Vom „Y“ zum „I“

Schreibweise

Vom „Y“ zum „I“

In einem früheren Artikel bin ich auf die Veränderung der Schreibweise von Ortsnamen eingegangen, vom „C“ zum „K“. 

Beim Typenvergleich von R-Zetteln einzelner Orte bin ich auf Kaierde aufmerksam geworden.

Kaierde ist ein Ortsteil des Fleckens Delligsen im Landkreis Holzminden (ehem. 3223 Delligsen 6). Über viele Jahre gehörte Kaierde zum Landkreis Gandersheim und wurde am 1. April 1974 im Zuge einer Gebietsreform ein Ortsteil des Fleckens Delligsen.

Die Abbildungen zeigen eine unterschiedliche Schreibweise des Ortsnamens, Kayerde und Kaierde:

21.6.1905, Brief von Kayerde nach Hannover. R-Zettel „R“ rechtsstehend, Poststempel Kaierde (Braunschw.). Der Absender wählt auch die Schreibweise in der neuen Form. Der Poststempel ist bereits auf die neue Schreibweise umgestellt. Der ältere R-Zettel mit der früheren Schreibweise wird aufgebraucht.

R-Zettel Kayerde vom obigen Beleg.

Reichs-R-Zettel mit der aktuellen Schreibweise Kaierde.

Einen Hinweis für die Veränderung liefert Herr Ahlswede aus Kaierde, der sich intensiv mit der Heimatgeschichte beschäftigt. Eine erste Vereinheitlichung der Schreibweisen ergab sich durch die ab 1. Oktober 1874 im Königreich Preußen installierten Standesämter. Eine weitere Erklärung ist aus einem Auftrag des Landes Preußen im Jahre 1911 an den Berliner Graphiker Ludwig Sütterlin abzuleiten. Besagter Sütterlin bekam den Auftrag für die seit fast 500 Jahren nebeneinander bestehende lateinische und deutsche Schreibschrift einheitliche Regeln und Schreibweisen zu entwickeln. Im Jahre 1915 wurden beide Schriftarten offiziell an den preußischen Grund- und Volksschulen eingeführt und nebeneinander gelehrt.

Quelle: Herr Albert Ahlswede, Kaierde

Vom „C“ zum „K“

Schreibweise

Gelegentlich kommt es vor, dass ein Ort seine Schreibweise ändert. Das vermutlich bekannteste Beispiel ist Colonia, Cologne, Cöln und dann Köln.

Auch in Niedersachsen gibt es Orte, die ihren ersten Buchstaben gewechselt haben.

Vom „C“ zum „K“:

Calefeld, jetzt Kalefeld aus dem Landkreis Northeim, früher Landkreis Osterode:

Calefeld (Kr. Osterode, Harz) 5.9.1929, Poststempel Kalefeld, Absender gedruckt auf Umschlag Kalefeld. Der Stempel ist bereits erneuert, der frühere R-Zettel mit alter Schreibweise wird aufgebraucht. R-Brief nach Göttingen.

R-Zettel 3351 Kalefeld

Herr Hantke vom Heimatverein Kalefeld gibt folgende Erläuterung:

„Im Jahr 1926 hat es „Irritationen zur Schreibweise von Kalefeld mit C oder K gegeben. Nach einer Eingabe des zuständigen Kreisausschusses des Landkreises Osterode am Harz hat der Präsident des Preußischen Statistischen Landesamts am 28. Juli 1926 dem Kreisausschuss mitgeteilt, dass „maßgebend für die Schreibweise von Ortsnamen das im Preußischen Statistischen Landesamt in Bearbeitung befindliche Gemeindelexikon“ sein soll. Nach diesen Grundsätzen ist der Orts- und Gemeindename Kalefeld im Anlaut mit „K“ zu schreiben. Der Regierungspräsident in Hildesheim hat daraufhin mit Einverständnis des Herrn Minister des Inneren am 11. Oktober 1926 öffentlich bekanntgemacht, dass die genannte Ortschaft mit dem Anfangsbuchstaben „K“ zu schreiben ist.“

Catlenburg, jetzt Katlenburg aus dem Landkreis Northeim:

R-Zettel aus Catlenburg und 20b Katlenburg

Einen tiefen Einblick in die Geschichte wirft Frau Witte, die Ortsheimatpflegerin der Gemeinde Katlenburg-Lindau:

„In den Urkunden, die in lateinischer Sprache abgefasst sind, wird Katlenburg mit C geschrieben und beziehen sich auf die Burg und das Kloster Katlenburg. In den Annalen des Lampert von Hersfeld von 1075 wird Dietrich II. „als comes de Cadalenburg“ bezeichnet. In einer Urkunde des Bischofs von Hildesheim wird die Zerstörung des Klosters durch Brandstiftung 1346 berichtet: dat closter tho Cathelborg. Das Katlenburger Lagerbuch on 1525 schreibt dann Katelenborch, also mit K. Eine Karte von ca. 1617 verwendet wieder das C, also Catlenburg ebenso der Merianstich von 1654. Das heißt, die Schreibweise ist uneinheitlich. Der Name bezieht sich nur auf die Burg, später Kloster und dann Domäne, nicht auf die Ortschaft am Fuße des Burgbergs. Diese wurde 1483 als „in deme dome to Kathelenborch“ erwähnt. Der Name „Duhm“ oder auch Katlenburg-Duhm war bis 1974 für den heutigen Ort gebräuchlich, ab dann heißt der Ort offiziell nur noch Katlenburg. Auf alten Postkarten aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg hat man die Schreibweise mit C verwendet.“

Colenfeld, jetzt Kolenfeld, aus der Region Hannover, 3050 Wunstorf 7 und früher Landkreis Neustadt am Rübenberge:

Colenfeld, R rechtsstehend,  18.9.1896, Poststempel Colenfeld, R-Brief nach Neustadt.

