhne der Stadt bekannt? Gibt es kein Stadtjubiläum zu feiern?
Nachsatz zu Robert Koch:
Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, Urkunde für Robert Koch, 12. Oktober 1905, Stockholm
Aus der Beschreibung zur Urkunde vom Humboldt Forum:
„…Der Nobelpreis wird seit 1901 verliehen. Nach dem Willen seines Stifters wird er denen zuteil -die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben-. Häufig vergeht wesentlich mehr Zeit. Robert Koch hatte den Tuberkulose-Erreger im Jahr 1882 identifiziert, 23 Jahre später erhielt er dafür den Nobelpreis.
Für die Forschung über Infektionskrankheiten war Kochs Arbeit wegweisend. Die Kultivierung und Beobachtung von Erregern im Labor ermöglicht Aufschlüsse über Ursachen, Ansteckungswege oder den Verlauf von Erkrankungen. Nach einer erfolgreichen Ursachsenforschung kann die Suche nach einer geeigneten Therapie aber langwierig sein. Wirksame Medikamente gegen die Tuberkulose gibt es erst seit den 1950er Jahren.
Kurzvor Verleihung des Nobelpreises hatte Koch eine Forschungsreise nach Afrika beendet. Im Jahr darauf brach er erneut auf. Er leitete eine Kommission des Deutschen Reichs zur Erforschung und Behandlung der Schlafkrankheit. Besonders viele Erkrankte gab es auf den Ssese-Inseln im Victoriasee (Uganda). Hier ließ Koch die Kranken in Lagern isolieren und experimentierte mit einer medikamentösen Therapie, in deren Folge viele Menschen erblindeten oder starben.
Die Forscher profitierten von kolonialen Strukturen. Sie waren überzeugt, einen bedeutenden Fortschritt erreichen zu können. Doch ihre Methoden basierten auf ihrer Machtposition als europäische Wissenschaftler und einer Haltung, die in den Erkrankten lediglich Versuchspersonen sah.…“
Quellen:
Michel Katalog Deutschland 2021/2022, Schwaneberger Verlag GmbH, Germering
Michel Rundschau, Schwaneberger Verlag GmbH, Germering, Ausgaben 2021 bis Michel Nr. 3635 und Erstausgaben bis 7. Oktober 2021
philatelie, Das Magazin des Bundes Deutscher Philatelisten, Ausgabe 530, August 2021, 75 Jahre Land Niedersachsen, Herbert Schumacher
Humboldt Forum, Berlin, Schloßplatz, Ausstellung „Nach der Natur“, Eröffnungsausstellung des Humboldt Labors, Oktober 2021
Ein interessanter Beleg und die daraus resultierenden Erkenntnisse:
In diesem Beitrag geht es nur auf den ersten Blick um einen R-Brief von Hildesheim nach Düsseldorf, mit Poststempel vom 27. Juli 1946.
Durch die Kenntnis dieses abgebildeten R-Zettels von Hildesheim 1, Numerator 389, ergibt sich eine Erklärung für vier verschiedene R-Typen. Bei der genauen Betrachtung fällt auf, dass die zusammenhängenden Zettel zwei unterschiedliche R-Typen abbilden. Bei einem entsprechenden Mangel (1946) an gleichen Lettern ergibt sich hieraus eine Erklärung. Der Postbeamtin sei Dank für eine unsaubere Trennung.
Der Overmann Katalog steckt voller nützlicher Hinweise. Einschreibezettel Typ 72142, auszugsweise aus dem Katalog zitiert:
Gebrauchszeit 1946/7
Druckerei und Bogengröße unbekannt.
Wegen Lettermangel wurden für den Buchstaben „R“ vier verschiedene Typen verwendet.
Ohne Numeratorzahlen, diese wurden handschriftlich eingesetzt.
Druck ganz in rot, grauweißes festes Papier.
Senkrecht mitgedruckter sägezahnförmiger Durchstich in roter Farbe, waagerecht und an den Außenkanten des Bogens ungezähnte Verwendung bekannt.
Am Beispiel der folgenden Abbildungen lassen sich die vier unterschiedlichen „R“-Typen gut unterscheiden:
„R“ dünn:
„R“ schmal:
„R“ fett:
„R“ Füße weit:
Folgende Tabelle dokumentiert die bisher bekannten Orte, in denen die Amtsausgabe Hildesheim eingesetzt wurde. Die Eintragungen in fetter Schrift kennzeichnen Originalvorlagen, normale Schrift beschreibt Kopien, „lose“ ist der Hinweis auf lose R-Zettel ohne Beleg und Datum.
Letzte Aktualisierung: 3. März 2025
R dünn
R schmal
R fett
R weit
Algermissen
23.3.46
16.4.46
Almstedt
lose
24.7.46
lose
Borsum
8.5.46
Dingelbe
14.3.46
Dinklar
21.6.46
Emmerke
lose
Garbolzum
7.5.46
11.6.46
Groß Düngen
4.5.46
Harbarnsen
lose
7.1.47
Harsum
26.8.46
24.6.46
Hasede
23.8.46
18.4.46
Hildesheim 1
27.7.46
6.4.46
27.4.46
25.3.46
Hildesheim 2 a
lose
5.4.46
Hildesheim 2 b*
28.3.46
xx.xx.46
26.3.46
7.3.46
Hildesheim 2 b**
11.4.46
5.3.46
Hildesheim 3
29.3.46
6.3.46
lose
Hildesheim 4
29.7.46
10.5.46
Himmelsthür
25.11.46
Holle
3.6.46
lose
Nettlingen
11.5.46
3.6.46
lose
Nordstemmen
9.7.46
25.4.46
27.5.46
Rautenberg
17.6.46
8.7.47
Sehlem
1.11.46
Sibbesse
24.6.xx
21.6.46
Bis heute sind 24 Postämter mit verschiedenen R-Typen dokumentiert.
Zur Zeit frühestes belegtes Datum bei lesbaren Poststempeln:
25.2.46 (Hildesheim 2 a), bisher spätestes Datum: 8.7.47 (Rautenberg).
xx im Datumsfeld bedeutet, der Stempel ist nicht lesbar.
Bei Hildesheim 2 a und b gibt es eine Auffälligkeit:
Hildesheim 2 a* und 2 b* – der Unterscheidungsbuchstabe befindet sich unter der 2, siehe Abbildung am Beispiel 2 b:
Hildesheim 2 b** – der Unterscheidungsbuchstabe b befindet sich unterhalb der 2 und nach rechts versetzt, siehe Abbildung:
Zusätze auf dem jeweiligen R-Zettel:
Almstedt + Rautenberg + Sibbesse mit Zusatz „Hannover“:
Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
Hibria 03, Katalog zur Briefmarkenausstellung Hildesheimer Briefmarkensammler-Verein von 1913 e.V., 14./15. Juni 2003, Hildesheim
AM Post Bundesarbeitsgemeinschaft, Rundbrief 90/2009
Arge R-und V-Zettel, Rundbrief 158/2009
Festschrift 125 Jahre Briefmarkenclub Hannover von 1886 e.v., 2011
Und für die zahlreichen Kopien und Informationen geht mein Dank an:
Dr. W. Dilg, Ulrich Hentschel, Gerhard Koelbel, Hans-Henning Mücke, Rolf Neckermann, Wolfgang Renz, Dr. Friedrich W. Schembra, Oskar Schwarz, Hans-Joachim Schirrmacher, Jürgen Spilker, Armin Weiß.
Mich bewegt die Frage, was ist das Ziel meiner Sammlung?
Nach vielen Jahren des Zusammentragens kommt der Punkt eines gewissen Stilstands. Die Materialen der Sammelfreunde sind mehrfach durchgesehen. Aufgegebene Sammlungen bringen weniges wirklich Neues, aber eine gewichtige Anzahl von neuen Doubletten.
In einem Gespräch mit einem Kollegen vor einigen Jahren wurde ich auf die Idee gebracht, einen Blog zu schreiben. Oh je, was ist das denn? Und wie funktioniert das empfohlene WordPress? Ein erster Kurs bei einer auf WordPress spezialisierten Agentur brachte mich nicht weiter. Ich war eher frustriert. Im Laufe des Kurses verstand ich nur noch Bahnhof. Eine Zeitschrift mit dem monothematischen Thema WordPress brachte mich einigen Fachbegriffen näher.
Nach einigen Monaten Pause ein neuer Versuch mit einem neuen Kurs bei der Volkshochschule. An einem Freitag begann der Kurs, zwei schlaflose Nächte folgten und am Sonntag bei Kursende war ich mit den ersten Seiten im Netz.
Eine wichtige Entscheidung war jeden Monat einen Artikel zu schreiben. Zum einen wird oder bleibt einem die Technik vertraut. Zum anderen wächst der Umfang des Blogs und zieht tatsächlich regelmäßig Leserinnen und Leser an.
Und jeden Monat einen Artikel zu schreiben bedeutet recherchieren, scannen, Material sichten, sortieren, Gedanken strukturieren, Bibliotheken besuchen, Ideen sammeln, Korrekturen vornehmen, Bücher lesen und einiges mehr.
Ich habe durch den Blog mein Sammelgebiet auf ein neues Niveau gehoben und festgestellt welche „Perlen“ in meiner Sammlung schlummern.
Um den Blog bekanntzumachen habe ich diesen bei mehreren Ausstellungen als elektronisches Literatur-Exponat gezeigt und bewerten lassen. Vielen Dank an die Juroren in Burgdorf, Sindelfingen, Bersenbrück, Hamburg, Haldensleben und der Ruhrvia.
Ich bedanke mich bei meiner Familie für das regelmäßige Korrekturlesen und die gelegentlichen, wohlwollenden, begeisternden Rückmeldungen, online natürlich!
Und ich freue mich weiterhin auf Reaktionen von allen Lesern, die mich auf falsche Jahreszahlen, Tipps zu Ergänzungen und inhaltliche Verbesserungen hinweisen und diesen Blog dadurch bereichern.
Fünf Jahre gibt es jetzt www.einschreiben-aus-niedersachsen.de und das ist ein kleiner Grund zur Freude.
Werden mir die Ideen ausgehen? Werde ich ausreichend Themen für jeden Monat finden?
Unter Liebling des Monats werden dem geneigten Leser diese Fragen jeden Monat beantwortet.
Lieber Herr Rabsilber, vielen Dank für Ihren guten Tipp!
Ein einzelner loser R-Zettel, kein Beleg dazu. Das Entziffern gelingt:
TRILLKE Hildesheim
R-Zettel Trillke Hildesheim, Ortsbezeichnung in Großbuchstaben
Auf zur Spurensuche.
Durch dieses Postformular des Einschreibezettels kann der Zeitraum der Verwendung geklärt werden. Die Produktion dieser Zettel begann nach Kriegsende 1945 und diese Variante wurde bis 1947 produziert.
Für die Trillke-Werke ist im Ortschaftsverzeichnis der Oberpostdirektionen (OPD) Hannover und Braunschweig, Stand Januar 1948, mit Berichtigungen zum Stand 9.10.1948 eine Posthilfsstelle „Trillkewerke Post Hildesheim“ verzeichnet.
Auszug aus Ortschaftsverzeichnis
Aufgeführte Orte ohne die entsprechende Symbolik für Poststelle I und Poststelle II waren Posthilfsstellen. Da es keine Statusänderung (Umwandlung in eine Poststelle I) gab, ist davon auszugehen, dass bei den Trillke-Werken durchgehend nur eine Posthilfsstelle bestand. Vermutlich handelt es sich hier um einen Selbstbucher R-Zettel der Werke.
(Nachrichtlich: Im Ortschaftsverzeichnis 1943 gibt es keinen Hinweis auf Trillke.)
Was verbirgt sich hinter Trillke?
Ein Blick in die damalige Situation: Mitte der 30er Jahre war die Robert Bosch GmbH, Stuttgart wirtschaftlich auf Erfolgskurs. Die Firma war Weltmarktführer für Anlasser, Lichtmaschinen, Einspritzpumpen und Magnetzünder und exportierte ca. 90 % seiner Waren ins Ausland.
1935 besaß Bosch Vertretungen in 51 Ländern und Fertigungen in Frankreich, USA, Großbritannien und Italien.
Auf Druck der nationalsozialistischen Machthaber gründete die Firma Bosch zwei Ausweichwerke: eines 1934 in Kleinmachnow, die „Dreilinden Maschinenbau GmbH“ für die Luftwaffe, das Ausweichwerk I (AW I).
Und ein weiteres Werk im Hildesheimer Stadtteil Neuhof, im Hildesheimer Wald 1937 (AW II) für das Oberkommando des Heeres. Die Produktionshallen beider Kriegsmusterbetriebe wurden in Wälder gebaut, um die kriegswichtigen Betriebe vor etwaigen Fliegerangriffen zu schützen.
An diesen Standorten wurde mit dem know-how von Bosch nur noch für das Militär u.a. für Kraftfahrzeuge und Panzer produziert.
Am 18. Dezember 1937 wurde die „Elektro- und Feinmechanische Industrie GmbH – ELFI“ in Hildesheim-Neuhof, Waldstr. 200 als heereseigener Industriebetrieb gegründet. Die Bezeichnung „ELFI“ konnte als Wortmarke nicht eingetragen werden, da bereits einige ähnliche Wortmarken in diesem Fertigungsgebiet vorhanden waren.
Am 23. Dezember 1942 wurde die Fima in „Trillke-Werke-GmbH“ umbenannt.
Briefkopf der Trillke-Werke
1952 wurde die Trillke Werke in eine Niederlassung der Robert Bosch GmbH Stuttgart, Werk Hildesheim, umgewandelt.
Der Begriff Trillke ist abgeleitet vom Flüsschen Trillkebach.
Trillkebach
Nach Trillke-Werke, Trillkebach verdient auch das Trillke-Gut eine kurze Erwähnung.
Das beeindruckende Gebäude vom Trillke Gut im Jahre 2021
Die Gründung des Trillke-Gutes geht zurück auf das Jahr 1155. Das Gut lag bis 1888 außerhalb der Hildesheimer Stadtgrenzen. Die Nutzung von Gebäuden und Gelände war im Laufe der Geschichte in der Steinbergstraße sehr unterschiedlich. Von Landwirtschaft, einer wirtschaftlichen Frauenschule, während des zweiten Weltkrieges ein chirurgisches Reserve-Lazarett, anschließend ein Flüchtlings- und Versorgungskrankenhaus, eine Tuberkulose Heilanstalt, die Nutzung durch das Studentenwerk bis zur Übernahme einer Bewohnerinnen-Genossenschaft reicht die Aufzählung der Nutzung.
Philatelistisch kann von einer Mitteilung vom 3. Juni 1925 des Postamtes im Hildesheimer Stadtteil Moritzberg berichtet werden. Dem Trillke-Gut wird ein öffentlicher Briefkasten zugestanden, „…wenn die Anlieger eine Vorkehrung zur Anbringung eines Briefkastens in Gestalt eines sicheren Pfahles oder Steinsockel schaffen“.
Das Trillke-Gut im Hildesheimer Stadtteil Moritzberg ist ca. 5 km vom Bosch-Werk im Hildesheimer Stadtteil Hildesheimer Wald entfernt.
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Postgeschichte. Weitere Informationen zum Thema Bosch in Hildesheim, Zwangsarbeit im II. Weltkrieg, den nationalsozialistischen Machenschaften entnehmen Sie bitte den Hinweisen bei den nachfolgenden Quellenhinweisen.
Quellen:
Ortschaftsverzeichnis für die Bezirke der Reichspostdirektion (RPD) Hannover und Braunschweig, 1949, Seite 70
Hildesheimer Briefmarkensammler- Verein von 1913 e.V., Herr Dr. Ralf Prenzel
Herr Hans-Henning Mücke, Söhlde
Renaissance einer Kulturstadt, Hildesheim nach dem 2. Weltkrieg, Manfred Overesch, Georg Olms Verlag, 1998
R-Zettel mit Zusätzen machen neugierig. Gab es ein Kaliwerk mit eigener Poststelle?
Siegfried ist heute Teil der Gemeinde Giesen im Landkreis Hildesheim.
Der Name Siegfried für den Gemeindeteil ist übernommen vom Namen der Kalischachtanlage Siegfried der Firma „Kali und Salz AG, Kassel“.
R-Brief von 3201 Siegfried Kaliwerk nach Hildesheim, Poststempel vom 14. Februar 1968
R-Zettel vom obigen Beleg
ehemaligeEinfahrt zum Werksgelände, Schachtstraße
ehemaliges Verwaltungsgebäude, Schachtstraße
Ein Foto von 1990, der Briefkasten zeigt den Standort der Poststelle, Schachtstraße.
Die Post am Eingang zum Werksgelände in der Schachtstraße war in einem früheren Kiosk untergebracht. Das Gebäude ist abgerissen.
Heute gibt es in Siegfried keine Poststelle mehr.
Aus den Ortsverzeichnissen der Deutschen Bundespost sind die folgenden Einträge übernommen:
1958: Poststelle 1, 20a Siegfried Giesen / über Hildesheim
1968: 3201 Siegfried, Kaliwerk ü. Hildesheim
Von 1958 bis 1964 kam dieser R-Zettel, Amtskennzeichen (AKZ) 12 C, zum Einsatz: Siegfried-Giesen über Hildesheim
Die Kalischachtanlage „Siegfried“ war ab 1906 in Betrieb und hat 1987 ihren Betrieb eingestellt. 2013 wurde bekannt, dass „Kali und Salz AG, Kassel“ eine Wiederaufnahme der Kaliförderung in Giesen und Umgebung und umfangreiche Investitionen in die gesamte Bergwerksanlage plant.
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Postgeschichte. Weitere Informationen zum Thema Kali, Siegfried und der Zukunft des Standortes entnehmen Sie bitte den informativen Links bei der Quellenangabe.
Die Kalihalde auf dem Stadtplan
Die Folgen der Kaliförderung sind von weitem zu erkennen:
Die Halde des Kalibergbaus wird auch „Kalimandscharo“ genannt.
Je nach Lichtverhältnissen wirkt die Halde optisch anders.
Ein Größenvergleich, rechts die Halde, links der Gemeindeteil Siegfried Giesen
Die der Schachtstraße abgewandte Seite
Die folgenden zwei Aufnahmen sind der Ortschronik von Ahrbergen von 2005 entnommen. Sie zeigen eindrucksvoll die Anlagen von Siegfried Kaliwerk:
Die Schachtanlage Siegfried Giesen mit dem damaligen Förderturm, Schornstein und der ehemaligen Poststelle vorn links im Bild.