R-Zettel Kolenfeld, mit der früheren Landkreisbezeichnung Neustadt am Rübenberge

Herr Fesche, Stadtarchivar der Stadt Wunstorf, steuert aus der Geschichte folgendes bei:

„Historisch ist Kolenfeld über Jahrhunderte mit C geschrieben worden, noch im 19. Jahrhundert schrieb man durchgängig „Colenfeld“. Auch in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts blieb das so. Die Protokolle des Gemeinderats schreiben bis zum Oktober 1938 „Colenfeld“. Das ändert sich mit der Einführung des neuen Bürgermeisters Bergmann: Diese war im November 1938, und fortan wird in den Niederschriften „Kolenfeld“ geschrieben, ebenso in den Akten der Gemeindeverwaltung. (Andere Behörden, z.B. das Amtsgericht schreiben aber noch eine Weile „Colenfeld“, bis sich die Schreibweise mit K vollständig durchsetzt). Einen förmlichen Beschluss sucht man allerdings in Protokollen oder Akten vergeblich.

Als Folge der Reichseinigung 1871 ist auch eine Vereinheitlichung der deutschen Sprache bzw. Rechtschreibung angestrebt worden. 1880 erschien erstmals Konrad Dudens Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bei der „Orthographische Konferenz“ von 1901 in Berlin wurde auch über die Schreibung von Ortsnamen beraten. Dabei einigte man sich auf Kassel statt Cassel, Köln statt Cöln und Köthen statt Cöthen, verfolgte dies aber nicht konsequent, so dass es z.B. beim Städtenamen Cottbus blieb. Dennoch, so nehme ich an, dürfte sich in der Folgezeit die Ersetzung der C-Schreibung durch eine K-Schreibung weiter durchgesetzt haben. Dies entsprach auch Tendenzen zur „Verdeutschung“ des Sprachgebrauchs im Deutschen Reich, bzw. zur „Bereinigung“ von vermeintlich fremden, etwa französischen anmutenden Einflüssen. Vor allem im und in Folge des Ersten Weltkriegs setzten sich diese Tendenzen weiter durch.“

Nach dem Studium dieser Zeilen ist fast alles klar. Aber es geht auch anders herum.

Vom „K“ zum „C“:

Koppengrave, jetzt Coppengrave aus dem Landkreis Hildesheim, seit dem 1.11.2016 der Samtgemeinde Leinebergland zugehörig:

R-Zettel (20a) Koppengrave über Alfeld (Leine) und 3221 Coppengrave

Herr Fesche beschreibt in seinem Beitrag die Folgen der Orthographischen Konferenz von 1901. Damit erklärt sich auch, dass vielerorts weiter Ortsnamen mit „C“ geschrieben werden, auch wenn der Ort wie „K“ ausgesprochen wird, beispielhaft: Cadenberge, Calberlah, Clausthal, Cloppenburg, Coppenbrügge oder Cuxhaven.

Quellen:

  • Heimatverein Kalefeld, 1. Vorsitzender, Herr Dietmar Hantke
  • Gemeinde Katlenburg-Lindau, Ortsheimatpflegerin, Frau Annelie Witte
  • Stadt Wunstorf, Fachdienst Kultur, Herr Klaus Fesche

Offene Frage:

  • Welche noch nicht erwähnten Orte habe in Niedersachsen ihre Schreibweise geändert?

Ein Tipp, passend zu diesem Artikel. Bitte lesen Sie auch den Bericht über die Orte mit dem Namenszusatz Bad.

Automatisches Briefannahmesystem (ABAS) – Braunschweig

Automatisches Briefannahmesystem (ABAS)

Die Deutsche Post AG führte in den Jahren 1995 bis 1997 einen Betriebsversuch für die automatische Briefannahme an 16 verschiedenen Standorten durch.

Im Mitteilungsblatt 72 der Deutschen Post AG vom 30.11.1995 wurde dieser Versuch angekündigt.

Mitteilungsblatt 72/1995

Anweisung 458/1995, Inbetriebnahme der ersten automatischen Briefannahmesysteme

Am 4.1.96 wurde in Niedersachsen der Betriebsversuch in 38100 Braunschweig 31, Friedrich- Wilhelm-Str. 3 mit einem Gerät der Firma Olivetti* gestartet. Und nach knapp 1,5 Jahren am 25.6.97 wegen des defekten Automaten wieder beendet.

Der Automat stand in einem unbeheizten Vorraum des Postamtes.

Der Drucker für die Automatenmarken (ATM) an diesem Standort kam von der Firma Nagler*, Typ N 109.

Weitere Olivetti Geräte standen in Cottbus und Leipzig.

Geräteentwicklungen anderer Firmen wurden in verschiedenen Städten aufgebaut:

  • IBM (Darmstadt,  Ludwigsburg, Lübeck),
  • Nagler (Augsburg, Nürnberg, Pforzheim und Regensburg mit Gerät aus Augsburg),
  • Siemens-Nixdorf (Bonn, Bottrop, Bremen, Dortmund (Gerät aus Köln) Köln, Wiesbaden).

Anlage 1 Mitteilungsblatt 72, Inbetriebnahme ABAS 1

Die Braunschweiger Zeitung berichtete am 4.1.96 von dem neuen System.

Die Aufgabe an die Firmen war, ein Gerät zu installieren mit dem die Briefannahme personalunabhängig gestaltet werden kann.

Bei diesem Automatischen Briefannahmesystem sollte die Annahme vom Standardbrief bis zum Maxibrief ohne personelle Unterstützung geleistet werden. Das Briefformat, das Gewicht und mögliche zusätzliche Leistungen waren Grundlagen für die automatische Entgeltanzeige.

Anlage 2 Mitteilungsblatt 72, Annahmespektrum, Übersicht der ABAS Leistungen

Der Schrank: Olivetti ABAS von außen, Beschriftung oberhalb des Schrankes: Standardbrief, Kompaktbrief, Groß-Maxibrief – Verkauf – Einschreiben, Eilzustellung, Luftpost / Aerogramm.

Nach Bezahlung des angezeigten Betrages in Münzen oder Banknoten erfolgt die Freimachung. Eine Rückgeldeinrichtung ist vorhanden. Der Brief bleibt im Gerät.

Beleg vom ersten Tag, 4.1.96, Numerator 108 A

Ausschnitt der Bearbeitungsvermerke:

  • Ausfall Freistempel, dafür ein Handstempel mit der Inschrift Entgelt bezahlt –
  • Taxe perçue und DM + Pf, und handschriftlicher Eintrag 4 + 50, 
  • Ausfall des R-Druckes, handschriftlich Wort Einschreiben und handschriftlich Numerator,
  • über dem Poststempel handschriftlicher Vermerk „Kein Ausdruck von ABAS 1“,
  • links daneben handschriftlich R 108 a

Ausschnitt des R-Vermerkes

Für Einschreiben wird eine Einlieferungsbescheinigung gedruckt. Auf Wunsch kann auch eine Entgeltquittung ausgedruckt werden:

Einlieferungsschein und Quittung für den Beleg R 108 A

Nach dem Beleg mit dem Numerator 108 A ein zweiter Versuch:

Freistempel mit Posthorn und Währungsangabe 450, 38100 Braunschweig 31, Datum 4.1.96 und Uhrzeit 13.39 und Hinweis auf die Deutsche Post AG.

R-Vermerk zweifarbig, roter Rahmen, rotes R, schwarzer Numerator 109 A und Einschreiben / Recommandé

Dreieinhalb Monate nach dem Beginn des Betriebsversuches ein neuer Besuch in Braunschweig:

Numerator 033 A am 17.4.96 um 17.25 Uhr

Das Olivetti Gerät in Braunschweig beschriftete die Umschläge per Tintenstrahldrucker in Direktbeschriftung. Mit diesem Verfahren wurde der Freistempel als auch die drei verschiedenen, zum Teil wieder zweifarbigen Zudrucke (schwarz und rot) hergestellt.

Einschreiben mit Zusatz Eilzustellung. Ein geglückter Versuch am 29.4.96. Freistempel und R-Vermerk wie oben beschrieben. Zusätzlich ein aufgedruckter Vermerk in rot mit schwarzer Schrift Eilzustellung Exprès . Portos DM 15,50. Zur Sicherheit ein manuell angebrachter roter Aufkleber Eilzustellung Exprès.

Ausschnitt aus obigem Beleg, Numerator R 075 A

Einschreiben mit Zusatz Eilzustellung. Ein missglückter Versuch am 4.3.97. Ausfall des roten Rahmens für Einschreiben und fehlendes R. Ausfall der roten Farbe für Eilzustellung Exprès . Porto DM 13,50. Zur Sicherheit ein zusätzlicher roter Aufkleber Eilzustellung Exprès .

Ausschnitt aus obigem Beleg, Numerator 536 A

Die ABAS Hersteller Nagler und Siemens Nixdorf setzten in diesem Test Label Beschriftungen ein. Olivetti und IBM arbeiteten in diesem Betriebsversuch mit Tintenstrahldruckern. Für den Verkauf von Automatenmarken ist bei allen Geräten ein Drucker der Firmen Klüssendorf oder Nagler integriert.

ABAS Innenleben

Im Gegensatz zu dem anderen drei Anbietern dokumentierte Olivetti für Nachforschungszwecke nur die Briefvorderseite, nicht auch die Rückseite.

Nach Beobachtungen von Sammlern vor Ort konnten an einem Automaten maximal 20 Einschreibebelege pro Stunde abgefertigt werden. Die Abfertigung am Schalter geht flotter.

Nach Einschätzung der Fa. Thomas von Loeper, Krefeld (1996) gab es am 4.1.96 in Braunschweig 200 Ersttagsbelege/Einschreiben.