Das Betriebsgelände von Kali + Salz mit dem Wohngebiet Siegfried Giesen und der Kalihalde
Quellen:
Ortsverzeichnis I, Teil A, Verzeichnis der Orte mit Postanstalt im Bereich der Deutschen Postverwaltungen, 1958, Herausgegeben vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen
Deutsche Bundespost, Ortsverzeichnis II, Ausgabe 1968
Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands, Lars Baumgarten, https://www.lars-baumgarten.de/die-reviere-und-ihre-sch%C3%A4chte/4-s%C3%BCdhannover/4-17-siegfried-giesen/
Einschreibezettel mit fünfstelligen Postleitzahlen überraschten in dem kurzen Zeitabschnitt vom 1. Juli 1993 bis zur Einführung der Label Varianten (ohne Postleitzahlen und Ortsbezeichnung) ab 1. April 1997 mit unterschiedlichen Varianten.
Am Beispiel von 37574 Einbeck 1 mit dem Unterscheidungsbuchstaben a werden die verschiedenen R-Zettel Typen vorgestellt:
nassklebend, normale Schrift
nassklebend, fetter Schrifttyp für Unterscheidungsbuchstabe
selbstklebend, schmal
selbstklebend, breit
Nach der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl kam es in kürzester Zeit zur Schließung von vielen Poststellen, bei gleichzeitiger oder späterer Gründung einer Postagentur im gleichen Ort oder z.B. im Nachbarstadtteil.
Durch diese Situation sind nicht alle Poststellen mit Beleg dokumentiert. Bei einzelnen Ausgaben sind ganze R-Zettel Rollen bekannt, bei denen aber nicht bekannt ist, ob sie zum Einsatz gekommen sind.
Nicht immer haben sich die beteiligten Schriftsetzer mit Ruhm bekleckert. Trennungen in zwei Zeilen sind nicht immer logisch oder eine Postfilialbezeichnung getrennt vom Ort in zwei Zeilen zu setzen unglücklich. (Ich vermute es waren keine Schriftsetzer beteiligt).
In mühsamer Recherchearbeit haben Sammlerfreunde in einer Dokumentation die bekannten R-Zettel dieser Periode festgehalten. Daher ist es mir möglich eine Fehlliste zu erstellen. In der Fehlliste wird jeweils nur die Poststelle gelistet, unabhängig von den Typen.
Ein Lesebeispiel wegen des „/“. Der Schrägstrich (slash) beschreibt einen Zeilenumbruch, z. B.
Beispiel für Zeilenumbruch: 21379 Scharne-/ beck
Letzte Aktualisierung: 30. März 2025
LB 21:
21217 Seevetal 9
21217 Seevetal 13
21220 Seevetal 6
21220 Seevetal 13
21220 Seevetal 18
21224 Rosengarten 4
21228 Harmstorf
21244 Buchholz Norh 1
21244 Buchholz 2
21244 Buchholz 4
21255 Kakenstorf 1
21271 Hanstedt 4
21274 Undeloh 2
21279 Wenzendorf 2
21358 Mechtersen
21376 Garlsdorf / am Walde
21385 Amelinghausen
21386 Betzendorf, / Kr Lüneburg
21401 Thomasburg, / Kr Lüneburg
21403 Wendisch Evern
21409 Embsen, Kr Lüneburg 1
21423 Winsen, / Luhe 8
21423 Winsen, Rottorf
21438 Brakel b / Winsen
21439 Marxnn, Setzfehler, statt Marxen
21444 Vierhöfen
21644 Sauensiek 2
21646 Halvesbostel
21649 Regesbostel
21698 Brest, Kr Stade
21706 Drochtersen 2
21706 Drochtersen 4
21709 Düdenbüttel
21712 Großenwörden
21717 Deinste
21726 Heinbockel 1
21729 Freigurg, Elbe, Setzfehler, statt Freiburg
21755 Hecht- / hausen
21762 Kranenburg ZZ, ZZ für Postagentur
21763 Neuenkirchen Land Hadeln
LB 26:
26001 Oldenburg 1
26122 Oldenburg 12
26129 Oldenburg 31
26133 Oldenburg 24
26180 Rastede 1, Unterscheidungsbuchstaben up
26180 Rastede 3
26188 Edewecht 1, Unterscheidungsbuchstabe a
26203 Wardenburg 3
26215 Wiefelstede
26316 Varel 3
26345 Bockhorn 3
26345 Bockhorn 5
26382 Wilhelmshaven 11
26382 Wilhelms- / haven 19
26384 Wilhelmshaven 18
26388 Wilhelmshaven 31
26388 Wilhelms- / haven 32
26388 Wilhelmshaven 33
26427 Holtgast
26446 Friedeburg 3
26446 Friedeburg 6
26446 Friedeburg 7
26452 Sande 3
26506 Norden 3
26624 Südbrook- / merland 4
26629 Großefehn 8
26632 Ihlow 5
26656 Westerstede 1, Unterscheidungsbuchstabe d
26670 Uplengen 4
26676 Barßel 2
26689 Apen 3
26689 Apen 4
26721 Emden 23
26721 Emden 27
26725 Emden 14
26736 Eilsum, Stempel Krummhörn
26736 Krummhörn 4
26736 Krumm- / hörn 8
26736 Krummhörn 9
26736 Krummhörn 11
26736 Krummhörn 14
26736 Krummhörn 15
26759 Hinte 4
26802 Moormer- / land 7
26817 Rhauder- / fehn 4
26817 Rhauder- / fehn 5
26817 Rhauder- / fehn 6
26817 Rhauder- / fehn 7
26871 Papenburg 3
26871 Papenburg 7
26899 Rhede 4
26909 Neulehe, Stempel Papenburg
26919 Brake, / Unterweser
26931 Elsfleth 2
26935 Stadland 4
26939 Ovelgönne, / Kr / Wesermarsch 4
26939 Ovelgönne, Kr / Wesermarsch 5, zweite Zeile nicht linksbündig
26939 Ovelgönne, Kr / Wesermarsch 5, geschwärzt, zweite Zeile linksbündig
26939 Ovelgönne, / Kr / Wesermarsch 6, zweite Zeile nicht linksbündig
Der Ort Harbke liegt im Westen von Sachsen-Anhalt, direkt an der Landesgrenze zu Niedersachsen, knapp 4 km von Helmstedt und ca. 50 km westlich von der Landeshauptstadt Magdeburg entfernt.
Der geheime Postrath Schottelius gibt bekannt…(*)
Diese Nähe zu Helmstedt führte 1879 (Vf. 13 vom 28.2.1879) zu der Einrichtung einer Postagentur in Harbke und einer Botenpost nach Harbke und zurück nach Helmstedt. Dieses erfolgte aus pragmatischer Sicht, ungeachtet von Kreis- oder Gemeindegrenzen.
R-Zettel Harbke, R – rechtsstehend, 4. April 1891, (*)
Poststempel Harbke b. Helmstedt vom 8. Oktober 1912
Kopie eines R-Zettels Harbke b. Helmstedt, Verwendung ca. 1922
R-Brief von Harbke über Helmstedt nach Berlin-Neukölln, Poststempel vom 22. März 1935, R-Zettel Harbke Helmstedt Land.
R-Zettel vom obigen Beleg
Zum Kriegsende 1945 trennte die Demarkationslinie die Poststellen I Beendorf und Harbke, sowie der Poststellen II Bartensleben (Ort und Gut), Döhren und Morsleben von der Helmstedter Postversorgung ab.
Solche Veränderungen in der Postorganisation hat es an vielen Stellen in Deutschland durch die Schaffung von Besatzungszonen, insbesondere der sowjetischen und der amerikanischen oder britischen Zone, gegeben.Der Ort
Der Ort Harbke gehörte ab dem 1.7.1945 zur Sowjetischen Besatzungszone. Der Wechsel der Postdirektionen von der (RPD) Reichs-Postdirektion Braunschweig zur (PD) Postdirektion Halle (Saale) wurde erst am 22.2.1946 vollzogen.
Die Demarkationslinie verlief zwischen der britischen und sowjetischen Besatzungszone weitgehend entsprechend den historischen Grenzen zwischen den ehemaligen Ländern Braunschweig und Preußen.
Aber in Harbke gab es eine wirtschaftliche Besonderheit, für die politische Dogmen über Bord geworfen wurden.
Durch die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG (BKB), Helmstedt, erfolgte die Braunkohle-Förderung durch den Abbau in den umliegenden Tagebauen. Eines der ersten Kraftwerke Europas wird 1909 in Harbke erbaut. Und bis 1945 läuft der Betrieb auch reibungslos. Doch nach Ende des zweiten Weltkrieges ändert sich dieses schlagartig.
Im Zuge der exakten Grenzziehung zwischen den Besatzungszonen gab es beim Amt Neuhaus, im Harz und auch zu Harbke zu Gesprächen zwischen den Briten und den Russen:
Der Vorschlag die Stadt Harbke zur Britischen Zone zu nehmen, wurde fallen gelassen, als die Russen zustimmten, den notwendigen Strom aus dem Kraftwerk zu liefern. Ein Anteil von 75% der Produktion sollte der Britischen Zone überlassen werden. Die Britische Luftwaffe war mit ihren wachsenden Luftfahrt-Forschungsverpflichtungen am Stützpunkt Göttingen auf diese Energieversorgung angewiesen.
Direkt durch das Betriebsgelände verläuft jetzt die Grenze zwischen Ost und West, zwischen britischer und sowjetischer Besatzungszone. Es ist zugleich der Beginn einer einzigartigen Geschichte im kalten Krieg.