Keine dieser Gerätetechnik-Entwicklungen konnten sich über den Betriebsversuch hinaus durchsetzen. Zu lange Wartezeiten, zu schlechte Bearbeitungsqualität und vereinzelt falsche Entgeltberechnungen sind die kritischen Beobachtungen zu diesen Automaten. Laut Mitteilungsblatt 40 der Deutschen Post AG vom 26.6.1997 wurden die verbliebenen Standorte „nach Schalterschluß außer Betrieb“ genommen.

Sonderstempel zur Inbetriebnahme der ersten automatischen Briefannahmesysteme, 5.12.95, Abbildung ABAS 1, 53111 Bonn 1.

Sonderstempel zur Inbetriebnahme der ersten automatischen Briefannahmesysteme, 8.12.95, Abbildung ABAS 1, 04109 Leipzig 1.

Beide Sonderstempel wurden im Mitteilungsblatt der Deutschen Post AG Nr. 66/1995 vom 9.11.1995 angekündigt.

Literatur:

  • Mitteilungsblatt 66 der Deutschen Post AG vom 9.11.1995 (Mitteilung 2268 und 2270)
  • Mitteilungsblatt 72 der Deutschen Post AG vom 30.11.1995 (Anweisung 458)
  • Braunschweiger Zeitung vom 4.1.96
  • Mitteilungsblatt 14 der Deutschen Post AG vom 7.3.1996 (Anweisung 88)
  • DBZ – Deutsche Briefmarken Zeitung, Ausgaben 24/95 vom 24.11.1995, 26/95 vom 8.12.95, 3/96 vom 2.2.1996, 4/96 vom 16.2.1996, 16/97 vom 1.8.1997 und 7/2000 vom 31.3.2000.
  • Mitteilungsblatt 40 der Deutschen Post AG vom 26.6.1997 (Anweisung 196)

Hinweise*:

Nagler: Nagler Technik GmbH, Dr.-Müller-Str. 26, 92637 Weiden

Olivetti: Olivetti SpA, Via Jervis 77, 10015 Ivrea, Italien

Nachsatz:

Für ausführliche Information zum Thema ABAS empfehle ich die Internetseite: http://www.postautomation.de

R-Stempel (Deutsche Bundespost)

R-Stempel (Deutsche Bundespost)

Seit 1944 sind R-Stempel im heutigen Gebiet des Landes Niedersachsen bekannt. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren kamen R-Stempel aus Mangel an losen R-Zetteln zum Einsatz.

Die folgenden R-Stempel der Deutschen Bundespost aus Niedersachsen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur besseren Lesbarkeit wird der R-Stempel bei Belegen erneut abgebildet.

Aus der Zeit der Deutschen Bundespost sind zwei Stempel bekannt:

Der Stempel aus Delmenhorst diente dem Versuch die Abwicklung am Schalter zu beschleunigen. Also Postautomation oder Rationalisierung…:

An dieser Stelle verweise ich auf einen ausführlichen Artikel zum Nummernstempel für die Annahme von Einschreibsendungen in Delmenhorst

Der Stempel aus Osnabrück aus dem Jahr 1974 hatte einen rein philatelistischen Hintergrund:

Stempel in rot, Unterscheidungsbuchstabe B in rot separat eingefügt, Numerator mit Paginierstempel in schwarz.

Der R-Stempel aus 45 Osnabrück 1

Der Stempel von der unteren Stempelseite

Ein Blankoabschlag von diesem Stempel

Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen 1. 10. 1974

Die Bekanntmachung zu diesem Sonderpostamt gibt keinen Hinweis auf den eingesetzten R-Stempel

Das Sonderpostamt setzte am 20.10.1974 einen Sonderstempel ein. Die Abbildung zeigt zwei stilisierte Briefmarken ohne Bildnis mit hufeisenförmigem Stempelabdruck.

Literatur:

Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen 1. 10. 1974

Ich danke Herrn Lüwer, Osnabrück, für die Unterstützung zu diesem Artikel.

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur während der Zeit der Deutschen Bundespost. Weitere Beiträge sind erstellt:

 

R-Stempel (Bearbeitungsvermerk)

Einen R-Stempel der etwas anderen Art gibt es auf diesem Beleg zu entdecken.

Am 29.1.1947 ging dieser Beleg in (20) Hannover 2 auf die Reise nach (14) Stuttgart. Vom Absender als Einschreiben gekennzeichnet und ausreichend frankiert. In Stuttgart angekommen, fehlt der Einschreibenummernzettel.

Die Post in Stuttgart stempelte diesen Beleg mit dem abgebildeten R-Stempel:

R Nr. 791 (handschriftlich) Nummernzettel fehlt. Als Ebf (Einschreibebrief) behandelt. Stempel Stuttgart 1, 31.1.47, und Unterschrift! des tätigen Postlers.

Am 17.5.58 ging dieser Beleg in (24a) Cuxhaven 1 auf die Reise nach München. Vom Absender als Einschreiben gekennzeichnet und entsprechend frankiert. In München angekommen, fehlt der Einschreibenummernzettel.

Nummernzettel fehlt als E-Sendung behandelt, zweiter Stempel 18. Mai 1958 und handschriftlichem Namenskürzel in rot.