1946 wurde zwischen den Oberbefehlshabern Wassili Sokolowski (UdSSR) und Brian H. Robertson (Großbritannien) für den Weiterbetrieb des Kraftwerkes Harbke und dem grenzüberschreitenden Braunkohle Abbau eine Vereinbarung geschlossen. Dadurch bestand hier die Grenze nur auf dem Papier und die Mitarbeiter der BKB durften die Grenze überschreiten. Denn sowohl die Sowjets als auch die Briten brauchten das Kraftwerk in Harbke, weil es als eines der wenigen war, dass von Kriegsschäden verschont wurde und die Stromversorgung auf beiden Seiten der Grenzen garantiere. Auf der später niedersächsischen Seite gab es die Hauptverwaltung, die Brikettwerke, das Schwelwerk und kleinere Kraftwerke. Das Kraftwerk Harbke und die Brikettfabrik Bismarck lagen auf der östlichen Seite.
R-Brief von Harbke über Helmstedt 1947 nach Berlin-Britz
Interessant ist der Ort des Absenders: Alversdorf, Krs. Helmstedt, BKB Lager 50/12, Alversdorf wurde 1974 selbst für den Tagebau aufgegeben.
R-Zettel vom obigen Beleg, Blanko R-Zettel mit handschriftlichem Eintrag Harbkeund vorgedrucktem Numerator.
Quer durch den Tagebau pendelten täglich hunderte Menschen zur Arbeit über die Grenze. Kohlekumpel aus Harbke und Helmstedt (und der jeweiligen Umgebung), die in der einen Zone lebten und in der anderen Zone arbeiteten. Im grenzüberschreitenden Tagebau Viktoria war die Flucht über den nicht bewachten Tagebau möglich. Die Bergleute auf beiden Seiten wurden in West-Mark bezahlt, denn sie hatten Arbeitsverträge mit der BKB in Helmstedt.
Poststempel Harbke über Helmstedt vom 11. März 1948
Im Jahr 1947 wurde mit 7.639 Beschäftigten die höchste Mitarbeiterzahl der Unternehmensgeschichte erreicht. Allerdings ergab sich gleichzeitig eine schwierige Situation für die BKB durch die direkte Lage ihrer Betriebe auf der innerdeutschen Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg.
Auch die Gründung beider deutschen Staaten 1949 führte zu keiner Veränderung der Situation zwischen Harbke und Helmstedt im Tagebau.
Am 26. Mai 1952 ändert sich die Lage dramatisch. Ohne Vorahnung besetzen in den frühen Morgenstunden Einheiten der Volkspolizei der DDR den östlichen Teil des Tagebaus zwischen Harbke und Helmstedt. Innerhalb weniger Minuten standen die Geräte auf beiden Seiten still. Die Braunkohleförderung kam zum Erliegen.
1400 Bergleute aus Harbke und 400 Bergleute aus Helmstedt verloren über Nacht ihre Arbeit, weil sie nicht mehr über die Grenze zur Arbeit kamen.
Dem Unternehmen BKB gingen durch die Grenzschließung alle Anlagen auf ehemals preußischem Gebiet (Tagebau Wulfersdorf, Teile des Tagebaus Victoria, die Brikettfabrik Bismarck und das Kraftwerk Harbke) verloren. Außerdem gehen der BKB 62 % der gewinnbaren Kohle verloren.
Das Kraftwerk Harbke wurde zum Volkseigentum erklärt (VEB Braunkohlewerk).
In den Folgejahren mussten diese Defizite durch einen eigenen Kraftwerksbau auf westdeutscher Seite ersetzt werden. 1954 fing man auf beiden Seiten wieder an Kohle zu fördern und Strom (Kraftwerk Offleben im Westen) zu produzieren.
R-Brief der Deutschen Post der DDR von Harbke nach Stendal (Absatzkontor), Poststempel vom 28. März 1956. Blanko R-Zettel mit Stempel Harbke über Oschersleben (Bode). Oschersleben (Bode) entspricht der damaligen Kreisbezeichnung. (*)
R-Zettel vom obigen Beleg mit fünfstelligem Numerator 00307 (*)
1956 kam es zu einer ersten Annäherung. Die Betriebsleiter von Ost und West tauschten DDR- und BRD-Territorien aus (37 Hektar Kippen Fläche Ost gegen 13 Hektar Kippen Fläche West), um bergbautechnisch sinnvoll arbeiten zu können.
Mit dem Bau der Mauer 1961 kommen die Aktivitäten zum Erliegen.
Poststempel Harbke (Kr Oschersleben) vom 30. Juni 1967, ohne Angabe der Postleitzahl
Stempel des ZKD (Zentraler Kurierdienst) vom VEB (Volkseigener Betrieb) Braunkohlewerk 3222 Harbke.
Stempel des ZKD (Zentraler Kurierdienst), VEB Energieversorgung Magdeburg, Kraftwerk Phillipp Müller, 3222 Harbke (*)
(Philipp Müller wurde am 11. Mai 1952 in Essen erschossen. In der DDR wurde das Andenken an ihn insbesondere zur Propaganda genutzt.)
Der ZKD war ein von der Deutschen Post der DDR durchgeführter Postdienst des DDR-Innenministeriums.
Blick über die Zonengrenze von West nach Ost zum Kraftwerk Harbke.
Am 19. Mai 1976 kam es zur Vertragsunterzeichnung „Grenzpfeiler Braunkohle Helmstedt/Harbke“ in Ostberlin. Wieder setzen sich wirtschaftliche Interessen über politischen Überlegungen (Grenze) durch.
Beide Seiten dürfen wieder grenzüberschreitend arbeiten, denn nur so war in dieser Region Braunkohle wirtschaftlich zu fördern. Beide Seiten überließen dafür der anderen Seite Flächen zur zeitweiligen Nutzung im Tausch („Dem Tagebau Helmstedt zur Nutzung zeitweilig überlassenes Territorium der DDR und dem Tagebau Wulfersdorf zur Nutzung überlassenes Territorium der BRD, jeweils Stand 1. Abbauphase“).
Die Abbaugebiete wurden waffenfrei. Zwei Kilometer Grenze mussten geräumt werden. Die Minenräumungen erwiesen sich wegen der bisherigen Bodenbewegungen als schwierig. Der bisherige Todesstreifen wurde durch einen Maschendraht ersetzt und für Besprechungen zwischen Ost und West gab es ein Gartentürchen im Maschendrahtzaun.
Weil Harbke dieses Grenzgeheimnis barg, verschwand gleich der ganze Ort von jeder Landkarte der DDR. Weder Straßenschilder noch Wegweiser führten in das Dorf an der offenen Grenze. Harbke wurde von der Außenwelt hermetisch abgeschirmt.
Ausschnitt Briefkopf, Rundstedter Str. 10 a in Harbke
Hauptarbeitgeber im Filialbetrieb Harbke war das Braunkohle-Kraftwerk VEB Kombinat Gustav Sobottka aus Röblingen.
R-Zettel 3222 Harbke, ca. 1982, Numerator dreistellig
R-Zettel 3222 Harbke, Numerator vierstellig
Bis 1986 arbeiteten hier ost- und westdeutsche Bergleute grenzüberschreitend in einem Braunkohle Tagebau zusammen.
Selbst die Grenztruppen der DDR hatten im Tagebau keinen Zutritt.
Am 26. September 1986 fuhr der letzte Zug zum Kraftwerk.
Am 22. Dezember 1989 wurde der Grenzübergang von Helmstedt nach Harbke geöffnet.
Poststempel 3222 Harbke vom 6. Dezember 1990, Kreisstempel mit Stegsegment unten
Kreisstempel mit Stegsegment oben, 6 Wellenlinien senkrecht, Datum 2. Juli 1993 und Uhrzeit 9 Uhr, Verwendung ab 1. Juli 1993.
R-Zettel mit fünfstelliger Postleitzahl, naßklebend: 39365 Harbke
R-Zettel mit fünfstelliger Postleitzahl, selbstklebend: 39365 Harbke
Mit der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl 1993 hieß in Harbke die neue Postleitzahl 39365.
Im Juni 1994 wurden die Schornsteine vom Kraftwerk Harbke gesprengt. Das Ende der Braunkohlen Industrie in Harbke war besiegelt.
Historischen Entwicklung des Braunkohleabbaugebiets direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Helmstedt und Harbke (Quelle: Fa. post-mining & brownfields consulting, siehe unten)
Seit 2004 wird der ehemalige Tagebau saniert und durch Grundwasser geflutet. Der Lappwaldsee überdeckt den ehemaligen Grenzverlauf und die Spuren der außergewöhnlichen deutsch-deutschen Geschichte. (Foto von 2016) 2031 soll der See sein geplantes Ausmaß erreicht haben.
Harbke erlebt durch Gebietsreformen wechselnde Zugehörigkeiten oder Namensänderungen bei der Landkreis Zuordnung. Seit 2007 lautet die Bezeichnung Landkreis Börde, die Kreisstadt ist Haldensleben. Harbke ist Mitgliedgemeinde der Verbandgemeinde Obere Aller in Sachsen-Anhalt. Harbke hat ca. 1.800 Einwohner.
Nur etwa fünf Kilometer von Harbke entfernt lag der Grenzübergang Helmstedt-Marienborn. Dieser war der größte und bedeutendste Grenzübergang an der innerdeutschen Grenze während der deutschen Teilung und bestand zwischen 1945 und 1990.