Nachsatz:

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur wie hier 1947 und 1958. Weitere Beiträge sind erstellt:

 

R-Stempel (Deutsches Reich)

R-Stempel (Deutsches Reich)

Nicht erst nach dem Krieg 1945, wurde aus Mangel an losen R-Zetteln für Einschreibesendungen mit R-Stempeln gearbeitet. Auch im Deutschen Reich kamen 1944 und 1945 R-Stempel zum Einsatz.

Die folgenden R-Stempel aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur besseren Lesbarkeit wird der R-Stempel bei Belegen erneut abgebildet.

Bückeburg, 12.3.45, ohne Unterscheidungsbuchstabe (UB), Ankunftsstempel Herdecke 15.12.45, Überroller, Zensurbrief, links Verschlußzettel (Riemer B-100) mit violettem Zensurstempel Military Censorchip Civil Mails 19015 der britischen Zensurstelle Bonn.

Bückeburg wurde am 8.4.45, Herdecke am 13.4.45 besetzt.

Erklärung Überroller siehe am Ende des Artikels.

Duderstadt, 21.3.44, ohne UB, Ankunftsstempel Berlin 22.3.44

Hildesheim 1, 18.12.44, ohne UB, Ankunftsstempel Krefeld 21.12.44

Wie ist der Begriff Überroller definiert?

Überroller sind postalische Belege, die noch im Dritten Reich, also vor der Besetzung durch die Alliierten, aufgegeben, aber erst nach der Besetzung, also im Nachkriegsdeutschland, zugestellt wurden. Nach Meinung von Herrn Alfred Meschenmoser (Autor, Quelle siehe am Ende des Artikels) gehören Überroller eher zum Sammelgebiet Deutsches Reich, weil die Nachrichten, die mit solchen Postsendungen übermittelt werden sollten, der Zeit des Dritten Reiches zuzurechnen sind und die Sendung zu den Bedingungen und Bestimmungen, auch noch mit den Wertzeichen des Dritten Reiches aufgegeben worden sind. Diese Art von Belegen dokumentiert philatelistisch das Ende des Dritten Reiches. Entscheidend für die Frage eins möglichen Überrollers ist die Frage, wann der jeweilige Ort durch die Alliierten im Krieg oder bei Kriegsende besetzt worden ist. Als erste Region im Westen wurde Aachen ab Mitte September 1944 von den Alliierten besetzt. Flensburg folgte zuletzt am 13.5.1945. Sprachlich exakt müsste die Bezeichnung „ÜBERROLLTE Postsendungen“ heißen. Denn die Postsendungen haben niemanden überrollt, sondern sie sind überrollt worden.

Offene Frage:

Lieber Leser, kennen Sie eine Verfügung, in der der Einsatz der R-Stempel geregelt wurde?

Literatur:

  • Überroller-Post 1945-1949, vom Dritten Reich in das Nachkriegsdeutschland, Alfred Meschenmoser, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde Rhein-Donau e.V., Heft Nr 104, 1984
  • Die Arbeitsgemeinschaft der R- und V-Zettel Sammler e.V. hat auf ihrer Internetseite eine Vielzahl von deutschen R-Stempeln veröffentlicht: http://arge-r-v-zettel.de/classic-zettel/r-stempel-und-provisorien

Nachsatz:

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur während der Zeit des Deutschen Reiches. Weitere Beiträge sind erstellt:

 

Offene Fragen?

Stand: 11. Juni 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

bei der Recherche zu einzelnen Themen stoße ich gelegentlich auf Fragen, die sich trotz Internet, Philatelistischer Bibliotkek oder Gesprächen mit Experten nicht beantworten lassen.

Ich sammle hier alle meine offenen Fragen in der Hoffnung, dass Sie mir weiterhelfen können oder ich bei Gelegenheit die Antwort an anderer Stelle finde.

NEZ

Was bedeutet (PB 1-1254-5), PB=Postbüro … und welche Quelle verbirgt sich dahinter? Abbildung der Quelle ergänzen.

Amtsausgabe

Ist der Einsatz dieser Einschreibezettel in einem Amtsblatt angekündigt worden?

War die Buchdruckerei Olms aus Hildesheim die Druckerei für diese Einschreibezettel?

Gibt es diesen R-Zettel Typ auch aus: Groß Giesen, Ahrbergen, Groß Förste, Hönnersum, Adlum, Hüddessum, Machtsum, Hackenstedt, Heersum, Derneburg, Sottrum, Grasdorf, Silium, Oedelum, Ottbergen, Bettmar, Kemme, Groß Himstedt, Bettrum oder anderer Orte?

Amtskennzeichen AKZ

Selbstbucher: Nordhorn 1 9 G, mit drei ungewöhnlichen Unterscheidungsbuchstaben „NdB“. Welcher Selbstbucher verbirgt sich hinter diesem R-Zettel?

Welche weiteren früheren niedersächischen Landkreisbezeichnungen sind auf AKZ abgebildet?

Warum sind Höfer Ort 12 E und Runstedt über Helmstedt 16 nicht mehr im Ortsverzeichnis aufgeführt?

BAD Städtebeiname

Seit wann führt Bad Eilsen den Namenszusatz BAD im Namen?

Welcher anderer Ort hat die Bezeichnung im Laufe der Jahre verloren?

Welcher der aufgelistenen Orte hatte u.a. wegen der geringen Bevölkerungszahl kein eigenes Postamt?

Warum haben andere Orte mit entsprechenden Einrichtungen oder „gesunder“ Lage keinen Städtebeinamen?

Fehllisten

Eine wesentlicher Gesichtspunkt richtet sich auf fehlenden R-Zettel, die zur ausführlichen Dokumentation gesucht werden. Mit Scans von weiteren Belegen würden Sie einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation leisten, z.B. von:

Camp Bothfeld

Delmenhorst

Amtsausgabe Hildesheim

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

R-Stempel (Britische Zone)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit speziellen Einschreiben von 1946 bis 1948 im Nachkriegsdeutschland, aus einem Teilgebiet der Britischen Zone.

In dieser Zeit, wo Papier knapp und teuer war, versuchte man zu sparen. R-Zettel aus Papier zu machen war zu aufwendig und einen Stempel herzustellen einfacher.

Die unterschiedlichsten Formulierungen werden in Verkaufsofferten oder in der Literatur verwendet, um letztendlich das Gleiche zu beschreiben:

  • Einschreibenstempel
  • Einschreibestempel
  • Einschreibstempel
  • Einschreiben-Stempel
  • Noteinschreibestempel
  • Behelfs-R-Stempel
  • Blanco-R-Stempel
  • Not-R-Stempel
  • Aushilfs-R-Stempel
  • prov. R-Stempel
  • Rekommantionstempel (Österreich)
  • R-Stempel mit Postleitzahl.

Ich habe mich entschieden, diese Form als R-Stempel zu bezeichnen. (Der Stempel mit dem Wort „Recomandirt“, aus der Zeit vor dem Deutschen Reich hat mit dieser Thematik nicht direkt zu tun).

Die formale Abgrenzung zu R-Zetteln oder handschriftlichen R-Vermerken, ist ein Stempel mit

  • Rahmen,
  • häufig vorgegebener Ortsbezeichnung.

Nur der Numerator wird (häufig) mit Tinte handschriftlich eingetragen. Der R-Stempel wird direkt auf einer Postsendung aufgebracht und nicht z.B. auf einem Blanko-Zettel.

R-Stempel gibt es bei vielen Postverwaltungen in aller Welt. In den Besatzungszonen im Nachkriegsdeutschland kommen sie in der Amerikanischen- und der Französischen Zone besonders häufig vor.

Die folgenden R-Stempel aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur besseren Lesbarkeit wird der R-Stempel bei Belegen erneut abgebildet. R-Stempel Ausschnitte werden zwangsläufig ohne Datum beschrieben.

Badbergen, Ausschnitt

Bad Pyrmont, 18.4.46, ohne Unterscheidungsbuchstabe (UB)

Bad Pyrmont, 20.6.46, mit UB „a“

Bad Pyrmont, 20.4.46, mit UB „b“

Bad Pyrmont, 18.6.46, mit UB „c“

(23) Bad Rothenfelde, 2.7.46

Barnstorf, 22.3.46, der Ort liegt im Landkreis Diepholz

Berge (Krs. Bersenbrück), Ausschnitt

Borgloh (Kr. Osnabrück), 4.7.46

(20b) Braunschweig Sammlermarkenstelle, 19.8.47, Stempel-Höhe 18 mm, -Breite 62 mm, Nachnahme und Postsache, Stempel mit Postleitgebietszahl.

Beilage in diesem Brief von der Sammlermarkenstelle Braunschweig an den Empfänger, Text: „Betr. Ihren Dauerauftrag, Wir übersenden Ihnen die gewünschten Marken. Ihrem Antrag auf Eintragung als Dauerbezieher können wir jedoch nicht mehr entsprechen, da wir unseren Betrieb im Hinblick auf die Eröffnung der Versandstelle für Sammlermarken bei der Oberpostdirektion Frankfurt (Main) auflösen müssen. Wir bitten Sie, sich wegen des Dauerbezugs an die Versandstelle in Frankfurt (Main) zu wenden. Einzelaufträge, insbesondere auch über Ziffernmarken, können wir bis auf weiteres noch ausführen.“

Braunschweig Sammlermarkenstelle, 23.8.47, Stempel-Höhe 24 mm, -Breite 62 mm, Nachnahme und Postsache, Stempel ohne Postleitgebietszahl.

Der R-Stempel „Braunschweig Sammlermarkenstelle“ kann aktuell in dem Zeitraum vom 19.5.47 bis 3.3.48 mit Belegkopien nachgewiesen werden. Und dieser Stempel ist als Selbstbucher einzuordnen.