Quellen:
Braunschweiger Postgeschichtliche Blätter, Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V., Bezirksgruppe Braunschweig Heft 9/10 Dezember 1968
Die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG, Werner Vogt, Andrea Dreifke-Pieper, 1999, Econ Verlag, München
Grenzkohle,Christiane String, Zeitschrift Horch und Guck, Heft 2/2009, Heruntergewirtschaftet, Seiten 36 bis 39
Heringsbahn, Achim Walther und Joachim Bittner, Die innerdeutsche Grenze bei Hötensleben, Offleben und Schöningen, 2011, Mitteldeutscher Verlag, Halle
Das Geheimnis von Harbke, Operation Grenzkohle, TV-Bericht, Mitteldeutscher Rundfunk MDR, 9.4.2019
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung an Herrn Andreas Kadler, Berlin, post-mining & brownfields consulting, www.post-mining.de
Vielen Dank an Klaus Hirschfeld, Haldensleben für die freundlicher Überlassung (*) von R-Zetteln, Abbildungen und Belegen zur Bereicherung dieses Artikels. Toll!
Vielen Dank an Dr. Thomas Schmidt, Haldensleben, für die Zusammenstellung der Poststempel von Harbke und der Genehmigung zur Abbildung.
Mit der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl ab dem 1. Juli 1993 änderte sich die Anmutung der R-Zettel. Erstmals gab es bundesweit (alte und neue Bundesländer) ein einheitliches Postleitzahlensystem.
Neben den klassischen nassklebenden R-Zetteln, kamen zwei selbstklebende Einschreibzettel im Postalltag vor, eine etwas höhere und eine schmalere Variante.
Am Beispiel von 30159 Hannover 1 werden die drei Varianten kurz vorgestellt:
nassklebend, wie bei der vierstelligen Postleitzahl
selbstklebend, schmalere Variante, 15mm
selbstklebend, höhere Variante, 18mm
Bei der Produktion der Druckerei Sontag (tatsächlich mit einem N geschrieben) kamen im Vor- und Nachspann der hergestellten Einschreibzettel über 30 Exemplare überdruckte (geschwärzte) Zettel vor.
Überdruckt waren der Numerator und die fünfstellige Postleitzahl.
Klassische Makulatur, die aber in den Postalltag kam und ohne Probleme mit eingesetzt wurde. Da Einschreibzettel keine Wertzeichen (wie Briefmarken), sondern Postformulare sind, ist das kein Beinbruch.
Aber ein interessantes Tätigkeitsfeld für den Sammler!
Die vorliegenden Belege sind aus den Monaten Juli, August, September und Oktober 1993, sowie Januar und März 1994. Vermutlich hatte es sich anschließend postintern herumgesprochen die Makulatur nicht mehr einzusetzen.
Sortierung der Belege nach Postleitzahl aufsteigend:
21684 Stade 3, Stadtteil Wiepenkathen, Poststempel vom 8. Januar 1994
R-Zettel vom obigen Beleg
29323 Wietze 4, Ortsteil Wieckenberg, Poststempel 20. September 1993
R-Zettel vom obigen Beleg
29664 Walsrode 13, Stadtteil Groß Eilstorf, Poststempel 31. Juli 1993
R-Zettel vom obigen Beleg
30827 Garbsen 4, Stadtteil Berenbostel, Unterscheidungsbuchstabe (UB) a, Poststempel vom 17. Juli 1993
R-Zettel vom obigen Beleg
30851 Langenhagen 3, UB b, Poststempel vom 13. Juli 1993, Absenderfreistempel „100 Jahre Verlagsgruppe Madsack“ vom 2. Juni 1993 mit vierstelliger Postleitzahl.
R-Zettel vom obigen Beleg
R-Zettel 30929 Seelze 8, Stadtteil Kirchwehren, vorliegender Beleg vom 15. Oktober 1993. Diese Postfiliale wurde bereits am 1. November oder 1. Dezember 1993 geschlossen.
31008 Elze 1, UB d, Poststempel vom 1. September 1993
R-Zettel vom obigen Beleg
31688 Nienstädt 3, Ortsteil Liekwegen, Poststempel vom 26. Juli 1993
R-Zettel vom obigen Beleg
38527 Meine 2, Ortsteil Grassel, Poststempel vom 3. August 1993
R-Zettel vom obigen Beleg
Eine zeitliche Ausnahme bietet der Beleg vom September 1995. Hier ist ein Sonderpostamt (Unterscheidungsbuchstaben „sp“) betroffen, für das die Zettel bevorratet sein dürften.
49074 Osnabrück 1, UB sp, Sonderstempel vom 14. September 1995
R-Zettel vom obigen Beleg
49324 Melle 1, UB c, Sonderstempel vom 13. März 1994
R-Zettel vom obigen Beleg
Mit etwas Fantasie lässt sich die Makulatur Vermutung belegen. Bei den nachfolgend nebeneinander gestellten geschwärzten R-Zetteln ist das Wort „EINRICHTE N“ zu entdecken:
Ein Besuch in der Gemeinde Neuhaus an der Elbe (Amt Neuhaus) ist nicht nur wegen dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue, den Deichen, den Obstbäumen am Straßenrand, den Vogelschwärmen im Herbst, der Wanderdüne, den großen landwirtschaftliche Flächen, den Radwegen und der Natur lohnend.
1945 und 1993 wurde im Amt Neuhaus Geschichte geschrieben!
Dieser Artikel hat nicht die Aufgabe die gesellschaftlichen Verwerfungen im Dritten Reich (u.a. Krieg, Verfolgung von Menschen) oder in der DDR (u.a. Aktion Ungeziefer, Stasi) zu beleuchten. Im Mittelpunkt stehen die Philatelie und die Postgeschichte.
Die Gemeinde ist mit seiner relativen geringen Einwohnerzahl und den vielen Poststellen eine Freude für jeden Philatelisten. Durch die intensive Geschichte vom Deutschen Reich, über DDR bis zur Bundesrepublik gibt es eine Fülle von unterschiedlichen R-Zetteln, Stempeln und Belegen.
Wichtig zum Verständnis der Geschichte sind Vorgänge aus den Jahren 1689, 1705 und 1816 auf denen diese philatelistische Betrachtung aufbaut. Beginnend mit Herzogtümern mit wechselnden Besitzverhältnissen bis zur wesentlichen Rolle des Königreiches Hannover, das nach 1816 das rechtselbische Amt Neuhaus behielt.
Am 1. Oktober 1838 richtete die hannoversche Postverwaltung im Amtssitz Neuhaus eine Postspedition ein.
Der Poststempel „NEUHAUS A:D:ELBE“ wurde bis 1848 benutzt. Von 1849 bis 1856 wurde ein zweizeiliger Langstempel eingesetzt. Seit 1852 führte die Spedition auch einen Doppelkreistempel mit blauer Stempelfarbe.
Am 1. Dezember 1850 konnten die Neuhäuser erstmals Postwertzeichen erwerben, denn die hannoversche Postverwaltung hatte als viertes Land in Deutschland diese Neuerung eingeführt.
Nach der Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen 1866 blieb das rechtselbische Amt Neuhaus bis 1945 bei der preußischen Provinz Hannover.
Die Bezeichnung der Poststation änderte sich. Aus der hannoverschen Postspedition wurde eine preußische Postexpedition. Das preußische Postwesen wurde am 1. Januar 1868 in die Norddeutsche Bundespost eingegliedert. Innerhalb von drei Jahren zierten die Poststationen drei verschiedene Posthauschilder.
1871 übernahm die Deutsche Reichspost. Und 1876 wandelte die Postverwaltung die Postexpedition in ein Postamt III. Klasse um.
1882 änderte sich die Zusatzbezeichnung des Ortes Neuhaus an der Elbe in Neuhaus (Elbe).
Am 11. Juni 1883 wurde die erste Postagentur im Amt Neuhaus im Ortsteil Tripkau eingerichtet.
R-Brief von Neuhaus (Elbe) nach Rheinberg am Niederrhein, R rechtsstehend, Poststempel 20. August 1884
R-Zettel vom obigen Beleg
Aus den alten hannoverschen Ämtern Bleckede und Neuhaus wurde am 1. April 1885 der Kreis Bleckede gebildet. Dieser wurde 47 Jahre später zum 1. Oktober 1932 aufgelöst und in den Landkreis Lüneburg eingegliedert.
Gruss aus Neuhaus, 1895. Totalansicht, Villa Kampf, Lindenhof, Krieger-Denkmal, Apotheke, Pastorenhaus, Hotel zur Post.
1897 wurde in Neuhaus ein neues Postgebäude errichtet.
Das frühere Postamt in Neuhaus an der Elbe in der Poststr. 9 mit Schriftzug. Dieses Postamt wurde am 31. August 2003 geschlossen
Am 15. August 1898 wurde die zweite Postagentur im Ortsteil Stapel eröffnet.
Poststempel Neuhaus (Elbe) vom 18. Juni 1900
R-Brief Neuhaus (Elbe) 20. Juli 1924
R-Zettel vom obigen Beleg, R linksstehend, Druck dieses R-Zettel Typs 31 in Rollen
Ab 1928 begann die Einrichtung der Landverkraftung. Beginnend ab 1. August 1928 erfolgte neben der Hauptpost in Neuhaus die Einrichtung von Poststellen in den Orten Bitter, Bohnenberg, Darchau, Dellien, Haar, Laake, Laave, Neubleckede, Neugarge, Niendorf, Pinnau, Pommau, Preten, Privelack, Rassau, Rosien, Stapel, Stiepelse, Stixe, Strachau, Sückau, Sumte, Timkenberg, Vorderhagen, Wendischthun und Wilkenstorf.