Cappeln (Oldb), 15.1.47

Cloppenburg, 26.7.46, mit UB „b“

Emstek, 26.4.46, der Ort liegt im Landkreis Cloppenburg

Förste über Herzberg (Harz), 30.6.47

Friesoyte, Stempel Rückseite 6.1.46

Garrel (Oldb), Ausschnitt

Gr. Hesepe über Meppen, 16.4.47, Landpoststempel neben R-Stempel, R-Stempel ohne Ortsangabe, Poststempel Meppen

Groß Ilsede, 28.3.46

Groß Ilsede, Ausschnitt, Ortsstempel größer als Stempelrahmen

Groß Lafferde, 20.6.46

Haselünne, 20.9.47

Herzberg (Harz), 23.7.46, mit UB „a“

Herzberg (Harz), 9.5.46, mit UB „b“

Hilter (Teuteburgerw.), Ausschnitt

Laer (Bez. Osnabrück), 23.3.46

Lastrup (Oldb), 11.6.46

Menslage ü. Quakenbrück, 23.6.47

Meppen, 11.11.47, mit UB „b“

Meppen, 9.4.48, mit UB „c“

Norden, 21.4.46, mit Landpoststempel 23 Westeraccum über Norden

23 Nordhorn, Ausschnitt, UB „a“

23 Nordhorn, 7.8.47, mit UB „c“, Zensurbrief

Nortrup, 28.1.47

23 Osnabrück 1, Ausschnitt, Stempel mit Osnabrück 1 handschriftlich überschrieben

23 Osnabrück 1, Ausschnitt, UB „a“

Osterholz-Scharmbeck, 25.10.47, Freistempel Deutsche Post Kreisausschuss Osterholz. In diesem Stempel wird der Ort mit Bindestrich abgebildet. Es gibt auch einen Stempel ohne Bindestrich.

Peine, 22.3.46, mit UB „a“

Peine, 1.4.46, mit UB „b“

Quakenbrück, 18.9.46, mit UB „a“

Quakenbrück, 18.11.46, mit UB „c“

Ramsloh (Oldb), Ausschnitt

 

Ritterhude, 7.8.46

Sandkrug (Oldb), Ausschnitt

Scharrel (Oldb), 27.7.46

(23) Schüttorf, 30.10.47

Sieber über Herzberg (Harz), 7.12.46

Soltau (Han), 23.3.46, Landpoststempel 20 Tewel über Soltau (Han)

Soltau (Han), 27.3.46

Vienenburg, 23.3.46, „R“ handschriftlich

Worpswede, 28.6.46

Der Schwerpunkt der Belege liegt in den Jahren 1946 und 1947. Nur ein Beleg aus dem Jahr 1948 ergänzt die Darstellung.

Von nachfolgenden Orten sind R-Stempel belegt:

  • Aerzen
  • Bippen
  • Bückeburg, Verwendung bereits im Deutschen Reich
  • Cloppenburg, UB a
  • Duderstadt, Verwendung bereits im Deutschen Reich
  • Haselünne, mit UB a
  • Hemmelte
  • Herzberg (Harz), ohne UB
  • Hildesheim 1, Verwendung bereits im Deutschen Reich
  • Hilter (Teuteburgerw.)
  • Menslage ü. Quakenbrück, ohne UB
  • 23 Nordhorn, ohne UB
  • 23 Nordhorn (Grafsch. Bentheim), mit UB a, a handschriftlich
  • 23 Nordhorn (Grafsch. Bentheim), mit UB a, a gestempelt
  • Osterholz-Scharmbeck, rechter Fuß vom „R“ breit
  • Quakenbrück, mit UB b
  • Quakenbrück, mit UB d

Offene Frage:

Lieber Leser, kennen Sie eine Verfügung, in der der Einsatz der R-Stempel geregelt wurde?

Literatur:

Die Arbeitsgemeinschaft der R- und V-Zettel Sammler e.V. hat auf ihrer Internetseite eine Vielzahl von deutschen R-Stempeln veröffentlicht: http://arge-r-v-zettel.de/classic-zettel/r-stempel-und-provisorien

Nachsatz:

Das Thema R-Stempel streift Niedersachsen nicht nur während der Zeit der Britischen Zone. Weitere Beiträge sind erstellt:

 

Insel Neuwerk

Die Insel Neuwerk gehört zur Stadt Hamburg, Verwaltungsbezirk Hamburg-Mitte. Etwa 40 Menschen leben auf dieser drei Quadratkilometer großen Insel.

Gruss von der Insel Neuwerk, 31.5.1898, von Neuwerk nach Hamburg (*Übersetzung des Textes am Ende des Artikels …von Agathe an Richard…)

Die Insel Neuwerk liegt nordwestlich vor Cuxhaven in der Elbmündung. Man erreicht sie entweder mit dem Schiff, während der Ebbe zu Fuß, auf einem Pferd oder mit dem Wattwagen.

Das imposanteste Bauwerk der Insel, übrigens Hamburg ältestes, ist der Leuchtturm aus dem Jahre 1310 und ist vielen Philatelisten bekannt, Michel-Nr. 2800:

Was hat die Insel Neuwerk mit Niedersachsen zu tun?

Zum 1.4.1938 trat das Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen, das sogenannte Groß-Hamburg-Gesetz, in Kraft. Gegenstand dieser Regelungen waren eine Vielzahl von Gebietsänderungen, mit dem Ziel die wirtschaftliche Stellung Hamburgs zu vergrößern. Hamburg wurde um die bis dahin preußischen Städte Altona, Harburg-Wilhelmsburg und Wandsbek sowie weitere Gemeinden aus den benachbarten Landkreisen erweitert.