Die Ortschaften Niendorf, Vorderhagen, und Timkenburg (Groß Timkenburg) gehörten zum Land Mecklenburg, sie wurde aber 1928 dem Postamt Neuhaus zugeteilt. Der zum Amt Neuhaus gehörende Ort Wehningen (bis 20. März 1947 Junker-Wehningen) erhielt auch eine Poststelle, die dem Postamt Dömitz zugeordnet war.
R-Brief Neuhaus nach Bleckede, Poststempel vom 11. März 1929, Poststellen II Stempel Stixe Neuhaus (Elbe) Land.
R-Zettel vom obigen Beleg, schmaler Rahmen
R-Zettel Kaarßen, schmaler Rahmen
R-Brief Neuhaus (Elbe), 20. Juli 1932, an die Verteilungsstelle für Gerichtsvollzieheraufträge beim Amtsgericht Hannover.
R-Zettel vom obigen Beleg
Poststempel Neuhaus (Elbe) Land vom 23. Mai 1933
Paketkarte Neuhaus (Elbe) Land, Poststempel 30. Januar 1934 Neuhaus Land
Das Taxquadrat von Neuhaus war 706 (senkrechte Zahl). Mehr zum Thema lesen Sie hier: Taxquadrat.
Eine Paketkarte von Stapel über Neuhaus (Elbe) mit gleichem Taxquadrat vom 17. August 1946 ist bekannt.
Poststempel Neuhaus (Elbe) vom 14. März 1934
Im Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Berlin, Stand 1936, werden die Ortsteile von Neuhaus, wie in der Aufstellung 1928 mit zugehöriger Poststelle oder Postagentur aufgeführt:
Groß Rassau/über Neuhaus (Elbe), Poststelle – ohne Vorsilbe Groß
Neuwendischthun/über Neuhaus (Elbe), Poststelle – ohne Vorsilbe Neu
neu im Ortsverzeichnis sind aufgeführt:
Gutiz/über Neuhaus (Elbe), Poststelle
Kaarssen/über Neuhaus (Elbe), Postagentur
Tripkau/über Neuhaus (Elbe), Poststelle
nicht mehr im Ortsverzeichnis gelistet ist:
Neubleckede
R-Brief Neuhaus (Elbe), 12. August 1939, an das Arbeitsamt in Dannenberg, R-Zettel mit Zusatz Land, Poststellen II Stempel Pommau über Neuhaus (Elbe).
R-Zettel von obigem Beleg, dicker Rahmen
R-Brief mit Poststempel Stapel über Neuhaus (Elbe) vom 17. April 1944 mit Landpost R-Zettel nach Lübeck.
R-Zettel von obigem Beleg, fetter Schrifttyp
Von den 27 Posthaltern im Bereich des Postamtes Neuhaus waren 15 Gastwirte.
Die Poststellen waren bis 1945 vereinzelt temporär nicht besetzt und die Zustellungen erfolgte über eine benachbarte Poststelle.
Eine wichtige geschichtliche Entwicklung gab es in Neuhaus bei Kriegsende 1945
Ausgehend von dem Gebietsstand von 1937 wurde das besetzte Deutschland nach dem Londoner Protokoll vom 12.9.1944 und bei der Konferenz von Jalta (2. bis 11. Februar 1945) von den alliierten Siegermächten in Besatzungszonen aufgeteilt.
Am 1. Mai 1945 besetzten amerikanische Truppen das Amt Neuhaus. Die Elbe wurde gesperrt. Gemäß den Vereinbarungen der Alliierten übernahmen am 1. Juni 1945 britische Soldaten das zur Provinz Hannover gehörende Gebiet.
Neuhaus wurde wie geplant der britischen Zone zugeordnet. Die Briten stellten eine Insellage von Neuhaus fest. Östlich der Elbe gelegen, an allen Gemeindegrenzen von der neuen sowjetischen Zone umgeben. Und es gab keine Brücke über die Elbe als Verbindung zur Britischen Zone.
Hier ist wohl auch der Grund zu suchen, dass der Bereich Neuhaus/Elbe an die sowjetische Militäradministration abgetreten wurde.
Die britische und die sowjetische oberste militärische Führung in Deutschland vereinbarten am 29. Juni 1945 in Berlin die Übergabe des Amtes Neuhaus an die sowjetische Besatzungszone (…that the River Elbe forms a natural boundary in this area…).
Am 30. Juni 1945 hing in den Dörfern die Mitteilung, dass das Amt Neuhaus am darauffolgenden Tag unter die Verwaltung der sowjetischen Armee gestellt wurde.
Im 4. Juli 1945 übergaben die Briten den Flecken an die Sowjets.
Das Amt Neuhaus gehörte dann zum Landkreis Hagenow in der Sowjetischen-Besatzungs-Zone (SBZ).
Am 5. Juli 1945 weist die RPD Hannover ihre Postämter und die anderen Reichspostdirektionen darauf hin, dass Neuhaus/Elbe in die russische Besatzungszone eingegliedert worden ist.
R-Brief Neuhaus (Elbe) mit Postleitgebietszahl (PLGZ) 20, 27. Januar 1946, nach 20 Göttingen, der Poststempel trägt noch nicht die PLGZ 20, Barfreimachung „Bezahlt am: …“ als Zweizeiler im Rechteck.
R-Zettel vom obigen Beleg
Barfreimachungen von Neuhaus sind belegt vom 6.8.45, 9.8.45, 23.8.45, 28.8.45, 31.8.45, 4,9,45, 14.9.45, 21.9.45, 24.9.45, 5.10.45, 24.10.45, 21.11.45, 23.11.45, 28.12.45, 3.1.46, 26.1.46, 2.2.46, 27.1.46 und 22.7.48. Die Barfrankaturen dominierten das Erscheinungsbild der Briefpost, denn sie waren bis zur Herausgabe der einzelnen Zonenausgaben der alleinige Freimarkenersatz und damit die typische Notfrankatur jener Zeit.
Ergänzend zum obigen Zettel gab es auch einen R-Zettel mit dem Zusatz Land mit der Postleitgebietszahl 20. Dieser Einschreibezettel sollte bei Einschreiben aus den Poststellen eingesetzt werden.
Das Postamt Neuhaus (Elbe) setze die Postleitgebietszahl im Normstempel bis Januar 1946 ein. Die PLGZ wurde aus dem Stempel entfernt, nachweisbar erstmals am 19. April 1946. Anschließend wurde die PLGZ 3 im Kreis vor den Ortsnamen gesetzt, belegt ab dem 13. Dezember 1946.
Ein besonderer R-Zettel. Die Postleitgebietszahl 20 wurde mit der neuen PLGZ 3 überstempelt.
Auf einmal PLGZ 3 a! Auf einer Postverkehrskarte von 1954 sind Neuhaus, Stapel, Kaarßen, Tripkau u.a., nordöstlich der Elbe im Gebiet 3 a eingezeichnet. Die dicke Linie grenzt westlich an das Gebiet Postleitgebiet 24 a und südlich an das Gebiet 20 a an.
R-Brief von Tripkau über Neuhaus (Elbe) nach Hannover vom 2. Oktober 1946. Der Poststellen II Stempel und der gestempelte Absender erklärt die Herkunft. Ein Aushilfs-R-Zettel von Malliß (Meckl) mit der Postleitgebietszahl 3, handschriftlich geändert Tripkau und ein Poststempel aus dem benachbarten Ort: 3 Festung Dömitz machen das Provisorium komplett.
Richter bezeichnet in seinem Buch „Mecklenburg-Vorpommern, die Stempel der Postämter, Zweigpostämter und Poststellen 1945-1952“ den Poststellen II Stempel von Tripkau als Ortnotstempel.
R-Zettel vom obigen Beleg
Malliß und Tripkau liegen ca. 20 km voneinander entfernt.
Poststellen II Stempel von Tripkau vom obigen Beleg
Im Frühjahr 1947 wurde Mecklenburg-Vorpommern in zwei Postleitgebiete geteilt. Aus Leitgebiet 3 wurde 3a und 3b. Die Entscheidung und Anweisung zu dieser Aufteilung erfolgte am 21. März 1947 und die Umsetzung startete ab dem 22. April 1947.
R-Brief Stapel vom Februar 1948 nach 24 Husum. Poststempel 3 Stapel, Blanko R-Zettel mit handschriftlichem Eintrag Stapel. Kreis für PLGZ nicht ausgefüllt.
R-Zettel vom obigen Beleg, Typ 751
R-Zettel Stapel, auch Typ 751, jetzt mit Postleitzahl 3 im Kreis, Beleg vom 23. November 1950
R-Brief mit Poststempel 3 Neuhaus (Elbe) vom 10. Juni 1949 nach Hamburg. Blanko-R-Zettel mit Stempel Neuhaus-Elbe. Absender aus Konau, Briefmarken der Sowjetischen Zone.
R-Zettel vom obigen Beleg
R-Brief Neuhaus (Elbe) vom 11. August 1949 nach 20 Ildehausen. Verwendung eines früheren Poststempels ohne PLGZ und Aushilfs-R-Zettel 3 Schwerin (Meckl) überstempelt mit Neuhaus (Elbe). Briefmarken der Sowjetischen Zone mit Michel Nr. 186 und 197.