Im Gegenzug gingen verschiedene Hamburger Exklaven, wie die in der Elbmündung liegende Insel Neuwerk, sowie das dortige Festlandsgebiet Amt Ritzebüttel mit der Stadt Cuxhaven an die preußische Provinz Hannover.

 

Reichsgesetzblatt vom 27.1.1937, Gesetz über Hamburg und andere Gebietsbereinigungen

Aus dem Gesetzestext zitiert: „Auf das Land Preußen gehen über: … die Stadt Cuxhaven und die Gemeinden Berensch und Arensch, Gubendorf, Holte und Spangen, Oxstedt, Sahlenburg unter Eingliederung in den Landkreis Land Hadeln, Regierungsbezirk Stade…..“

Die Elbinsel Neuwerk ging am 1.10.1969 im Rahmen eines Staatsvertrages vom 3.10.1961 mit Niedersachsen im Austausch gegen einzelne noch der Freien und Hansestadt Hamburg gehörende Geländestücke in Cuxhaven wieder an Hamburg.

Unterzeichnung Staatsvertrag, Hamburgs Erster Bürgermeister Paul Nevermann (2. von links) und Niedersächsischer Ministerpräsident Georg Diederichs (7. von links), 5.10.1962, im Leuchtturm Neuwerk.

Hintergrund des Staatsvertrages war die Planung eines Hamburger Tiefwasserhafens in der Elbmündung. Diese Planung wurde bisher nicht vollzogen. Seit 1990 ist dieses Gebiet Teil des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer.

Eine R-Zettel Chronologie der Insel:

Die Postleitzahl bleibt, der Ort ändert sich von Cuxhaven auf Hamburg, durch den Wechsel des Bundeslandes:

R-Brief von Hamburg-Insel Neuwerk, 21.1.1991

R-Zettel Hamburg-Insel Neuwerk

R-Brief Hamburg-Insel Neuwerk, 14.1.1994, fünfstellige Postleitzahl 27499

Selbstklebender R-Zettel, fünfstellige Postleitzahl 27499

Eine Poststempel Chronologie der Insel:

31.5.1898

2.8.1909

1.8.1910, mit Sternen

Stempel Neuwerk (Insel) 15.7.1927, ohne Sterne

Stempel Cuxhaven-Neuwerk 28.5.1940

In den frühen 30er Jahren und in den 60er und 70er Jahren versuchte sich der Raketentechniker Gerhard Zucker mit dem Transport von Postsendungen in Versuchsraketen, u.a. ausgerechnet im Cuxhavener Wattgebiet mit der Zielrichtung Insel Neuwerk. Sie waren jedoch erfolglos und grenzten zumindest teilweise an Betrug. Diese Aktivitäten wurde mit Drucksachen philatelistisch dokumentiert:

„Zucker-Drucksache“

Stempel (24a) Cuxhaven-Neuwerk 19.3.1961

Stempel (24a) Cuxhaven-Neuwerk 25.6.1961

Einlieferungsschein Hamburg-Insel Neuwerk 15.8.1980

Stempel Hamburg-Insel Neuwerk 14.1.1994, fünfstellige Postleitzahl 27499

Letzter Tag der Postfiliale Hamburg-Insel Neuwerk 30.8.1997

Eine Schöpfung der Deutschen Post AG für abgehende Post von der Insel und für den Verkauf bei den „Erlebnis: Briefmarken Teams“, Hamburg-Insel Neuwerk 8.4.2017. Bei der Herstellung von Post-Schmuckumschlägen ist eine kleine Panne passiert. Für die Herstellung der Tagesstempel zur maschinelle Stempelung der Schmuckumschläge wurden Gummiplatten im Durchmesser von 28 Millimetern hergestellt. Für die Stempelung von auf der Insel eingelieferter Post wird ein in Stahl gravierter Stempel mit dem Durchmesser von 35 Millimetern eingesetzt.

Neuwerk Impressionen:

Ein Lufthansa Airbus A320-200 überfliegt das Wattenmeer bei Neuwerk.

Transport der Post mit dem Wattwagen, daher Wattenpost.

* Übersetzung vom Text der Postkarte vom Artikelanfang, Gruss von der Insel Neuwerk: Lieber Richard, einen herzlichen Gruß schicke ich Euch Allen von der Insel Neuwerk bei schönem Wetter eben hier angekommen, mit erfreulichen Grüßen, mündlich mehr darüber, Eure Agathe, 31.5.1898.

Quellen:

  • Hamburgisches Gesetz- und Verordnungsblatt 13.1.1935, Eingemeindungen u.a. Insel Neuwerk in die Stadt Cuxhaven
  • Reichsgesetzblatt vom 27.1.1937,  Groß-Hamburg-Gesetz 26.1.1937
  • Cuxhaven-Vertrag vom 3.10.1961
  • Bilder zur Geschichte des hamburgischen Amtes Ritzebüttel, Band 2
  • Festschrift 90jährige Wiederkehr des Gründungstages des Vereins für Briefmarkenkunde zu Hamburg, Dr. Ernst Meyer-Margreth, 14.10.1975
  • Hamburger Abendblatt 30.8.1997
  • Deutsche Briefmarken-Zeitung DBZ, Nr. 10/2017, 28.4.2017, Seite 8