R-Zettel vom obigen Beleg, Typ 751
Gründung der DDR am 7. Oktober 1949
R-Brief Stapel nach 24b Husum, Poststempel 3 Stapel über Neuhaus (Elbe) 20. November 1950, Blanko-R-Zettel mit Stempel Stapel über Neuhaus (Elbe), Kreis für PLGZ nicht ausgefüllt. Briefmarken der Sowjetischen Zone mit Michel Nr. 212, 213, 216 und 220.
R-Zettel vom obigen Beleg, Typ 751
Mehr Informationen zu dem R-Zettel Typ 751 erhalten Sie hier.
R-Brief von Kaarssen 11. Dezember 1952 nach 1 Berlin, Poststempel 3 Kaarssen über Neuhaus (Elbe), Blanko-R-Zettel mit Stempel Kaarssen. Briefmarken der Sowjetischen Zone mit Michel Nr. 225 und 227.
Der Brief wurde von einem Pastor i.R. (Absender) an die Kasse der Evangelischen Kirche in Berlin (Ost) gesendet. Die adressierte Straße Bischofstr. 6 – 8 gibt es heute in Berlin-Mitte im Bereich Klosterstraße nicht mehr. Der Generalbevollmächtigten der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beim Ministerrat der DDR hatte hier seit 1949 seinen Sitz. Das zuletzt von der evangelischen Kirche unter dem Namen Heinrich-Grüber-Haus genutzte Gebäude wurde 1967 abgerissen.
R-Zettel von obigem Beleg
Bei neu beschafften Poststempeln entfiel die Postleitgebietszahl ab Sommer 1950 schleichend.
R-Brief Neuhaus (Elbe) vom 11. Februar 1953 nach Erfurt mit Poststempel 3 Neuhaus (Elbe). Der Absender verwendet die PLGZ 3a. Nachgebühr Stempel, Nachgebühr 33 Pfennige. Da der Brief bei der Post als Einschreiben aufgegeben wurde, ist die Nachgebühr eher ungewöhnlich. Briefmarken der DDR mit den Michel Nr. 314, 321 und 332.
R-Zettel vom obigen Beleg, R-Zettel mit fünfstelligen Numerator und Formulareindruck C 35 in der rechten unteren Ecke. Kleines R, R-Zettel Typ 8353.
Ergänzend zum obigen Zettel gab es auch einen R-Zettel mit dem Zusatz Land für die Einschreiben aus den Poststellen. Großes R, R-Zettel Typ 8341.
R-Zettel Tripkau üb Neuhaus (Elbe), mit Formulareindruck C 35
Ab 1951 wurden die Einschreibzettel der Deutschen Post der DDR im Rollendruck im VEB Kassenblock, Berlin hergestellt. R-Zettel Typ 833 als vierte Ausgabe für die sowjetische Besatzungszone bzw. die DDR.
Eine Besonderheit bieten die beiden obigen R-Zettel. Bedingt durch einen Mangel an R-Lettern wurde in den Jahren 1951 bis 1954 bis zu acht verschiedene Zettel Typen hergestellt. Ob alle acht Typen in Neuhaus eingesetzt wurden ist noch nicht abschließend untersucht. Diese R-zettel sind erkenntlich am Formularzudruck C 35, Der jeweilige Numerator ist fünfstellig und beginnt mit zwei Nullen.
Die Einschreibzettel der Deutschen Post der DDR haben sich weiter verändert. Ab 1956 wurden in der DDR R-Zettel im Rautenmuster mit einem Amtskennzeichen in der rechten unteren Ecke und mit jeweils sechs Rauten oben und unten als Rahmen eingeführt.
Zettel gibt es auf gewöhnlichem weißen und auf Pergaminpapier, mit durchgehenden und unterbrochenen (Zebrastreifen) Umrandungen.
R-Zettel Neuhaus (Elbe) auf dickerem Papier mit vierstelligem Numerator, ohne Unterscheidungsbuchstabe und AKZ-Zusatz „Sch 18“ im abgeteilten Feld. (sechs Rauten im Rahmen). R-Zettel Typ 8411.
R-Zettel Kaarßen über Neuhaus (Elbe) auf dickerem Papier mit vierstelligem Numerator, ohne Unterscheidungsbuchstabe und AKZ-Zusatz „Sch 18“ im abgeteilten Feld. (sechs Rauten im Rahmen).
Die nachfolgende Ausgabe wurde etwa ab 1958 auf glasigem Pergaminpapier gedruckt.
R-Zettel Neuhaus (Elbe) auf Pergaminpapier mit vierstelligem Numerator, Unterscheidungsbuchstabe a und AKZ-Zusatz „Sch 18“ im abgeteilten Feld. (sieben Rauten im Rahmen).
Sch steht für (OPD) Schwerin.
Poststellen II Stempel:
Nicht von jedem Ort bzw. jeder Poststelle lassen sich Einschreibbelege finden. In solchen Fällen ist es eine große philatelistische Freude und auch ein gleichwertiger Ersatz, die wirklich zahlreichen Poststellen im Amt Neuhaus anhand der sogenannten Poststellen II Stempel zu belegen:
Bitter Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1929
Bitter über Neuhaus (Elbe), ca. 1948
Bohnenburg über Neuhaus (Elbe), ca. 1939
Bohnenburg über Neuhaus (Elbe), ca. 1957
Darchau Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1932
Darchau über Neuhaus (Elbe), ca. 1937
Darchau über Neuhaus (Elbe), ca. 1957
Dellien Neuhaus (Elbe) Land, Vorlage s/w Kopie, ca. 1937
Dellien über Neuhaus (Elbe), 1960
Gutitz über Neuhaus (Elbe), ca. 1941
Gutitz Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1930
Gutitz-Zeetze über Neuhaus (Elbe), ca. 1960
Haar über Neuhaus (Elbe)
3a Haar über Neuhaus (Elbe), Vorlage s/w Kopie
Laake über Neuhaus (Elbe), ca. 1933
Laave Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1928
Laave über Neuhaus (Elbe), ca. 1946
Neu Garge Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1929
Neugarge über Neuhaus (Elbe), ca. 1937
Niendorf über Neuhaus (Elbe), ca. 1933
Niendorf über Neuhaus (Elbe), Vorlage s/w Kopie
Pinnau über Neuhaus (Elbe), ca. 1941
Pommau Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1928
Pommau über Neuhaus (Elbe), ca. 1939
Pommau über Neuhaus (Elbe), ca. 1962
Preten über Neuhaus (Elbe), ca. 1935
Preten über Neuhaus (Elbe), ca. 1947
Preten Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1930
Privelack Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1931
Privelack über Neuhaus (Elbe), Vorlage s/w Kopie
Rassau über Neuhaus (Elbe), ca. 1943
Rosien über Neuhaus (Elbe), ca. 1934
Stapel über Neuhaus (Elbe), ca. 1935
Stiepelse Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1935
Stiepelse über Neuhaus (Elbe), ca. 1938
Stiepelse über Neuhaus (Elbe), ca. 1962
Stixe über Neuhaus (Elbe), Vorlage s/w Kopie
Stixe Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1929
Stixe über Neuhaus (Elbe), ca. 1940
Stixe über Neuhaus (Elbe), ca. 1955
Strachau Neuhaus (Elbe) Land, ca. 1933
Strachau über Neuhaus (Elbe), ca. 1939
Sückau über Neuhaus (Elbe), Vorlage s/w Kopie
Sumte über Neuhaus (Elbe), ca. 1958
Viehle über Neuhaus (Elbe), ca. 1964
3 Vorderhagen über Neuhaus (Elbe), ca. 1950
Vorderhagen über Neuhaus (Elbe), ohne Datum
3a Wehningen über Dömitz (Meckl.), ca. 1950
Wehningen über Neuhaus (Elbe), ca. 1958
Wilkenstorf über Neuhaus (Elbe), ca. 1934
Und selbstverständlich freut sich der Autor über Ihre ergänzenden Belege in Form z.B. von geeigneten Scans.
Und wieder wurde in Neuhaus Geschichte geschrieben
Nach der Wende in der DDR und der örtlichen Grenzöffnung am 25. November1989 um 12.30 Uhr strebte die Gemeinde nach Niedersachsen. Drei Jahre, von 1990 bis 1993, dauerten die Verhandlungen zwischen den Landesregierungen in Schwerin und Hannover, sowie der Bundesregierung in Bonn.
R-Zettel von 2840 Neuhaus, Unterscheidungsbuchstabe a. Die Post arbeitete bis zur Einführung der fünfstelligen Postleitzahl 1993 weiter mit der bisherigen Postleitzahl 2840 und den bisherigen Formularen. (dreistelliger Numerator). R-Zettel Typ 846.
Durch das Abreißen aus dem Wertzeichenspender erfolgt die Trennung der R-Zettel unabhängig von der vorgesehenen Perforation.
Einlieferungsschein zum obigen R-Zettel (Abb. ohne Brief). Einlieferungsschein der Deutschen Post der DDR, mit Poststempel Neuhaus 284 vom 11. Januar 1991
R-Zettel von 2840 Neuhaus, ohne Unterscheidungsbuchstabe. Poststempel des dazugehörenden Beleges vom 19. Februar 1992.
Briefausschnitt vom 25. Februar 1992, Die Poststelle in 0-2841 Stapel setzt den Poststellenstempel/Spatelkreisstempel direkt auf die Marke. R-Zettel 2841 Neuhaus, wobei die letzte Ziffer (1) den Landbereich bezeichnet.
Der Spatelkreisstempel vom obigen Beleg, die 12 steht für Stapel. Rechte Seite Abbildung Posthorn. Die Vergabe der Nummern je Poststelle erfolgte nach der Fahrreihenfolge des Postfahrzeuges. Üblicherweise wurde dieser Stempel nur im Innenverhältnis verwendet.
Weiteren Spatelstempel finden Sie in diesem Artikel vor der Abbildung der Ortsschilder.
Der R-Zettel von obigem Beleg, mit Postleitzahl 2841, ohne Unterscheidungsbuchstabe.
R-Brief aus (Absenderangabe) Tripkau, nach Schwerin, Datum im Stempel Neuhaus leider nicht lesbar, Landpost-R-Zettel 2841. Die Briefmarke zu 200 Pfennige (Deutsche Mark) mit Motiv Magdeburger Dom (Michel Nr. 3351 der DDR) erschien am 2. Juli 1990. Der Beleg ist also frühestens ab diesem Datum verschickt worden.
Der R-Zettel von obigem Beleg, mit Postleitzahl 2841, mit Unterscheidungsbuchstabe a.
Die acht selbstständigen Gemeinden wurde zum 1. April 1992 zu einer Verwaltungseinheit zusammengeschlossen.
Der Staatsvertrag zwischen den Bundesländern über die Umgliederung der Gemeinden im ehemaligen Amt Neuhaus wurde im März 1993 von den Ministerpräsidenten Bernd Seite (Mecklenburg-Vorpommern) und Gerhard Schröder (Niedersachsen) unterzeichnet.
Am 28. Juni 1993 lautet der Aufmacher der Landeszeitung für die Lüneburger Heide: Das Amt Neuhaus kehrt zum Kreis Lüneburg zurück.
Das schraffierte Gebiet wechselt das Bundesland und den Landkreis, Darstellung der Landeszeitung für die Lüneburger Heide.
Seit dem 1. Juli 1993 gehört das Amt Neuhaus zu Niedersachsen und zum niedersächsischen Landkreis Lüneburg.
Neuhaus ist das einzige Gebiet, das einen Wechsel von einem neuen Bundesland (Mecklenburg-Vorpommern) in ein altes Bundesland (Niedersachsen) vollzogen hat.
Und seit dem 1. Juli 1993 gilt in Neuhaus Elbe die neue 5-stellige Postleitzahl 19273.
Briefausschnitt R-Brief vom 26.Juli 1993, 19273 Neuhaus Elbe, R-Zettel mit Unterscheidungsbuchstabe „a“, Marke Wappen Niedersachsen Michel Nr. 1662 Deutsche Bundespost und Automatenmarke 350 Pf.
R-Zettel von obigem Beleg, zweizeilig, naßklebend
R-Zettel 19273 Neuhaus Elbe, einzeilig, ohne Unterscheidungsbuchstabe, naßklebend
R-Zettel 19273 Neuhaus Elbe, einzeilig, Unterscheidungsbuchstabe a, naßklebend
R- Zettel 19273 Neuhaus Elbe, selbstklebend, breite Variante, Herstellung durch die Druckerei Lück
Den neuen eingeführten Labeln der Deutschen Post AG ist der Ort des Absenders nicht mehr zu entnehmen. Der Absenderfreistempel vom 9. Juli 1998 aus Neuhaus, Elbe hilft.
In kurzen Abständen ändern sich die Gestaltungen der Label. Dieser Beleg ist am 28. Juli 2000 abgefertigt worden.
R- Zettel 19273 Kaarßen, selbstklebend, breite Variante, Herstellung durch die Druckerei Lück, gleiche Postleitzahl wie Neuhaus
Poststempel Neuhaus Elbe vom 10. Oktober 2018, Postleitzahl 19273
Die heutige Postagentur in Neuhaus:
Seit dem 9. September 2003 bietet Euronics Tewes in der Poststr. 2 in 19273 Neuhaus/Elbe Postdienstleistungen an.
Ehemalige Poststellen:
Ein unscheinbares Gebäude in Haar, Hauptstr. 13. Ort der ehemaligen Poststelle.
Die Poststelle in Rassau war in der Elbstr. 6 zu finden.
Spatelkreisstempel:
Ähnlich der oben abgebildeten Poststellen II Stempel geben die Spatelkreisstempel der Deutschen Post der DDR die Möglichkeit Poststellen nachzuweisen. Anstelle individueller Ortsbezeichnungen sind die Poststellen durch Ordnungsnummern im links-seitigen Kreis gekennzeichnet. Der Name des Leitpostamtes und darunter die vierstellige Sammelpostleitzahl mit Endziffer 1 (hier: Neuhaus 2841) sind mittig im Stempelkörper platziert. Rechts davon ist das Posthorn als Emblem der Deutschen Post abgebildet.
In § 37 der Dienstanweisung Land vom März 1977 der Deutschen Post war geregelt, dass der Spatelkreisstempel nicht auf Postwertzeichen abgestempelt werden durfte, die auf Postsendungen aufgeklebt sind und in die Hände des Empfängers oder Absenders gelangen. Dieser Poststellenstempel ist kein Tagesstempel.
Interessierten ist es im Zeitraum von 8. Oktober 1990 bis 15. Januar 1991 gelungen diese Spatelstempel zu dokumentieren:
10 – Haar
11- Darchau
12 – Stapel
13 – Zeetze
15 – Laave
16 – Rassau
20 – Kaarßen
21 – Tripkau
22 – Wehningen
23 – Herrenhof
24 – Bitter
25 – Stixe
31 – Sückau
32 – Brahlstorf (Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern)
33 – Preten
34 – Dellien
Die Spatelstempel Nummern 1 bis 9 wurden nicht vergeben.
Ohne Abbildung bisher:
35 – Melkhof (Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern)
41 – Neu Garge
42 – Stiepelse
45 – Gülze (Neu Gülze, Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern)
47 – Niendorf
Nicht alle Orte dieser Spatelkreisstempel gehören heute zum Amt Neuhaus. Aber diese Orte wurden damals über Neuhaus postalisch bedient.
Einwohnerzahlen und Ortsschilder:
Maßgeblich für das Postaufkommen eines Gebietes sind Einwohnerzahl, Anzahl der Betriebe oder touristische Besonderheiten.
Die „nur“ 5028 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31. Dezember 2020) vom Amt Neuhaus verteilen sich über 35 Gemeindeteile:
(Zum Vergleich Einwohnerzahl im April 1991: 6400)
Bohldamm: 2 Einwohner
Bitter: 60
Bohnenburg: 20
Darchau: 30
Dellien: 160
Groß Banratz: 2
Groß Kühren: 9
Haar: 246
Herrenhof: 29
Kaarßen: 329
Konau: 42
Krusendorf: 67
Laake: 36
Laave: 155
Neu Garge: 83
Neuhaus: 1586
Niendorf: 124
Pinnau: 69
Popelau: 81
Preten: 129
Privelack: 21
Rassau: 32
Rosien: 121
Stapel: 365
Stiepelse: 82
Stixe: 65
Strachau: 46
Sückau: 127
Sumte: 125
Tripkau: 279
Viehle und Gülstorf: 36
Vockfey: 33
Wehningen: 163
Wilkenstorf und Raffatz: 30
Zeetze: 244
Quellen:
Ortsverzeichnis I, Verzeichnis der Postanstalten, Eisenbahn- und Dampfschiffstationen im Deutschen Reich, Reichspostzentralamt, Berlin 1936
Postleitzahlen 1945 bis 1965, Neue Schriftreihe der Poststempelgilde, Band 181, Peter Griese, Seiten 18 bis 20
Beiträge zur Postgeschichte Mecklenburg-Vorpommern, Heinz Büchner, 1971
Staatsvertrag zwischen den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen über die Umgliederung der Gemeinden im ehemaligen Amt Neuhaus und anderer Gebiete nach Niedersachsen, März 1993
Landeszeitung für die Lüneburger Heide, 28. Juni 1993
Die RPD/OPD Hannover in der Jahren 1945-1948, Hans-Henning Mücke, Herausgegeben vom Briefmarken-Club Hannover e.V., 1996
Post- und Telekommunikationsgeschichte, Regionalbereich Nord, 1/1998, Aus der Postgeschichte des Amtes Neuhaus, Heinrich Munk
Mecklenburg-Vorpommern, die Stempel der Postämter, Zweigpostämter und Poststellen 1945-1952, Hans J. Richter, Braunschweig, 2004
Katalog der Deutschen und verwandten R- und + V-Zettelformen, Herausgegeben von der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft R-Zettel und R-Stempel, 2. Auflage Oktober 1966, umgangssprachlich Overmann-Katalog.
Poststellen-Stempel 1928-1988, Peter Griese, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V., 2008
Klaus Hirschfeld, Rekommandiert / Einschreiben, Einschreibzettel des Postsamtes Haldensleben, Heft 12 vom Verein der Briefmarkenfreunde von Haldensleben und Umgebung e.V.
Förderverein Konau e.V., Gerhard Möller, 2005
Fotos vom Autor, Mai und Oktober 2018, März 2021
Gemeinde Amt Neuhaus, Am Markt 4, 19273 Amt Neuhaus
Ein besondere Dank geht an Herrn Günther Borchers, Sauensiek, Interessengemeinschaft „Deutsche Einheit“ e.V., für die Überlassung von Spatelstempel Abbildungen
Ein weiterer Dank geht an Herrn Horst-Rüdiger Scholz, Reppenstedt, für die Kopien des Poststellen II Stempels von Pinnau und der Stempel von Wehningen und weiterer hilfreicher Unterlagen